Tagesarchiv für den 9. Januar 2011

Es ist gewählt….!

9. Januar 2011

Da fiebere ich wochenlang auf diesen heutigen Tag hin, wissend, dass sich vereinspolitisch heute Wegweisendes ergeben könnte – und dann hauts mich um. Aber richtig. Über 40 Fieber, die Tastatur ist gefühlt kleiner als ein Stecknadelkopf und jeder gedrückte Buchstabe bewirkt ein schmerzhaftes Echo in meinen Gelenken…

Daher habe ich heute nicht wie geplant von der Veranstaltung getickert, sondern flachgelegen und jetzt nachträglich das umfangreiche Stenogramm der Jahreshauptversammliung meines Kollegen Florian Heil erhalten, das ich hiermit wortlos online stelle.
Für alle die, die nicht über Twitter den ganzen Tag verfolgt haben.
Morgen werde ich mich dann mit der Analyse der Wahlemn beschäftigen. In der Hoffnung, bis dahin wieder auf dem Dampfer zu sein.

In diesem Sinne, einen schönen Abend und bleibt gesund!

Wenn Ihr die Veranstaltung komüplett rekapitulieren wollt, müsst Ihr ganz nach unten scrollen…

20.20 Uhr: Der zweite Wahlgang ist abgeschlossen. Von den fünf Kandidaten setzen sich nach 1720 gültigen Stimmen Marek Erhardt und Hans-Ulrich Klüver durch. Damit steht der neue Aufsichtsrat fest.
20.14 Uhr: “Bernd Hoffmann hat eine ehrliche Chance bei mir”, sagte Manfred Ertel nach der Wahl. Hunke wurde deutlicher: “Endlich gibt es eine echte Opposition im Verein”.
19.55 Uhr: Überraschendes Ergebnis. Ertel und Hunke gelten nicht unbedingt als Hoffmann-Befürworter. Das langjährige Aufsichtsratmitglied Bernd Enge scheiterte bereits im ersten Wahlgang mit 361 Stimmen, genauso wie Peter Becker mit 249 Stimmen. Ex-Profi Carsten Kober erhielt 107 Stimmen, Daniel Killy landete mit 21 Stimmen auf dem letzten Platz. 1898 gültige Stimme wurden abgegeben.
19.50 Uhr: Die Auszählung wurde beendet. Manfred Ertel bekam die meisten Stimmen: 1168, das sind 61,5 Prozent der gültigen Stimmen. Jürgen Hunke folgt mit 1086 Stimmen oder 57,2 Prozent. Diese beiden sind sicher im Aufsichtsrat. Für den zweiten Wahlgang qualifizierten sich Erhardt (847 Stimmen), Klüver (720), Wulff (589), Kortmann (566) und Goedhart(468).
19.22 Uhr: Bis zu vier Stimmen können im ersten Wahlgang abgegeben werden.
19.08 Uhr: Der letzte Kandidat: Cord Wöhlke. Der Budni-Geschäftsführer spricht über die soziale Funktion des Fußballs und macht sich für einen starken Mann neben Reinhardt stark. Zudem für einen Trainer, der ein durchdachtes, sportliches Konzept lebt. Der Verein müsse eine große Familie werden. Auch ihm begegnet viel Gegenwind von den Mitgliedern.
18.59 Uhr: Stefan Preussler steht am Mikrofon. Er baut auf sein diplomatische Geschick und sein Talent, Menschen für Ideen zu begeistern. Die Geschäftsordnung müsse so verändert werden, dass der Vorstand Sport die alleinige sportliche Entscheidungskompetenz für die Liga besitzt. Bastian Reinhardts Position müsse gestärkt werden.
18.36 Uhr: Wolfgang Burgard steht am Pult. Seit 2004 begleitet er den HSV, er hat bei der Holsten-Brauerei Führungserfahrung gesammelt, die mit dem HSV eng zusammenarbeitet. Er appelliert an die unmittelbare Zukunft und eine erfolgreiche Rückrunde. Der Aufsichtsrat sei dafür da, Ziele zu definieren und Wege vorzugeben. Sportliche Kompetenz hat im Vorstand zu sitzen, dafür müsse der Aufsichtsrat sorgen. Ihm wird seine langjährige Vereinszugehörigkeit zu Borussia Dortmund vorgeworfen – das Publikum wendet sich gegen Burgard. Er wird mit Fragen bomdadiert und steht fast eine halbe Stunde auf dem Podium.
18.27 Uhr: Holger Jegminat steht auf dem Podium. Er sieht sich als verlängerter Arm der Basis. Der Aufsichtsrat müsse sich, besonders die Zusammenarbeit mit dem Vorstand, transparenter darstellen. Jegminat ist gehörlos und hält seinen Vortrag in Taubstummen-Sprache. Zwei Dolmetscher übersetzen.
18.20 Uhr: “Edelfan” Jürgen Stapf aus Mainz will für eine Ruck im HSV sorgen. Menschlichkeit und Ehrlichkeit kommen ihm zu kurz.
18.10 Uhr: Peter Groth stellt sich vor. Der Bilanz-Buchhalter vertritt den HSV als Ratsmitglied des Seniorenrats. Aufsichtsrat und Vorstand hätten gravierende Fehler gemacht. Bei den Kontrolleuren gäbe es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Der Raum leert sich mittlwerweile, es wurden erstmals keine Nachfragen gestellt.
