Tagesarchiv für den 25. Juni 2010

Holt Rijkaard Mathijsen?

25. Juni 2010

WM-Zeit ist Spekulationszeit. Das ist nicht neu. Und lässt sich wahrscheinlich auch nicht ändern. Nun ist zum Glück wenigstens ein Thema endgültig geklärt. Michael Ballack wird in der kommenden Saison nicht für den HSV spielen. Das ist einerseits bedauerlich, weil so ein gestandener Spieler wie die Nummer 13 dem HSV natürlich gut zu Gesicht gestanden hätte. Es ist aber andererseits auch eine Wohltat, dass Bayer Leverkusen die intensiven Hamburger Bemühungen noch einmal getoppt hat. Auch finanziell, wie ich mir sagen ließ. Denn so kann sich der HSV womöglich doch einzig und allein dem Ziel widmen, die nach wie vor stark besetzte Mannschaft punktuell, sinnvoll und zugleich mit Perspektive zu verstärken.

Und ich kann Euch eines versprechen, weil es mir heute von verschiedenen Seiten gezwitschert wurde (nicht getwittert!): Beim HSV wird in dieser Sommerpause noch einiges passieren. Meine Informanten und auch ich rechnen aber nicht damit, dass vorm Ende der WM wirklich viel und Entscheidendes passieren wird. Bis dahin wird noch der eine oder andere Name gehandelt, das war ja auch heute wieder der Fall, und mit Sicherheit ist an einigen auch etwas dran, aber endgültige Verhandlungen und Abschlüsse – vor allem mit WM-Aktiven, die nicht aus Frankreich oder Italien kommen – können ja eh erst nach dem Turnier oder zumindest nach dem Ausscheiden der jeweiligen Nationen erfolgen.

Nach dem heutigen Tag gehe ich übrigens fest davon aus, dass wir alle in der kommenden Spielzeit einen neuen Abwehrboss sehen werden. Dazu haben nicht nur die Gerüchte und Berichte um und über Joris Mathijsen beigetragen, die ja von einigen guten Detektiven unter Euch mit einigen Zusatzinfos unterfüttert wurden, sondern auch entsprechende Bestätigungen aus der Türkei. Ich habe dort mit einem Freund telefoniert (nicht Thomas Doll), der sich bestens im Fußballgeschäft auskennt und mir schon den einen oder anderen Transfer weit vor der offiziellen Bekanntgabe gemeldet hat. Heute war er überrascht, als ich ihn anrief: „Willst du mich fragen, gegen wen wir im Achtelfinale spielen?“, sagte er, dabei hatte ich überhaupt keine Ambitionen dieser gemeinen Art. Als ich ihm dann von den Geschichten rund um den HSV erzählte, dass Galatasaray Istanbul an Joris Mathijsen dran sein könnte, plapperte er plötzlich los wie ein Wasserfall. Er bat um zwei Stunden Zeit und sagte anschließend zu mir: „Unglaublich – Gala ist wirklich an Mathijsen dran.“ Seine Informationen besagen, dass der Kontakt kurz vorm Ende der abgelaufenen Spielzeit bereits intensiv gewesen sein soll. Berichte über eine offizielle Offerte der Türken an den HSV konnte er aber nicht bestätigen, und auch beim HSV habe ich diesbezüglich keine Zustimmung erhalten. Trotzdem haben mir mehrere Insider, auch beim HSV, gesagt, dass Mathijsen bereit sein soll, nach der WM zu wechseln. Und wenn Frank Rijkaard, Trainer bei Galatasaray, ruft – dann würde ein Transfer schon Sinn machen, oder?

Irgendwie passen die Indizien doch alle zusammen. Ich dachte ja anfangs, dass der HSV einen zweiten Manndecker für die Position neben Joris Mathijsen suchen würde. Und war bei einigen gehandelten Namen überrascht, weil das doch eher erste Leute, also Abwehrchefs waren. Nun erklärt sich das von selbst. Ich wage daher mal folgende Prognose (ich weiß, ich lehne mich damit ziemlich weit aus dem Fenster): Bis zum 20. Juli wird der HSV Mathijsen verkaufen. Und in Hamburg wird mal wieder eine neue Abwehr-Ära beginnen müssen. Wenn ich freie Wahl in der Bundesliga hätte, wem ich den Posten in der Innenverteidigung geben sollte, würde ich mich für Mats Hummels entscheiden. Nicht wegen des Vornamens, sondern weil ich seine Entwicklung sehr gut finde und er für mich der Abwehrspieler der Zukunft ist.

Apropos Zukunft. An diesem Wochenende wird es bei den Verantwortlichen des Vorstandes und auch bei einigen Aufsichtsräten bestimmt wieder ein kopfschüttelndes Raunen geben. Grund dafür sind neue Kommentare aus Reihen der Supporters zum geplanten Investitionsprogramm des Milliardärs Kühne, die ja bekanntlich bei einigen Führungskräften für dauerhaftes Unverständnis sorgen. Die Lage ist wirklich angespannt. Die einen verstehen die „Nörgler“ nicht, dass sie das „Geschenk“ eines leidenschaftlichen Fans und potentiellen Gönners kaputtreden wollen. Die anderen verstehen die alten „Ja-Sager“ nicht, dass sie ohne große Nachfrage den millionenschweren Einstieg eines potenten Investors akzeptieren wollen und nicht vor dem Deal alle Einflusschancen und Konsequenzen eines solchen Geldflusses hinterfragen. Na, das werden noch spannende Wochen. Vorstand und Aufsichtsrat täten ebenso wie die Supporters-Führung gut daran, das Thema zeitnah in einer internen Zusammenkunft ein- für allemal aufzuarbeiten, sonst werden unnötige Kräfte vergeudet und Nebenkriegsschauplätze eröffnet, auf die wahrscheinlich die meisten von Euch liebend gern verzichten würden. Ich muss ehrlich gestehen: Ich auch.

So, da ich nicht zu allen Namen, die derzeit durch die Foren und auch durch Eure Kommentare rauschen, Stellung Beziehung kann und will, belasse ich es bei einer Information, die ich von einem der bestinformierten HSVer bekommen habe. Demnach ist derzeit noch gar nichts dingfest mit möglichen Neuen und auch nicht mit möglichen Abgängen. Das heißt für uns: Abwarten und Achtelfinals gucken.

22:50 Uhr

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