Tagesarchiv für den 6. August 2010

Viererkette mit Jansen

6. August 2010

Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Und im extrem schnellen Informations- und Mailzeitalter muss man wohl sagen: Nichts ist so alt wie der letzte Beitrag. Darum geht es auch schon weiter. Dabei möchte ich heute, am 1. Geburtstag dieses Blogs, gar nicht so viel schreiben wie sonst, jedenfalls nichts Außersportliches. Das habt Ihr alle ja schon in Hülle und Fülle getan. Und es hat mich – das darf ich ruhig verraten – mehr als ein bisschen gerührt. Was ich damit noch ein letztes Mal für heute sagen will, ist: Danke. Sämtliche Glückwünsche haben mich erreicht, und ich reiche sie hiermit an Euch alle weiter.

Gemeinsam Stärke beweisen. Das ist auch etwas, was Trainer Armin Veh von seiner Mannschaft erwartet, wenn es demnächst ins Eingemachte geht. Heute beim Training ließ der Coach schon einmal gezielt seine Abwehr-Viererkette üben. Besetzung: Heiko Westermann und Joris Mathijsen in der Innenverteidigung, Guy Demel rechts, Marcell Jansen links. Jansen? Jetzt werden sich einige von Euch wahrscheinlich auf die Schenkel klopfen und denken: Mensch, da hat der alte Matz uns doch veräppeln wollen, als er von Zé Roberto als möglichem Linksverteidiger für den Auftakt geschrieben hat. Habe ich aber wirklich nicht. Der Brasilianer durfte heute wegen der zuletzt hohen Belastung im Training etwas kürzertreten, daher fehlte er sowieso auf dem Platz. Er ist aber ganz sicher die Alternative Nummer eins, falls Veh zum Auftakt im DFB-Pokal und dann gegen Schalke 04 aus physischen Gründen auf Dennis Aogo (Probleme mit dem Ischiasnerv, drehte heute Laufrunden) und Marcell Jansen (nach der WM noch mit Trainingsrückstand) verzichten sollte. Der Coach wird sich seine Kandidaten genau anschauen und dann spätestens Mitte nächster Woche eine Entscheidung treffen.

Dass Zé Roberto gegen Chelsea einen so hervorragenden Linksverteidiger abgab, war ja für einige von Euch die große Überraschung des Spiels. Dazu sollte man aber wissen, dass der Brasilianer in seinen vielen Profijahren sogar mal als Kandidat für diesen Posten in der Selecao, der brasilianischen Landesauswahl, galt. Er hat ein hervorragendes Gespür für Spielsituationen und weiß, wann er sich nach hinten und wann nach vorne orientieren muss. Zudem, und das war gegen Chelsea besonders auffällig, achtet er immer auf das Verhalten seiner Nebenleute. Auch wenn es den einen oder anderen Außenverteidiger des HSV (links und rechts) vielleicht indirekt kritisiert, behaupte ich sogar, dass Zé Roberto ein größeres Konzentrationspotenzial hat als viele andere Spieler, die ich schon auf diesen Positionen gesehen habe.

Für das Raunen des Tages sorgte heute beim Abschlussspiel ein herrlicher 20-Meter-Schuss ans Lattenkreuz – abgegeben von Marcell Jansen. Vorher, als die Viererkette auf der einen Seite übte und die andere Hälfte der Mannschaft Torschussübungen machte, heimste sich Tomas Rincon ein Sonderlob ein. Seine Abschlüsse waren fast alle brandgefährlich, seine Schusshaltung vorbildlich und sein technisches Vermögen super. Das machte Spaß, das machte Appetit auf mehr.

