Tagesarchiv für den 10. August 2010

Hinten rechts – die größte Baustelle

10. August 2010

Stand jetzt: Es gibt kein Angebot für Eljero Elia. Und jetzt ist 17.02 Uhr. Immer noch Dienstag. Es ist zu diesem Thema schon so viel geschrieben worden, auch viel Gutes. Für mich, das möchte ich noch einmal bekräftigen, steht fest, dass ich Elia niemals laufen lassen würde. Niemals? Okay, ab 30 Millionen aufwärts, dann könnte man darüber reden. Ansonsten aber nie! Jedenfalls nicht 2010.

Weil ich Elia bei der WM in einigen Kurz-Einsätzen gesehen habe. Da hat er so gespielt, wie zu Beginn seiner HSV-Zeit. Oder auch etwas besser. Rassig, temporeich, dribbelstark, mutig – unwiderstehlich. Und genau so erwarte ich ihn auch in dieser Saison beim HSV. Der Junge will doch, der Junge muss vor allen Dingen noch etwas (mehr) zeigen, wenn er noch in die ganz große Fußball-Welt hinaus will. Mit dem entsprechenden Berater könnte das noch etwas werden. Und da Elia noch Vertrag bis 2014 hat (mit dem HSV), könnte er mit einer richtigen „Hammer-Saison“ lässig auf über 30 Millionen kommen – im Jahre 2011. Für den HSV, die 30. Dazu muss ihn aber sein Berater stets auf dem Boden halten – oder ihn dorthin zurück holen.

Und: Elia sollte mit seinen 23 Jahren (erst 23!) auch selbst versuchen, so schnell wie möglich „erwachsen“ zu werden. Das heißt: Alle Kinkerlitzchen, die nicht in den Profi-Sport gehören, ablegen. Nur auf den Fußball konzentrieren, um hundertprozentige Fitness bemüht sein, nicht gleich „maulen“, wenn man mal auf einer „falschen“ Position eingesetzt wird, trotz aller individuellen Klasse auch Teamplayer sein, sich einordnen ohne sich unter zu ordnen, und vor allen den unbedingten Willen an den Tag legen, eines fernen Jahres tatsächlich bei Real Madrid, FC Barcelona oder FC Chelsea spielen zu wollen. Das geht nicht, wenn man in Hamburg die Diva gibt. Das geht auch nicht, wenn man die nötige Ernsthaftigkeit vermissen lässt. Und daran haben einige beim HSV, auch wenn es nie öffentlich geäußert wurde, in der Vergangenheit doch ein wenig gezweifelt.

Aber: Alles kann gut werden. Ich denke, dass Elia eine ganz starke Saison spielen wird. Für den HSV. Stand jetzt, es ist nun 17.21 Uhr, liegt nämlich immer noch kein Angebot vor. Und ich habe eben mit einem HSV-Mitarbeiter telefoniert . . .

Apropos: Das Thema „Einkäufe“, das bei Euch immer noch heiß diskutiert wird, das habe ich in einem Gespräch heute am Nachmittag auch leicht gestreift. Mir wurde noch einmal bestätigt, dass keine weiteren Transfers (also Einkäufe) mehr geplant sind. Stand jetzt. Abgegeben werden soll und wird noch, aber es sollen (soll) keine Neulinge mehr kommen. So sieht es in der Realität aus. Also auch kein „KPB“.

