Monatsarchiv für Juni 2010

Rost – und dazu auch Jarolim?

30. Juni 2010

Der Hammer sorgt immer noch bei Nachwirkungen. Der 30-jährige bisherige Hertha-Torwart Jaroslav Drobny soll zum HSV kommen, wird wohl auch zum HSV kommen – und was wird dann mit Frank Rost? Gegenüber meinem Kollegen Marcus Scholz hat sich die Noch-Nummer eins des HSV nicht geöffnet. Er will wohl erst einmal abwarten, was wirklich passiert. Fakt ist, dass sich Rost einen neuen Verein suchen darf. Und ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass Rost das auch tun wird. Nummer zwei hinter Drobny? Das wird er sich niemals antun, so lange wird er nicht mehr im Profi-Fußball mitmischen können, um dann die letzten Tage nur noch auf der Bank zu sitzen.

Um einmal klar Stellung zu beziehen: Ich bedaure diese Entwicklung. Sehr sogar, denn Frank Rost war in der vergangenen Saison einer der wenigen HSV-Spieler, der konstant eine gute, oftmals sogar eine überdurchschnittliche und einige Male sogar überragende Leistungen gebracht hat. Das können von der Saison 2009/10 nicht viele HSV-Profis von sich behaupten. Rost war eine Bank, er gehörte für mich stets zu den besten deutschen Torhütern, auf ihn war immer Verlass.

Die sportlichen Leistungen des seit heute 37-jährigen HSV-Torhüters waren immer über jeden Zweifel erhaben. Wie gesagt, die sportlichen Leistungen. An Rost schieden sich in der Vergangenheit aber auch stets die Geister, denn der Mann war unbequem, er war geradeaus, er war oft sogar gnadenlos ehrlich, zu ehrlich, zu offen, zu hart. Zu hart auf jeden Fall oftmals für die Klub-Führung, die ihre Nummer eins einige Male zurückpfiff. Rost aber ließ sich nie verbiegen. Er vertrat seine Meinung konsequent, fast könnte ich sagen, er vertrat sie ohne Rücksicht auf Verluste. Selbst wenn er nach seinen Ausführungen attackiert wurde, wenn er Rüffel einstecken musste – er blieb unerschütterlich bei seiner Meinung. Dieser Mann, dieser Frank Rost, hat ganz einfach Rückgrat. Und er gehört im deutschen Fußball einer aussterbenden Gattung an: Typen wie Rost werden von Jahr zu Jahr seltener. Es lebe der aalglatte, pflegeleichte Profi, der nicht aufbegehrt, der wie die Fahne im Wind ist, der still seine Millionen kassiert und sich ansonsten fügt.

Ich gebe zu, dass auch ich nicht immer einer Meinung mit Frank Rost war. Im Gegenteil, wir hatten auch unsere schweren Kämpfe mit einigen harten Attacken auszutragen. Das ist allerdings längst Schnee von gestern. Ich bin auch deswegen von Frank Rost überzeugt, weil er mit seinem unbändigen Ehrgeiz stets vorlebte, wie die Berufsauffassung eines (Fußball-)Profis auszusehen hat. Rost konnte nicht gut verlieren. Aber er konnte vor allem nicht damit leben, wenn seine Kollegen nicht alles dafür getan hatten, eine Niederlage zu vermeiden, nicht genug gekämpft hatten, um sie noch abzuwenden. Dann war Frank Rost „ungenießbar“. Und womit? Mit Recht! Dazu muss ich zugeben, dass er dafür mein absolutes Verständnis hat, denn auch ich war früher als Fußballer eher ein Rost-Typ, wenn es um den vielleicht heikelsten Punkt im Sport geht, nämlich um die Niederlage „meiner“ Mannschaft. Das brachte mich immer auf die Palme . . . Obwohl ich auch zugeben muss: Der Ton macht die Musik.

