Tagesarchiv für den 7. Juni 2010

“Yebo”, so spielt das Leben

7. Juni 2010

Felix holt den Hammer raus, die deutsche Nationalmannschaft sagt „yebo“ – und der HSV ist in den vorsommerlichen Ruhestand gegangen. So spielt das Leben in der Marsch. Fast überall fix was los, nur in Hamburg nicht. Aber es muss sich etwas tun, es wird anscheinend hart gearbeitet, denn der Sportchef ist schon seit drei Tagen unter- oder auch abgetaucht. Kein Anschluss unter dieser Nummer . . . Vielleicht verhandelt Bastian Reinhardt ja mit Kaka, wer weiß es schon genau? Übrigens: „yebo“ heißt in Südafrika (ist Zulu) ja, und die deutsche Mannschaft trägt dieses „ja“ auf ihren T-Shirts, damit es die Einheimischen sehen können. Der DFB-Tross sagt damit „ja“ zu dieser WM. Und wenn Felix Magath nun auch noch „yebo“ auf die Frage sagen würde, ob er die Nase voll hat vom FC Schalke 04?

Der Felix hat im Kicker schön ausgepackt. Die Frage, die ich mir stelle, ist die: Will er die Knappen jetzt schon verlassen? Fest steht: Magath verlangt 30 Millionen Euro für Neuzugänge. Aber Schalke denkt noch gar nicht an Neuzugänge, der Verein will und muss vor allem erst einmal verkaufen. So wie Kuranyi nach Russland. Und Bordon zum HSV? Magath stellt die Schalker schon ein wenig bloß, denn er sagt: „Ich habe bei meinem Amtsantritt eine finanziell schlechtere Ausgangsposition vorgefunden, als mir gesagt worden war. Unter diesen Umständen habe ich hoch motiviert gearbeitet, aber es hat viel Kraft gekostet.“ Und nun, wo die Champions League erreicht worden ist, sollen nur noch Spieler verkauft werden? Irgendwie kann ich Magath schon verstehen, wie will er dann mit Schalke in der Königsklasse und auch in der Bundesliga noch bestehen?

Aber gut, das soll nicht unsere Sorge sein. Ist nur schade, dass diese Ärger auf Schalke erst jetzt ausbricht, und nicht schon vor Wochen, als der HSV noch auf Trainersuche war. Nun ja, wir können es nicht mehr ändern.

„Also Jungs, reißt euch zusammen.“ Mit diesen Worten maßregelte Magath nicht etwa den Schalker Aufsichtsrat (der Geld einnehmen und nicht ausgeben will), sondern so leitete Flugkapitän Jürgen Raps die Landung seines A 380 über Südafrika ein. Gemeint war damit, dass die Nationalmannschaft bei diesem Turnier so gut spielen soll, dass Raps und sein A 380 der Lufthansa die DFB-Delegation erst am 12. Juli, einen Tag nach dem WM-Finale, wieder „aufsammeln“ kann. Beim Stichwort A 380 muss ich ja immer an Dennis Aogo denken. Wie es dem HSV-Profi wohl ging, als er diesen Flieger betrat – denn der gute Dennis leidet ja auch (ein wenig) unter Flugangst. Offenbar aber hat er es gut überstanden.

So, wie bekomme ich nun die Kurve – von Aogo zu Beckenbauer? Wer A sagt muss auch B sagen können? Egal. Franz Beckenbauer erhält vom FC Bayern nun sein Abschiedsspiel. Das wird am 13. August ausgetragen. Ob der „Kaiser“ gegen Real Madrid noch als Spieler mit von der Partie sein wird, blieb offen, aber ich gehe nicht davon aus. Beckenbauer erhält dieses Spiel „ein wenig“ verspätet, weil er damals von München nach New York (Cosmos) gewechselt war, so dass kein „großer Abschied“ mehr möglich war. Unglaublich fair finde ich es aber, dass dieses Spielchen nicht vergessen und nun noch nachgeholt wird – aber so sind sie, die Bayern. Klasse!

So ganz nebenbei: Wisst Ihr noch, wann Franz Beckenbauer sein „Abschiedsspiel“ beim und für den HSV hatte? Der HSV hatte sich zu diesem Ereignis „extra“ einen Spitzenklub aus dem Süden der Republik „eingeladen“. Ich verrate es ganz am Ende des Textes.

So, kurz noch ein Satz zum aktuellen sportlichen Bereich des HSV: Offiziell ist noch keine Entscheidung in Sachen Torwarttrainer gefallen, aber Ihr könnt mal davon ausgehen, dass ein alter Bekannter die vakante Stelle besetzen wird: Ronny Teuber. Der ehemalige Keeper von Dynamo Dresden war von 2003 bis 2007 unter Thomas Doll, der ihn dann auch mit zu Borussia Dortmund nahm, beim HSV tätig.

Am Dienstag wird um 18 Uhr die Aufsichtsratssitzung stattfinden, da es einen turbulenten Abend geben könnte, werde ich vor Ort sein, um so schnell wie möglich berichten zu können.

Noch einmal zu meinem obigen Versprechen:
Beckenbauers letztes Spiel für den HSV ging am 29. Mai 1982 über die Bühne, vor 50 000 Zuschauern gab es am 34. Bundesliga-Spieltag im Volksparkstadion ein 3:3 gegen den Karlsruher SC. Neben Beckenbauer spielten Stein, Kaltz, Hieronymus, Jakobs, Wehmeyer, Groh, Hartwig (51. Milewski), Magath. Hrubesch, Bastrup und von Heesen an diesem sonnigen Nachmittag für den HSV, von Heesen löste damals in der 41. Minute die lebende deutsche Fußball-Legende, die dann in den fußballerischen Ruhestand ging, ab.

Noch ein kurzer Hinweis: Es wäre schön, wenn Ihr die Sommergeschichte von “Devildino”, die ich zuvor reingestellt hatte, lesen würdet. Danke.

19.06 Uhr

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