Monatsarchiv für Februar 2011

Der HSV-Rat vor einer wichtigen Entscheidung

28. Februar 2011

Die Ruhe vor dem großen Sturm? Heute war beim HSV Ruhetag, aber morgen geht es los: Am Dienstag versammelt sich der HSV-Aufsichtsrat, dann geht es in Runde eins um die Zukunft von Bernd Hoffmann und Katja Kraus. Nichts soll morgen entschieden werden, also noch keine Panik, es sollen nur die Weichen gestellt werden. In welche Richtung könnte es gehen, denn die Vertragsverlängerungen stehen nun an? Bis zum Ende des Jahres laufen die Verträge des Duos, was passiert danach? Geht es mit ihnen weiter – oder wird der Klub einen neuen Vorstand suchen und installieren? Hinter den Kulissen des HSV gibt es diverse Gerüchte – und immensen Betrieb. Der geht mit dem frühstücken, und der geht mit jenem zur Mittagszeit essen, um alles von allen Seiten ganz genau zu beleuchten. Und um zu raten und zu beeinflussen. Wahlkampf der etwas anderen Art. Reden und überreden lassen, das ist hier die Frage. Davon bekommt die Öffentlichkeit absolut nichts mit, aber es herrscht emsige Betriebsamkeit. Und ich als Außenstehender kann dazu nur mein ganz bescheidenes Urteil abgeben: „Es ist wirklich noch nichts entschieden, weder zur einen noch zur anderen Seite, erst einmal wird das Für und Wider beleuchtet.“ Und das ist auch gut so.

Wenn ich aber zuletzt geschrieben habe, dass ich – sagt mir mein Bauch – eher mit einer Vertragsverlängerung von Hoffmann und Kraus rechne, so wurde mir schon in den letzten Tagen von verschiedenen Seiten signalisiert, dass mein Bauch vielleicht doch ein wenig falsch liegen könnte. Ich hatte das daran festgemacht, dass die neu in den Aufsichtsrat gewählten Mitglieder, die eher der Anti-Hoffmann-Fraktion zugerechnet wurden, sich inzwischen sehr moderat über den Vorstandsvorsitzenden geäußert hatten. Dass ich daraus (oder mein Bauch) geschlussfolgert hatte, dass es mit unverändertem Vorstand weitergehen werde, sei aber, so wurde mir versichert, falsch gewesen. „Die Herren wollten mit ihrer Zurückhaltung“, so wurde mir mitgeteilt, „nur nicht mit der Tür ins Haus fallen.“ Intern würden aber schon sämtliche Probleme und Problemzonen des HSV und seiner Führung angesprochen werden, was auch vor der Aufsichtsratswahl schon oft genug getan worden ist.

Aha. Dann lassen wir uns alle mal überraschen. Auf jeden Fall scheint es nicht so zu sein, wie mir heute am Vormittag ein Herr vom HSV weismachen wollte: „Die Mehrheit für Hoffmann liegt bei acht zu vier – Hoffmann bleibt also im Amt.“ Nochmals aha. Aber es soll gar kein Verhältnis von 8:4 existieren. Alles also nur heiße Luft? Höchst wahrscheinlich. Der neue Aufsichtsrat hatte zuletzt die Entscheidung im Fall „Sportchef Matthias Sammer“ mit 12:0 Stimmen getroffen. Und der neue Aufsichtsrat hatte die Entscheidung für den neuen Sportchef Frank Arnesen ebenfalls mit 12:0 Stimmen getroffen. Einheitlich also.
Und das spricht für meine These, dass es in diesem neuen HSV-Rat wesentlich besser, geordneter und auch disziplinierter zugeht, als noch im alten Rat. Die zwölf Herren sind offenbar daran interessiert, in einhelliges Ergebnis zu erzielen und Geschlossenheit nach außen zu dokumentieren. Und sie sind deshalb bereit, darüber ausführlich und höchst intensiv zu sprechen, sich die verschiedensten Standpunkt anzuhören, dann erst abzuwägen. Alles nur zum Wohle des HSV. Wie mir versichert wurde. Im Klartext: Es geht hier nicht in erster Linie um Hoffmann/Kraus, sondern um den HSV. Nur um den HSV. Und genau deswegen ist jetzt alles noch offen. Kein 8:4, kein 9:3, kein 7:5 – alles aus der Luft gegriffen. Und wie sagte mir ein Aufsichtsrat noch vor (!) den Wahlen im 9. Januar – ich habe es nicht vergessen: „Hoffmann-Freunde im Rat hin, Hoffmann-Freunde im Rat her, alle, auch diejenigen, die bei uns pro Hoffmann gelten, können die Tabelle lesen. Und sie können auch eine Bilanz lesen und beurteilen. Deswegen macht man es sich zu leicht, wenn man sagt, dass das Kräfteverhältnis bei 8:4 läge. Wartet alle mal ab.“ Genau das machen wir. Uns bleibt ja auch keine andere Wahl.

Nur eines sollte bei all der Warterei vom Aufsichtsrat bedacht werden: So lange mit Hoffmann/Kraus nichts entschieden ist, so lange dürfte der Verein auch (leicht) blockiert sein. Weil die Entscheidung mit Armin Veh noch offen ist, weil auch die Verträge von acht Spielern auslaufen – was wird daraus? Die Zeit drängt, auch wenn das im Aufsichtsrat nicht jeder so sieht. Vielleicht aber sollte doch etwas an Tempo zugelegt werden, denn das Argument mit der Zeit (die man ja genügend hätte), das hielt sich auch viel zu lange und absolut fälschlich in den Räumen der Arena, als ein Sportchef gesucht wurde. Dadurch, dass dieses Thema viel zu lasch (und katastrophal) gehandhabt wurde, hatte der HSV mindestens ein Jahr verschenkt. Und genau deshalb sollten die Räte daraus gelernt – und die Lehren gezogen haben. Es wäre auf jeden Fall wünschenswert. Es muss jetzt, nachdem zur neuen Saison schon (und endlich) ein Sportchef gefunden wurde, schnellstens ein handlungsfähiger Vorstand her.

Und, um das abschließend sagen zu dürfen: Jetzt, an diesem Dienstag, wird zwar noch nichts entschieden, jetzt wird sich lediglich ausgetauscht, es wird ausgelotet – aber dennoch sollte ab sofort nichts mehr auf die lange Bank geschoben werden. Jeder Tag, der dem HSV davon läuft, könnte sich am Ende bitter rächen. Wobei ich auch (und natürlich) schon gefragt wurde, wie es denn wohl käme, wenn es nicht mit Hoffmann/Kraus weitergehen würde. Dazu sage ich ganz klar: Ich sehe im Moment keinen Mann (keinen Menschen), der für die Hoffmann-Nachfolge prädestiniert wäre. Aber sicherlich werden die Herren Räte auch diesen Punkt in ihre Überlegungen mit einbeziehen. Gegen Ende 2010 war (von der „Opposition“ im HSV) ja einmal angedacht worden, dass es mit einem ehrenamtlichen Präsidenten, der nur als Aushängeschild (und Gruß-Onkel) des Klubs gilt, weitergehen könnte, und dass dazu ein bezahlter Geschäftsführer die wirtschaftlichen Geschicke des HSV in seine Hände nimmt. Ich bin gespannt, ob dieses Modell noch immer eine Zukunft hätte.

Lassen wir uns überraschen. Das dürfte sich wohl auch Bastian Reinhardt heute gedacht haben, als er Richtung London flog, um sich zu einem Gespräch mit seinem Nachfolger Frank Arnesen zu treffen – und sich zu beraten. Auch darauf kann man ur gespannt sein, wie sich die Personalie Reinhardt dann entwickeln wird.

Und wo wir gerade in England sind: Der Sport-Informations-Dienst (SID heute noch drei „Leute des Tages“ vorgestellt. Einer von ihnen heißt Jerome Boateng, und der war bekanntlich früher einmal beim HSV. Über den Abwehrspieler wurde vom SID geschrieben: Der Fußball-Nationalspieler in Diensten des englischen Premier-League-Klubs Manchester City würde gerne mal einen Tag mit US-Präsident Barack Obama tauschen. „Mich würde interessieren, was er alles machen und regeln muss. Und was er täglich alles aushält“, sagte Boateng dem Kicker. Für den bedeutendsten Deutschen hält er Franz Beckenbauer: „Weil er eine Ausnahmefigur ist, als Spieler und Trainer alles gewonnen hat und die WM 2006 nach Deutschland brachte.“

Und auch Franz Beckenbauer war einst ja HSV-Spieler. Auch wenn das heute schon Urzeiten her ist.

Im Volkspark wird am Dienstag geübt, Armin Veh bittet seine Mannen um 10 Uhr auf den Rasen.

18.02 Uhr

Der HSV bald auf Dortmunds Spuren . . .

27. Februar 2011

Armin Veh geht, Armin Veh bleibt, Veh hat keine Lust mehr auf diese Eierei, Veh bleibt, Veh geht – ja was denn nun? Ich weiß es doch auch nicht. Weil alle nur noch rumeiern. Der Trainer selbst, die Verantwortlichen des HSV schon lange. Und, so die offizielle Version, so soll es ja auch noch zwei, drei Wochen weitergehen. Nichts Genaues weiß man nicht. Falls mich jemand fragt, denke ich mir eine Antwort immer mit dem Bauch aus: Armin Veh bleibt bis zum Saisonende, denn der HSV steht zurzeit auf Platz sechs, hat Platz fünf noch in Blickweite. Warum also jetzt den Trainer vor die Tür setzen? Aber am Saisonende, da wird Veh, und da vertraue ich nur meinem Bauch, Abschied nehmen von Hamburg.