Genau die gegenteilige Gefühlsregung dürfte David Rozehnal bei seinem Noch-Trainer Veh ausgelöst haben – allerdings unfreiwillig. Erst stoppte der Tscheche, den der HSV gerne abgeben würde, Mladen Petric etwas unsanft: Der Kroate ging zu Boden. Dann stieß er mit Ruud van Nistelrooy zusammen: Der Niederländer japste, weil er genau auf „der Zwölf“ getroffen wurde. Und schließlich sank auch noch Paolo Guerrero auf den Rasen, nachdem er in einen Zweikampf mit Rozehnal geraten war. Da witzelte manch Zaungast: „Er soll ja gehen und will nun bestimmt noch ein paar mitnehmen…“ Aber natürlich waren es nur normale Zweikampfszenen. Verletzt hatte sich auch keiner der Profis.

Das stürmische und eben genannte Trio dürfte Veh dennoch ein wenig Kopfzerbrechen bereiten. Van Nistelrooy, Petric und Guerrero waren nämlich nicht nur gegen Chelsea mitunter sehr schwach, auch im Training läuft bei ihnen wenig zusammen. Da ist Jonathan Pitroipa, der heute in der offensiven Dreierkette hinter der Spitze van Nistelrooy ganz rechts agierte (zentral Petric, links Guerrero), der einzige quirlige Aktivposten. Dass meinem Lieblings-„Eichhörnchen“ hier und da immer mal die Kugel verspringt, dass er gelegentlich total neben der Spur zu sein scheint, macht die Aufgabe für Veh nicht leichter. Setzt er auf Pitroipas Tempo und seine Unberechenbarkeit? Oder sieht er doch eher Eljero Elia in der Startformation?

Ich bin wirklich gespannt und kann mir vorstellen, dass es bis zur DFB-Pokalpartie in Torgelow noch einige Wechselspielchen geben könnte. Vielleicht sogar im Bereich der gestandenen Führungsspieler. Ruud van Nistelrooy, Petric und Guerrero scheinen jedenfalls gerade ein bisschen durchzuhängen. Mal sehen, wie sie sich am Sonntag im Abschlusstest gegen Energie Cottbus präsentieren werden.

Demnächst wird es ja auch eine Vorabentscheidung in Sachen Nummer eins geben. Frank Rost hat meines Erachtens hauchdünn die Nase vorn im direkten Zweikampf gegen Jaroslav Drobny. Der aus Berlin zum HSV gewechselte Tscheche betrachtet die Konkurrenzsituation völlig gelassen und ohne jegliche „Spitzen“ gegen Rost. „Ich mache meinen Job“, sagt Drobny so trocken, wie er auch die meisten Bälle pariert. Dass er trotz anderer Angebote zum HSV und damit womöglich auf die Ersatzbank gewechselt ist, ruft bei dem Schlussmann auch keine bissigen Reaktionen hervor. Er habe sich den Wechsel zum HSV sehr wohl überlegt, er wollte unbedingt zu einem Verein mit Ambitionen, sagte Drobny nach der Trainingseinheit. Dieser Mann vertraut seinen Stärken, das ist nicht zu überhören – und glaubhaft wirkt er allemal.

Noch einmal kurz zurück zum Training, bei dem neben Romeo Castelen (Schlag aufs Knie) auch Piotr Trochowski fehlte. „Troche“ plagen leichte Probleme an der Achillessehne, er durfte nur Fahrrad fahren. Wenn mich nicht alles täuscht, dürfte damit auch Trochowskis Reise zur Nationalmannschaft platzen. Sein Aufbautraining für die Hinserie sollte Trochowski dann doch besser in Hamburg und nicht in Koppenhagen bestreiten. Für unseren „Reizspieler Nummer eins“, über den es ja bekanntlich immer und immer wieder stark differenzierte Kritiken und Kommentare gibt, wird die kommende Saison auch so etwas wie eine Standortbestimmung. Sein Berater Roman Grill, ja, der Fast-beinahe-und-dann-doch-nicht-Sportchef, war beim Chelsea-Spiel in Hamburg und nahm schon mal Kontakt zu Bastian Reinhardt auf. Ging es um mögliche Vorgespräche zu einer Vertragsverlängerung? Oder plant Trochowski vielleicht doch noch den Absprung? Ich sage es aber mal ganz eindeutig: Von den vielen Spekulationen um Interessenten für den Nationalspieler hat sich bis heute noch keine als echtes, beim HSV eingetroffenes Angebot entpuppt. Daher will ich diese Gerüchte nicht auch noch anheizen, es macht sie nämlich nicht besser oder zielführender.