18.04 Uhr: Katrin Sattelmair sieht den Aufsichtsrat nicht als operatives Gremium an und will mit ihrer sportlichen und juristischen Kompetenz punkten. Sie sieht sich als Fußballromantikern. Traditionen und Werte sollten immer eine Rolle spielen.
17:55 Uhr: Marek Erhardt stellt sich vor. Der ehemalige Stadionsprecher will sich keinem Lager zuordnen lassen. Der HSV sei im Stillstand und brauche dringend frische Leute im Aufsichtsrat, der innerlich zerissen sei. Ein überzeugender und witziger Vortrag.
17.45 Uhr: Manfred Ertel kritisiert die Entscheidungen der Vergangenheit aufs Schärfste und stellt die Arbeit der Verantwortlichen in Frage. Der Journalist macht einen sehr entschlossenen Eindruck. Eigentlich hätten acht neue Aufsichtsräte gewählt werden müssen und nicht nur vier.
17.34 Uhr: Ralph Hartmann hat das Wort. Der Kaufmann plädiert für einen Umbruch und Neuanfang mit frischen Leuten. Das Thema Amateur- und Freizeitsport gehört für ihn genauso zum HSV wie der Profisport. Er fordert ein sportliches Konzept für die nächsten drei Jahre und eine offene und klare Kommunikation.
17.20 Uhr: Olaf Kortmann spricht. Der Sportlehrer kritisiert die sportliche Führung und hinterfragt die Kompetenz und das sportliche Konzept im Verein.
17.16 Uhr: Daniel Killy betritt das Rednerpult. Der selbstständige Journalist will an der Balance im Aufsichtsrat arbeiten. Wirtschaftliche Kompetenz im Rat reiche nicht aus. Die Raute im Herzen fehle Vielen. Er steht für die Unabhängigkeit des Vereins.
16.55 Uhr: Jürgen Hunke hat das Wort. Er stellt seine Neutralität gegenüber Bernd Hoffmann in den Vordergrund. Hunke holt für seine Rede weit aus und thematisiert die Vergangenheit. Hunke überzieht, ihm wird das Wort entzogen. Doch Hunke nutzt die Nachfragen, um den Saal mit weiteren Geschichten aus seiner Zeit als Präsident zu unterhalten. Hunke steht nun schon seit 20 Minuten auf der Bühne.
16.53 Uhr: Bernd Hoffmann kehrt aufs Podium zurück.
16.45 Uhr: Ex-Profi Carsten Kober redet. Er verweist auf seine Historie beim HSV und seine tiefe Verwurzelung mit dem Verein. Er appelliert an den Teamgeist, den er fördern würde, sollte er gewählt werden. Zudem habe er ein gutes Netzwerk in der Bundesliga. Er sei außerdem mit den Problemen in Ochsenzoll vertraut.
16.43 Uhr: Hoffmann sitzt seit einiger Zeit nicht mehr auf der Bühne und erntet dafür von den Mitgliedern Kritik.
16.35 Uhr: Ronald Wulff steht am Mikrofon. Der Ex-Präsident stand zuletzt im Aufsichtsrat. Er betont seinen Einsatz für einen Verbleib Beiersdorfers und fordert bedingungslosen Rückhalt für Sportchef Reinhardt. Auch Investoren-Modelle sieht er kritisch. Die 20-jährige Erfahrung im Profigeschäft, seine Vernetzung und sein Stallgeruch spreche für ihn.
16.20 Uhr: Peter Becker ergreift das Wort. Der Bäckermeister ist bereits im Aufsichtsrat und stellt sich zur Wiederwahl. Er weist darauf hin, dass er Bastian Reinhardt mit früheren Aussagen nicht demontieren wollte. Er spricht sich für einen Vorstand aus, der von gegenseitigem Vertrauen geprägt sein muss. Er sei in der Vergangenheit zu vertrauensseelig gewesen und hält die Trennung von Beiersdorfer für einen Fehler – so auch die Vertragsverlängerung von Guerrero und das Investoren-Modell.
16.10 Uhr: Holger Klock stellt sich vor. Der Gastronom kritisiert die Vereinsspitze scharf. Er will Leute von der Basis im Aufsichtsrat mit Fußballsachverstand. Es gäbe derzeit kein sportliches Konzept.
16.03 Uhr: Hans-Ulrich Klüver ist am Mikrofon. Er appelliert an die wirtschaftliche Vernunft und lehnt Investoren-Modelle ab. Der Volkswirt sieht die finanzielle Bilanz der letzten Jahre kritisch. Er will den Einfluss der Mitglieder stärken.
15.56 Uhr: Felix Goedhart stellt sich vor. Der Betriebswirt stellt seine wirtschaftliche Erfahrung in den Vordergrund und seine Verschwiegenheit gegenüber den Medien. Sportliche Kompetenz sei nicht zwingend nötig. Eine sehr forsche und strukturierte Rede.