Was ich nach wie vor nicht begrüße, aber das steht auf einem ganz anderen Papier. Armin Veh ist wahrscheinlich zum schlechtesten Zeitpunkt zum HSV gekommen, den ein Trainer sich nur aussuchen konnte, doch darüber habe ich bereits genügend Texte verfasst . . .

Wobei ich beim Thema Team mit Geist angekommen bin. Und bei „richtigem“ Fußball. War das nicht eine Wucht, wie Dortmund die Bayern entzaubert hat? Unglaublich. Ich kann mich nicht erinnern, dass der Rekordmeister auf eigener Anlage jemals so von einem deutschen Gegner so beherrscht, teilweise sogar vorgeführt worden ist. Warum ich das hier erwähne? Nicht, weil ich eine vielleicht gerade verheilte Wunde wieder aufreißen will (BVB – HSV). Es ist vielmehr die Tatsache, dass der HSV in diesem Sommer genau jenen Dortmunder Weg einschlagen wird (und muss), den auch die Borussia ging. Die Dortmunder waren doch unter der Führung Niebaum/Mieer finanziell mausetot, nachdem sie jahrelang „Millionenden“ zum Fenster hinausgeschmissen hatten. Und nun diese Wandlung – unfassbar!

Ihr werdet es aber erleben, dass der HSV nach dieser Saison auf den Spuren der Borussia wandelt. Ihr werdet es erleben, ganz sicher. Ich vertraue dabei vor allem dem neuen Sportchef Frank Arnesen. Der soll seine Hauptaufgabe in den vergangenen Jahren ja auch darin gehabt haben, beide Augen auf die Jugend zu richten. Nun wurde hier (bei Matz ab) ja schon genug gemault, dass bei Chelsea nie auch nur ein eigener Nachwuchsspieler das Licht der Premier League erblickt hat – was ja auch stimmen mag. Dennoch weiß ich aus berufenem Munde, dass Arnesen sich gerade im Nachwuchsbereich, und zwar im europäischen (!), bestens und überragend auskennt. Und deshalb muss der Däne dem HSV ganz einfach genügend junge Talente anschleppen – die in den letzten Jahren eben nicht in (und nach) Hamburg angeschleppt wurden. Der HSV muss doch mal in der Lage sein, kontinuierlich eigene Spieler an die Erste Liga heranzuführen. Herr Arnesen, übernehmen Sie! Sie sind im Prinzip meine letzte Hoffnung – nachdem es schon seit Jahrzehnten nicht geklappt hat.

Zur Erinnerung: Bei Dortmund spielt ein 18-jähriges Talent namens Mario Götze. Jetzt schon A-Nationalspieler. Der kam 2001 (!) von Eintracht Hombruch zur Borussia. Und: Es spielt für Schwarz-Gelb auch ein Mann namens Kevin Großkreutz. Der ist erst 22 Jahre alt, wurde auch schon A-Nationalspieler (lief und arbeitete gestern, ganz nebenbei, einen Mann namens Lahm in Grund und Boden) und kam nicht etwa von Inter Mailand. Auch nicht vom FC Barcelona. Er kam von Rot-Weiß Ahlen, und zwar im Jahre 2009. Nuri Sahin (22), der BVB-Kapitän, wurde auch von Dortmund entdeckt, und zwar beim „Welt-Verein“ RSV Meinerzhagen. Sven Bender (21) kam von München 1860, Marcel Schmelzer (23) vom 1. FC Magdeburg, der 22-jährige Torwart Mitchell Langerak, der gegen die Bayern völlig unaufgeregt seine Bundesliga-Premiere gab, wurde vom „Weltklasse-Klub“ Melbourne Victory verpflichtet, Stürmer Robert Lewandowski (22) kam von Lech Posen, wurde hierzulande einigen Erstliga-Klubs wie Sauerbier angeboten, bevor der BVB zugriff. Von dem Japaner Shinji Kagawa und dem Paraguayer Lucas Barrios einmal ganz abgesehen.

All diese Namen machen mir Hoffnung, dass der HSV diesen Weg auch einschlagen – und sich so an den eigenen Haaren aus dem Sumpfe ziehen wird. Und mal ehrlich: Ist ein solcher Fußball, den die Borussia in dieser Saison bietet, nicht einfach nur herrlich anzusehen? „Ich bin gespannt, ob diese junge Truppe dieses Tempo auch in der zweiten Halbzeit noch gehen kann – und wird“, hatte die Lichtgestalt Franz Beckenbauer zur Pause in München gefragt. Nach einer weiteren Stunde war er schlauer: Dortmund konnte dieses Tempo gehen. Die laufen nicht nur alle, die sprinten sogar. Die rasen wie die Hasen, die geben wie von Sinnen alles. Klasse. Einen solchen Überflieger-Fußball spielt in Deutschland nur Dortmund. Und wer auch immer von den jungen Kerlen nach dem Spiel gefragt wird, wieso das so ist, dann wird nur darauf verwiesen: „Wir sind ein Team, wir sind alle befreundet, hier kämpft jeder für jeden, wir verstehen uns auf dem Platz und im Alltag bestens.“ Das sagt jeder. Und ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass es nicht stimmt. Da passt einfach alles. So muss Fußball aussehen. Und wenn ich mir vorstelle, dass so auch bald der HSV . . . Sensationell, diese Vorstellung.

Fußball ist ja ein Laufspiel . . . Und auch in diesem Punkt gibt es beim HSV einigen Nachholbedarf. In Kaiserslautern klafften mir oft zu riesige Lücken zwischen Defensive und Offensive, da wurde auch nicht entschlossen nachgerückt, als der HSV nach der Pause am Drücker war. Aber liegt das nur am Alter der Spieler? Wenn das so einfach wäre, dann würden doch alle Vereine mit einem Talentschuppen a la Dortmund spielen. Wenn ich nur daran denke, dass beim BVB ein Robben nicht nur gedoppelt, sondern oftmals auch mit gleich drei Leuten bewacht wurde, die dann bei Balleroberung alle auch blitzartig umschalteten, dann wissen wohl alle in Hamburg, woran es hapert, woran hart gearbeitet werden müsste.

Aber nun weg vom kommenden Meister. Der HSV hat noch alle Chancen, ins internationale Geschäft zu kommen, es stehen noch zehn Spiele auf dem Programm. Wobei die nächsten beiden Partien nicht ganz so einfach werden, denn zu Hause gegen Mainz wird es schon ganz, ganz schwer. Und gerade diese Begegnung müsste der HSV schon gewinnen, um sich die Chance zu erhalten. Danach geht es zum FC Bayern, und dort zu gewinnen – schafft bekanntlich nicht jeder. Da aber die Mannschaft inzwischen selbst davon überzeugt ist, dass sie sich in diesem Jahr auf dem Wege der Besserung befindet, sollte sie es in den kommenden beiden Spielen mal unter Beweis stellen, dass es tatsächlich so ist – und dass das nicht nur hohle Worte sind.

Gespannt bin ich, wohin nun der Weg von Piotr Trochowski führen wird. Ob er sich noch einmal durch gute Trainingsleistung in die Startelf spielen kann? Ob er von der Bank aus kommend auf sich aufmerksam machen kann? Oder ob er künftig keine Berücksichtigung mehr finden wird? Ich gebe allen seinen (und meinen) Kritikern gegenüber zu, dass „Troche“ in Kaiserslautern kein Bein vor das nächste gesetzt hat. Das war gar nichts, das war ganz schwach. Er sollte eigentlich „rechtsdraußen“ spielen, hielt sich verstärkt aber in der Mitte auf. Es spricht für Armin Veh, dass er Trochowski nach dem Schlusspfiff nicht in Grund und Boden rammte (verbal natürlich nur), sondern nur eine sehr moderate Kritik äußerte. Der Spieler selbst wird wohl wissen, dass das nicht sein Tag gewesen ist. Wobei ich deutlich sage: schade. Für Trochowski selbst – und auch für mich.

Themawechsel. Während ich schreibe, läuft das Spiel Frankfurt – Stuttgart nebenbei. VfB-Spieler Delpierre wurde vom Platz gestellt, nachdem er den Frankfurter Provokateur Maik Franz umgeschubst hat. Das war Rot, klare Sache, aber dass ein Mann wie Wolfgang Stark immer noch nicht weiß, was dieser Franz auf dem Platz alles anstellt, dass niemand ihn nur aus heiterem Himmel umschubst, das kann ich nicht begreifen, das will mir auch nicht in den Kopf. So allmählich müssten doch alle Schiedsrichter wissen, was da abgeht – mit Franz. Der hatte, als der Ball vor einem Freistoß ruhte, dem VfB-Kapitän Delpierre – natürlich total unabsichtlich – auf den Fuß getreten. Übel, ganz, ganz übel, dass das ein so erfahrenes Gespann nicht sieht. Und sogar erst noch den falschen Spieler (Khalid Boulahrouz) vom Platz stellt. Ich wäre übrigens sehr gerne bereit, den Schiedsrichtern ein Videoband mit jenen Franz-Methoden zusammen zu schneiden, wie dieser Herr schon seit Jahren schauspielert und provoziert. Die Unparteiischen beeindrucken doch vor jeder Saison mit solchen Videobändern (bei allen Profi-Klubs werden diese vorgestellt), auf den klassische Fouls zu sehen sind. Warum nicht auch solche Dinge?

