Tagesarchiv für den 22. Juli 2010

Bis zum Ende lesen

22. Juli 2010

Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen, Rahn schießt, Tor, Tor,Tor . . . Wer sich für den Fußball interessiert, der weiß wovon ich schreibe: 1954. WM-Finale in Bern, Deutschland gegen Ungarn. Das 3:2-Siegtor. 56 Jahre später könnten die HSV-Fans statt „Rahn“ nun Petric einsetzen, denn: Helmut Rahn, der Rechtsfuß, dribbelte mit dem Ball von rechts außen in die Mitte und schoss dann mit seinem „schwächeren“ linken Fuß ab. Mladen Petric, der „neue“ Rechtsaußen des HSV, ist Linksfuß, spielt mit Beginn dieser Saison aber auf rechts. Ihm müsste es liegen: Ballannahme auf dem rechten Flügel, dann nach innen ziehen und mit links den Abschluss suchen. Wie Arjen Robben beim FC Bayern.

Unklar ist allerdings, ob es beim HSV so bleibt, wie in diesen Tagen seit dem Saisonbeginn. Armin Veh lässt bislang im 4:2:3:1-System spielen, sagte aber am Donnerstag: „Vielleicht bliebt es ja gar nicht dabei, vielleicht spielen wir auch mit zwei Spitzen . . .“ Der Trainer lässt es also offen und fügte an: „Wir müssen ja auch ein wenig flexibel sein.“

Wenn aber nur eine Spitze, dann ist der Konkurrenzkampf groß. Die Giganten sind Petric und Ruud van Nistelrooy. Dahinter lauern Heung Min Son und Eric-Maxim Choupo-Moting. Veh sagt aber zur Rolle von Petric: „Er kann sicher auch im 4:2:3:1 eine andere Position spielen, er kann nicht nur in der Spitze, sondern auch rechts oder zentral hinter der Spitze.“ Dann ergänzt der Trainer: „Wichtig ist, dass man Konkurrenz hat.“

Auf meine (zugegeben nicht gerade sehr gute) Frage, ob Veh mit Petric über diese Rechtsaußen-Position gesprochen habe, antwortete der Coach ein wenig lächelnd, aber auch ein wenig grantelnd: „Nun gut, ich lasse jetzt alle meine Spieler einen Wunschzettel ausfüllen, wo sie denn gerne spielen möchten, und dann stelle ich so dort auch auf . . .“ So läuft es – natürlich nicht. Armin Veh ist da knallhart: „Es gibt Dinge für Spieler, die muss man einfach schlucken. Oder der Spieler sitzt ganz einfach draußen, das kann auch ganz schnell gehen.“ Der Trainer weiter: „Natürlich gibt es Spieler, die auf einer anderen Position noch stärker sind, aber wenn es der Mannschaft dienlich ist, dann muss man sich in den Dienst der Mannschaft stellen – so sehe ich Mannschaftssport. Es ist nicht so einfach, das hinzukriegen, aber das ist ja dann meine Aufgabe, es zu schaffen.“

Ob er es auch im „Fall Mladen Petric“ schaffen wird? Der Torjäger war schon ein wenig erstaunt, als er von seiner neuen Position (auf rechts) erfahren hatte. Und wie wohl fühlt er sich dort? Petric ist diplomatisch: „Das werden wir dann sehen…“ So richtig überzeugt wirkt er (noch) nicht. Er sagt aber: „Klar, dass ich mein Bestes geben werde, aber wir werden sehen – ich bin selber gespannt.“ Dann blickt er voraus: „Ich habe mein Leben lang nur vorne gespielt, natürlich ist das eine Umstellung, aber ich versuche es. Und natürlich kann man auch über rechts Tore schießen, es ist nur neu für mich und es bleibt die Frage, wie ich damit zurechtkommen werde.“

Noch aber besteht ja die Hoffnung, dass der HSV doch wieder mit zwei Spitzen stürmen wird. Obwohl Mladen Petric auch profihaft sagt: „Letztlich ist wichtig, was dabei heraus kommt, ob man so als Mannschaft das Beste herausholen kann. Wenn es klappt, sind sicher alle zufrieden.“ Wenn nicht, wird es wohl ein wenig Ärger geben, so denke ich, denn ein Mann für die Bank ist Mladen Petric ganz sicher nicht.

Sind alle Spieler an Deck, wird es ganz eng für jeden. Auch für den Trainer. Es gibt noch viel zu tun, packen wir es an!