16:10 Uhr

Danke für ein unvergessliches Jahr!

6. August 2010

Heute schließt sich der Kreis: ein Jahr „Matz ab“. Schon ein Jahr, oder erst ein Jahr? Egal, frei nach dem Motto „Die erste Million ist die schwerste“ ist auch das erste Jahr für Matz ein schwieriges Unterfangen gewesen. Niemand wusste, was da auf uns alle zukommen würde. Wird „Matz ab“ angenommen, wird „Matz ab“ ernst genommen, wird „Matz ab“ beachtet – oder wird das der berühmte Schuss in den Ofen? Was kommt an? Was wird gewünscht? Was kann man sich sparen? Ein Start ins Ungewisse, an jenem 6. August 2009. Der erste Eintrag, es ist ja alles noch zu lesen, erfolgte am Start-Tag um 19.47 Uhr in der Rubrik „Autor“. Ein alter Bekannter von mir, der ehemalige Norderstedter Liga-Spieler und Liga-Trainer Uli Lutkus, mit dem ich auch noch jahrelang zusammen in einer Mannschaft gespielt habe. Es war nicht abgesprochen, wir hatten uns zuvor längere Zeit nicht gesehen (und jetzt auch schon längere Zeit nicht mehr!), aber es hat mich sehr gefreut, dass er der erste Mann war, der sich hier verewigt hat. „Elisabeth“ war die Nummer zwei, wobei ich Elisabeth nicht kenne – sie schlug mir vor, dass wir einmal gemeinsam Enten füttern sollten. Es blieb beim Vorschlag. Aber ich füttere tatsächlich gerne Enten . . .

Der erste Eintrag unter dem Starttext erfolgte am 7. August, genau um 6.21 Uhr. „Florian Hebbel“ schrieb: „Herr Matz, das gefällt mir – sehr viel versprechend und schon jetzt unter meinem Lesezeichen im iPhone. Viel Erfolg und viel Spaß.“ Männer des ersten Tages waren dann noch Jacek Dembinski, Blanket, Micha E. und Peacock. Sie alle brachten die Lawine ins Rollen. „Matz ab“ ist bis heute eine Erfolgsgeschichte geworden. Es klingt dumm, wenn ich das schreibe, es müssten eigentlich andere Leute schreiben, aber „Matz ab“ ist fast eine Ein-Mann-Geschichte, das „Ding“ eines Einzelkämpfers. Deswegen muss ich kurz über den Erfolg berichten.

Jedes Mal, wenn ich in den erste Wochen ein Mitglied der Chefredaktion des Hamburger Abendblatts traf, wurde mir von steigenden Zahlen berichtet. Jedes Mal bremste ich denjenigen, der es mir sagte, denn: Ich wollte keine Zahlen hören. Ich wollte keine Quoten hören, weil ich immer an Thomas Gottschalk dachte, bis heute denken muss. Der startete mit „Wetten dass . .?“ auch einst mit zweistelliger Millionenzahl, heute liegt er im einstelligen Bereich – trotz einer Michelle Hunziker. Ich wusste so zwar von stetig steigenden „Matz-ab“-Zahlen, aber nie etwas von Zahlen. Die wurden mir dann in den Blog geschrieben – und ich las sie. Über 1,5 Millionen Klicks im ersten Quartal 2010. Wahnsinn! Wer konnte das ahnen, als es am 6. August 2009 los ging? Ich hatte keinerlei Vorstellungen von dem, was auf mich einprasseln würde. Ich war absolut ahnungslos – und einige User, die „Matz ab“ von Beginn an torpedieren wollten, werden es noch heute nur zu gerne bestätigen (vielleicht tun sie es ja auch, wer weiß?). Es ist auf jeden Fall unglaublich, wie diese Geschichte bis heute verlief. Aus aller Welt, ja, tatsächlich aus aller Welt kommen Beiträge, vor allem aber auch die wunderbarsten Dankeschöns für „Matz ab“. HSV-Fans, die es in die weite Welt hinaus gezogen hat, und die sich so mit ihrem Verein verbunden fühlen können.