Zurück zum HSV. Über den Acker in der Pfalz haben sich alle aufgeregt. Und in der Tat, so etwas geht gar nicht. Ich kann mich erinnern, als der damalige HSV-Vorstands-Boss Werner Hackmann mal dabei war, als der Rasen in der Arena gewechselt wurde, da standen wir am Rande und er sagte zu mir: „In einigen Jahren wird hier Kunstrasen verlegt, da bin ich mir ganz, ganz sicher.“ Er hat es nicht mehr erlebt, aber wie lange wird es noch dauern? Weil ich dazu heute aus Richtung Geesthacht gefragt wurde, wie es sich mit dem Rasen und dem Kunstrasen verhält, hier die DFB-Geschichte dazu:

DURCHFÜHRUNGSBESTIMMUNGEN ZUR SPIELORDNUNG

ALLGEMEINER TEIL 1. Spielfeld und Stadion §1
Platzanlage
Jeder Verein hat die Pflicht, eine ordnungsgemäße Sportplatzanlage zur Verfügung zu stellen und dafür zu sorgen, dass die während eines Spieles auftretenden Schäden am Spielfeldaufbau unverzüglich behoben werden können. Dies gilt insbesondere auch für beschädigte Tore.
Der Spielfeldaufbau erfolgt nach den geltenden Bestimmungen der Fußball- Regeln (Regel 1) und ist daher von Werbung durch Dritte freizuhalten. Über Ausnahmen befindet der DFB.
§2
Platzsperre
Wird gegen einen Verein eine Platzsperre verhängt, so sind die in die Sperrzeit fallenden Heimspiele auf einem Platz auszutragen, der mindestens 30 Kilometer entfernt liegt und nicht ebenfalls einer Platzsperre unterworfen ist.
Erzielt der Verein, gegen den eine Platzsperre verhängt ist, gegenüber den möglichen Einkünften auf seiner Platzanlage Mehreinnahmen, sind diese ab- zuführen. Über die Verwendung entscheidet das Präsidium des DFB.
§3
Spielfläche
Das Spielfeld der Sportplatzanlage muss eine Naturrasen-Spielfläche haben. Die Spielfeldabmessung muss 105 Meter x 68 Meter betragen. Der DFB-Spielausschuss kann innerhalb folgender Bandbreite Ausnahmen bewilligen: Länge zwischen 100 Meter und 110 Meter, Breite zwischen 64 Meter und 75 Meter. Außerhalb der Begrenzungslinien des Spielfelds soll eine mindestens 1,5 Meter breite Grasnarbe oder Kunstrasenfläche vorhanden sein. Der ganze Spielfeld- bereich soll 120 Meter x 80 Meter betragen.
Bei Bundesspielen der Junioren und Juniorinnen und der 2. Frauen-Bundesliga ist als Ausweichplatz ein Kunstrasenplatz zulässig, der den Abmessungen von Absatz 1 entsprechen muss.

So, das war die offizielle Version in Sachen Rasen. Wir ein neuer Natur-Rasen verlegt, kostet das den Vereinen in der Regel um die 100 000 Euro.

Da der HSV erst am Sonntag auf Mainz 05 treffen wird, hatte die Mannschaft heute einen freien Tag – und auch der Montag ist noch frei. Weiter geht es am Dienstag um 10 Uhr im Volkspark. Auf Natur-Rasen.

17.03 Uhr

Einen Punkt vom Acker geholt

26. Februar 2011

Immerhin nicht verloren! 1:1 hatte vor kurzem auch Tabellenführer Dortmund beim 1. FC Kaiserslautern gespielt, aber der HSV hätte durchaus mehr als einen Punkt mit vom Betzenberg mit nach Hamburg bringen können. Der 4:0-Erfolg zuletzt über Werder hätte für viel Rückenwind sorgen können, doch gegen die hart, wacker und verbissen kämpfenden Lauterer tat sich die Veh-Elf lange Zeit schwer. Nach dem Pausenrückstand sorgte eine druckvolle Phase dann wenigstens noch für den Ausgleich, es gab danach nur noch ganz, ganz wenige Möglichkeiten, daraus einen Sieg zu machen. Letztlich ist dieses Unentschieden verdient, obwohl es beiden Mannschaften nicht so richtig helfen wird. Die böse Serie aber, dass der HSV immer dann verliert, wenn er oben „wieder dran“ sein könnte, diese Niederlagen-Serie ist gerissen. Und wer weiß, ob nicht auch der Punkt vom Betzenberg am Ende der Saison nicht noch ganz hilfreich sein könnte.

Einige tauschen den Rasen eben öfter mal aus, die anderen nicht. Und dann kommt ein solches Spiel dabei heraus. Ganz, ganz bitter. Flach spielen und hoch gewinnen, so heißt es ja oftmals, aber das war auf diesem Acker gar nicht möglich. Und dennoch kombinierte mir der HSV auf diesem Dorfplatz noch viel zu viel, statt sich das Leben mit langen Pässen zu erleichtern. Auch wenn das natürlich nicht nach kultiviertem Fußball aussieht, das ist mir schon klar, aber was macht man, wenn die Kugel wie in einem Flipper-Automaten hin und her springt? Ganz klar, dieser Boden kam den Pfälzern eindeutig entgegen, spätestens nach dem Führungstor. Denn da stellten sie sich hinten rein, machten die Räume ganz eng, gingen hart zur Sache – und versuchten sich mit langen Dingern.

Hart zur Sache – das ist das Stichwort. Jedes Mal, wenn ich mich auf einen Schiedsrichter freue, liege ich daneben. So auch diesmal. Dr. Felix Brych ist einer der besten Leute seiner Zunft, da hatte ich vorher keinerlei Bedenken, aber für ihn war es offenbar Gift, dass er zuletzt noch Marseille gegen Manchester United leitete. Brych pfiff in Kaiserslautern immer noch „international“. Nach dem Anpfiff erfolgte sein nächster Pfiff gefühlt erst in der 23. Minute – bei einem Foul an Mladen Petric. Dass zuvor Petric und Paolo Guerrero mehrfach zu Boden gebracht worden war, „übersah“ der Unparteiische geflissentlich, er tat es wohl als „internationale Härte“ ab und ließ das Spiel meiner Meinung nach viel zu großzügig laufen.

Dass der HSV zur Pause mit 0:1 zurück lag, das allerdings lag ganz gewiss nicht an Brych. Das lag ganz allein an Joris Mathijsen, der den Lauterern diese Möglichkeit erst ermöglichte, indem er die Kugel leichtfertig vertändelte. Orientierungsschwierigkeiten waren das. Wobei der Niederländer den langen Pass der Pfälzer besser erst gar nicht angenommen hätte, denn da stand der spätere Torschütze Hlousek klar im Abseits. Ein ganz, ganz erschütterndes Tor, dass so gar nicht zu einem Erstliga-Profi passte. Aber auch nicht untypisch für den HSV. Solche Dinger fängt im Zweifel immer nur Hamburg.

Zwei Chancen hatte Kaiserslautern, zwei auch der HSV. Der sich schwer tat, ins Spiel zu kommen. Teilweise zu langsam und pomadig der Aufbau, dann war es vorne schwer, den Ball zu kontrollieren. Die Umstellungen, die Armin Veh vorgenommen hatten, zahlten sich nicht wie vom Coach erhofft aus. Die rechte Seite blieb alles schuldig, alles. Piotr Trochowski hatte in der Offensive nicht eine einzige Szene, über seine Seite kam nichts, null – bedauerlich. Zumal Guy Demel auch keine Anstrengungen unternahm, etwas nach vorne zu tun. Und wenn doch, dann gab es (exakt zweimal) erschütternde Flanken ins Niemandsland. Nein, mit dieser rechten Seite war wahrlich kein Blumentopf zu gewinnen.

Über links ging es besser, wenn auch nie überragend. Allerdings hatte der wieder ins Spiel gekommene Marcell Jansen deutlich mehr und bessere Aktionen, als Trochowski auf der anderen Seite. Gebracht hat es allerdings auch nichts. Auch deshalb, weil die Pfälzer aggressiver und einfach giftiger waren. So hätte ich mir einmal mehr auch den HSV gewünscht, aber Fußball-Bundesliga ist ja kein Wunschkonzert.

Frank Rost verbrachte – bis auf die Schlussphase – eigentlich einen geruhsamen Nachmittag, beim 0:1 gab es nichts zu halten für ihn. Demel nach hinten ganz okay, wenn auch nie souverän, man muss oftmals Angst haben – Stichwort Stellungsspiel! Und einen „Bock“ hat er ja auch immer drauf – so diesmal in der 72. Minute, als er Moravek mustergültig „bediente“, Rost aber glänzend hielt.

Demels Nebenmann Gojko Kacar bot eine überragende Leistung, an ihm können (und sollten) sich alle ein Beispiel nehmen, wie man effektiv, konzentriert und engagiert bis in die Haarspitzen spielen kann. Das war eine glatte Eins. Was natürlich nicht für Mathijsen gelten kann – siehe das 0:1. Immerhin ließ sich der Routinier von seinem Patzer nicht runter ziehen, sondern spielte seinen Part solide zu Ende.

Solide war auch die Vorstellung von Dennis Aogo, obwohl er mir in der Anfangsphase ein wenig zu fahrig und auch zu nachlässig spielte. Immer dann, wenn er sich hundertprozentig auch körperlich einbringt, ist er gut und eine Stütze.

