Tagesarchiv für den 7. Oktober 2010

Elia verletzt, Petric bald wieder fit

7. Oktober 2010

„Ich komme manchmal ins Büro und habe keine einzige Idee. Dann wachsen wir eben mal nicht.“ (Präsident Uli Hoeneß vom FC Bayern in einem Interview der neuen Ausgabe des Magazins „GQ“). Was für ein Spruch! Dann wachsen wir eben mal nicht. Herrlich, der Mann hat die richtige Einstellung. Kann man sich i München wahrscheinlich erlauben. In Hamburg würde der Kollege wahrscheinlich sagen: „Na gut, dann wachsen eben unsere Sorgen . . .“

Obwohl: Heute sind sie, die Sorgen des HSV, eigentlich ein klein wenig geringer geworden, denn: Mladen Petric wird nun doch nicht bis zum Jahreswechsel ausfallen, sondern viel eher auf den Rasen zurückkehren. Der an der rechten Wade verletzte Stürmer war zur Kernspintomographie nach Basel geflogen, wo festgestellt wurde, dass doch keine (!) Sehne gerissen ist. Das hatte die erste Untersuchung in Hamburg noch vermutet, aber es war wegen des großen Blutergusses (vor einigen Tagen) auch nicht zu 100 Prozent feststellbar.

„Ich fühle mich ziemlich gut, obwohl ich noch immer Schmerzen im Bein habe, aber es geht schon deutlich besser“, sagt Petric und fügt hinzu: „Ich weiß jetzt, dass die Verletzung nicht so schlimm ist, und dass ich deshalb wieder etwas früher auf den Platz zurückkehren werde.“ Der Kroate begann heute schon mit dem Fahrradfahren, hatte vor Tagen schon mit Kräftigungs- und Stabilisationsübungen begonnen (zu früh, wie er feststellte). Mladen Petric: „Ich versuche nun, so schnell wie möglich das Blut aus der Waden zu bekommen, damit der Druck dort normal wird.“ Er trägt jetzt rechts einen Stützstrumpf (Kompressionsstrumpf) und sagt: „Ich bin in erster Linie erleichtert, dass die Verletzung doch nicht so schlimm ist wie zunächst befürchtet. Ich werde dennoch nichts überstürzen, ich mache mir keinen Stress, ich habe Geduld – auch wenn ich sehr gerne spielen würde.“

Passiert war die Verletzung durch einen Schlag auf die Wade. David Jarolim war ihm mit dem Knie ins rechte Bein gesprungen: „Leider hat mich dann blöde erwischt.“ Es passierte gerade in jener Situation, als Trainer Armin Veh von einem auf zwei Spitzen umschaltete. Und die meisten Hamburger würden wohl das Angriffsduo Ruud van Nistelrooy/Mladen Petric favorisieren. Ärgerlich für den verletzten Stürmer? „Wenn ich diese Verletzung nicht bekommen hätte, dann hieße es ja nicht automatisch, dass ich auch spielen würde. Choupo hat ja das entscheidende Tor gegen Kaiserslautern geschossen, deswegen ist man sicherlich froh, dass er auf dem Platz stand. Man wird sehen, was in den nächsten Spielen passiert.“ Gegen Mainz 05 wird Petric wohl noch ausfallen, aber eine Woche später gegen den FC Bayern, dann könnte er schon wieder mit von der Partie sein. „Es wäre schon ein Reiz dabei, gegen die Bayern, aber ich gebe keine Prognose ab. Es kann sein, dass ich in den nächsten Tagen wieder schnell am Ball bin, es kann aber auch sein, dass das Bein reagiert und ich noch nicht richtig mitmachen kann.“

Abwarten. Das gilt jetzt auch für Eljero Elia. Die „Rakete“ (a. D.) wurde vom niederländischen Nationaltrainer Bert van Marwijk am späten Mittwoch nach Hamburg geschickt, weil der HSV-Profi verletzt ist. Er hat Schmerzen (und Wasser) in der Ferse. Wahrscheinlich, so vermute ich, noch ein Souvenir aus dem St.-Pauli-Spiel. Elia hatte schon bei seiner Ankunft bei der Nationalmannschaft über Beschwerden geklagt. „Ich muss mir das erst einmal ansehen, Elia flog ja nicht verletzt zur Nati. Dass er einen Schlag bekommen hatte im St.-Pauli-Spiel, das ist ja richtig, aber ich habe danach nicht erkannt, dass er in den Trainingseinheiten große Schmerzen gehabt hat. Es muss was Neues sein. Oder etwas Altes Neues“, sagt Armin Veh.

In den Niederlanden hieß es schon wieder, dass Elia zuletzt nur mit Schmerzen beim HSV gespielt hätte. Davon will der HSV-Coach aber absolut nichts wissen: „Er ist von hier gesund zur Nationalmannschaft gestartet, und er hat hier auch nicht mit Schmerzen oder mit einer Verletzung gespielt. Ich bin kein Trainer, der einen Verletzten spielen lässt.“ In der Regel, das bestätigt auch Veh, melden sich die Spieler bei ihm und bei der medizinischen Abteilung, wenn sie angeschlagen sind – Eljero Elia hat sich aber weder beim Coach noch bei den Medizinern gemeldet. Erst in den Niederlanden ging er zum Nati-Arzt. Das kennen wir doch!? So war es ja auch noch dem Werder-Spiel im Dezember 2009, wo es plötzlich hieß, dass der HSV die schwere Verletzung des Stürmers „verschlampt“ hätte. Jetzt schon wieder? Veh: „Ich würde doch merken oder sehen, wenn ein Spieler beim Training humpelt. Und das habe ich bei ihm nicht gesehen. Für mich war er fit, als er aus Hamburg abflog.“

Elia ging heute am Nachmittag zum Arzt, um die Ursache für die Schmerzen ergründen zu lassen. Und dann muss der HSV abwarten, wie lange sich der Heilprozess hinziehen wird. Es ist generell aber schon sehr, sehr schade, dass Elia einfach nicht wieder auf die Füße kommt.