15.39 Uhr: Bernd Enge hat das Wort. Er ist bereits seit 15 Jahren ehrenamtlich beim HSV tätig und Vorsitzender des Finanzausschusses des Aufsichtsrat. Die Trennung von Dietmar Beiersdorfer bezeichnet er im Nachhinein als Fehler. Er sei kein Durchwinker und kein Schosssitzer. Er geht davon aus, dass der HSV auch in diesem Geschäftsjahr kein Minus machen wird. Enge wehrt sich gegen den Vorwurf, dass Investor Kühne Einfluss hatte, obwohl das von Seiten des Investors gewünscht war. Größerer Applaus.
15.36 Uhr: Sanfter Applaus nach einer soliden Vorstellung für Reinboth. Der Jurist plädiert für eine verbesserte Diskussionsstruktur. Beziehungen zum Vorstand hat er nicht.
15.30 Uhr: Karl-Michael Reinboth ist der erste Kandidat der sich vorstellen wird. Fünf Minuten stehen zur Verfügung. Die Reihenfolge wird ausgelost. Die Amtszeit für alle vier Kandidaten beträgt vier Jahre.
15.10 Uhr: Die Wahl der vier Kandidaten zum Aufsichtsrat beginnt in Kürze.
15.05 Uhr: Der Bericht der Rechnungsprüfer geht ohne Zwischenfälle von statten, sie werden von den Mitgliedern genauso entlastet wie der Aufsichtsrat mit eindeutiger Mehrheit.
14.45 Uhr: HSV-Buch-Autor Axel Formeseyn hält eine pointierte Rede, die den Saal zum Kochen bringt. Er stellt kritische Nachfragen an den Aufsichtsrat. Wie könne jemand den Posten des Vorsitzenden ablehnen, da dieser nicht mit seinem Beruf zu vereinbaren sei, dann aber überhaupt für den Aufsichtsrat kandidieren?
14.40 Uhr: Dennis Aogo ist als einziger HSV-Profi nach wie vor anwesend.
14.30 Uhr: Die Redebeiträge ziehen sich. Es wird lauter im Saal.
14.13 Uhr: Ein weiteres Mitglied nimmt den Aufsichtsrat in Schutz: Viele Mannschaften mit großen Namen hätten in den vergangenen Jahren noch mehr Trainer verschlissen als der HSV. Zudem seien die Ratenzahlungen ganz normale Praxis und sinnvolles Geschäftsgebahren.
14.10 Uhr: Die Zahl der anwesenden Mitglieder hat sich mittlerweile auf 2813 erhöht, 2565 von ihnen stimmberechtigt.
13.56 Uhr: Supporters-Chef Ralf Bednarek kritisiert, dass die Mitglieder viel zu wenig Mitspracherecht haben. Er wirft einigen Aufsichtsräten vor, an den Mitgliedern vorbei gearbeitet zu haben und die Belange nicht ernst zu nehmen. Großer Applaus.
13.50 Uhr: Aufsichtsrats-Kandidat Manfred Ertel stellt kritische Fragen an den Aufsichtsrat zu den veröffentlichen Bilanzen. Bernd Enge nimmt kurz erklärend Stellung.
13.42 Uhr: Die erste deutlich Hoffmann-kritische Rede wird von einem HSV-Mitglied vorgetragen. Am Ende der 10-minütigen Rede wird der Rücktritt von Bernd Hoffmann gefordert. Einige Pfiffe, viel Applaus.
13.30 Uhr: Die Atmosphäre ist bisher ruhig und sachlich. Persönliche Schmähungen oder massive Zwischenrufe aus dem Publikum kamen nicht vor. Weitere Redebeiträge von Mitgliedern zum Punkt 7, Bericht des Aufsichtsrates und Aussprache, folgen.
13.10 Uhr: Dr. Peter Krohn hat das Wort. Auch er blickt zurück, lobt den Aufsichtsrat trotz “peinlicher” Sportchefsuche für seine Arbeit und appelliert an den Verein, die Mitglieder schneller und umfassender zu informieren. Er bestreitet, dass der HSV in einer großen wirtschaftlichen Krise wäre und sich umstrukturieren müsste. Es hätte in der Vergangenheit finanzielle Krisen gegeben, doch die aktuelle Situation sei damit nicht vergleichbar. Er redete gute 20 Minuten, nach einzelnen Zwischenrufen bekam er jedoch großen Applaus.
13.03 Uhr: Otto gibt die Bezüge des Vorstandes bekannt: 1,89 Millionen Euro verdienten Hoffmann & Co im Spieljahr 2009/10. Zudem blickt er auf die Fehler der Vergangenheit zurück: Die Indiskretionen, die dem HSV vor allem bei Vertragsverhandlungen schadeten, sowie die lange andauernde Sportchef-Suche. Er bekam nach seiner Rede großen Applaus.
12.55 Uhr: Otto blickt auf die sportliche und wirtschaftliche Situation. Er spricht von einem enttäuschenden sportlichen Halbjahr, sieht den Verein aber wirtschaftlich gut aufgestellt: Der Verein sei liquide, das Stadion im Jahr 2017 abbezahlt, der Vermarktungsvertrag mit Sportfive läuft im Jahr 2015 aus und kann neu verhandelt werden. Die anstehenden Ratenzahlungen (das Abendblatt berichtete) bezeichnet Otto als völlig gängige Praxis.