Gleiches gilt für Ze Roberto, der mir in Halbzeit eins ein wenig zu langsam spielte, oftmals den Quer- und den Rückpass als Option wählte. Das kann er wesentlich besser, vielleicht hat ihn der Trainer daran auch zur Pause erinnert, denn sein Pass auf Jansen, der in der 54. Minute das 1:1 erzielten konnte, war einfach nur klasse – ein Zuckerpass eben. Und: Ze Roberto legte dann auch eine deutlich bessere zweite Halbzeit hin.

Nebenmann Heiko Westermann spulte ein immenses Pensum herunter, gewann viele Zweikämpfe, erkämpfte sich etliche Bälle – wenn er dann die Ruhe bewahren würde, dann wäre er wahrscheinlich Weltklasse. Aber Westermann und das Abspiel, das ist ein ganz besonderes Kapitel, daran wird noch viel zu arbeiten sein, das wird auch noch so manchem HSV-Trainer graue Haare einbringen. Dennoch: Westermann ist ein vorbildlicher Kapitän und eine Stütze in diesem Team.

Was ich über Trochowski wahrscheinlich nie mehr schreiben werde. „Troche“ war bemüht, er lief viel, wollte ganz offenbar die Gunst der Stunde (und der unerwarteten Chance) nutzen – aber er war dabei ganz offensichtlich übermotiviert. Deswegen kappte nichts. Völlig berechtigt deshalb seine Auswechslung zur Pause, als Änis Ben-Hatira für ihn kam.

Links, wie gesagt, gelang Jansen deutlich mehr – und er schoss sogar sein erstes Saisontor. Mit rechts! Lohn für eine läuferisch gute Vorstellung. Läuferisch stark war auch Paolo Guerrero, der mir in Sachen Einstellung wirklich großartig gefiel. Paolo der Kämpfer. Er hat es offenbar kapiert, wie es zu gehen scheint. Wobei mir auch imponierte, dass er bewundernswert gelassen blieb, wenn er oftmals (ohne Pfiff) zu Boden befördert worden war. Eigentlich kennen wir ihn ganz anders, aber offenbar hat sich der Peruaner jetzt auch besser im Griff. Sein Stürmerkollege Mladen Petric versuchte auch immer viel (auch einige Male etwas zu egoistisch), wobei es oftmals nur bei diesen Versuchen blieb – der Kroate blieb blass. Ähnlich wie Ben-Hatira, der ein wenig zu „hippelig“ wirkte. Der Deutsch-Tunesier muss ganz einfach (wenn es denn so einfach wäre) abgeklärter werden – aber er ist ja noch jung und lernfähig.

In der 73. Minute brachte Veh für den ausgelaugten und glücklosen Guerrero Ruud van Nistelrooy. Der Niederländer aber hatte keine Szene mehr – außer nach einem Eckstoß, als er den Ball aus dem Gedränge heraus mit dem Arm Richtung Tor befördert hatte – Keeper Sippel hielt glänzend.

Schlusswort von Mladen Petric: “Wir wollten hier gewinnen, aber auch mit diesem Unentschieden ist noch nichts verloren für uns.”

17.26 Uhr

“Drei Spiele zeigen, wohin der Weg geht”

25. Februar 2011

Es war ein 0:0 der besseren Art. Weil sich alle, fast alle Spieler gut bewegt haben. Im heutigen Abschlusstraining. Da spielte das A-Team gegen die Reservisten, und trotz dieser Nullnummer gab es reichlich Aktion. Das lässt darauf hoffen, dass es morgen, auf dem Betzenberg, eine ähnlich engagierte Leistung gegen den abstiegsgefährdeten Aufsteiger 1. FC Kaiserlautern zu sehen gibt. Vom HSV. Natürlich. Die Pfälzer, denen das Wasser bis zum Halse steht, werden ohnehin kämpfen bis zum Umfallen. Es wird übrigens bei der Aufstellung bleiben, die ich gestern schon schrieb: Rost; Demel, Kacar, Mathijsen, Aogo; Westermann, Ze Roberto; Trochowski, Jansen; Guerrero, Petric. Schiedsrichter wird Dr. Felix Brych sein, und darauf werde ich später noch einmal zurückkommen.

Vielleicht kratzt der HSV ja doch noch, bevor alles zu spät ist, die Kurve. Soll heißen: Es sind alle Spieler fit, es wird gut trainiert, es herrscht Leben in der Bude, es wird konzentriert „gearbeitet“, trotz allem sieht man den einen oder anderen Spieler gelegentlich lächeln, sieht man Spieler, die sich intensiv unterhalten, die sich mitunter auch nach guten Aktionen abklatschen. Das sah im Herbst noch ganz anders, sehr viel trüber aus. Irgendwie scheint sich die Mannschaft am eigenen Zopfe aus dem Sumpf zu ziehen – gerade noch rechtzeitig. Wobei ich ja eine gewisse Theorie habe, warum das so ist. Ich mache das an einem Mann fest, den ich zwar einmal ganz kurz kennen gelernt habe, von dem ich aber ansonsten nicht viel, nein, eher gar nichts weiß: Günter Kern. Seit sich der neue Mann an der Seite von Chef-Coach Armin Veh in Dubai um die Kondition der Mannschaft „gekümmert“ hat, geht es (meines Wissens) bergauf. Der Trainer hatte die Zügel angezogen, und noch heute loben ihn die Profis dafür. Gestern sagte Heiko Westermann: „Wir sind jetzt fitter.“ Und heute lobte Marcell Jansen: „Ich finde es gut, dass das Trainingsniveau insgesamt gestiegen ist. Man kann zwar nicht nur auf Leistung im Training setzen, es wird immer Spieler geben, die spielen müssen, aber wer im Training seine Top-Leistung bringt, der wird auch spielen und seine Chance bekommen.“ Wie wahr. Piotr Trochowski ist nun das beste Beispiel.

Es wird meiner Ansicht nach intensiver im Training gearbeitet. Und das zahlt sich jetzt aus. Hoffentlich auch in der Pfalz. Beim heutigen Training sah übrigens der ehemalige HSV-Profi Stefan Böger zu. Der ehemalige Linksverteidiger ist heute Nachwuchstrainer beim DFB und sagte mir: „Wenn ich mal in Hamburg bin, dann schaue ich auch gerne mal beim HSV vorbei. Und ein Abschlusstraining ist immer etwas Besonderes, das machen viele Trainer total anders als andere Kollegen – ich halte das für sehr aufschlussreich.“ Dann sprachen wir über seine Zeit als Profi. Ich sagte ihm: „Ich habe das Gefühl, dass heute weniger hart trainiert wird, als damals. Der letzte Schleifer, der hier in Hamburg am Werk war, ist Felix Magath.“ Darauf Böger: „Es mag etwas dran sein, dass früher härter trainiert wurde.“ Und: „Unter Frank Pagelsdorf wurde auch tüchtig geackert, er war der erste Trainer, der auch mal über zwei Stunden ging.“

Pagelsdorf ist allerdings ja auch schon eine ganze Weile her.

Günter Kern aber hat die Zeichen der Zeit wohl erkannt (natürlich auch in Abstimmung mit dem Chef-Trainer), er hat die Spieler während der Vorbereitungsphase so richtig schön „lang gemacht“ – und erntet heute die Bewunderung der Profis dafür. Kompliment, Herr Kern. Kraft, Kondition und Konzentration sind das A und O im Fußball, und davon profitiert der HSV ganz offensichtlich in dieser Phase. Und das ist auch dringend erforderlich, denn anders als die Alt-Herren-Truppe von Werder Bremen werden die Lauterer den Hamburgern alles abverlangen. Das weiß auch Marcell Jansen: „Das wir ein ganz anderes Kaliber, als zuletzt gegen Bremen. Allein schon von der Einstellung her. Wir werden eine höhere Laufbereitschaft aufbringen müssen, wir werden den Kampf annehmen müssen – die Lauterer brennen ganz anders.“ Jansen weiter: „Unsere spielerische Klasse kommt erst dann zum Tragen, wenn wir den Kampf vorher angenommen haben. Ansonsten ist spielerische Klasse total unnütz und wird uns nichts bringen.“

Ihr werdet Euch mit Wehmut erinnern: Wie oft wurde in der Vergangenheit beim HSV davon gesprochen, nun, nach ein, zwei Siegen, endlich eine Siegesserie zu starten. Auch Jansen spricht diesen wunden Punkt an und sagt: „Wir haben zwei Jahre lang davon gesprochen, immer wieder, aber es ist uns nie gelungen. Jetzt könnten wir wieder eine Serie starten, und ich glaube auch, dass wir gute Chancen hätten, dass es uns diesmal gelingt.“ Die HSV-Hoffnung stirbt eben auch zuletzt. Jansen: „Die nächsten drei Spiele werden zeigen, wohin unser Weg geht, wir brauchen dazu mindestens sechs Punkte.“ Es geht, das noch zur Erinnerung, gegen Kaiserslautern, Mainz und Bayern München.

Zum Dauer-Thema Trainer (Bleibt Veh, muss er gehen?) hat Marcell Jansen eine ganz eigene Meinung: „Seit zwei Jahren gibt es beim HSV ständig Unruhe, weil wir als Mannschaft nicht die entscheidenden Zeichen setzen. Die müssen wir aber nun setzen, denn die Trainer, die ich hier hatte, haben nichts damit zu tun, dass die Mannschaft nie das erreicht hat, was man von ihr erwartet hat.“ Dafür waren in erster Linie die Spieler verantwortlich (Jansen: „Wir haben es nie geschafft, alles aus uns heraus zu holen“) , doch die scheinen die Gefahr endlich erkannt zu haben – und bewegen sich nun offenbar in die richtige Richtung.