Klar liegt es dann auf der Hand, dass man im eigenen Team nicht immer nur Applaus erntet. Rost hatte nicht nur Freunde in der HSV-Mannschaft. Vielleicht ist es sogar so besser und treffender zu umschreiben: Frank Rost hatte nicht viele Freunde in dieser HSV-Mannschaft. Natürlich nicht, denn: Wenn jemand seine Leistung bringt (wie Rost), und derjenige dann andere Kollegen kritisiert, die schwächeln, dann gibt es höchst selten noch einvernehmliches Miteinander. Zumal dann, wenn sich dieser Prozess auch schon über einige Jahre hinzieht.

Im Herbst 2009 hatte sich Frank Rost zudem einen, vielleicht seinen größten Klops geleistet. Er hatte sich öffentlich (im Hamburger Abendblatt) gegen die Verpflichtung des Spieler-Beraters Roman Grill als HSV-Sportchef ausgesprochen. Ein fataler Fehler, denn: Grill war ausgerechnet der Wunschkandidat von HSV-Chef Bernd Hoffmann und Vorstandsmitglied Katja Kraus. Unter diesem schweren Fehler hat Frank Rost bis heute zu leiden.

Der HSV will unter der Regie von Trainer Armin Veh offenbar einen neuen sportlichen Anfang. Der Coach, Sportchef Bastian Reinhardt (der mit Frank Rost über die neue Situation sprach!), Urs Siegenthaler und der Vorstand – sie alle haben diskutiert und sich dann gemeinsam entschieden, dass es einen neuen Torwart beim HSV geben wird. Veh dazu vielsagend: „Es kann sein, dass wir auf der Position des Torwarts Konkurrenz wollen, es kann deswegen auch sein, dass ein neuer Torwart kommen wird.“ Armin Veh fügt aber auch noch an: „Der neue Torwart ist noch nicht da, deswegen kann man darüber auch erst reden, wenn er da sein sollte.“ Stichwort Konkurrenzkampf. Wie beurteilt Veh die Lage im HSV-Tor? Der Coach sagt: „Insgesamt tut Konkurrenz immer ganz gut, nicht nur auf dieser Position, sondern auch auf anderen. Konkurrenz belebt das Geschäft, und wir leben nun einmal in einer Leistungsgesellschaft. Der Beste spielt. Deshalb sollten wir immer schauen, dass man immer in Konkurrenz steht.“

Was wird nun aus dem bisherigen Rost-Ersatzmann Wolfgang Hesl? Der HSV-Trainer: „Er ist ja noch ein junger Torwart, der noch wachsen muss, jetzt gibt es im Endeffekt eben einen Torwart mehr.“

Also doch? Einen Torwart mehr . . . Armin Veh geht demnach doch davon aus, dass Drobny zum HSV kommen wird. Und dann heißt es abwarten. Abwarten, wie sich Rost entscheidet.

Am Donnerstag fährt der HSV nun mit 24 Spielern (also auch mit den vielen jungen Talenten) für vier Tage ins Trainingslager nach Sylt. Dort steht die Ballarbeit an letzter Stelle, es geht um Dinge wie Kraft, Kondition, Ausdauer. Nur eine Einheit soll es mit der Kugel geben – weil der Trainingsplatz in List zu schlecht sein soll. Und Armin Veh wird nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen trainieren lassen. Er sagt: „Wir haben früher als Bundesliga-Spieler mit Sicherheit intensiver und härter trainiert. Heute aber wird sinnvoller trainiert, Früher wurden Dinge trainiert, die man heute nicht mehr machen darf.“ Veh nannte auch gleich ein Beispiel: „Früher mussten wir als Spieler Steigerungsläufe machen, aber wir trugen dabei noch einen Kollegen auf dem Rücken. Wenn man das heute machen würde, würden einige Spieler gleich eine Woche ausfallen.“

Armin Veh generell über seine Auffassung: „Ich versuche wissenschaftliche Dinge mit ins Programm zu nehmen, aber natürlich sind auch einige Sachen noch gut, die wir früher schon gemacht haben.“ Die Synthese macht es. Deswegen sagt Armin Veh auch: „Die Wissenschaft ist wichtig, aber wichtig ist auch, dass man weiß, was für den Fußball wichtig ist – und allein wissenschaftlich zu trainieren, das geht nicht.“

