Tagesarchiv für den 5. Juli 2010

Drobny da – Schalke kommt

5. Juli 2010

Gegen Schalke die Premiere, dann nach Frankfurt, dann kommt der Club und danach geht es zum Nachbarn. Und dann ist der HSV Tabellenführer der Bundesliga. Oder nicht? Ich will Euch damit verschonen, was Spieler, Trainer und Sportchef zu diesem Spielplan gesagt haben, es ist in meinen Augen alles total unwichtig. Die Dinger müssen erstens gespielt werden, und zweitens gewonnen werden. Mehr nicht. Da hilft ja jetzt auch kein Sabbbeln, wie toll dieser Plan ist, wie ausgewogen, und wie nett und wie schön. Die Vorfreude ist jetzt schon groß, dass Felix Magath heim kommt, und dann ran an die Buletten. Nein, halt Stopp, was Armin Veh gesagt hat, das will ich Euch denn doch noch verraten: „Schön, dass wir mit einem Heimspiel starten können, mit Schalke kommt gleich ein Top-Gegner. Wir werden uns gut vorbereiten.“

Für alle Veh-Gegner sei gesagt: Was soll er auch anderes sagen? Legt diese Aussage nicht auf die Goldwaage, etwas Ähnliches haben heute alle Bundesliga-Trainer gesagt. Daraus nun Schlüsse zu ziehen, dass Veh nun dies oder das denkt, dies oder jenes tun muss – oder dass er besser den Mund gehalten hätte, das wäre grundsätzlich falsch. Aber: Ich kenne ja meine Pappenheimer inzwischen ganz gut . . . Es wird etwas kommen. Leider. Dabei ist Armin Veh nur gezwungen worden, etwas zu sagen, denn der Mann ist Realist und hätte ganz sicher von allein nie Stellung bezogen. Zu was denn? Dieses Spiel gegen Schalke findet doch erst am 21. August statt.

Übrigens habe ich auch mit Felix Magath telefoniert (wer es nicht weiß: Schalkes Trainer). Mit Rafinha hat sich bislang kein Gespräch ergeben (in Sachen HSV), aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wahrscheinlich muss der HSV ja auch erst klären, was mit Guy Demel wird. Zum Bundesliga-Auftakt habe ich Felix Magath auch kurz gefragt, und was hat er geantwortet? „Dieter, was soll ich dazu schon sagen? Wir werden fit sein. Und ich bin gespannt, wen der HSV noch holen wird.“ Ich zu ihm: „Holt ihr denn noch den Spanier Raul?“ Felix Magath: „Ich hoffe es.“ Dann haben wir noch über die deutschen Halbfinalisten gesprochen, aber das ist ja nicht HSV, deswegen werde ich darüber gar nicht erst schreiben.

Kommen wir zum richtig „großen Sport“ – zu Jaroslav Drobny. Der neue Torwart des HSV hat heute erstmalig im Volkspark trainiert. Noch ohne Frank Rost, Drobny war lediglich mit Torwarttrainer Ronny Teuber und mit Tom Mickel (sorry, nicht Wolfgang Hesl) auf dem Rasen. Der ehemalige Herthaner, der die Nummer 45 auf dem Rücken tragen wird, spricht Deutsch, Griechisch, Polnisch, Tschechisch und Englisch. Und er kennt sich aus im Fußball, denn er hält die deutsche Bundesliga für die beste Spielkasse der Welt. Und er sagt über seinen neuen Klub: „Der HSV hat eine große Mannschaft, er hat immer große Ambitionen, und dieser HSV will immer nach vorne spielen – das gefällt mir.“

Vor drei Wochen, so Drobny, soll es den ersten Kontakt zwischen ihm und dem HSV gegeben haben, er hat sich für den Wechsel an die Elbe entschlossen: „Ich habe keine Angst.“ Vor Frank Rost? Drobny über seinen großen Konkurrenten: „Frank Rost ist ein großer Torhüter, ich habe großen Respekt vor ihm. Aber der Bessere soll spielen – und ich will immer spielen. Und wenn ich spielen will, muss ich besser sein als er.“ Begrüßt haben sich die künftige Nummer eins und die künftige Nummer zwei schon, aber zu einem gemeinsamen Training wird es erst am Dienstag kommen. Heute war Drobny mit Landsmann David Jarolim in Hamburg auf Wohnungssuche. Der bisherige HSV-Kapitän (und auch der neue?) soll dem Keeper bei der Eingewöhnung helfen, Jaroslav Drobny, die Nummer zwei von Tschechien (hinter Petr Czech), kennt von Hamburg lediglich die Arena im Volkspark.