Jetzt, es ist schon überfällig, möchte ich Danke sagen. Danke an alle. Ihr seid einzigartig, Ihr seid weltklasse, Ihr seid großartig, sensationell – einfach toll! Ohne Euch, natürlich, wäre „Matz ab“ ein Rohrkrepierer geworden. Ihr habt „Matz ab“ mit Leben gefüllt, Ihr seid quasi rund um die Uhr „Matz-abber“, und das ist traumhaft. Deshalb kann ich es gar nicht oft genug wiederholen: Ich danke Euch von Herzen, Ihr seid diese Erfolgsgeschichte, Ihr seid der HSV! Ich habe bis vor einem Jahr gedacht, ich kenne „den“ Fan, aber das war ein Irrtum. Ihr liebt die Raute, Ihr lebt den HSV, Ihr geht für Euren Lieblingsklub auf, Ihr denkt 24 Stunden HSV, und Ihr gebt alles, um mit Eurem Verein Erfolge feiern zu können. Ihr seid nicht einfach nur Fan, Ihr opfert Euch auf, mit Liebe, mit Herz, mit Leidenschaft, mit großem und größtem Engagement. Seit einem Jahr denke ich: „Wenn das die Profis wüssten, was Ihr alles für den HSV tut . . .“

Ich sage Euch danke!

Und ich hoffe sehr, dass Ihr auch in Zukunft „Matz ab“ die Treue halten werdet. Ich durfte in diesen zwölf Monaten viele, viele nette und hervorragende Menschen kennen lernen, schon deswegen war diese Zeit eine sehr schöne Erfahrung für mich. Ihr habt mich aufgebaut, wenn ich einmal (mehrmals) durchhing, Ihr habt mich getröstet, wenn die Architekten-Innung mal wieder gnadenlos zugeschlagen hatte, Ihr habt mich ganz hervorragend verteidigt – danke, danke, danke! Nein: danke! Ich bin zutiefst überwältigt von Eurem Teamgeist, der mich durch viele Höhen und einigen Tiefen begleitet hat.

Und es gab viele, viel Höhepunkte. Der größte war natürlich die „Enthüllungsgeschichte“, die als „Autoren“ die geschätzten User „Eiche Nogly“ und „Jacek Dembinski“ hatte. Beide Herren wussten zwei Tage lang, dass der HSV Ruud van Nistelrooy verpflichten würde, beide wurden von mir gebeten zu schweigen, damit diese Verpflichtung auch tatsächlich klappen konnte – und sie schwiegen. Für den HSV! Einmalig. Der Klub wusste es zu schätzen, „Eiche“ und „Dembi“ wurden beim ersten „Matz-ab“-Treffen geehrt und ausgezeichnet.

Es gab weiter Enthüllungen, erste Meldungen, Spekulationen. Davon lebt der Blog. Er lebt aber auch von Euren Aktivitäten. Von Euren Ideen, von Eurem Engagement. „Benno Hafas“ ist längst unser „rasender Reporter“ geworden, dessen Fotos längst das Salz in der Suppe geworden sind. Dann die vielen, vielen tollen Beiträge, in denen Ihr Vorschläge unterbreitet, wie es besser laufen könnte beim HSV. Und wie es besser für „Matz ab“ laufen könnte. Ihr schreibt über Eure Sorgen um den Klub, Ihr möchtet mit Rat und Tat helfen – Ihr gebt alles. Herrlich.