Der neue HSV-Trainer sprach sich – so ganz nebenbei – auch noch für einen Verbleib von Piotr Trochowski beim HSV aus: „Er ist ein Hamburger Junge, er ist nicht umsonst bei der Nationalmannschaft. Dass er in Südafrika dabei ist zeigt, dass er die Leistung gebracht hat, um von Jogi Löw mitgenommen zu werden – und der Bundestrainer setzt ihn ja auch immer wieder ein. Natürlich sollten wir dann mit dem Spieler verlängern. Wenn es möglich ist . . .“

Abwarten. Sage ich ganz bewusst. Denn noch ist die WM nicht beendet, noch könnte sich Trochowski in den Vordergrund spielen, noch könnte es den einen oder anderen (ausländischen) Interessenten auf den Plan rufen. Was dabei zu bedenken ist: Piotr Trochowskis Vertrag läuft nur noch bis zum Sommer 2011. Dann wäre er – logisch – ablösefrei. Würde er jetzt wechseln, bekäme der HSV noch eine (wohl ordentliche) Ablösesumme. Es sei denn, der HSV und „Troche“ einigten sich schon jetzt auf eine vorzeitige Vertragsverlängerung.

Um bei diesem Thema zu bleiben, aber mit einem anderen Spieler fortzufahren: Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Kapitän David Jarolim (ebenfalls) keine Chance mehr in Hamburg haben soll. Vom Vorstand (Frau Kraus) wird das in der Donnerstag-Ausgabe des Abendblattes verneint, aber ich würde auch in diesem Falle für ein Wort dieser Tage plädieren: abwarten. Der Tscheche selbst hält sich bedeckt, er will keinerlei Kommentar dazu abgeben – aber irgendwie liegt da doch noch etwas in der Luft.

Was mich, das gebe ich zu, noch mehr schockt als der „Fall Rost“. Wenn der HSV auf charakterstarke Spieler setzen will, in Zukunft setzt, dann wäre David Jarolim die Nummer eins auf diesem Sektor. Ich hoffe darauf, dass sich Armin Veh den Mittelfeldkämpfer noch ganz genau ansehen wird – und sich dann (doch) für ein Verbleiben Jarolims in Hamburg entscheidet. Alles andere wäre – für mich – ein einziges Dilemma. David Jarolim ist für mich ein absoluter Vorzeige-Profi, der seiner „Arbeit“ stets vorbildlich nachgegangen ist, der immer 100 Prozent gegeben hat, der sich auch mit dem HSV, diesem HSV, unserem HSV identifiziert. Ich weiß dabei durchaus, dass es auch in Eurem (unserem) Kreis Jarolim-Gegner gibt. Ich gestehe es (auch in diesem Fall) jedem zu, eine andere Meinung zu haben, das ist wie immer selbstverständlich, aber Ihr solltet im Gegenzug auch mir gestatten, dass ich mich für David Jarolim ausspreche. Ginge er noch in diesem Sommer, wäre das ein riesiger Verlust. Für den HSV. Für mich. Und auch sicher für viele, viele HSV-Fans.

Aber: abwarten.

PS: Es tut mir Leid, dass es ein wenig später geworden ist. Das hat zeitungstechnische Gründe. Ihr werdet Euch erinnern: Als Ruud van Nistelrooy zum HSV kam, hatten wir „Matz-abber“ das zuerst (und zwar schon zwei Tage vorher!). Als es dann abends raus war, übernahmen es andere Zeitungen – und eine dieser Zeitung wurde dann auch prompt im Videotext zitiert: „Nach Informationen der . . . wechselt RVN zum HSV.“ Dabei wusste diese Zeitung nichts. Erst durch uns wusste sie was. Der Prototyp der fremd schmückenden Feder. Und das Gerücht um David Jarolim tauchte bislang noch in keiner Zeitung auf. Allerdings morgen im Abendblatt. Gute Nacht. Und an diejenigen, die erst am Donnerstag bei uns sind: Euch (und uns) allen einen wunderschönen Sonnentag. Ich werde mich dann von der Insel Sylt melden.