Obwohl der eventuell sogar helfen könnte. So er denn hinten rechts eingesetzt werden könnte. Aber das kann er wahrscheinlich nicht. Oder er wollte es wohl auch nicht wollen – aber das ist ja auch sowas von überhaupt kein Thema, “überhaupter” geht es ja gar nicht . . . Hinten rechts ist für mich aber, und das ist nun kein Scherz mehr, die ganz, ganz große Problemzone des HSV. Guy Demel spielt dort nur widerwillig, Dennis Diekmeier muss noch an sich arbeiten – also wer? Ich habe es vor einigen Tagen schon vorgeschlagen: Tomas Rincon. Er spielt dort zwar auch nicht gerne, aber bevor er gar nicht spielt, könnte er es wohl doch eher wollen. Und wenn er dazu noch eine kleine Schulung in Sachen Taktik und Defensivverhalten (als Verteidiger) erhielte (es gibt ja genügend Trainer beim HSV, die das könnten), dann wäre Rincon „mein“ Kandidat. Beißen kann er, giftig ist er, grätschen kann er auch – und nach vorne, so mein Empfinden, hat er sich in seiner Hamburger Zeit auch schon etwas verbessert. Ich würde es auf jeden Fall riskieren.

Zumal etwas weiter vorne rechts, also die Position vor dem Verteidiger, ja auch in Sachen Defensive noch einige Wünsche offen sind. Mladen Petric hat die Rückwärtsbewegung innerhalb von nunmehr sechs Wochen noch nicht so richtig „drin“, und Eljero Elia, Piotr Trochowski und Romeo Castelen haben dieses Defensiv-Gen ebenso noch nicht eingepflanzt bekommen. Und von den Talenten, die sich im Trainingslager in Längenfeld zeigen durften, nämlich Henrik Dettmann und Robert Labus, sehe ich noch keinen Spieler so weit, als dass er sich dort verdient machen könnte.

Genau deswegen ist die rechte Seite des HSV auch meine Kummer-Seite. Ich sehe noch mit Schrecken, wie die Spieler des FC Energie Cottbus am Sonntag in Flensburg dort immer wieder durch marschierten, ohne dass es eine richtige Gegenwehr gab . . . Aber vielleicht stellt Armin Veh dieses Manko ja auch dadurch ab, indem er David Jarolim und auch Heiko Westermann die Anweisungen gibt, dort stärker einzurücken, dort vermehrt ein Auge auf das Geschehen zu werfen, um sofort Gewehr bei Fuß zu stehen, falls Gefahr im Verzuge ist.

Aber: Wir werden es alle erleben, wie sich Armin Veh entscheiden wird. In der einen Sache etwas früher, in der anderen etwas später. Am Freitag aber fallen schon mal einige Entscheidungen. Wer ist dann die Nummer eins? Und wer ist der (neue oder doch der alte?) Kapitän?

So, zum Schluss noch in eigener Sache: Es hat etwas gedauert, aber nun gibt es bei „Matz ab“ ein kleines Video vom Trainingslager in Längenfeld. Echt empfehlenswert.

Und zur Tipprunde, die aus Euren Kreisen eingerichtet wurde: Ich mache sehr gerne mit, aber. „Eiche Nogly“ weiß, warum dieses „aber“ dort steht. Er musste mich während der WM nämlich immer daran erinnern, zu tippen. Wenn das jemand (statt „Eiche“) übernehmen würde, dann bin ich dabei.

Bei der Gelegenheit soll (und darf) ich daran erinnern, dass es auch beim Hamburger Abendblatt eine Tipprunde gibt. Zu erreichen unter: http://www.abendblatt.de/tippspiel (auch Teamwertung möglich)!

So, und zu meinen „Schulden“. Den Gewinnern des WM-Tippspiels wurden ja auch Preise versprochen. Gewonnen hatten, soviel ich weiß, HK Hans, ZenitHamburg und Matze. Ihr seid nicht vergessen, nur benötige ich Eure Adressen (oder Telefonnummern). Und wo ich gerade dabei bin: „Andreas“ soll immer noch das signierte Mannschaftsfoto (HSV 1960) bekommen, doch dazu benötige ich ebenfalls seine Adresse. Bitte melden! Und, ganz am Rande: Patrick Nehr, die Geschichte ist angekommen, es wird damit auch etwas unternommen, aber nicht bei “Matz ab”.

18.07 Uhr

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