Beim heutigen Training fehlten Marcell Jansen und Dennis Diekmeier. Jansen läuft derzeit nur, er soll nach seiner Virus-Erkrankung nächste Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Ähnlich verhält es sich mit Diekmeier, der einen entzündeten Fuß hat. Wieder viel gelaufen ist heute Heung Min Son. Wann der Südkoreaner aber wieder einsteigen wird, ist noch offen. In der nächsten Woche werden neue Aufnahmen von seinem lädierten Mittelfuß gemacht, dann werden die Mediziner feststellen, wie gut die Wunde bereits verheilt ist. Und nur danach richtet sich die Rückkehr ins Mannschaftstraining.

Apropos Training: Wer am Freitag in den Volkspark pilgern sollte, um die Rest-Mannschaft des HSV auf dem Trainingsplatz zu beobachten, der sollte sein Vorhaben schnell wieder abblasen, denn: An diesem Vormittag gehen die Profis Tennis und Badminton spielen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dafür konnten die Kiebitze heute noch sehen, wie ehrgeizig zum Beispiel ein Frank Rost immer wieder ist. Folgende Übung war für alle Spieler angesetzt: Jeweils zwei Mann standen in einem Quadrat acht mal acht Meter. In einer Entfernung von 35 bis 40 Meter standen zwei weitere Spieler im Quadrat. Nun mussten die Bälle hin und her gespielt werden, und zwar jeweils in dieses Quadrat. Dort durfte ein Spieler den Ball stoppen (aber nur einmal berühren!), der andere musste die Kugel dann wieder zurück in das gegenüberliegende Quadrat spielen. Der Ball durfte vorher nicht aufprallen. Jeder Fehler bedeutete einen Punkt für die gegnerische Partei.

Frank Rost und Jaroslav Drobny waren dabei ein Team, und für mich war es einmal mehr bewundernswert, wie sehr Rost um jeden Ball, um jede Berührung, um jeden Zentimeter (daneben!) kämpfte, gestikulierte, schrie und protestierte. Ich dachte instinktiv an Horst Hrubesch. Wieso Horst Hrubesch, werdet Ihr nun fragen, was hat Horst Hrubesch mit Frank Rost gemeinsam? Ich werde es erklären. Hrubesch, der Kopf der Meistermannschaft von 1983 (er, und nur er hatte das sagen in diesem Team!), hat den damaligen Erfolg (einige „Überlebende“ werden sich erinnern: Der HSV war 1983 Gewinner des Europapokals der Landesmeister! Jawoll, so etwas gab es einmal!) immer wie folgt erklärt: „Wir sind elf Sieger-Typen, wenn wir auf dem Rasen stehen, wir wollen immer nur eines: gewinnen. Das macht uns so stark.“ Ja, so war das damals. Und Rost will auch immer nur gewinnen. Egal, ob im Training oder im Spiel. Er gibt immer alles, wer will, er beißt, er kämpft. Wären alle Spieler so wie ihr Torwart, der HV wahrscheinlich schon längst wieder einen Titel gewonnen . . .

So, nun noch einmal in eigener Sache:
Diese Mail erreichte mich heute:

Hallo Dieter Matz!
Es wird Zeit, dass ich mich endlich mal aktiv bei „Matz ab“ zu Wort melde. Natürlich ohne prollig zu werden. Das braucht keiner. Wie kann ich eigentlich aktiver „Matz-abber” werden? Und noch eine Frage zum nächsten „Matz-ab-Treffen” in der Raute. Ich würde am Freitag, den 5. November sehr gerne mit meinem HSV-Kumpel dabei sein. Können wir einfach so vorbei kommen? Oder was müssen wir beide anstellen??? Bitte um kleine Info.

Hier die Info: Jeder „Matz-abber“ kann in die Raute kommen und bei diesem Treffen dabei sein, jeder ist herzlich willkommen. Eintritt frei. Gute Laune ist mitzubringen. Und wie man schreibender „Matz-abber“ wird? Das wurde hier mehrfach schon geschrieben:

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Wenn dieses durch Dich geschieht, steht der Beitrag im Blog. Danach wird er immer automatisch eingestellt.
Wartezeit also nur beim ersten Mal!

So, ganz am Ende: Vielleicht habt Ihr es eben gelesen: „Ohne prollig zu werden. Das braucht keiner.“ Treffer. Und was sich teilweise in den letzten Tagen abgespielt hat, ist echt das Allerletzte. Keine Erziehung? Keine Kinderstube? Ich habe verschiedene Bitten erhalten, den oder den „prolligen“ „Matz-abber“ auszubremsen, aus dem Verkehr zu ziehen. Wir haben einst einmal gesagt, dass wir heir niemanden ausbremsen wollen, aber es ist natürlich schon einige Male geschehen. Und ich möchte diejenigen, die nun wieder einmal in die Fäkalsprache abgedriftet sind, nur noch einmal eindringlich ermahnen: Bei der nächsten Gelegenheit werdet Ihr gesperrt. Ich appelliere an Eure Vernunft, bitte zügelt Euch.
Und dazu noch eine Bitte an diejenigen, die sich angegriffen fühlen: Der Klügere gibt nach. Bitte springt nicht mehr auf jeden noch so blöden Kommentar (gegen Euch) an – ich, das werden vielleicht schon einige ge- oder bemerkt haben, versuche mich darin schon einige längere Zeit. Und es geht mir, ganz persönlich nur mir, wesentlich besser dabei.

16.57 Uhr