23.24 Uhr

Rost – und eine sommerliche Geschichte

30. Juni 2010

Es stimmt! Der HSV hat kein Torwart-Problem. Er holt jetzt den Herthaner Jaroslav Drobny (30). Offizielle Version des HSV, beziehungsweise von Trainer Armin Veh: „Wir wollen auf jeder Position Konkurrenz schaffen. Das aber ist natürlich nur vorgeschoben, denn der bisherige Torwart des HSV, Frank Rost, darf sich einen neuen Verein suchen. Rost hat heute seinen 37. Geburtstag – welch ein großartiges Geschenk. Nun rächt es sich, wenn man zwar ein guter und teilweise überragender Keeper ist, aber wenn man dazu auch zu oft und zu unbequem Wahrheiten über seinen Arbeitgeber verlauten lässt.

Stichwort charakterstarke Spieler.

Ich werde im Laufe des späteren Abends noch auf diese Personalie zurückkommen, bislang muss Euch das bitte erst einmal reichen.

Es folgt nun noch eine Sommergeschichte von „m@home“, es ist wieder eine ganz besondere – vielen, vielen Dank dafür.

Und los geht es:

Hallo Dieter, wenn Du schon Aufrufe startest, dass sich doch auch mal Frauen äußern sollen, dann komme ich dem doch gerne nach . . .

Mein Leben als (stolze) Außenseiterin

Mein persönlicher Grundstein wurde 1986 gelegt, als ich dank der WM erstmals bewusst mit meiner großen Leidenschaft in Berührung kam. Fußball ist toll! Doch es sollte noch fast ein Jahr dauern bis das Gebäude fertig war. Es war das Pokalfinale gegen die Stuttgarter Kickers. Meine Eltern hatten tatsächlich Karten und fuhren nach Berlin – OHNE MICH!

Ok, ich war erst zehn, aber mehr Fußballsachverstand als meine Mutter hatte ich allemal (was sich bis heute nicht geändert hat!). So blieb mir nur der heimische Fernseher; mal schauen, ob ich irgendwo meine Eltern sehen konnte. Aber ich bekam etwas ganz anderes zu sehen, etwas wirklich Großartiges: eine Lieblingsmannschaft plus Titelgewinn (IIEK – Macht mich das eigentlich zum Erfolgsfan?).

Bis ich das erste Mal ins Stadion durfte, dauerte noch eine Weile. In der halb gefüllten Betonschüssel gab es eine Niederlage gegen Lautern. Meine Eltern dachten, so das war’s jetzt mit der HSV-Phase. Wie haben sie sich getäuscht! Zwei Wochen später stand ich schon wieder in der noch schlechter gefüllten Schüssel, und diesmal gab es einen Sieg! Und da ich in der Saison noch einige weitere Ausflüge gen Volkspark unternahm, erkannten meine Eltern ihren Irrtum, und zum Geburtstag bekam ich meine erste Dauerkarte (ab da erledigte sich für einige Jahre die Frage, was ich mir zum Geburtstag wünsche.). Allerdings muss ich gestehen: Die 90-er Jahre waren hart für HSV-Fans. Man dümpelte im Mittelfeld, zu allem Überfluss stieg auch St. Pauli auf, und mit dem Aufstieg kamen die Modefans. Schnell sah ich mich in der Schule umzingelt von Braun-Weißen, musste mich dem allgemeinen Spott stellen und habe am Ende doch gesiegt.