12.47 Uhr: Alexander Otto hat das Wort. Er verkündet die Besserung des gesundheitlichen Zustandes des Aufsichtsratsvorsitzenden Horst Becker, der aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Otto bedankt sich bei ihm für die geleistete Arbeit für den HSV. Genesungswünsche gelten auch für Uwe Seeler, der nach einem Unfall operiert werden musste.
12.25 Uhr: Ingo Thiel bedankt sich für die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Vorstand und merkt an, dass über ein Investoren-Modell auf einer Mitgliederversammlung abgestimmt werden und dieses Ergebnis dann bindend für den Vorstand sein sollte.
12.18 Uhr: Präsident Bernd Hoffmann steht am Mikrofon. Aufgrund des Antrages von Ingo Thiel zum Investorenmodell (wie beispielsweise von Investor Klaus-Michael Kühne) wird ein solches künftig zunächst bei einer Mitgliederversammlung vorgestellt, ehe darüber entschieden wird. Ebenso soll mit der Verlängerung der Sportfive-Verträge verfahren werden. Weitere Anträge werden in einer Satzungskommission diskutiert und sollen im kommenden Jahr bei der JHV entschieden werden.
12.17 Uhr: 2.555 Mitglieder sind anwesend, 2.399 von Ihnen stimmberechtigt.
12:09 Uhr: Sportchef Bastian Reinhardt spricht: Er begrüßt die Damen-Bundesligamannschaft und enlässt die HSV-Herren nach nur einer knappen Stunde mit den Worten: “Ihr wart lange genug hier, bereitet Euch auf Schalke vor.” Vereinzelte Buh-Rufe. Doch der Applaus brandet wieder auf, als Reinhardt die Vertragsverlängerung mit Dennis Aogo bis 2015 verkündet. Er hat keine Austiegsklausel.
11:43 Uhr: Oliver Scheel, Vorstand für die Mitgliederbelange, ergreift das Wort und führt die sportlichen Ehrungen durch.
11:38 Uhr: Westphalen begrüßt die Mitglieder, lässt die Presse zu und gedenkt der Verstorbenen.
11:29 Uhr: Die Veranstaltung beginnt. Der Aufsichtsratsvorsitzende Horst Becker kann aufgrund eines Unfalls, bei dem er sich die Hüfte gebrochen hatte, nicht anwesend sein. Stellvertreter Eckardt Westphalen übernimmt das Wort.
11.15 Uhr: Die Bundesliga-Mannschaft erscheint und wird mit Applaus bedacht.
10:52 Uhr: Der Saal ist schon gut gefüllt, und das, obwohl die Veranstaltung bis in den späten Abend dauern kann. Aufgrund des großen Andrangs wird der Beginn um 15 Minuten verschoben. Um 11 Uhr sollte es eigentlich losgehen. Die HSV-Mitgliedschaft trifft sich heute im CCH (Halle H) zur Hauptversammlung. Vier Posten im Aufsichtsrat (AR) sind zu vergeben.

