Tagesarchiv für den 18. Januar 2011

Aufsichtsräte votieren einstimmig für Sammer

18. Januar 2011

Um 20.44 Uhr wurde die Entscheidung verkündet: Ernst-Otto Rieckhoff wurde mit nur einer Gegenstimme zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt, als erster Stellvertreter wurde Alexander Otto ohne Gegenstimme bestätigt. Der neu in den Rat gewählte Manfred Ertel wurde mit einer Gegenstimme zum zweiten Stellvertreter gewählt. „In diesem neuen Aufsichtsrat herrscht ein konstruktiver Geist, es wurde ein Gefühl der Gemeinschaft entwickelt“, sagte Rieckhoff. „Wir sind guter Dinge, die weiteren Personalien in den kommenden Tagen klären zu können.“ So viel zu den heute eher nebensächlich erscheinenden Themen.

Denn, neuer Sportchef soll Matthias Sammer werden. Das bestätigte jetzt auch der Aufsichtsrat offiziell. Und während die Räte dementierten, heute mit Sammer zusammengesessen zu haben, zeigten sie sich als Gremium geschlossen hinter dem Gedanken, Sammer nach Hamburg lotsen zu wollen. „Wir haben einstimmig entschieden: Falls der DFB ihm ermöglicht, sein Vertragsverhältnis dort aufzulösen, werden wir ihm ein Angebot unterbreiten“, erklärte Otto. „Seine Leidenschaft, seine sportliche Vision und seine Kompetenz sprechen für ihn.“

Über die Personalie Horst Hrubesch wurde nicht gesprochen, ebenso wenig stand das Thema Ruud van Nistelrooy auf der Tagesordnung.
Bastian Reinhardt soll dem HSV im sportlichen Bereich erhalten bleiben, in welcher Funktion genau, will der Aufsichtsrat morgen bei einem persönlichen Gespräch klären. „Er hat sich in den letzten Tagen immer loyal verhalten“, sagte Otto. Jürgen Hunke wird Vorsitzender des Finanzausschusses.

So viel zu den Fakten. Inhaltlich werdet Ihr Euch sicherlich ab sofort, ich mich per Blog morgen mit dem Thema auseinandersetzen.

Ich glaube, das war ein guter Tag für den HSV. Und Euch wünsche ich eine ebenso schöne Nacht.

21.30 Uhr

Sammer ist schon in Hamburg – und er bleibt!

18. Januar 2011

Ihr erwartet jetzt alle, dass ich Euch den Sammer-Transfer als perfekt vermelde. Hierbei müsst Ihr Euch allerdings noch gedulden. Faktisch perfekt ist es erst, wenn das Kontrollgremium mit den vier neuen Mitgliedern um und bei 21 Uhr erklären wird, ob das vorgestellte Gesamtpaket Matthias Sammer durchgewinkt wird, woran ich wirklich keinen Zweifel mehr habe. Ganz im Gegenteil. Zwei, drei Blogger wollen Sammer in Hamburg gesehen haben. Und, das kann ich mit Sicherheit sagen, sie haben Recht! Sammer ist heute bereits in Hamburg, um sich im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung mit allen Kontrolleuren zu besprechen. Zumindest mit all denen, die es zeitlich einrichten konnten. Und während seitens des gestern noch fleißig dementierenden DFB gegen frühen Nachmittag verkündet wurde, man nehme das Angebot des HSV für Sammer doch sehr ernst (Dr. Theo Zwanziger), konnte der ehemalige Meistertrainer und Europameister von 1996 die Kontrolleure überzeugen. Sein Engagement in Hamburg scheint durch, die Abstimmung über das finanzielle Paket heute Abend gilt als letzte Formalie. Ebenso wie die Wahl von Ernst-Otto Rieckhoff zum neuen Chefkontrolleur.

Sammer ist da! Und er bleibt! Eine gute Nschricht für den HSV – und das an Bennos 70. Geburtstag (Herzlichen Glückwunsch, lieber Benno!)…

Allerdings gibt es noch drei weitere Personalien, die auf der Kippe stehen. Zu allen konnten wir heute Armin Veh befragen. Und, um es gleich vorwegzunehmen, der Trainer beantwortete keine Personalie klar. Im Gegenteil: er erklärte uns, dass es noch eine vierte Baustelle gibt. Aber der Reihe nach.