Und das kam so: Pauli stieg wieder ab, mich zog es nach Hannover und die ehemaligen Spötterinnen besuchten mich anlässlich des Spiels 96 gegen Pauli. Das erste (und einzige) Mal in meinem Leben fand ich mich in der Feindeskurve wieder – und hatte viel Spaß! 96 führte nämlich bereits zur Pause (durch einen Hattrick von Dieter Hecking) mit 3:0. Die Braun-Weißen waren ruhig, ich aus gastfreundschaftlichen Gründen auch. Ein paar Jahre später gestand mir eine der anwesenden Freundinnen, dass das der bitterste Moment ihrer Pauli-Anhängerschaft war und ein Umdenken angestoßen hat: Wenn selbst HSV-Fans nur noch Mitleid haben und nicht mehr lästern . . .

In der Zwischenzeit habe ich besagte Freundin einige Male mit in unsere wunderschöne Arena genommen, und mittlerweile sagt sie „wir“ und ruft auch schon mal „NUR DER HSV!“
So, jetzt muss ich noch einen kleinen Exkurs loswerden:

Vor ein paar Jahren habe ich hier in Hannover ehrenamtlich in der Sportredaktion bei einem Lokalradio gearbeitet. Man treibt sich so auf den diversen Sportplätzen rum, und wen trifft man? Hermann Rieger. Den haben wir natürlich sofort eingeladen, einmal in unsere Sendung zu kommen, was er auch getan hat. Es war eine großartige Stunde (für mich zumindest): fachsimpeln über „meinen“ HSV mit der Kultfigur. Es hat irre viel Spaß gemacht. (Ist übrigens auch ein Grund, weshalb ich beim Tippspiel als „Hermann“ antrete). Und falls er das hier lesen sollte:

Lieber Hermann, ich wünsche Dir in dieser schweren Zeit ganz viel Kraft. Wir, Deine Fans, sind in Gedanken bei Dir!

Sportliche Grüße, me@home

Zum Abschluss möchte ich noch kurz eine sommerliche WM-Geschichte loswerden, die ich beobachtet habe. Und die auch sehr gut zum Stichwort charakterstarke Spieler passt:

Cristiano Ronaldo, der eine überragende WM gespielt hat (oder nicht?), ist für mich nicht nur Fußballer, er ist auch ein hervorragender Schauspieler. Was ich jetzt wiederholt beobachtet habe: Freistoß für Portugal. Ronaldo kommt, schnappt sich den Ball, legt ihn sich zurecht. Akribisch genau. Dann beginnt aber erst die eigentliche Zeremonie. Indem Ronaldo hoch kommt, blickt er für eine Sekunde auf die Anzeigentafel im Stadion. Der Blick versichert ihm: „Ich bin auf Sendung.“ „Millionenden“ auf der ganzen Welt sehen ihm nun zu, nur ihm, dem großen, den genialen, dem einzigen Ronaldo. Und er genießt es. Weil es ja noch weiter geht: Mit Siebenmeilenstiefeln tritt erden Rückweg an. Er dreht sich nicht weg vom Ball, er geht rückwärts. Damit ihn die Kameras immer von vorne im Blick haben. Nach ungefähr zwölf Metern rückwärts stoppt er abrupt. Dann spreizt er seine Beine auf etwas zwei Meter (übertrieben, es sind wahrscheinlich nur 1,5 Meter). Er hält inne. So wie einst John Wayne. High noon. Ronaldo würde sicher auch gerne aus der Hüfte schießen, aber er lässt es. Denn nun, nach zwei, drei Sekunden mit gespreizten Beinen, kommt doch der Fußballer in ihm durch. Er konzentriert sich, dann schießt er. Das hat er vor der WM einzigartig beherrscht. Während der WM hat er meistens nur Rohrkrepierer zustande gebracht. Was natürlich auch am Ball liegen könnte . . .

Nein, dieser Cristiano Ronaldo hat während dieser Tage in Südafrika enorm bei mir verloren. Und ich fand es super, wie dieser argentinische Schiedsrichter namens Baldassi nicht auf die Flugeinlagen des Portugiesen hereingefallen ist. Zudem spricht der unrühmliche Ronaldo-Abgang mit Spuck-Attacke auch Bände. Nein, dieser Weltfußballer hat bei mir jeden Kredit verspielt.

