Tagesarchiv für den 23. Juli 2010

Westermann schwärmt vom HSV

23. Juli 2010

Er ist der Wunschspieler von Trainer Armin Veh. Und beim HSV wird Heiko Westermann auf jeden Fall nur auf einer Position zum Einsatz kommen: Innenverteidigung. Deswegen hat er den Champions-League-Teilnehmer Schalke 04 verlassen, um sich dem HSV, der ein Jahr lang international wird zusehen müssen, anzuschließen. „Hamburg hat sich immer um mich bemüht, und dann habe ich mich am vergangenen Wochenende zum Wechsel entschlossen“, sagt Heiko Westermann und nennt zugleich den Grund: „In den letzten drei Jahren habe immer als Allrounder gespielt, und dadurch, so denke ich, habe ich viel von meiner Kraft verloren. Deswegen denke ich, dass es eine kluge Entscheidung war, hierher zu gehen. Der HSV hat große Ziele, deswegen bin ich hier, ich werde mithelfen, sie zu verwirklichen – als Innenverteidiger natürlich.“

Der 26-jährige Nationalspieler, der die WM in Südafrika verpasst hatte, weil er sich im Testspiel gegen Ungarn (3:0) verletzt hatte, macht einen ruhigen Eindruck. Westermann hat in Hamburg einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieben, es sieht so aus, als wolle er im Volkspark seine Karriere ausklingen lassen: „Der HSV ist ein großer Verein, er hat viele Fans, hat ein geiles Stadion – Hamburg ist eine schöne Stadt, das sind alles Punkte, weshalb es sich lohnt, hierher zu wechseln.“ Über die Imtec-Arena sagt er: „Hamburg hat eines der schönsten Stadien der Welt, davon gibt es sicherlich nicht so viele, und der HSV gehört für mich auch zu den besten Vereinen der Welt.“

Westermann verrät über Westermann: „Man kann sich auf mich verlassen, ich glaube auch, dass das der HSV weiß, deswegen haben sie mich so lange gebunden.“ Weiter sagt er über sich: „Ich bin ein ruhiger, ein sehr familienbezogener Typ, ich unternehme viel mit meiner Familie.“ Er ist Vater einer vierjährigen Tochter, in diesen Tagen erwartet seine Frau das zweite Kind.

Am 29. Mai hatte sich Heiko Westermann einen Kahnbeinbruch zugezogen, jetzt spielt er schon wieder – fast eine Rekordzeit. Er fühlt sich fit, hat keine Schmerzen, lediglich sein linkes Bei muss noch an Muskulatur zulegen, denn er hatte lange einen Liegegips um den Fuß zu tragen. Für Schalke 04 hat Westermann aber bereits am vergangenen Wochenende ein Spiel über 90 Minuten absolviert, für den HSV könnte er an diesem Sonnabend ebenfalls zum ersten Einsatz kommen, im Testspiel beim SV Reutte. „Die Verletzungen ist gut verheilt, ich habe kein Problem, die Bilder davon sind alle sauber, es kann nichts passieren“, sagt Westermann und macht dabei eine rundherum zufriedenen Eindruck. In seinem ersten HSV-Training am Freitag spielte er bereits in der A-Mannschaft, und er tat es beinahe so, als würde er das schon seit Wochen oder auch Monaten tun.

Bei der Spielvereinigung Greuther Fürth hatte Westermann einst seine Profi-Karriere begonnen, über Bielefeld (wo er mit Robert Tesche zusammen für die Arminia spielte) ging es nach Gelsenkirchen – und nun ist Hamburg die neue (End-)Station. Armin Veh erhofft sich vom deutschen Nationalspieler (19 Länderspiele), dass er eine Führungskraft innerhalb des neuen HSV-Teams wird. Er wäre dazu prädestiniert, denn bei Schalke war Heiko Westermann zuletzt Kapitän. Nur für eine Saison. Heute sagt S04-Trainer Felix Magath rückblickend, dass ihm das Amt des Spielführers nicht unbedingt gut getan hat. Westermann: „So sieht der Trainer das, ich sehe es ein wenig anders. Wir sind auf Platz eingelaufen, haben eine erfolgreiche Saison gespielt. Natürlich war ich einige Male verletzt, aber dagegen konnte man nichts tun.“ Ärger zwischen ihm und Trainer Magath hat es aber trotz allem nicht gegeben. Dennoch hat das lange Telefonat, dass Armin Veh mit dem Abwehrspieler geführt hat, den Ausschlag für den Wechsel gegeben: „Das war ein sehr gutes Gespräch. Und wenn man sieht, was man mit dem HSV, mit diesen Fans und dieser Stadt erreichen kann, dann war es keine lange Überlegung für mich, zum HSV zu kommen.“

Am 11. August bestreitet die deutsche Nationalmannschaft in Dänemark ein umstrittenes Länderspiel. Die Chance für Heiko Westermann, ein schnelles Comeback im Löw-Team zu feiern? Er überlegt kurz und sagt dann: „Das wird man sehen, ich lasse das auf mich zukommen. Wichtig ist aber, dass ich zum ersten Punktspiel absolut fit bin, das ist mein Ziel.“ Es geht im Volkspark gegen die ehemaligen Kollegen von Schalke 04. Ein interessantes Drehbuch hat die DFL da für Westermann vorgesehen.

PS: Es waren bislang schon viele “Matz-abber” (wie Jacek Dembinski, alnipe, Zappata und viele mehr) in Längenfeld, heute sind nun auch zwei “Altmeister” eingetrudelt: Jonny und Benno Hafas. Wir alle vergnügen uns in dieser Nacht auf einem Festival der Volksmusik. Ja, richtig gelesen, der Volksmusik. Benno wird davon noch Fotos veröffentlichen. Ich muss nur schnell wieder zurück, zum Festzelt. Da steht ein Pferd auf dem Flur . . .

23.05 Uhr

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