Zunächst warteten wir alle gespannt, ob und wann Ruud van Nistelrooy an der Imtech-Arena aufschlagen würde. Und der Niederländer, auf den auch heute wieder etliche spanische Reporter warteten, kam pünktlich. Bis 14 Uhr war Treffpunkt, und Ruud fuhr seinen dunkelgrauen Audi Q7 um 13.58 Uhr auf den Parkplatz an der Arena. Ohne ein Wort zu sagen aber mit einem netten Lächeln für alle Wartenden verschwand er in der Kabine, während oben Trainer Veh über die Situation folgendes sagte: „Im Fußball ist nie etwas auszuschließen“, so Veh, „aber der Verein hat eine klare Haltung abgegeben und die besagt, dass wir Ruud nicht abgeben. Ich gehe davon aus, denn so habe ich ihn kennengelernt, dass auch Ruud mit der Situation professionell umgehen wird.“ Zumal Veh am vergangenen Freitag, dem Tag vor dem Schalke-Spiel, ein klärendes Vier-Augen-Gespräch mit van Nistelrooy geführt hat. Inhalte daraus wollte Veh nicht preisgeben. Allerdings, und das betonte er, hätten ihm Ruuds Aussagen keinerlei Anlass zur Sorge gegeben. „Ansonsten hätte ich ihn auch kaum am Sonnabend spielen lassen können.“

Auch heute im Training bewies van Nistelrooy – oder war es wegen der spanischen Reporter? -, dass er Profi durch und durch ist. Ganz im Gegensatz zu letzter Woche, wo im Nachhinein ein Schuh daraus wurde, weshalb er am Donnerstag und am Freitag im Abschlusstraining so lustlos agierte, wirkte Im Trainingsspiel sieben gegen sieben engagiert und torhungrig. Keine Spur von Protest. Noch nicht. Ich hoffe nur, dass dies auch so bleibt, wenn die Spanier ihr Ablöseangebot abgegeben haben. Meinem Kollegen von der stets gut informierten „AS“ zufolge soll Real-Präsident Florentino Perez heute offiziell beim HSV anfragen.

Ebenfalls auffällig im Training: Tunay Torun. Der Deutsch-Türke ist die zweite offene Personalie im Angriff. Gerüchten zufolge soll der VfB Stuttgart an einer Verpflichtung interessiert sein. Torun, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft und der somit ablösefrei wird, war gestern und heute bemüht, möglichst ausweichend auf den Wahrheitsgehalt der Gerüchte zu antworten. Allerdings ließ Veh durchblicken, dass der HSV nicht gewillt ist, sein Talent einfach so ziehen zu lassen. Im Gegenteil: „Wir werden Tunay ein Angebot unterbreiten. Ob er es dann annimmt, liegt an ihm.“

Ebenfalls vom HSV nur noch bedingt zu beeinflussen ist der letzte Transferwunsch: ein Innenverteidiger. Einzig das Anforderungsprofil ist klar. Nachdem Gojko Kacar bewiesen hat, dass er als Innenverteidiger eine echte Alternative ist, will der HSV definitiv nach einem jüngeren Spieler suchen, der auch über die Saison hinaus als Verstärkung erhalten bleiben soll. Flickschusterei, wie es zwischendurch mal als nicht mehr ausgeschlossen galt, wird es nicht geben. Erster Kandidat hierbei ist Jeffrey Bruma. Der 19-jährige Niederländer steht beim FC Chelsea unter Vertrag und die Engländer zieren sich weiter, ihr Talent ziehen zu lassen. Dabei hatte Urs Siegenthaler in seiner Funktion als designierter HSV-Sportchef bereits im Sommer alle Formalitäten erledigt. Allein die Ablösesumme von knapp drei Millionen Euro war dem HSV zu hoch. Allerdings, und das scheint klar, nachdem Bruma beachtenswerte Einsätze in der Premier League absolvierte, dürfte er jetzt nicht billiger zu haben sein. Im Gegenteil.

Geld freimachen könnte der HSV indes seinerseits. Denn, ohne einen Namen preisgeben zu wollen, dem HSV liegt ein offizielles Angebot für einen Offensivspieler vor. Und damit meinte Veh nicht Van Nistelrooy und auch nicht Torun. Womit die Namensliste nicht kürzer wird – und ich es mir und Euch erspare, in blinde Spekulationen einzusteigen. Ich freue mich stattdessen lieber über die bevorstehende Präsentation Matthias Sammers. Ich bin mir sicher, dass dadurch noch mal ein positiver Schub durch den HSV gehen wird.

Aber mehr dazu später. Die paar Stunden Geduld haben wir jetzt auch noch. Bis nachher! Nach der Ratssitzung…

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