13.04 Uhr

Reinhardt und die Baustellen des HSV

29. Juni 2010

Paolo Guerreo ist wieder da! Aber er redet nicht. Er selbst hat sich einen „Maulkorb“ gegeben. Er selbst? Vielleicht war es aber auch die höhere (HSV-)Gewalt. Und noch einer ist wieder da: Bastian Reinhardt. Er hat aber, im Gegensatz zu Paolo, sein „Schweigen“ gebrochen. Der Sportchef hat unruhige Tage hinter sich, er ist mittendrin und nicht nur dabei, und er ist – wie Trainer Armin Veh – zuversichtlich was die neue Saison und die Verstärkungen betrifft. „Es ging sofort los für mich. Jede Menge Termine, jede Menge Anrufe, jede Menge Mails. Und ich muss jede Menge Informationen verarbeiten. Es macht Spaß, aber es ist auch anstrengend“, sagt Reinhardt. In Sachen Verstärkungen gibt es offenbar eine klare Absprache: „Es ist nicht so, dass ich allein los ziehe, wir sind ein Team, wir arbeiten als Team.“ Und zu Urs Siegenthaler, der als Chef-Scout des DFB in Südafrika unterwegs ist, hat der Sportchef jeden tag mehrfach telefonischen Kontakt. Alles ist im Fluss.

„Wir sind auf einem guten Weg. Obwohl es während der WM ziemlich schwierig ist. Aber das erfährt zurzeit auch die ganze Bundesliga, außer Michael Ballack zu Leverkusen ist ja kaum etwas passiert“, sagt Reinhardt und fügt an: „Wir ständig dran, aber bei den Transfers, die wir machen wollen, die auch sinnvoll für den HSV sind, die brauchen noch Geduld. Es ist nur sinnvoll, Spieler zu uns zu holen, die uns auch weiterhelfen, aber die wachsen eben nicht auf den Bäumen. Und die Konkurrenz ist ebenfalls dran und bietet mit. Wir müssen uns dann behaupten und durchsetzen.“

Der HSV hat Geduld. Laut „Basti“ Reinhardt sogar „jede Menge“. Auch noch im „Fall Afellay“. Doch es gibt auch Grenzen, so der Sportchef: „Irgendwann werden wir natürlich sagen müssen, dass wir nicht mehr warte können, das ist klar. Denn er bindet ja auch Mittel. Und wenn wir keine Planungssicherheit mit dem Spieler haben, dann müssen wir die Mittel eben anderweitig verwenden“ Nur so macht es Sinn. Afellay hat angekündigt, sich nach der WM zu entscheiden. Das könnte noch vor diesem Wochenende Wirklichkeit werden, wenn die Niederländer im Viertelfinale gegen Brasilien verlieren (sollten).

Wenn Afellay aber nicht, wer dann? Wen oder was sucht der HSV eigentlich? Reinhardt: „Wir haben eine Baustelle in der Innenverteidigung, die muss geschlossen werden. Dann müssen wir schauen. Bei allen anderen Sachen drückt uns nicht so groß der Schuh.“ Zumal sich Armin Veh ja auch erst einmal ein Bild von seiner neuen Mannschaft machen muss. Vielleicht blühen ja genau jene Spieler auf, die zuletzt hinter den Erwartungen geblieben sind.

Und was ist mit „hinten rechts“? Guy Demel? Der mit der Elfenbeinküste ja schon Abschied von der WM nehmen musste? Und sich der zuletzt – öffentlich – mehr vom HSV erhofft hatte? Bastian Reinhardt bezieht klar Stellung: „Es ist ja bekannt, dass der Verein Guy gesagt hat, dass wenn er einen anderen Klub bringen kann und wechseln möchte, dass wir ihm dann keine Steine in den Weg legen werden.“ Das ist doch mal ein Wort. Anfragen aber liegen dem HSV für Demel noch nicht vor. Und: Außer Demel – will sich der HSV noch von dem einen oder anderen Spieler der vergangenen Saison trennen, der es jetzt noch nicht weiß? Reinhardt: „Nein.“ Dann aber ergänzte er: „Ich will s aber auch nicht ausschließen.“ Also „Jein.“