Auf Veh wartet noch sehr, sehr viel Arbeit. Das beginnt schon ganz hinten, im Tor. Frank Rost, Neuzugang Jaroslav Drobny oder Wolfgang Hesl? Der Trainer wird und will sich nicht festlegen, wer es wird. Es geht wohl, so denken die Experten, darum, ob es Rost oder Drobny wird. Keine besonders gute Situation für Hesl, der über seine neue Situation – natürlich nicht glücklich ist: „Natürlich war da am Anfang eine gewisse Enttäuschung, weil sich da nicht an Zusagen gehalten worden ist, aber . . . Mittlerweile ist es so, dass man diesen Kampf annimmt, annehmen muss. Letztlich trainiere ich ja für mich, nicht für den Verein, nicht für den Trainer – ich mach das ja für mich. Irgendwie muss und wird mein Weg ja weitergehen.“

Will er diesen Weg beim HSV fortsetzen? Trotz allem? Hesl: „Vorerst ja.“ Dann fügt er fast trotzig an: „Es gibt ja ein gutes Sprichwort: Wenn zwei sich streiten freut sich der dritte. Vielleicht kommt es ja so.“ Dann sagt Hesl auch noch voller Selbstbewusstsein: „Ich denke, dass ich mich weder vor Frank noch vor Jaroslav verstecken muss. Natürlich haben die ein, zwei Bundesliga-Spiele Vorsprung, in denen sie schon bewiesen haben, was sie können. Diese Möglichkeiten habe ich noch nicht bekommen, aber die beiden haben auch einmal bei Null angefangen. Deswegen bin ich ganz zuversichtlich, dass ich meine Weg noch machen werde.“

Einst, kurz vor der Jahrtausendwende, gingen beim HSV und Trainer Frank Pagelsdorf auch drei Torhüter in die Saison. Richard Golz und Neuzugang Sascha Ilic sollten die Frage unter sich ausmachen, so dachten alle Experten, wer die Nummer eins wird – und dann wurde es Jörg Butt, der vom VfB Oldenburg gekommen war, bei dem er nicht einmal die Nummer eins gewesen war. Hesl: „Butt ist ein gutes Beispiel. Im Fußball geht es alles so schnell.“

In der Zweiten will Wolfgang Hesl nicht mehr spielen, denn er sagt: „Die Regionalliga ist kein Thema mehr für mich, das sehe ich mich denn doch drüber angesiedelt – von meiner Qualität her.“

Im März hatte Wolfgang Hesl seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert, damals unter anderen Voraussetzungen. Er spricht es nicht aus, aber er war die Nummer zwei mit der Aussicht, eines Tages die Nummer eins des HSV werden zu können. Heute sagt er: „Damals hatte ich andere Angebote, die habe ich heute nicht. Und ich denke einmal, dass es alle Beteiligten wissen, dass es damals anders ausgemacht war. Aber so ist das in diesem Geschäft, wenn man nichts Schriftliches bekommt, dann zählt das eben nichts.“

Ein neuer Trainer, neue Ideen, eine neue Mannschaft, ein neues System? Die Rolle des „Spielmachers“, also zentral hinter der einen Spitze, hatte zuletzt Paolo Guerreo eingenommen, und er fühlt sich dort sichtlich wohl. Das bestätigte er mir, als es vom Trainingsplatz ins Hotel ging. Paolo liebt es, das Spiel zu inszenieren, seine Ideen einzubringen, den tödlichen Pass zu spielen. Und er fühlt sich auch sonst sehr wohl. Selbst das harte Training steckt er locker weg, in diesen Tagen alles kein Problem für ihn. Als ich ihn damit konfrontiere, dass Felix Magath mit allen seinen Mannschaften auch so hart trainiert, und dass Magath mit allen seinen Teams Erfolg hat, lacht Guerrero und pflichtet mir bei: „Ja, ja, ja, das stimmt, ich weiß das, deswegen ist es auch gut, wenn wir so hart trainieren, dann gehen wir absolut fit in diese Saison.“

Apropos Training: Auch am Nachmittag war Ruud van Nistelrooy einer der eifrigsten HSV-Spieler. Sprungübungen machte er zwar nicht mit, weil er eine kleine Reizung im Knie verspürt, aber er lief und lief und lief. Und war er beim Trainingslager auf Sylt meistens der Letzte (mit Abstand!), so ist er es heute eben nicht mehr. Noch einmal mein Kompliment, das ist richtig schön anzusehen.