Das Abendblatt fragte alle Bewerber um die Posten im Aufsichtsrat:
1. Was qualifiziert Sie für den Aufsichtsrat? 2. Was würden Sie ändern?
1. Peter Becker (64, Bäckermeister): 1. Ich habe die fachliche und menschliche Kompetenz durch langjährige Aufsichtsratserfahrung in unterschiedlichen Gremien, als Mitglied oder auch als Vorsitzender. Ich bin unabhängig und muss mich nicht mehr beweisen. Zehn Jahre war ich Präsident der Handwerkskammer, seit 2000 darf ich Deutschlands Bäcker vertreten. 2. Die zweijährige, nicht immer fehlerfreie Erfahrung im HSV-Aufsichtsrat hat meine Sichtweise verändert. Ich möchte konstruktiv die notwendigen Veränderungsprozesse mitgestalten.
2. Wolfgang Burgard (62, Dipl.-Volkswirt): Ich habe viele Jahre Führungserfahrung, auch im Bundesliga-Geschäft. Beim HSV müssten Entscheidungsprozesse versachlicht und auf den Kern gebracht werden, zum Beispiel bei einem sportlichen Konzept.
3. Bernd Enge (62, Dipl.-Betriebswirt): 1. Ich verfüge durch meine zwölfjährige Tätigkeit im Aufsichtsrat über einen riesigen Erfahrungsschatz. Es ist wichtig, Leute in diesem Gremium zu haben, die so lange dabei sind und das Geschäft kennen. 2. Die Aufgabe wird es sein, den Verein mehr zu vereinen.
4. Marek Erhardt (41, Schauspieler): 1. Ich habe Visionen, Vorstellungen, Vorschläge und Ziele. 2. Ich schaue nicht mehr zurück! Es geht nur noch um die Zukunft des HSV!
5. Manfred Ertel (60, Journalist): 1. Ich bin lange aktiver HSVer und weiß, wie unsere Mitglieder denken. Als politischer Journalist habe ich öffentliche Kontrolle quasi gelernt. Wir brauchen kein Abnickergremium, sondern ein selbstbewusstes Aufsichtsorgan, das sich dem HSV e.V. seiner Tradition und den Mitgliedern verpflichtet fühlt. Ich will keine Teilübernahme durch Fremdinvestoren. Ich will durchsichtige Vermögensverhältnisse, und nicht durch Finanzierungstricks heute das HSV-Kapital von morgen belasten. Und ich will endlich einen Titel.
6. Felix Goedhart (46, Betriebswirt): 1. Profunde betriebswirtschaftliche Ausbildung, 15 Jahre Erfahrung in der Unternehmensführung und Aufsichtsratsarbeit. Hamburger, dem HSV gegenüber 100 Prozent loyal und völlig unabhängig, in keiner Gruppierung und in keinerlei Geschäftsbeziehung zum HSV. 2. Die optimale Besetzung des Vorstands und die konstruktive Kontrolle der Vorstandsarbeit. Aufgrund fehlender Einnahmen gehört hierzu insbesondere die Verabschiedung und Überwachung des Jahresbudgets. Ich stehe für kaufmännische Vernunft, “frischen Wind”, Professionalität und Diskretion.
7. Peter Groth (65, Bilanz-Buchhalter): Seit 33 Jahren bin ich aktiver HSVer in der Leichtathletikabteilung und vertrete den HSV als Ratsmitglied des Seniorenrats. Als Kommunalpolitiker weiß ich, wie man mit Fraktionen umgehen muss. Aufsichtsrat und Vorstand haben gravierende Fehler gemacht. Bei den Kontrolleuren gibt es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, das muss aufhören! Ich bin gegen eine Ausgliederung und die Einflussnahme Dritter im Zusammenhang mit Investoren.
8. Ralph Hartmann (46, Dipl.-Kaufmann): Ich verfüge über mehr als 20 Jahre Management- und Aufsichtsratserfahrung. Beim HSV bin ich ein “neues Gesicht”, völlig unabhängig und stehe für einen “unbelasteten” und konsequenten Neuanfang. Ich würde drei Arbeitsgruppen aus Vertretern des Vorstandes, Aufsichtsrats und HSV-nahen Experten bilden: 1. Mehr Transparenz und Klarheit zum wirtschaftlichen Status und den Konsequenzen für unterschiedliche sportliche Szenarien. 2. Offenere und klarere Kommunikation an die Mitglieder. 3. Sportliches Konzept mit einer klaren Linie für die nächsten drei Jahre.
9. Jürgen Hunke (67, Unternehmer): 1. Ich bin ein unabhängiger Mensch, Fußball- und HSV-Anhänger. Ich kenne den Verein wie kein Zweiter. Ich habe eine Vorstellung, wie dieser Verein funktionieren muss. 2. Ich würde den Verein genauso führen, wie er von seiner Satzung aufgestellt ist: als e.V., dass die Mitglieder als Souverän alle grundsätzlichen Entscheidungen treffen, die Organe Vorstand und Aufsichtsrat in getrennter Verantwortung arbeiten und der Vorstand vom Aufsichtsrat klare Ziele vorgegeben bekommt.
10. Holger Jegminat (47, Bauzeichner): 1. Ich sehe mich als verlängerter Arm der Basis. Für das Gremium ist die Rückmeldung der Fans wichtig, Vertreter aus der Wirtschaft sind überrepräsentiert. Der Aufsichtsrat muss sich, besonders die Zusammenarbeit mit dem Vorstand, transparenter darstellen.
11. Daniel Killy (48, Journalist): 1. Basisnähe, Kommunikationskompetenz – trotz eines klaren eigenen Standpunktes in der Lage sein, zu vermitteln. 2. Debatten im AR nur nach innen, keine geschwätzige Selbstdarstellung mehr. Klare Kompetenzverteilung im AR nach Gebieten: Wirtschaft, Sport, Kommunikation, nicht alle für alles.