So mancher Beitrag von Euch könnte in großen Illustrierten stehen, oder in arrivierten Zeitungen – so gut sind Eure Zeilen. Stellvertretend für diese Geschichten möchte ich den Weihnachts-Beitrag des „Trappers“ nennen, der für mich bis ans Lebensende unvergessen sein wird. Pulitzer-Preis-verdächtig.

Oder Euer Einfühlungsvermögen. Wie an diesem Donnerstag „HK Hans“, der dem so schwer verletzten Heung Min Son schrieb. Vielen Dank, lieber Hans, auch dafür – aber nicht nur. Du hast das Herz auf dem rechten Fleck, und Du bist ein Mann vom Fach; Du hast Ideen, Du lebst mit diesem Blog als wäre es Deiner – Du hast zum Beispiel vorgeschlagen, den Sommer mit Sommergeschichten zu überbrücken (was hervorragend angenommen wurde!). Dafür sage ich Dir ausdrücklich noch einmal danke, Du hast für den „Matz-ab“-Zusammenhalt von Beginn an alles getan. Mit vielen, vielen anderen Usern.

Und zu dieser Erfolgsgeschichte, das finde ich ganz besonders schön, gehören auch viele, viele Frauen – mit Ahnung vom Fußball und ihrem HSV. Allen voran Eva, die Chef-Organisatorin – ich danke Euch allen, dass Ihr diesen Blog mit so herrlichem Leben erfüllt habt, und ihn wohl auch in Zukunft mit Leben füllen werdet.

Verzeiht mir bitte, wenn ich jetzt nur einige „Matz-abber“ namentlich genannt habe, dieser Beitrag würde sonst lang und länger werden. Es soll sich niemand ins Abseits gestellt sehen, ich schätze Euch alle. Stellvertretend für alle Vielschreiber seien die Männer der ersten Stunde genannt: Dylan1941 und HSV Jonny. Kurz sei noch erwähnt, dass die Trainings-Kiebitze wie zum Beispiel Devildino, Nordbert, Trainerglück, Mazda, Gobi (mit den Franzbrötchen!) und die anderen stets mithelfen, tatsächlich alles zu sehen. Gemeinsam entgeht uns nichts! Danke auch dafür.

Ein weiteres Dankeschön von mir geht nach Delmenhorst, ich bin kürzlich Ehrenmitglied des rührigen Fan-Klubs MiF (Mitten im Feindesland) geworden – eine ganz besondere Ehre für mich, die ich sehr zu schätzen weiß.

Zum Schluss möchte ich mich noch bei meinem Kollegen Christian Pletz bedanken, er hält mir den Rücken frei, er vertritt mich immer dann, wenn ich nicht zum Training kann. Mein lieber „Pletzi“, vielen Dank für Deine Mithilfe, ohne Dich würde „Matz ab“ nicht funktionieren. Du warst beim HA immer wie ein Sohn für mich, wir schwammen und schwimmen fußballerisch immer auf einer Welle, obwohl Du eher rustikal spielst (und trittst), und ich eher der feinsinnige Techniker bin – aber das gehört jetzt auch nicht unbedingt hierher.

Und, um nun völlig ans Ende dieses Berichtes zu kommen, ich möchte schnell noch eine große Bitte loswerden: Ich wünschte mir (noch) mehr Frieden in diesem Blog, viel mehr Frieden. Kritik ist schön und gut, sie ist sogar erwünscht, aber äußert sie nicht unbedingt mit dem Presslufthammer. Böse, aggressiv, unterhalb der Gürtellinie, pöbelnd und beleidigend, das muss nicht sein. Zeigt, dass es auch zivilisiert geht, auch wenn es woanders härter zugehen sollte. Kein Maßstab für uns. Es wäre schön und ein Idealzustand, wenn sich alle daran zunehmend erinnerten – und sich einer sportlich-fairen Art befleißigen würden. Und noch ein Bitte: Es gibt bei uns einige untereinander „verkrachte Existenzen“, die sich nicht gerade grün sind, die sich nicht mögen. Ich kenne jeden, und ich kann jedem von ihnen versichern, dass der widerspenstige Gegenpart genau so gut in diese Welt passt wie er selbst. Deswegen wäre es schön, wenn Ihr irgendwann einmal über Eure Schatten springen könnten, um das Kriegsbeil zu begraben. Ich würde mich sehr freuen.