Der eine Weltstar geht also mit gutem Beispiel voran, der andere auch: Ze Roberto. Der Brasilianer trainierte am Nachmittag „voll“ mit, es wurde eine Stunde lang mit Ball und etlichen Hindernissen gelaufen – der große Ze hielt tapfer durch. Phänomenal war er auch nach der Einheit. 20 Minuten nach Trainingsende kam Ze Roberto erst ins Hotel. Er hatte pausenlos Autogramme geschrieben. Und sagte: „Es waren so viele Kinder dort, die wollte ich nicht so stehen lassen . . .“ Großartig. Was übrigens auch für alle, besonders für van Nistelrooy gilt: Auch er schreibt und schreibt und schreibt – und posiert für viele, viele Fotos mit seinen Fans. Der Niederländer wird dafür besonders geliebt, nach dem heutigen Vormittagstraining kreischte sogar eine Gruppe junger Mädchen, als Ruud den Sportplatz verließ. Es war wie bei einem Filmstar . . .

Zum Schluss noch zwei Personalien: Es gibt immer noch das Gerücht, dass Eljero Elia im Tausch mit dem früheren Bremer Diego zu Juventus Turin wechseln wird. Ich frage mich, wie das gehen soll, denn Diego verdient in Italien bummelige acht Millionen. Wer soll das bezahlen? Der HSV ganz sicher nicht!

Aber, und wer bis jetzt und damit bis zum Schluss durchgehalten hat, der wird nun noch mit einer anderen, wesentlich erfreulicheren Personalie belohnt: Der HSV wird heute den Hertha-Spieler Gojko Kacar verpflichten. Ich freue mich drauf, Ihr sollte es auch tun, der Mann kann etwas. Gute Nacht, schlaft schön. Und alle „Matz-abber“, die mit dieser Nachricht ihren Tag beginnen, denen wünsche ich einen wunderschönen Freitag und ein schönes Wochenende. Träumt schön. Vom neuen HSV 2010.

Keine Extrawürste für die Bayern

22. Juli 2010

Westermann fehlt noch immer. Was ist da los? Nichts. Alles i Ordnung. Jetzt hat sogar Armin Veh über den Neuzugang aus Schalke gesprochen, und ganz aufmerksame Leser wissen: Wenn der Trainer etwas über einen Neuzugang sagt, dann muss es perfekt sein, ansonsten sagt der Trainer nämlich nichts. Außerdem, das kann ich aus Österreich nur bestätigen: Wenn hier ein Jörn Wolf schreibt, dann ist es auch Jörn Wolf. Es gibt nur einen, und der ist der beste Medien-Chef, den der HSV bislang in seiner Klub-Geschichte hatte. Und er schreibt auch die Wahrheit. Unabhängig mal davon: Er könnte die „Matz-abber“, die hier mit in Längenfeld sind, ja trotz allem mal zu einem Bierchen einladen – was er für den Fall der Fälle, falls Westermann nun doch nicht käme, versprach. Er, Jörn Wolf, sollte nur möglichst schnell damit loslegen, denn täglich werden es mehr „Matz-abber“, die sich hier einfinden. Da kommt Freude auf.

Hört sich alles nach Spaß an, ist es eigentlich auch. Die Stimmung rund um das Super-Hotel Aqua Dome ist schon richtig gut. Obwohl nach wie vor hart gearbeitet wird – in der Profi-Abteilung von Veh. Heute gab es eine Übung, die ich so noch nie gesehen habe. Zur Nachahmung auch im Amateurbereich empfohlen, deswegen schildere ich sie mal ausführlich: Zwei Tore stehen sich gegenüber. Eines steht dort, wo es immer steht, das andere (tragbare) steht genau auf der Strafraumlinie. Es gibt drei Mannschaften, die aus jeweils sechs Spielern bestehen. Ein Team pausiert immer am Rande, im Strafraum tummeln sich vier gegen vier Spieler, jeweils zwei von jedem Team stehen draußen, am Rande des Strafraums. Ein Torwart wirft nach außen ab – zu Rot. Der spielt den Ball außen zum Gegner, der lässt den Ball prallen, damit wiederum Rot die Kugel zur Mitte flanken kann. Dort müssen dann, logisch, die Tore erzielt werden. Geht der Ball ins Aus, wirft der andere Keeper den Ball zu Grün nach außen, der spielt zu Rot, der lässt prallen, damit Grün flanken kann – Schuss oder Kopfball folgen. Das geht schnell, es gibt häufige Ballkontakte, es wird das Flanken und auch der Abschluss sowie das Zweikampfverhalten im Zentrum geschult.