Der HSV-Kader soll überschaubar bleiben. Weil es ja keine Dreifach-Belastung mehr gibt. Der neue Sportchef weiß um die Gefahr eines zu großen Kaders: „Bei weniger Spielen gibt es dann mehr Unzufriedene, die keine Spielpraxis bekommen, das ist eine Gefahr. Deswegen werden wir in der kommenden Saison keinen zu großen Kader haben.“

Erstaunlich viele Anfragen anderer Klubs liegen dem HSV im Falle Marcus Berg vor. Der Schwede will aber nicht unbedingt gehen, obwohl Bastian Reinhardt sagt: „Junge Spieler brauchen Spielpraxis. Und Marcus hat Ruud van Nistelrooy vor sich, Mladen Petric und Paolo Guerrero. Da wird es sehr schwer für ihn.“ Zumal Eric-Maxim Choupo-Moting auch noch auf die vierte Position im HSV-Angriff hofft. Über den Kameruner WM-Teilnehmer sagt Reinhardt: „Ihm hat das Leihgeschäft zum 1. FC Nürnberg mit Sicherheit nicht geschadet, er hat sich weiterentwickelt.“ Als Nebenmann von Eto’o . . .

Ein ganz spezielles HSV-Thema ist schon seit Jahren Piotr Trochowski. Der Nationalspieler hat noch ein Jahr Vertrag, es wurde bereits über eine eventuelle Verlängerung Kontakt aufgenommen. Und es sieht durchaus gut aus, dass Trochowski in Hamburg und beim HSV bleibt. Aber: Es gibt auch das Gerücht (danke Dylan1941), dass Arsenal London hinter dem kleinen Dribbelkünstler her sein soll. Was ja echt ein Hammer wäre, wenn es tatsächlich wahr sein sollte – denn Arsene Wenger gilt doch eigentlich als Fußballfachmann . . . Okay, okay, ich will ja gar nicht provozieren. Warten wir doch ganz einfach mal ab, wie es in diesem Fall weitergehen wird.

„Basti“ Reinhardt, ich schrieb es bereits gestern, war als Mitspieler immer ein Befürworter Trochowskis, nun aber sitzt der Sportchef auf der anderen Seite, und er macht sich so seine eigenen Gedanken zu seinem früheren Mitspieler: „Piotr wird sich bei dem neuen Trainer nun beweisen müssen, und bei der neuen sportlichen Leitung.“ Zu der gehört ja auch Urs Siegenthaler, und der ist noch beim DFB und der Nationalmannschaft, als auch ein Kollege des Bundestrainers – und Löw steht ja bekanntlich auf Trochowski. Von daher müsste Siegenthaler ja eigentlich ein Trochowski-Anhänger sein. Sonst hätte er dem Herrn Löw doch geraten, auf den kleinen Hamburger zu verzichten. Oder?

Reinhardt über „Troche“: „Er hat zweifellos ein großes Potenzial, aber ich hätte mir gewünscht, dass er doch mehr Einsatzzeiten bei dieser WM bekommt. Das wäre für sein Selbstvertrauen zweifellos von großem Vorteil, es wäre wichtig gewesen, denn ich glaube, das Selbstvertrauen hat in den letzten Jahren ein wenig gelitten.“ Reinhardt weiter: „Er ist ein guter Junge, ich kenne ihn, er braucht das nötige Vertrauen, aber das muss er sich auch mit guten Leistungen erarbeiten.“

Ich setze da große Hoffnungen in das Duo Veh/Reinhardt. Sie werden diesen „Fall“ vielleicht ganz anders angehen, wie die HSV-Trainer in der Vergangenheit.