12. Holger Klock (36, Gastronom): Ich stehe für basisorientiertes Handeln und fachliche Sportkompetenz. Mein intensiver Bezug zum Fundament des Vereins, den Fans, befähigt mich, deren Interessen zu vertreten. Ich stehe dafür ein, dass die Arbeit transparenter und für die Mitgliedschaft nachvollziehbarer wird. Ist die Fußballbundesliga auch der prominenteste Teil des Vereins, so ist mir persönlich wichtig, weiterhin die Tradition sowie die gesellschaftliche Verantwortung des Gesamtvereins zu pflegen und fortzuführen.
13. Hans-Ulrich Klüver (64, Dipl.-Volkswirt): 1. Ich habe im Verein (Abteilungsleitung Förderer/Supporters Club, Amateurvorstand) und im Beruf (Dipl. Volkswirt, 20 Jahre Leitender Angestellter bei Otto) Verantwortung übernommen. 2. Der Aufsichtsrat muss die Interessen der Mitglieder vertreten, sie klar informieren, bei wichtigen Themen frühzeitig mitnehmen und seine Personalverantwortung selbstständig wahrnehmen (Sportchefsuche). Für ein neues sportliches Konzept dürfen wir nur das Geld ausgeben, über das wir ohne Investoren verfügen!
14. Carsten Kober (43, Versicherungs-Kaufmann): 1. Meine sportlichen Erfahrungen, meine Kontakte aus der Profizeit und mein kaufmännisches Wissen. 2. Das dringend notwendige sportliche Know-how einbringen.
15. Olaf Kortmann (55, Dipl.-Trainer): 1. Sportliche Kompetenz: über 20-jährige Arbeit als erfolgreicher Coach im Hochleistungssport, meine Dozententätigkeit für Trainer und Funktionäre in verschiedenen Organisationen. Konzeptionelle Kompetenz: als Berater in der freien Wirtschaft. Und: Ich bin seit 23 Jahren Ehrenmitglied. 2. Sportliche Themen in den Vordergrund rücken: Fordern der Entwicklung einer leistungssportlich abgestimmten Gesamtkonzeption basierend auf einer modernen Leistungsphilosophie, idealtypische Profile von Trainern, Sportdirektor und Vorstand beschreiben. Gefragt ist eine intelligente Art der Zusammenarbeit aller, Hilfe bei Steuerung von Hochleistung durch Führung.
16. Stefan Preussler (47, Betriebswirt): Als Aufsichtsrat müssen sie mit Geschick Mehrheiten organisieren. Dieses diplomatische Geschick und mein Talent, Menschen für Ideen zu begeistern, setze ich in meinem Job ein. Ich bin eine ausdauernde Kämpfernatur. Die Geschäftsordnung muss so verändert werden, dass der Vorstand Sport die alleinige sportliche Entscheidungskompetenz für die Liga besitzt, nur so bekommt der HSV eine sportliche Führung, die bei Spielern und Trainern den Respekt genießt und eine klare sportliche Philosophie umsetzen kann. Bastian Reinhardt kann nur dann ein großer Sportchef unseres HSV werden, wenn er die Macht dafür bekommt.
17. Karl-Michael Reinboth (60, Jurist): Ich habe über meine Tätigkeiten in der freien Wirtschaft, der Verwaltung und als Professor an der Hochschule für Kommunale Verwaltung in Niedersachsen viele Erfahrungen in Sachen Personalführung gesammelt. Ich möchte eine verbesserte Diskussions- und Streitkultur erreichen. Es geht hier nicht um Personen, die eine Positionen vertreten oder entwickeln.
18. Katrin E. Sattelmair (43, Rechtsanwältin): Als Notarin und Rechtsanwältin bin ich geschult, Sachverhalte zu analysieren und zu bewerten. Ich war Leistungssportlerin und Vorsitzende eines Hockey-Bundesligisten. Ich traue mir aufgrund meiner beruflichen und sportlichen Kompetenz zu, den Aufsichtsrat zu verstärken. Ich möchte Ruhe in den AR bringen und Vertrauen zurückgewinnen, das das Gremium in der Öffentlichkeit verloren hat, indem ich so arbeite, wie ich mir einen Aufsichtsrat wünsche: still und sachorientiert.
19. Jürgen Stapf (Unternehmer, 49): 1. Mein HSV-Herz seit über 32 Jahren! Die Absicht ohne eigene Interessen nur im Sinne unseres HSV zu handeln. Seit fast zwei Jahrzehnten führe ich erfolgreich ein Unternehmen, wirtschaftliche Kompetenz und Sachverstand sind vorhanden! 2. Ich möchte als Teamplayer eine sportlich und wirtschaftlich erfolgreiche Zeit einleiten. Ich möchte erreichen, dass Menschlichkeit, Ehrlichkeit und Charakter wieder etwas zählen! Ich möchte mich einsetzen für einen stärkeren Dialog zwischen Mitgliedern, Vereinsführung und Fans.
20. Cord Wöhlke (61, Budni-Geschäftsführer): Es gibt viele Parallelen zwischen Wirtschaft und Sport. Ich habe 40 Jahre Erfahrung als Geschäftsführer bei Budni. Hinzu kommen meine Fußball-Leidenschaft und die Erkenntnis, dass nur ein ganzheitlicher Ansatz Erfolge schafft. Ziele: 1. Wahl eines kompetenten Sportchefs. 2. Trainer begeistern für: Ein Drittel erfahrene, zwei Drittel jüngere Spieler, Konzepte Bayern, Freiburg, Mainz, Dortmund sowie System Löw, Talentschmiede, Kooperation Vereine aus Metropolregion. 3. Beirat mit Fußball-Idolen. 4. Gemeinschaftsgefühl für starke HSV-Familie schaffen. 5. Leitbild.
21. Ronald Wulff (65, Unternehmer): Ich verfüge über 20 Jahre Erfahrung im Profigeschäft, besitze sportliche als auch wirtschaftliche Kompetenz. Ich würde mir wünschen, dass wir im Aufsichtsrat offener mit gewissen Dingen umgehen und in einen besseren Dialog mit den Mitgliedern eintreten.