Einziges Manko an diesem Tag: Die vielen, vielen Flanken waren erschütternd. Die meisten waren entweder zu lang, oder sie zischte auf Maulwurfshöhe zur Mitte. Fast hätte ich gesagt: Nach guter alter Mehdi-Mahdavikia-Art. Geflankt haben in diesem Fall: David Jarolim, Lennard Sowah, Romeo Castelen und Jonathan Protroipa, später wurde noch gewechselt, dann war auch Mladen Petric mit im Spiel (als Flankengeber von rechts!). Das muss also noch sehr viel besser werden. Das schönste Tor schoss übrigens Petric, er erhielt für einen Volleyschuss den größten Beifall. Vorzüglich waren die drei Torhüter Frank Rost, Jaroslav Drobny und Wolfgang Hesl, wobei der „Altmeister“ (Rost) den allerbesten Eindruck hinterließ, er hielt einige „Unhaltbare“ und löste mehrfach größtes Staunen unter den Kiebitzen aus.

Noch nicht im Training mit der Mannschaft stehen Guy Demel und Eric-Maxim Choupo-Moting, die laufen und im Kraftraum „ackern“, um so Anschluss an die Kollegen zu finden. Diese Extra-Schichten werden noch bis zum Beginn der nächsten Woche andauern. Zudem trainierte Ze Roberto (angeschlagen vom Juve-Spiel) auch heute für sich, er wurde von Reha-Coach Markus Günther beschäftigt, wobei der Ball auch schon gelegentlich eine Rolle spielte.

Für mich sehr erfreulich zu sehen, wie sehr sich Ruud van Nistelrooy (der absolute Liebling der Längenfelder Fans!) im Training reinhängt, und wie sehr er schon aufgeholt hat. Auf Sylt, da bin ich ganz ehrlich, habe ich noch so bei mir gedacht: „Oh, oh, das wird nichts mehr, er hat einfach zu lange ausgesetzt.“ Heute aber, exakt heute, habe ich beim mir absolut optimistisch gedacht: „Mensch, der Ruud, er schafft es, er schafft es tatsächlich.“ Weil man von Tag zu Tag feststellen kann, dass RvN immer mehr zulegt, er scheint mehr Kraft zu haben, kann länger laufen, geht energisch zum Ball, behauptet sich in den Zweikämpfen – und er meckert auch gelegentlich (dezent, das muss ich festhalten), wenn etwas nicht so läuft, wie er es gerne hätte. Mein Fazit zu Ruud van Nistelrooy: Er kommt noch einmal, und ich hoffe für den HSV und für Euch: Er kommt hoffentlich ganz gewaltig.

Armin Veh zu seinem Torjäger, über den HSV-Weltstar: „Für ihn ist es wichtig, dass er die ganze Vorbereitung mitmacht, es ist ja die erste seit Jahren für ihn. Wichtig ist, dass er dieses Programm durchziehen kann, und wenn das gelingt, dann kann er davon auch eine ganz lange Zeit profitieren.“ Armin Veh weiter: „Ruud bekommt mehr Kraft, das ist augenscheinlich.“

Der HSV-Coach hat aber am Donnerstag nicht nur über van Nistelrooy gesprochen, er sagte, ich erwähnte es bereits, auch einige Sätze über Heiko Westermann. So auch diese: „Er ist mein Wunschspieler, ich habe einen gesucht, der die Mannschaft auch mit führen soll. Da wollte ich einen deutschen Spieler haben einen schnellen Spieler, einen der zu Joris Mathijsen passt – er ist der richtige Mann für uns.“ Westermann wollte unbedingt Innenverteidiger spielen, bei Schalke lief er oftmals auch als Außenverteidiger auf, aber für Armin Veh ist er nur der Mann für die zentrale Abwehr. Und Champions League, wie Schalke sie nun spielen darf, kann Westermann ja auch noch vom kommenden Jahr an spielen . . .

Apropos international: Das Länderspiel am 11. August in Dänemark passt der Bundesliga überhaupt nicht in den Plan. Armin Veh ebenfalls nicht, er sagte zu diesem Thema leicht gereizt: „Wir Trainer hätten mit Sicherheit alle gesagt: Das geht ja gar nicht.“ Und wenn der FC Bayern nun davon spricht, dass seine Spieler nicht zu diesem völlig überflüssigen Kick abgestellt werden sollen, so sagt Armin Veh: „Das gibt es auch nicht, hier werden keine Extrawürste gebraten. Entweder alle, oder gar nicht. Wenn Bayern die Spieler nicht abstellt, dann stellen wir unsere auch nicht ab. Dieses Länderspiel, dieser Termin – ein Unding, wirklich Schwachsinn.“