Auch weil es Zeit wurde. Weiß auch Uwe Seeler, der heute für „Sport1“ ein sehr deutliches Interview gegeben hat. „Uns Uwe“ sagte dabei über den Ist-Zustand seines Vereins: „„Es wird hier gesprochen und da gesprochen. Die Unruhe beim HSV ist schon beängstigend. Wenn man wirklich im Verein etwas leisten und Erfolg haben will, dann muss man auf dem Platz eine Einheit haben – aber auch dahinter. Das heißt, dass man gemeinsam arbeitet und nicht gegeneinander. Man muss zukünftig bedacht und rechtzeitig Entscheidungen treffen, damit auch in den Medien Ruhe ist und die Mannschaft sich auf die restlichen Spiele zu 100 Prozent vorbereiten kann.“

Über den zukünftigen HSV-Sportdirektor Frank Arnesen befand Seeler: „Ich weiß, dass er ein guter Fußballer war, ich weiß, dass er auch im internationalen Fußball sehr viel Erfahrung hat. Ich glaube, die Entscheidung ist sehr gut, aber die Baustellen beim HSV sind so groß, da hat er harte Arbeit vor sich. Deswegen muss man ihn unterstützen und mit den richtigen Leuten helfen.“

Auf die Frage, was der HSV in dieser Saison noch erreichen könne, sagte Uwe Seeler: „Trotz der ganzen Unruhen habe ich schon vor Wochen gesagt – bei der Situation in der Bundesliga ist es mit unserem Potenzial ja an und für sich leicht, auch noch die Europa League zu erreichen. Ich bin auch davon überzeugt, dass wir Vierter oder Fünfter werden können. Wenn die Mannschaft und der Trainer einig sind und unabhängig davon, was im Verein passiert, marschieren wollen, dann bin ich guten Mutes.“
Über den HSV-Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann befand das Mittelstürmer-Idol: „Die Meinung haben ja auch andere, dass er sich im Sport raushalten sollte. Er ist ein exzellenter Kaufmann – aber in sportlichen Dingen hätte er sich besser rausgehalten, dann hätte er die Probleme, die er jetzt hat, nicht.”

Auf die Nachfrage, was er mit den „Baustellen“ im Verein meine, sagte Uwe Seeler: „Ich meine den gesamten HSV. Ich glaube, da muss man alles neu koordinieren. Das fängt in der Jugend an und geht bis oben hin. Man muss genau wissen, wie man im Verein marschiert und was man will.“

Letzteres aber dürfte sich nun allmählich herauskristallisieren. Was durch die Verpflichtung von Frank Arnesen ja auch deutlich sichtbar wird. Der neue Sportchef wird dem HSV auch schon jetzt, wo der Däne noch für den FC Chelsea arbeitet, gut tun, denn alle Spieler müssen sich nun zeigen und beweisen, dass sie hier beim und für den HSV genau richtig sind. Alle werden sich anstrengen, um diesen Sommer zu „überleben“ (in Hamburg). Dass Arnesen allerdings einen Mann wie Nicklas Bendtner (Arsenal) mit zum HSV bringen wird, das halte ich dann doch für (absolut) utopisch. Der Däne hat einen Marktwert von rund neun Millionen Euro, wer soll das bezahlen? Der HSV jedenfalls nicht, und das kann ich jedem nur glaubhaft versichern. Aber vielleicht bringt Arnesen ja aber auch einen ganz anderen Mann mit, von seinem jetzigen Klub: Roman Abramowitsch. Nur her, mit diesem Mann. Im Zusammenspiel mit dem Herrn Kühne könnte tatsächlich auch ein Mann wie Bendtner „angegriffen“ werden.

Vorerst aber muss sich der mit jenem Personal begnügen, das jetzt zur Verfügung steht. Und dazu gehört auch Paolo Guerrero, der zurzeit einen Ruud van Nistelrooy auf die Bank verdrängt hat. Wo ich gerade dabei bin: „RvN“ trainiert in diesen Tagen ein wenig mit „gebremsten Schaum“, er fällt nicht groß auf – und bietet sich auch nicht für einen Platz in der Startformation an. Ähnlich ist es bei Eljero Elia, der es wieder nicht einmal in den Kader für Kaiserslautern geschafft hat. Im Gegensatz zu Guerrero, dem seit Wochen sehr gute und konstante Trainingsleistungen zu bescheinigen sind. Der Peruaner träumt immer noch davon, dass er es in dieser Saison (bei vier Treffern zurzeit) noch auf zehn Tore und mehr bringen kann.

Das halte ich kaum noch für möglich, immerhin aber wirkt auch Guerrero fitter und engagierter. Er gibt zu: „Ich bin nach meinem Kreuzbandriss nie in den gewünschten Rhythmus gekommen, ich war einfach in keiner guten körperlichen Verfassung.“ Der Kreuzbandriss, sagt Guerrero, habe ihn „kaputt gemacht“, aber nun ist er wieder da. Er sagt: „Ich habe über mich nachgedacht, ich habe mit meiner schweren Verletzung gemerkt, dass innerhalb von einer Sekunde alles vorbei sein kann. Nun denke ich, dass ich erwachsener geworden bin, ich habe gelernt.“

Ihm, dem HSV und den Fans ist zu wünschen, dass dieser Aufwärtstrend auch in Kaiserslautern anhält. Und darüber hinaus auch noch Wochen und Monate. Weiter so, Paolo!

Und, um wie versprochen noch einmal auf Schiedsrichter Dr. Brych zu kommen: Guerrero hat bislang acht Spiele unter seiner Regie bestritten, dabei sieben Tore erzielen können. Wenn das kein gutes Omen ist . . .

18.58 Uhr

Westermann: “Mit Erfolg läuft es immer besser”

24. Februar 2011

Der HSV ist mal wieder dran. Nicht mal wieder dran zu verlieren, sondern mit einem Sieg die Ambitionen auf einen internationalen Startplatz zu untermauern. Und was war in der Vergangenheit, wenn der HSV mal wieder ganz nah dran war? Genau. Nürnberg und St. Pauli lassen grüßen. Jetzt, vor dem Gastspiel beim 1. FC Kaiserslautern, ist der HSV wieder mal dran – und deswegen wäre ein Auswärtssieg auch endlich einmal die passende Antwort. Obwohl Kapitän Heiko Westermann schon relativierte: „Ich habe bei den beiden Niederlagen in der Rückrunde nicht gesehen, dass wir eingebrochen wären. Das sind wir nämlich nicht. Wir werden sicher nicht alle Spiele gewinnen, aber wir werden mit diesem Zusammenhalt überwiegend die meisten Spiele gewinnen, und dann bin ich davon überzeugt, dass wir am Ende doch Platz fünf erreichen. Und ein Sieg auf dem Betzenberg würde für uns ein enormer Schritt nach vorne sein.“

Würde. Aber ist es gerade in diesen Tagen nicht für einen Auswärtssieg doch ein wenig zu unruhig? Die T-Frage steht immer mehr im Mittelpunkt des Interesses, und so etwas könnte letztlich auch die Mannschaft beschäftigen und in ihrem Spiel beeinträchtigen. Was wird aus Armin Veh? Viele hatten ja erwartungsfroh gehofft, dass der Trainer sich heute erklären würde, aber das geschah nicht. Obwohl Veh (natürlich) nach seiner sportlichen Zukunft befragt worden ist. Weil er ja öffentlich erklärt hatte, dass er „keine Lust mehr auf diese Eierei“ habe. Heute sagte Armin Veh vielsagend: „Man muss immer im Gespräch sein, das habe ich anscheinend geschafft. Na ja, dass ich immer das erfahre, was andere schon wissen – das ist ja auch schön.“ Weiter führte der Coach aus: „So, wie es zurzeit ist, so habe ich es gestern gesagt. Es ist noch nichts entschieden.“ Und: „Wir könnten mit den Gesprächen natürlich noch warten bis Mai . . . Aber wir werden in der nächsten Zeit, zeitnah, Gespräche führen, und dann werden wir mal sehen, was dabei rauskommt.“

Die Zukunft des Trainers bleibt also ungewiss. Wird dieses Vakuum aber der Mannschaft gut tun? Heiko Westermann sagt diplomatisch: „Herr Veh ist auf jeden Fall noch bis Juli hier, wir bleiben alle noch bis Juli zusammen, von daher werden wir alle Gas geben bis Juli, und dann werden wir sehen, was dabei rauskommt.“ So ist es doch. Profihaft auf jeden Fall. Zu einem eventuellen Verbleib des Trainers sagt Heiko Westermann noch: „Nicht nur ich interessiere mich dafür, ob der Coach bleibt, das möchte doch jeder wissen. Es wäre schon wichtig, da eine gewisse Kontinuität hinein zu kriegen – die Philosophie, dass man auf dieser Position mehrere Jahre Kontinuität hat, und dann denke ich schon, dass wir dann Erfolg haben.“ Alles hängt letztlich vom Erfolg ab, und den sieht Westermann jetzt.