Softwareprobleme…. neuer Versuch!

9. Januar 2011

AKTUALISIERT: Kacar-Part, Joris Mathijsen-Part, Guerreros Verletzung UND Chosen few waren es NICHT…

Live-Fußball. Nicht vorm Fernseher sondern im Stadion. Endlich wieder! Ich muss gestehen, auch dank der milden elf (!!) Grad Celsius war meine Vorfreude auf das Spiel gegen Ajax so groß wie lange nicht mehr bei einem Testspiel. Zumal nur noch eine Woche bis zum Rückrundenauftakt ist, wusste ich, dass ich zumindest die eine oder andere Erkenntnis ziehen können werde. Ganz im Gegensatz zur Partie gegen Al-Wasl am vergangenen Dienstag.

Den Gegensatz zu Dienstag hatte ich auch, weil ich im Stadion saß und keinen TV-Moderator ertragen musste, der zu viel verlangte. Wobei, heute wäre selbst Sport1 wahrscheinlich angetan gewesen. Denn der HSV spielte vor den 22742 Zuschauern mutig, er spielte offensiv – und er traf auch noch. Und das sogar so schnell, dass der Stadionsprecher nicht mitkam. Der gute Marc Bator sagt die erste Minute an, es war de facto wohl die zweite. Aber egal, Hauptsache es war ein Tor für den HSV. Und ein guter Start in eine noch bessere erste Spielhälfte.

Angetrieben von dem wieder sehr starken Änis Ben-Hatira gab es Chancen en masse – die wenigen von Ajax dazugerechnet. Vor dem 1:0 war Elia mit einem guten Schuss an dem ungewöhnlich korpulenten (ich drücke es mal vorsichtig aus…) Ajax-Keeper Verhoeven gescheitert. Unmittelbar nach Ruuds 1:0 (2.) legte Änis Ruud einen Ball auf, doch Schiedsrichter Claus Bo Larsen aus Dänemark pfiff abseits. Eine zumindest äußerst fragwürdige Entscheidung.

Aber damit noch lange nicht genug. Nachdem der überraschend in der Innenverteidigung aufgebotene Gojko Kacar einen Pitroipa-Fehlpass nur mit einem Foul entschärfen konnte (8.) war es der immer besser werdende Eljero Elia, der seinerseits nur mit einem klaren aber nicht geahndeten Foulspiel beim Eindringen in den Sechzehner gestoppt werden konnte.

Ich kann mir nicht genau erklären, warum – aber es passierte anschließend lange nichts. Zumindest, wenn man den begeisternden Maßstab der ersten 15 Minuten anlegte. Und so waren es in der 24. Minute die stimmungsgewaltigen Anhänger in der Kurve Nord-West , die mit „Hoffmann-raus“-Rufen das nächste Erwähnenswerte lieferten. Allerdings mussten sich die Fans Pfiffe etlicher andersdenkender Fans gefallen lassen.

Mehr Freude bereitete anschließend Ben-Hatira. Trotz zwei, drei Stockfehler, die das Publikum zwischenzeitlich raunen ließen, begeisterte der Junge. Alle! Erst scheiterte er mit einem guten Schuss (26.), dann etwas leichtfertig mit einem Lupfer (29.). In der gleichen Minute hatte Amsterdams Cvitanovich aus acht Metern freistehend vor Rost die größte Aja-Chance der ersten Hälfte. Allerdings bewies der bis dahin nahezu beschäftigungslose HSV-Oldie, dass auf ihn als Nummer eins absolut Verlass ist – er parierte sensationell zur Ecke. Genauso wie Verhoeven auf der anderen Seite eine Minute später gegen Elia.

Einen Fernschuss von van Nistelrooy (33.) später war es – natürlich! – Ben-Hatira, der mit einem öffnenden Pass diagonal den freistehenden Zé Roberto sah. Der Brasilianer lief ungehindert auf Verhoeven zu und hatte die Übersicht, den mitlaufenden van Nistelrooy zu sehen – 2:0 (37.).

Es lief einfach. Defensiv wurde der HSV kaum gefordert, offensiv war Zug drin. Bezeichnend dafür, dass selbst der vielleicht torungefährlichste (bitte nicht zu ernst nehmen…) HSV-Profi der letzten zehn Jahre zum 3:0 einnetzte. David Jarolim wurde im Sechzehner von van Nistelrrooy gesehen, traumhaft freigespielt und der Tscheche traf. Wobei auch hier erwähnt werden muss, dass der blitzsaubere Konter maßgeblich von Änis Ben-Hatira eingeleitet worden war. Der Junge machte richtig Werbung für sich. Und auch wenn ich glaube, dass Trainer Armin Veh den zuletzt (bis zur Grippepause) guten Trochowski gegen Schalke aufbieten wird – ich glaube, ich würde in der nächsten Trainingswoche noch etwas genauer als sonst hinsehen, wie sich Ben-Hatira macht…

Dann war Pause.

Und obwohl es wie immer nur 15 Minuten waren und es nur zwei Wechsel zur Halbzeit gab, schien das Spiel gegen eine ersatzgeschwächte Ajax-Mannschaft plötzlich zu kippen. Zwar hatte zunächst van Nistelrooy noch freistehend die Chance, auf 4:0 zu erhöhen, allerdings war es Luis Suarez, der seine Niederländer mit zwei Toren in zwei Minuten (60. und 61.) heranbrachte. Beide Male sah die neu formierte Innenverteidigung mit dem insgesamt guten Westermann und dem letztlich doch überforderten Kacar (wer jetzt meckert, möge bitte erst meine Erklärung dazu am Ende lesen…) nicht gut aus.