Wie ich auch sagen muss: „Matz ab“ ist nicht der Nabel der HSV-Welt. Es gibt keine besseren und keine schlechteren HSV-Fans, es gibt für mich nur „die“ HSV-Fans, die ihren Klub lieben und unterstützen. Wir sollten, es klingt wie ein Wort zum Sonntag, alle etwas dafür tun, dass diese HSV-Fans endlich wieder eine Gemeinschaft sind, die sich schätzen, die sich akzeptieren, die alle gemeinsam für Ihren HSV eintreten. Früher gab es sie, diese heile Fan-Welt, aber warum sollten wir nicht versuchen, diesen Zustand noch einmal zu erreichen? Ein (letzter?) Versuch sollte es uns Wert sein. Alle für einen – eigentlich ein für uns maßgeschneidertes Motto.

Vielen, vielen Dank für dieses großartige einjährige Jubiläum. Und auf das zweite Jahr – mit mehr Erfolg, mit mehr Teamgeist, mit mehr Wertschätzung für den Nebenmann.

Stop, eine, wenn nicht DIE wichtigste Person hätte ich fast vergessen: Frau M. Dass sie es sogar erlaubt, dass wir unsere Urlaubsreisen stets mit Laptop antreten, damit ich diesen Blog mit füttern kann, spricht für sich – und eindeutig für sie. Auch sie hat die meisten Matz-abber längst in ihr Herz geschlossen. Und ich danke ihr dafür viel zu selten.

So, genug geschwafelt. Ich werde Euch nun einen kleinen Einstieg geben, den Ihr bis heute Nachmittag hoffentlich mit richtig tollen Ergänzungen verseht. Jeder, der Lust hat, sollte mal schreiben, was er oder sie mit „Matz ab“ verbindet.

Für mich ist „Matz ab“…weit mehr als ein beruflicher Auftrag, es ist täglicher Bestandteil meines Lebens geworden, eine Internetplattform für Fans, Verantwortliche, Insider, Experten, fachkundige Fußballer – eine echte Herzensangelegenheit.

Meinen Kollegen Christian Pletz habe ich auch gefragt. Seine Ergänzung:

Für mich ist „Matz ab“…ein gut tuender Beweis, dass es mehr als zwei Menschen in Hamburg außerhalb des Profikaders des HSV gibt, die sich für echte Fußballthemen interessieren und darüber auf einer erstaunlich hochwertigen Ebene im Internet diskutieren mögen. Hier kann auch mal über eine Schusstechnik oder einen Stellungsfehler geschrieben werden ohne dass jemand fragt, ob die Frisur von Elia möglicherweise ein Spiegelbild seiner Seele ist oder ob Piotr Trochowski privat Hackbraten statt Hakenschlagen vorzieht. Dieser Blog kann sich nur selbst zerstören, wenn sich die Protagonisten irgendwann zu wichtig nehmen (was ich nicht hoffe) und damit einen langwierigen Virus des HSV-Aufsichtsrates annehmen. Ansonsten kann nach dem 1. Geburtstag bestimmt irgendwann Kommentar Nummer 1 Million gefeiert werden. Ich freue mich schon darauf. Herzlichen Glückwunsch!

So, jetzt seid Ihr dran. Viel Spaß und stoßt heute einfach kurz auf uns an. Für mich ist „Matz ab“…

Nur der HSV!

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