Aber egal wie es mit Armin Veh weitergehen oder auch ausgehen wird, es scheint doch so, dass beim HSV keine Ruhe einkehren wird. Um es mit „Lotto King Karl“ zu sagen (so ein Lied von ihm): „Irgendwas ist ja immer . . .“ Und Ruhe? Zu diesem Thema hat selbst Westermann seine eigene Meinung: „Was heißt Ruhe? Beim HSV ist, seit ich hier bin, noch keine Ruhe eingekehrt. Wir konzentrieren uns aber auf unsere Sachen, wir denken von Spiel zu Spiel – alles andere können wir ohnehin nicht beeinflussen.“

Was aber beeinflusst werden kann, das ist die Leistung, die in den Spielen abgerufen wird. Und das sah zuletzt stabiler und konzentrierter aus – trotz der zwei Niederlagen. Wie es scheint, gibt es auch ein Umdenken innerhalb der Mannschaft, es sieht allmählich doch so aus, als dass aus diesem Kader doch noch eine Einheit werden könnte. Was auch Westermann so sieht, denn er sagt: „Ich habe das Gefühl, dass es seit der Rückrunde anders läuft bei uns als zuvor. Man sieht ja auch daran, dass wir oft ohne Gegentore geblieben sind, dass das der Schlüssel für unseren Erfolg ist. Wir stehen hinten gut, und vorne können wir immer unser Tor machen.“ Und zur mannschaftlichen Geschlossenheit? Westermann: „Ich denke, dass wir im taktischen Bereich einen Schritt weiter sind. Jeder weiß, was er zu tun hat, die Aufgabenverteilung stimmt.“ Und der zwischenmenschliche Bereich? Der Kapitän: „Da hatten wir nie Probleme.“

Das kann man so oder auch so sehen. Viele haben es so gesehen, dass sich diese Mannschaft einfach gewehrt hat, eine Mannschaft zu werden. Und das haben auch Spieler oft genug so gesehen und gesagt. Wenn Heiko Westermann es nun anders sieht (und sagt), dann mag das auch damit zusammenhängen, dass er keinen Blick mehr zurück werfen möchte. Schnee von gestern. Seine Erklärung für die Mannschaft als Mannschaft: „Es kommt natürlich hinzu, dass es Erfolge gibt. Und hat man Erfolge, dann läuft es immer besser, dann wird auch das Verhältnis untereinander besser.“

Genau das ist dann (oder jetzt) in den Spielen erkennbar. Die HSV-Mannschaft arbeitet jetzt konzentrierter und disziplinierter nach hinten. Westermann: „Jetzt sind bei uns fast alle Spieler fit, wir haben ziemlich hart trainiert, wir sind fitter, wir können diese langen Wege auch machen, wir sind taktisch besser drauf, weil alle da sind – das ist das Wichtigste. In der Vorrunde haben wir oft versucht, klein-klein gespielt, da haben wir oft die Gegentore gefangen – das machen wir nun nicht mehr.“ Und: „Man sieht in der Bundesliga doch immer mehr, dass je besser man umschaltet, desto besser ist man. Das machen wir zurzeit gut, deswegen holen wir nun unsere Punkte.“

Heiko Westermann hat ja bekanntlich David Jarolim nun bereits zum zweiten Mal verdrängt. Erst als Kapitän, nun auf der Sechs. Westermanns Kommentar: „Wir sitzen alle in einem Boot, es ist die Entscheidung des Trainers, und ich versuche, auf dieser Position so gut wie möglich zu spielen. Und wenn es für die Mannschaft das Beste ist, dass ich dort spiele, dann soll es eben so sein.“ Generell befindet er: „Ich möchte zentral spielen, dass kann ich als Innenverteidiger und auf der Sechs. Beide Positionen sind artverwandt.“ Abschließend sagt der ehemalige Schalker: „Wichtig ist doch, dass wir alle zusammenhalten, und das es keinen Riss in der Mannschaft gibt.“ Das scheint im Moment noch so zu sein.

Zum Kaiserslautern-Spiel wird Armin Veh wohl seine Mannschaft personell (gegenüber dem 4:0 gegen Werder) verändern. Links ist Marcell Jansen angedacht, rechts Piotr Trochowski. Letzterer wird viele (hier, bei Matz ab, wohl 50 Prozent) überraschen. Veh über „Troche“: „Auf der Sechs ist es ganz einfach schwer, da jetzt ja noch Westermann dazu gekommen ist, zu David Jarolim und Ze Roberto. Und auf der Zehn ist es so, dass wir da ja mit einem zweiten Stürmer spielen. Dann bleibt eigentlich nur die Außenposition, die ja nicht unbedingt seine Position ist.“ Dann sagt Veh aber noch: „Was Troche aber immer macht, und ich habe es nicht einmal umgekehrt erlebt, er gibt niemals auf, er lässt es auch nie ruhiger angehen. Er ist fleißig, und wenn einer fleißig ist, dann ist er bei mir auch nicht weg. Deshalb kann es am Sonnabend durchaus sein, dass er von Anfang an spielt.“ Ein Hammer. Mit Piotr Trochowski gegen Kaiserslautern?! Veh: „Wenn ich ihn aufstelle, dann weiß ich, dass er sich reinhängt, dass er nicht aufgibt – das gefällt mir. Das ist der Unterschied zu dem einen oder dem anderen. Wenn einer sich im Training aber so anbietet, dann hat er bei mir immer eine Chance.“

Eljero Elia zum Beispiel hat im Moment nicht die besten Chancen. Es ist aber schon komisch zu sehen, wie Elia, Jarolim oder auch Ruud van Nistelrooy zu den Reservisten gehen, wenn die Mannschaft, so wie heute, getrennt wird. Dabei bin ich noch kurz im Training. Bei der heutigen Einheit wurde viel geflankt und geköpft. Das sah u. a. so aus: Ein Tor stand da, wo es immer steht (auf der Torauslinie), das andere stand gegenüber auf der Strafraumlinie. Gehütet von Frank Rost und Jaroslav Drobny. Im Feld (im dann nur noch kleinen Feld) standen sich mal jeweils fünf und auch später jeweils vier Spieler gegenüber. Von den Außenpositionen flankten Marcell Jansen, Jonathan Pitroipa, Trochowski und Elia. Mein Eindruck: Obwohl es Plustemperaturen gab, fröstelte es einigen doch sehr. Man glaubt ja gar nicht, wie schlecht auch Profi-Fußballer flanken können. Vornehmlich Elia und auch Jansen. Pitroipa war ganz gut, der Nationalspieler a. D. namens T. auch . . . In der Mitte wurden dann nach Herzenslust geköpft, es gab luftige Duelle noch und nöcher. Wobei mir Mladen Petric am besten gefiel. Viel Lob heimste auch Muhamed Besic ein – von Rost nämlich. Die Kopfbälle des Nachwuchsspielers sahen teilweise sehr gut aus.

Kurz vor Ende der Einheit spielten dann noch einmal sieben gegen vier. Die vier: Guy Demel, Gojko Kacar, Joris Mathijsen und Dennis Aogo. Die sieben: Ze Roberto, Westermann, Pitroipa, Jansen, Trochowski, Petric und Guerrero. Und zehn Minuten vor dem Ende wurden dann noch Flanken von links und rechts vor das Tor gebracht – und Schluss.

17.29 Uhr

Arnesen im Gespräch: “Wir müssen intelligenter sein”

23. Februar 2011

++++++So, dann waren wir doch etwas schneller durch, als gedacht. Ich hoffe, es stört niemanden ;-)+++++++

Der Trouble schien Morten Nissen nicht wirklich geheuer zu sein. Eigentlich hatte der Organisator des Wirtschaftsvereins „Boblernes Ehrverv Support“ eine sehr informative, aber auch im sehr überschaubaren Kreis gehaltene Info-Veranstaltung erwartet. „Wir planen solche Veranstaltungen für unsere Partner alle zwei, drei Jahre. Zuletzt war Flemming Ostergaard, Präsident des FC Kopenhagen Gastredner. Da war es ruhig.“ Im Gegensatz zur diesjährigen Veranstaltung, zu der niemand geringeres als Frank Arnesen eingeladen wurde. „Dass er dann so kurz vor der Veranstaltung für den HSV verpflichtet wurde, konnten wir zuerst gar nicht glauben.“ Aber es wertete die Veranstaltung, zu der nach der PK noch 450 honorige Geschäftsleute in das Hotel Comwell in Sonderborg geladen waren, deutlich auf.

Das wiederum lag an dem durchaus imponierenden Auftreten Arnesens. Der dänische Sportchef des FC Chelsea und designierte Sportliche Leiter des HSV zeigte sich völlig entspannt. Adrett im dunkelblauen Anzug und mit einer dunkelblau-schwarzen Krawatte gekleidet, stellte er sich uns sogar noch vor Beginn der Veranstaltung. Wir wollten wissen, ob er inzwischen Kontakt zu HSV-Trainer Armin Veh aufgenommen hat. „Nein“, so die kurze Antwort, „ich möchte die in Hamburg arbeitenden Leute nicht unnötig beunruhigen. Ich habe noch einen Vertrag bis zum 30. Juni beim FC Chelsea. Ich habe ein gutes Verhältnis zu den Leuten dort, insbesondere zu Roman Abramowitsch.“ Dies wolle er nicht mit despektierlichem Verhalten gefährden.