Dennoch, der HSV wackelte, aber er fiel nicht. Einen guten Pass des ansonsten eher unauffälligen Trochowski nahm van Nistelrooy auf und verwandelte kalt wie immer zum 4:2. Die Vorentscheidung in einem guten, weil temporeichen und offensiven letzten Test vor dem Rückrundenauftakt. Einem Test, in dem zu erkennen war, was fehlt (z. B. ein Innenverteidiger) und was gut ist: viele Pässe auf Ruud van Nistelrooy. Denn Nutznießer des offensiven Spiels und den klugen Pässen beim HSV war der Niederländer, der in dieser Partie nicht nur drei Tore erzielte, sondern auch sonst so auffällig spielte wie lange nicht. Spätestens jetzt dürfte klar sein, dass der HSV nur dann wirklich gefährlich ist, wenn er seine Spitze permanent sucht. Und das funktionierte heute besonders gut über die starke Mittelfeldreihe Elia-Ben-Hatira-Pitroipa.

Klar ist aber auch, dass der Versuch mit Kacar in der Innenverteidigung nicht mehr als ein Versuch gesen sein sollte. Insbesondere in der zweiten Halbzeit offenbarte der gelernte Mittelfeldspieler (natürlich!) Abstimmungsschwierigkeiten, die ihn immer wieder schlecht aussehen ließen. Das führte so weit, dass der Serbe immer mehr verunsichert wirkte und am Ende mit gesenktem Kopf das Spielfeld verließ. Ergo: hier hat sich Veh einen Bärendienst erwiesen, nachdem er es war, der seine Nummer 44 zuletzt bewusst stark geredet hatte: “Allein Gojko hat seine Sachegut gemacht, hatte ein guites Stellungsspieöl.” Erst nachdem ich später von Joris erzählt bekam, ergab sich ein logischzer Schluss für mich….

Über den Rest der Mannschaft gibt es nicht mehr zu sagen, als dass sie alle gesund geblieben sind. Das dachte ich zumindest. Denn Paolo Guerrero scheint sich doch etwas schwerer verletzt zu haben als zunächst angenommen. Ohne Fremdeinwirken hatte sich der Peruaner das Knie vertreten. Oder doch den Knöchel? Genaueres liefere ich nach, soweit ich Bescheid kriege…

Allerdings kann ich den Blog heute nicht abschließen, ohne eine Befürchtung zu äußern. Immer wieder hatte ich hier erwähnt, dass es Planspiele geben soll, Bastian Reinhardt abzusetzen. Heute habe ich erfahren, dass der HSV sogar schon mit verschiedenen Kandidaten verhandelt haben soll. Ein Name dabei, der mir genannt wurde, ist Christoph Daum. Der Ex-Köln-Trainer, den der HSV-Vorstand vor drei Jahren ob seiner Kokain-Affäre mir gegenüber noch als „sozial mit der HSV-Philosophie absolut unverträglich“ als damaligen Trainerkandidaten für immer dementierte. Ich weiß, dass auch hier sehr kontrovers über Reinhardt diskutiert wird, allerdings hatte der Sportchef meines Erachtens noch keine Gelegenheit, sich zu beweisen. Und jetzt, wo er sie hat und daran auch gemessen werden will und muss, sägt man an seinem Stuhl. Wenn iwir das erfahren, wird auch selbst derartiges mitbekommen haben. Und ich weiß ehrlich gesagt nicht, weshalb sich der HSV trotz der vielen Baustellen im Bundesligakader auch im Umfeld neue Gräben schaufelt, aber es beunruhigt mich.

Egal wie, ich möchte vor der morgigen Jahreshauptversammlung, die mit Sicherheit viel Diskussionsstoff liefern wird, hier und heute nicht mit einem negativen Ereignis abschließen. Daher hier noch mal das Kurzfazit des Spiels: Offensiv mutig und endlich auch torgefährlich, mit einem überragenden Ruud van Nistelrooy und einem immer besser werdenden Offensivspiel des Mittelfelds hat der HSV hinten noch eine Baustelle: die Position des zweiten Innenverteidigers. Kacar wird es nicht, da lege ich mich fest. Besic wohl auch nicht – ansonsten wäre es dumm von Veh, ihn heute erst so spät einzuwechseln. Daher bleibt nur die Hoffnung auf einen Neuen. Denn selbts Joris wird noch nicht rechtzeitig fit. “Ich hoffe noch ein wenig, aber es ist unwahrscheinlich..”.

HSV: Rost – Demel (ab 74. Rincon), Kacar, Westermann (ab 89. Besic), Aogo (ab 89. Pressel) – Jarolim (ab 46. Jansen), Zé Roberto (ab 74. Tesche) – Pitroipa (ab 46. Guerrero, ab 74. Choupo-Moting), Ben-Hatira (ab 62. Torun), Elia (ab 62. Trochowski) – van Nistelrooy.

In diesem Sinne: bis morgen! Und vielleicht noch bis nachher…