Und dann beginnt „das Duell“. Darauf bin ich nun einmal sehr, sehr gespannt. Irgendwie denke ich immer an Oliver Kahn und Jens Lehmann. Und auch für Armin Veh wird dieser Zweikampf ein ganz besonderer sein, denn der Coach sagt: „Sicherlich ist die Situation außergewöhnlich, aber wir sind außergewöhnlich.“ Und weiter Veh: „Wir haben Jaroslav Drobny nicht als Nummer eins geholt, aber Frank Rost ist mittlerweile schon 37 Jahre alt.“ Und: „Wenn ein so guter Torwart wie Drobny auf dem Markt ist, muss man zugreifen.“

Der HSV-Trainer denkt beim Duell der Torhüter aber nicht nur an Rost und Drobny. Denn Veh sagt: „Jeder unserer drei Keeper hat die Chance, die Nummer eins zu sein, das meine ich ganz ehrlich.“ Also ist auch Hesl ein Kandidat? Veh: „Es gibt keinen Zeitpunkt, bei dem ich mich auf eine Nummer eins festlegen werde.“ Über Drobny verrät Veh: „Er hat eine gute Strafraumbeherrschung und er ist sehr gut auf der Linie. Er hat dem VfL Bochum einst die Klasse erhalten, und er hätte Hertha BSC vor einem Jahr fast zur Meisterschaft geführt. Als Hertha dann abstieg und Drobny verletzt war, haben alle sehen können, wie sehr er der Mannschaft gefehlt hat.“

Drobny wird mit dem vierjährigen Sohn Iasonas und seiner Frau nach Hamburg ziehen.

Kurz noch zum Drobny-„Partner“: Noch immer hat kein Gespräch zwischen Frank Rost und dem Trainer stattgefunden. Armin Veh berichtete nun aber über seine Eindrücke von Rost: „Er macht einen sehr guten und positiven Eindruck auf mich in den letzten Tagen.“

Die HSV-Mannschaft hat heute im Training in zwei Etappen gearbeitet. Ein Teil des Teams fuhr erst Fahrrad im Volkspark, der andere war im Kraftraum – später wurde das gewechselt.

Apropos Wechsel: Der könnte sich durchaus auch in taktischer Hinsicht beim HSV ergeben. In Leck (!), beim 9:0-Erfolg am Sonntag, ließ Armin Veh im 4:2:3:1-System spielen. Und der Coach glaubt, dass er mit dieser Mannschaft am besten mit genau dieser Taktik zurechtkommen wird. Abwarten. Jeder von Euch aber darf sich schon mal Gedanken machen, wer wo dann zum Einsatz kommen wird. Abgesehen von den Neuzugängen – natürlich. Ich gehe übrigens immer noch davon aus, dass Rafinha (trotz des Schweigens des HSV!) kommt, dass der algerische Nationalspieler Madjid Bougherra kommen wird, und dass entweder Ibrahim Afellay oder Gojko Kacar für das Mittelfeld kommen. Sagt mir mein Bauch. Und auf den konnte ich mich schon bei sämtlichen Deutschland-Spielen bei dieser WM NICHT verlassen. Immer gegen Deutschland getippt, aber da sitze ich ja mit einigen ganz großen Experten in einem Boot (wie ich gelesen habe).

So, und da ich gerade bei „Matz ab“ bin. Einige Dinge sind noch zu klären: Verzweifelt schreibt uns seit Tagen ein Neuling. Er schreibt, und flucht, und schreibt und flucht, weil er nicht frei geschaltet wird. Um ihm (und anderen Neulingen) einmal kurz zu erklären, warum das so ist: Der gute Mann schreibt unter „Faust und noch so einiges dran“. Ich wollte ihm danken, dass er sich hier beteiligt, aber mein Dank kam postwendend zurück: Die „Faust“-Adresse gibt es leider nicht. Und ganz so anonym lieben wir es eben nicht mehr so sehr.

Dann zu den handsignierten Meister-Fotos des HSV: Drei Adressen brauche ich noch, und zwar von „Neu-Ossi“, von „Andreas“ (zurzeit wohl auf Urlaub) und von „Raute im Herzen“. Wäre toll, wenn Ihr das unter der Matz-ab-Gewinnspiel-Adresse machen könntet. Und bei der Gelegenheit: Bitte schreibt mir nichts Privates unter dieser Adresse, ich lese dort nur ganz selten. Diesmal hat es sich mit Sylt überschnitten, denn ich wurde von „D. Westphal“ gefragt, ob die Mannschaft im Lister Hotel A-Rosa öffentlich (bei den WM-Spielen) fernsieht. Das las ich leider zu spät – es war aber auch nicht so, die Spieler haben alle auf ihren Zimmern ferngesehen.

Und dann noch schnell zu unseren herrlichen Sommergeschichten (einige habe ich immer noch, es wird noch lange nicht abreißen!): Der letzte „anonyme“ SG-Autor – vor einigen Tagen – hat sich nun zu erkennen gegeben, er heißt „Benni Barthel“. Nochmals vielen Dank für Deine Zeilen und für Deine Mühe.