Wo ich gerade bei Spiel bin: Espanyol Barcelona hatte ja für den 8. August das Testspiel in Flensburg abgesagt, nun hat der HSV einen anderen „hochkarätigen“ Gegner gefunden: FC Energie Cottbus mit Trainer „Pele“ Wollitz. Selber Tag, selbe Anstoßzeit (17 Uhr) – es geht um den „Sparda-Bank-Cup“. Der HSV kann also, nachdem der Titel in Lübeck gegen Juventus Turin (0:0) „verpasst“ worden war, gleich zu Beginn der Saison einen ersten Titel gewinnen. Falls das nicht schon zuvor beim Turnier auf Schalke nicht schon geklappt hat . . .

Kurz noch eine Ergänzung zum gestrigen Artikel: Der HSV hat auch das Talent Robert Labus mit nach Längenfeld genommen. Veh über den deutschen Jugend-Nationalspieler (ein Rechtsfuß), der in der Abwehr zum Einsatz kommt: „Ich habe gesagt, dass ich die jungen Leute sehen will. Er ist ein Talent, war aber längere Zeit verletzt, ihm wird es gut tun, wenn er noch ein Jahr bei der Zweiten spielt.“ Und warum ist der talentierte Sören Bertram, der bislang auch schon oft mit den Profis trainiert hat, diesmal nicht dabei? Veh: „Weil ich auch wiederum nicht zu viele junge Spieler mitnehmen wollte.“

Apropos mitnehmen: Hermann Rieger ist in Längenfeld, es wurde ja schon bei „Matz ab“ ein Thema. Der Kult-Masseur ist nach dem tragischen Tod seiner Frau immer noch (ganz logisch) in ganz trauriger Stimmung, es wäre toll, wenn auch Ihr, die Fans, ihm helfen würdet, um ihn wieder aufzubauen. „Hermann the german“ hat eine ganz, ganze schwere Zeit hinter sich, es ist an uns, ihn wieder aufzurichten.

Der „Matz-abber“ „Schmidt“ bat mich, noch einmal kurz Stellung zum Thema „Torrichter“ zu beziehen. Diese Herren sollen, so die Uefa, künftig nicht nur in der Europa League eingesetzt werden, sondern auch in der Champions League. Ich halte diesen Zirkus für überflüssig, sage ich ganz ehrlich. Natürlich kommen einige Schiedsrichter dann mehr durch die „Weltgeschichte“, aber das kostet den Klubs auch wieder sehr viel Geld. Den Schiedsrichtern sei es zu gönnen, aber was hat der Fußball letztlich davon?

Wann hat ein Torrichter mal auf Tor entschieden? Mir ist kein Fall bekannt. Und wenn diese Herren immer bis tief ins Feld gehen (!), um ihre Daseinsberechtigung zu präsentieren, so ist das absolut lachhaft. Was bitteschön soll das? Wollen die dort den Rasen testen? Nach Regenwürmern suchen? Nach Schmetterlingen? Das macht doch alles keinen Sinn, was wollen die da? Oft war es doch schon so: Unmittelbar vor ihren Augen wird jemand gefoult, aber die Herren Torrichter gucken in die Luft, pfeifen ein fröhliches Liedchen still vor sich hin – und überlassen alles ihrem Chef.

Es ist in meinen Augen wirklich total dämlich, das nun auch noch auf die CL auszudehnen. Ich wäre dafür, bei einer WM oder EM auf eine Zeitlupe zu blicken, falls ein Tor wie im Spiel Deutschland gegen England fallen sollte – mehr aber auch nicht. Kein Foulspiel sollte so geahndet werden, auch keine Abseitsposition. Nur das strittige Tor sollte geklärt werden – per Fernsehen, und auch nur bei WM oder EM. So, mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

Und damit soll es das nun erst einmal gewesen sein. Eventuell werde ich mich noch einmal gegen Mitternacht melden (es gibt aber keine Sensationsmeldung, Ihr müsst gar nicht erst spekulieren) – das mache ich aus kollegialen Gründen, denn sonst könnt Ihr schon alle das lesen, was am Freitag in den Hamburger Tageszeitungen stehen wird. Und das würde ich als unfair betrachten, denn das Internet ist nun einmal schneller . . .

PS: Ich weiß, ob Romeo Castelen “voll” mittrainiert. Er macht “voll” mit, wird aber noch seine Zeit benötigen, um wieder ganz der “Alte” zu werden.

16.03 Uhr