Arnesen hat Stil. Nicht nur bei der Kleidungswahl. Wird der dänische Ex-Nationalspieler (sang übrigens das WM-Lied „vi er roede, vi er vide“ der Dänen bei der WM 1986 in Mexiko) gefragt, antwortet er der Person, ohne sie dabei aus dem Blick zu verlieren. Und er antwortet lang, sehr ausführlich. Den dänischen Kollegen erklärte er ausführlich, warum sein FC Chelsea am Dienstag gegen den FC Kopenhagen gewonnen hatte. Und er erklärte, was ihn zu einem Wechsel von einem Milliardenklub wie dem FC Chelsea nach Hamburg zum HSV bewegen konnte. „Finanziell wird es wohl ein bisschen anders“, lachte Arnesen und fügte hinzu: „Ich habe zehn Jahre lang beim PSV Eindhoven gearbeitet, wo wir finanzielle ähnlich situiert waren. Damals mussten wir einfach investigativer arbeiten, intelligenter sein als andere. Und das ist eine riesige Herausforderung. Auch dann beim HSV.“

Dann beim HSV. Arnesen ließ keine Gelegenheit aus, deutlich zu machen, dass er erst ab Juli für den HSV aktiv wird. Wer jetzt die nötigen Entscheidungen trifft? Immerhin 20 Spieler- und ein Trainervertrag gilt es zu verlängern oder eben zu beenden. „Ich bin zu 100 Prozent für Chelsea unterwegs und habe den HSV im Hinterkopf. Ich telefoniere sicherlich auch mit Hamburg. Aber Hamburg hat bislang immer wieder ohne Frank Arnesen funktioniert – und das wird der Klub auch in dieser kurzen Zeit schaffen.“

Selbst die Stadt kennt Arnesen nach eigener Aussage nur von dem kurzen Testspieltrip des FC im Sommer. „Aber mein Freund Sören Lerby hat mir sehr viel über die Stadt erzählt. Meine Frau liebt London. Da ist es kein riesiger Schritt gewesen, sie zu überzeugen.“ Insgesamt sieht Arnesen sogar in dem Umfeld des HSV dessen größtes Kapital. „Wir müssen einen guten Plan haben, um gute Leute zu bekommen. Dabei können wir – ähnlich wie im schönen Londoner Stadtteil Chelsea – mit einer tollen Stadt und einem sehr schönen Wohnumfeld punkten. Dazu das Stadion – das ist fantastisch. Und die Fans sind es auch. Wir haben einen Zuschauerschnitt von 55000 und eine Top-Mannschaft.“

Zudem sei der sportliche Reiz der Bundesliga für ihn ein ganz wichtiges Argument gewesen. „Das alles ist mit Englischen Verhältnissen gleichzusetzen. Deutschland hat zusammen mit England die beste Infrastruktur für Fußball. Spätestens seit der WM 2006 und den Bau der tollen Stadien.“ Nach dem Scherz, dass Deutschland nach Dänemark, Belgien, den Niederlanden, Spanien und England eines der letzten Länder sei, in dem er noch nicht gearbeitet habe, lobt er die sportliche Qualität: „In der Bundesliga spielen immer gleich zehn bis zwölf Klubs um die Spitze, das macht den Wettbewerb besonders spannen. Wie spannend erkennt man schon daran, dass in den letzten Jahren Wolfsburg, Stuttgart, Bayern München und aktuell der BVB ganz oben stehen. In den anderen großen Ligen wie England sind es drei, vier Teams, die um den Titel spielen. In Deutschland ist das immer ziemlich offen.“

Dass es trotz lukrativer Angeote von Real Madrid und Scheichklub Manchester City letztlich der HSV wurde, für den sich Arnesen entschied, erklärt der vierfache Vater auch mit der großen Vergangenheit. In seiner aktiven Zeit bei Ajax Amsterdam erlebte er die erfolgreichste Ära der Hamburger. Und er war begeistert: „Namen wie Kaltz, Hrubesch, Magath und Kevin Keegan waren damals riesig. Der HSV stand zweimal im internationalen Endspiel. Der HSV war immer ein ganz großer Verein. Und jetzt müssen wir alle gemeinsam dafür sorgen, dass wir wieder das Beste erreichen.“ Wobei Arnesen insbesondere den Teamgeistgedanken hervorhebt. „Wir müssen alle zusammenarbeiten, anders gibt es keinen Erfolg. Jetzt müssen wir alle wider dafür sorgen, aus diesem Verein wieder etwas Großes zu machen. Nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch im Nachwuchsbereich und im Scouting. Ich erwarte von meinem Mitarbeiterstab Zusammenhalt, dass alle für die gemeinsame Sache auftreten.“ Dass der in Titeln gerechnet schon eine ziemlich lange Zeit beim HSV ausgeblieben ist, stört Arnesen nicht – es motiviert ihn: „Ich kann mich durch Niederlagen richtig gut entwickeln, weil ich da vor Augen geführt bekomme, was ich alles falsch und dementsprechend besser machen muss. Und das gilt auch für jeden einzelnen im Klub.“ Arnesens Arbeitsmotto: „Mit Emotion dabei sein, aber niemals aus einer Emotion heraus entscheiden.“

Wie genau er das beim HSV umsetzen will und welche seine erste Baustelle sei, wollte Arnesen nicht beantworten. Er könne es auch gar nicht. Stichwort Chelsea, Vertrag und so… Sein Ziel sei es, ein gutes Team auf und neben dem Platz aufzustellen. Dass es passieren könnte, dass sein Mentor und Fürsprecher im Klub, Vorstandsboss Bernd Hoffmann, über dessen Verbleib in den nächsten Monaten vom Aufsichtsrat entschieden wird, dann schon nicht mehr zum Team gehört, wollte Arnesen nicht kommentieren. „Das ist Sache des Klubs.“

Und der trainierte heute. Wie Ihr Euch sicher denken könnt, war ich durch meinen Dänemark-Trip nicht am Stadion. Aber, mein Abendblatt-Kollege Florian Heil sowie Benno Hafas konnten mir einige Eindrücke schildern. So ließ Trainer Armin Veh einem kurzen Aufwärmprogramm mit Kreisspiel ein langes Spiel über den kompletten Platz folgen. Elf gegen elf. Und A- gegen B-Elf, wobei Jansen gegenüber dem Bremen-Spiel Heung Min Son ersetzte. Endergebnis: 6:0! Für die A-Elf. Mladen Petric und Paolo Guerrero doppelt sowie Jansen und Zé Roberto trafen in einer höchst einseitigen Partie. Dabei hatte die B-Elf absolut keine Chance. Auffällig schwach hierbei: Ruud van Nistelrooy. Der Niederländer befindet sich noch immer in einem Formtief.

Ebenfalls auffällig war heute David Jarolim. Nachdem sich der Tscheche über einen Zweikampf, den der frustrierte Mittelfeldspieler im Gegensatz zum Trainer als Foul wertete, bei eben selbigem beschwerte, platzte es aus Veh heraus: „Wenn das hier so weitergeht, ist hier gleich Feierabend.“ Worte, die an Jarolim gerichtet waren, für alle gelten sollten und symptomatisch für Vehs Stimmung. Die ist trotz des 4:0 im Derby gegen Bremen (Arnesen: „Das war doch schon richtig gut“) diplomatisch gesagt bescheiden. Ich bi n gespannt, ob der Trainer, der für die nahe Zukunft ein klares Statement seinerseits angekündigt hat, vielleicht schon heute in der turnusmäßigen Pressekonferenz des HSV (wird auch hier wieder in kompletter Länge zu sehen sein) zu seiner Zukunft äußert. Nicht wenige rechnen weiterhin damit, dass er trotz der Ankündigungen von Noch-Sportchef Bastian Reinhardt, im März würde eine Entscheidung fallen, dem Ganzen vorgreift.

In diesem Sinne, se dig i morgen! Bis morgen!

20.30 Uhr

Euer Scholle

P.S.: Trainiert wird morgen um 15 Uhr an der Imtech-Arena.

Habt bitte Geduld, neuer Blog kommt um 21 Uhr

23. Februar 2011

Liebe Matz-Ab-Blogger, ich wollte Euch nur kurz mitteilen, dass ich mich heute aus verschiedenen Gründen erst etwas später bei Euch melden kann, genauer gesagt gegen 21 Uhr. Habt bis dahin bitte noch ein wenig Geduld!

Bis gleich!

Veh: “Ich habe keine Lust mehr auf diese Eierei”

22. Februar 2011

Wenn wir Journalisten am Abend vorher oder vormittags den bevorstehenden Tag planen, dürfen wir beim HSV Wünsche äußern, mit wem wir gern sprechen würden. Und so engagiert Klubsprecher Jörn Wolf unseren Wünschen auch nachgeht, eine für alle hundertprozentig zufriedenstellende Lösung ist selbst für ihn selten machbar.

Außer heute.

Da hatten wahrscheinlich alle den Wunsch mit Bastian Reinhardt und Armin Veh zu sprechen. Die beiden, deren Positionen unmittelbar mit dem Gusto des am Wochenende präsentierten neuen Sportchefs Frank Arnesen hängen. Würde Reinhardt in die zweite Reihe rücken oder gar hinschmeißen? Was passiert mit Armin Veh? Plant Arnesen mit dem Trainer oder hat er, wie zu hören war, seinen eigenen Spezi, den er gern installieren würde? Zuletzt war von Arnesen zu lesen, er würde beispielsweise besonders gut mit Michael Laudrup, derzeit Trainer bei RCD Mallorca, verstehen.