21.04 Uhr

Eine Geschichte aus dem Südwesten

5. Juli 2010

Bevor es sportlich wird, schnell noch eine Sommergeschichte eingeschoben. Sie kommt von Nicole und hat auch einen eher traurigen Hintergrund. Aber Ihr werdet es ja nun lesen. Vielen Dank, liebe Nicole – und nur der HSV.

Zu dieser Geschichte sei noch gesagt: Der Mann, der hier im positiven Blickpunkt steht, ist tatsächlich ein ganz, ganz feiner Kerl, ihn trage ich innerlich auch auf Händen. Generell aber sei gesagt, dass das Verhalten einiger Spieler auch immer von ihrer Tagesform abhängig ist. Ich bekomme das ja fast täglich im Volkspark mit. Ich kann nicht sagen, dass sich einer oder der oder der ständig drückt. Es gibt immer mal wieder Spieler, die sich sehr viel Zeit nehmen und geduldig schreiben und schreiben und schreiben. Und von denen so richtig keiner gedacht hätte, dass er das in dieser Form machen würde. Ze Roberto und Mladen petric zum Beispiel gehören dazu.

Und, nur das zum Schluss: Keiner aber ist in diesem Punkt wie Uwe Seeler. Das Mittelstürmer-Idol ist die Geduld in Person, er nimmt sich sogar Zeit, wenn er kaum noch Zeit hat. „Uns Uwe“ ist nicht nur in diesem Punkt ein Vorbild-Profi.

So, und nun geht es los:

Die Autogrammstunde

Mein Mann, mein Sohn Marvin (13) und ich sind von Anfang an HSV-Fans. Wir wohnen in der Nähe von Trier und könnten ohne weiteres Fans von Kaiserslautern, Köln oder Gladbach sein, aber uns hat es der HSV angetan – und da geht nix anderes.
Wir hatten unser Erlebnis letztes Jahr beim T-Home-Cup auf Schalke. Mein Mann (mit HSV-Trikot und Schal ) wurde auf dem Gang zum Getränkestand ausgewählt, an einem Gewinnspiel gegen Bayern-, Stuttgart- und Schalke-Fans anzutreten. Er ging als Sieger vom Platz, genau wie der HSV sonntags auch. Das war ein tolles Omen und er konnte sich noch über ein tolles Handy freuen.

Aber die größte Freude wurde meinem Sohn zu Teil. Wir hatten leider nur Tickets für den Sonnabend gekauft und haben es dann sehr genossen, den HSV bis zum Schluss zu genießen, denn der damalige Trainer Bruno Labbadia ließ alle Mann am Ende des Tages noch Auslaufen. Wir waren vielleicht noch eine kleine Gruppe von ca. 25 Leuten, darunter ca. 15 Kinder, in hoffnungsvoller Erwartung auf ein Autogramm. Mein Sohn war total nervös, denn er hoffte wirklich innständig auf eine Unterschrift von seinem absoluten Liebling Piotr Trochowski. Als das Auslaufen dann beendet war und die Spieler sich auf den Weg in die Kabine machten, ging das Rufen und Bitten um ein Autogramm los. Wir paar Leutchen, allen voran die Eltern für ihre Kinder, waren total enttäuscht von der Reaktion. Keiner, wirklich keiner hatte auf uns reagiert – bloß nicht hochgucken, starr weitergehen, keine Reaktion zeigen – alles in allem totale Profimanieren ( so würde ich es ausdrücken ).

Wir wollten schon alle aufgeben, als sich einer aus dieser hochnäsigen Haltung hervorhob: Er kam mit einem Lächeln auf uns zu, meinte: „Einen Moment, ich ziehe noch meine Schlappen an” , und gab allen seine Unterschrift auf T-Shirts, Bücher und Kappen. Mein Sohn hatte Tränen in den Augen und konnte sein Glück nicht fassen. Anderen Kinder ging es aber genauso und viele Eltern waren erleichtert, dass es doch auch andere Fußballer im HSV-Trikot gibt, mit weniger Starallüren.

Wir sind dann alle glücklich nach Hause gefahren: Mein Mann wegen des neuen Handys, mein Sohn wegen seines ersten Autogramms von einem HSV-Spieler – und ich, weil ich zwei glückliche Männer hatte. Seit diesem Tag ist bei uns Piotr Trochowski nicht mehr sehr aktuell, aber dafür der Autogrammgeber.

Tja, und wer war es?

Dennis Aogo!!!

Wir hoffen sehr, dass er noch lange für den HSV spielen wird. Und wenn sein Weg eines Tages ins Ausland führen sollte, dann werden wir auch zusätzlich Fan von diesem Verein sein. Aber trotz übergroßer Sympathie für Dennis und sein, in diesem Fall herausragendes Fanverhalten , kann es für uns Drei nur ein Motto geben: NUR DER HSV!!

PS:. Wir hoffen sehr, dass er bei dieser WM doch noch zum Einsatz kommen wird – und drücken ihm ganz fest die Daumen. Er hat es wirklich verdient.

Viele Grüße HSV-Fan Nicole Elsen.

13.10 Uhr

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