Fragen, die offensichtlich auch Veh lieber jetzt als gleich beantwortet wissen möchte. „Ich habe keine Lust mehr auf diese Eierei. Dafür bin ich alt genug.“ Veh macht wie immer keinen Bogen um das, was er (sagen) will. Ihm geht es darum, seinen Vertrag, der von ihm wie vom Verein zum 31. Mai hin gekündigt werden kann, zu verlängern oder die Zusammenarbeit zu beenden. Und jetzt, wo der HSV seinen sportlichen Verantwortlichen nach viel Hin und Her gefunden hat, scheint ihm dafür der richtige Moment. Wäre da nicht das Problem, dass sich Veh noch nicht mit Arnesen unterhalten hat. „Ich habe von ihm gehört, über ihn gelesen“, sagt Veh und lobt die Kompetenz Arnesens als Gewinn für den HSV, „aber ein Gespräch hat es bislang nicht gegeben.“ Ob es noch eines geben wird? Veh zuckt mit den Schultern, macht lieber einen Scherz: „Wahrscheinlich hat er angerufen – aber ich gehe nie ran, wenn ich die Nummer nicht kenne.“

Äußerungen, bei denen Veh’s zuletzt oft durchschimmernder Frust mal wieder deutlich wird. Der Trainer scheint unzufrieden damit, dass er trotz fünf Siegen aus den letzten sieben Spielen in Hamburg noch keine ungeteilte Rückendeckung erhält. Intern soll man vor Arnesens Verpflichtung immer auf Zeit gespielt haben, weil man wusste, dass es einen neuen Sportchef geben würde. Für Veh offenbar kein Argument: „Ich war schon immer eher ein Entscheider. Ich konnte Dinge immer selbst entscheiden“, polterte er heute, wobei sich genau an diesem Punkt die Aussagen des Vereins und seines Trainers widersprechen. „Wir hatten im Winter eine klare Absprache getroffen. Dabei hatten wir uns darauf geeinigt, uns zu gegebenem Zeitpunkt mit ihm hinzusetzen und eine Entscheidung zu treffen“, berichtet Noch-Vorstand Bastian Reinhardt und stichelt Richtung Veh, der zuletzt keine Gelegenheit ausgelassen hatte, seine Unzufriedenheit über die ausstehende Entscheidung zu verdeutlichen: „Und der Vorstand hält sich an diese Absprache. Mehr gibt es zu diesem Thema nicht zu sagen.“ Nicht? Wann denn der „gegebene Zeitpunkt sei“ wollten wir wissen. „Ende März“, so die Antwort Reinhardts, die Veh‘s Ungeduld ad absurdum führt und mich fragen lässt? Warum ist Veh seit Wochen eindeutig zweideutig, was seine eigene Zukunft betrifft, wenn er doch selbst zusammen mit dem Vorstand Ende März als Termin für eine Entscheidung bestimmt hat?

Dennoch, bei aller Deutlichkeit Reinhardts muss die Frage erlaubt sein, weshalb hier nicht früher Klarheit geschaffen wird. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Herren und die Dame im Vorstand sich erst jetzt anfangen, richtig Gedanken zu machen. Im Gegenteil, ich bin mir ziemlich sicher, dass hier schon eine Entscheidung getroffen wurde, maßgeblich beeinflusst von dem Winter-Theater, als Veh andeutete, nicht mehr weitermachen zu wollen. Warum aber haben die HSV-verantwortlichen ihren Cheftrainer zum Weitermachen überredet, wenn er am Saisonende doch gehen soll? Eine Frage, die mir mit dem motivierenden Umgang Vehs mit der Mannschaft begründet wurde. Veh gilt als ruhiger, autoritärer und dennoch positiver Typ. Selbst die Spieler, die als Härtefälle auf der Bank landen, finden zwar die Entscheidung sch…, nicht aber ihren Übungsleiter. Veh soll sich selbst bei der Verkündung schlechter Nachrichten immer so gut vor der Mannschaft verkauft haben, dass alle Verständnis hatten. Zum (zugegebenermaßen sehr überschaubaren) Teil auch die betroffenen Spieler selbst.

Es deutet weiterhin alles auf ein baldiges Ende hin. Sogar Veh selbst. „Ich werde mich heute zu meiner Zukunft beim HSV erklären, mich aber in naher Zukunft dazu äußern.“ Wann genau er das vorhat: „Sehr zeitnah.“ Das verschmitzte Grinsen und das zwischenzeitliche „Ist ja alles ein Wahnsinn hier“ lassen erahnen, in welche Richtung es gehen wird. Veh scheint sich mit seinem Abgang zu arrangieren, ihm fehlt nur noch der richtige Abgang. Wobei, auch den hat er gefunden: „Wenn wir hier am Ende unter die ersten fünf kommen, bei all den Dingen, die hier passieren, dann wäre das richtig geil. Ich will das!“ Einen Abgang im Konfettiregen…

Aber, auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, kaum einer glaubt daran, dass Veh hier noch bis Saisonende an der Seite steht. Veh selbst hatte vor der Winterpause wiederholt betont, dass ein Trainer, dessen Ende bereits beschlossen ist, Probleme mit der Akzeptanz bei Spielern hätte. Und auch wenn er sich selbst heute aus diesem Beispiel herausstehlen wollte („Ich glaube, dass ich immer was zu sagen hätte in dieser Mannschaft“) wirkte er fast etwas resignierend, als er sagt: „Alles Wahnsinn. Aber es ist wie es ist.“

Und vielleicht ist am Sonnabend schon alles anders. Schlechtes Omen: Mit dem Betzenberg verbindet Veh seine bislang schlimmste fußballerische Erinnerung. Am 6. Oktober 1984 brach er sich als Profi für Borussia Mönchengladbach das Bein und kam als Spieler anschließend nie mehr richtig auf die selbigen. „Das war mein Karriereende als Spieler“, so Veh. Sollte hier auch seine Karriere als Trainer beendet werden? Immerhin hatte Veh zuletzt angekündigt, der HSV sei seine letzte Station als Trainer in der Bundesliga. Reinhardt jedenfalls wirkte heute nicht begeistert über Veh‘s Äußerungen. Eine Niederlage in Lautern, wo Veh als Trainer und Spieler in sechs Spielen noch sieglos ist, würde seine Position auch nach den jüngsten Aussagen in Hamburg zudem nicht stärken.

Und das, obwohl sportlich alles wieder läuft. Zwar hängt die Niederlage gegen Pauli nach wie vor wie eine dunkle Wolke über der Imtech-Arena, aber der Sieg gegen Werder Bremen macht Mut, dass es auch auf dem alten „Betze“ klappen kann. „Wir sind deutlich stabiler geworden“, sagt Veh und bezieht sich darauf, gegen Wolfsburg und St. Pauli wenig bis nichts defensiv zugelassen zu haben und gegen Bremen mit dem ungeheuren Druck sehr gut umgegangen zu sein, dazu sogar wieder ausreichend Torchancen erarbeitet. Zum einen, weil die Defensive mit Westermann, Kacar und Mathijsen neue Stabilität hat. Zum anderen lobte Veh heute explizit Mladen Petric: „Er hat eine Entwicklung genommen, die mir gefällt. Er ist zu 100 Prozent gesetzt.“ Auf der Position dahinter dürfte nach seinen beiden Treffern gegen Werder Guerrero ebenso seinen Platz sicher haben. Schlecht für Ruud van Nistelrooy und Piotr Trochowski. Insbesondere Letztgenannter hat es derzeit besonders schwer, da keine Position für ihn frei zu sein scheint. Hintergrund: Im defensiven Mittelfeld ist Zé Roberto gesetzt, daneben wechseln sich Jarolim und Westermann ab. Auf der Zehnerposition sieht Veh den in Billstedt aufgewachsenen Mittelfeldspieler ebenfalls nicht: „Ich setze auf der Zehn auf einen echten Stürmer.“ Trochowski bleibt nur die Außenbahn. Und die ist sowohl links mit Jansen, Elia und Son sowie rechts mit Pitroipa, Ben-Hatira und letztlich ihm überbesetzt.

Aber, auch wenn mir hier eine Affinität zum dribbelstarken Nationalspieler nachgesagt wird, sein Problem ist eines, das mich positiv stimmt. Ebenso wie das von van Nistelrooy, Elia und allen anderen Reservisten, zeigt es doch, welch Konkurrenzkampf auf hohem Niveau wieder innerhalb der Mannschaft herrscht. Der ist seit Wochen im Training – einzige Ausnahme hierbei ist die Woche nach der Nürnberg-Pleite – zu erkennen. Auch heute, obwohl vormittags Jarolim und Ben-Hatira (Grippe) sowie nachmittags Mathijsen, Zé Roberto (geschont) und weiter Ben-Hatira fehlten. Morgen geht es um 15 Uhr an der Imtech-Arena weiter.

Was die nähere Zukunft für Reinhardt bringt, ist indes offen. Ohne dass es den ehemaligen Abwehrrecken beunruhigt. „Ich hatte ein Gespräch mit Frank Arnesen. So wie ich ihn kennengelernt habe, ist er mir sehr positiv gestimmt. Und ich selbst sehe es als große Chance, hier alles von der Pike auf an zu lernen.“ In welcher Form und mit welchen Aufgaben? „Das ist noch nicht geklärt“, sagt Reinhardt, der trotz seiner Degradierung sehr gefasst wirkt, fast erleichtert. „Ich bin diesmal voll involviert gewesen, was bei der Sammer-Geschichte nicht der Fall war. Ich bin froh, wie der Aufsichtsrat diese Personalie gehändelt hat. Und der Verein hat mit Frank jemanden gefunden, der über ausreichend Erfahrung verfügt, diesen Verein voranzubringen.“ Und eben jemanden, der Reinhardt aus der Schusslinie nimmt. „Das stimmt“, freut sich Reinhardt, „ich habe jetzt die nötige Ruhe, zu lernen.“ Zumindest auf dem Sportchefposten scheint es nur Gewinner zu geben.

In diesem Sinne, bis morgen!

19.15 Uhr

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