Erfreulich ist ein anderes Thema beim HSV: Der 17-jährige Heung Min Son. Der Koreaner scheint derzeit das größte Talent des HSV zu sein. Bereits am Montag hielten sich während des Trainings zwei Spielerberater im Volkspark auf, um mit dem Stürmer in Kontakt zu treten. Reinhardt sagt: „Wir wissen, dass hinter Son schon einige Bundesliga-Klubs her sind.“ Also aufpassen, HSV! Ein Interessent ist Hoffenheim. Der Sportchef: „Ich glaube aber, dass wir in diesem Fall ganz gute Karten haben.“ Es ist dem HSV zu hoffen.

Ein anderes Thema ist Dennis Aogo. Auch mit ihm will der HSV verlängern, auch mit ihm wurden bereits erste Gespräche geführt, auch bei ihm soll es – so der Sportchef – durchaus gut aussehen. Und: Aus Italien, speziell aus Turin, liegt dem HSV kein Angebot vor.

So, das war es erst einmal zum HSV. Ein kurzer Abstecher sei mir noch zur WM gestattet. Was aus einem „Wembley-Tor“ so alles entstehen kann:

Eine delikate Eingabe zur Fußball-WM liegt dem Bundestag vor. Der Petitionsausschuss wurde am Dienstag aufgefordert, er solle dafür sorgen, dass den Engländern das am Sonntag im Spiel gegen Deutschland (1:4) nicht gegebene zweite Tor nachträglich anerkannt wird. „Fairplay“ sei das oberste Gebot, heißt es in der Petition, wie die Vorsitzende des Petitionsausschusses, die Abgeordnete Kersten Steinke (Linke), bei der Vorstellung des Jahresberichts in Berlin mitteilte. Über ein solches Angebot aus England hätten sich die Deutschen 1966 nach dem Wembley-Tor ebenfalls gefreut, meinte der Petent weiter. Er kommt aus der Bundesligastadt Mönchengladbach – mehr wurde aus Datenschutzgründen nicht verraten. „Wir werden gucken, wie wir mit dieser Petition umgehen“, meinte Steinke.

19.27 Uhr

Christians Sommergeschichte

29. Juni 2010

Liebe “Matz-abber”, sind es die Temperaturen, die einigen von Euch so gewaltig zu Kopfe steigen? Was ist hier nur wieder los? So geht es auf keinen Fall weiter, ich teile die Meinungen vieler User – so geht der Blog kaputt. Es muss etwas passieren, es wird etwas passieren. Was mich besonders trifft: Menschen, die ich als besonnen, vernünftig und nett kennen gelernt habe, die setzen sich nun auch schon über die Schmerzgrenze hinweg – das tut mir besonders weh. Ich wollte eigentlich namentliche Verwarnungen aussprechen, aber es es sollten sich ruhig viele “Matz-abber” angesprochen fühlen. Wir hatten uns alle schon einmal – oder sogar mehrfach – darauf geeinigt, dass wir jene Beiträge, die beleidigend sind, die agggressiv sind oder einfach nur nervig, ganz einfach ignorieren. Nur hält sich niemand daran.
Ich habe mir in den letzten Wochen genau in diesem Punkt Zurückhaltung auferlegt. Und ich habe vor allem jenen User, der hier inzwischen schon jeden dritten Beitrag “absondert”, mit absoluter Nichtachtung gestraft. Ich habe viele, viele Mails von ihm auch in mein privates Postfach bekommen, ich wurde beleidigt, Ihr wurdet beleidigt und diffamiert – ich habe mir aber seit vielen Wochen nicht ein Komma mehr davon angesehen.
Es geht. Warum könnt Ihr das nicht auch?

Wie gesagt, es werden nun Maßnahmen ergriffen, aber ich bitte gleichzeitig auch diejenigen, die weit, weit über das Ziel hinaus geschossen sind, in sich zu gehen. Vielfach wurde mir das auch schon per Telefon versprochen, doch die guten Vorsätze hielten dann nur bis zur nächsten Provokation. Es wäre schade, wenn wir wieder mit Aussperrungen drohen müssten – obwohl ich manchmal daran denke, dass offenbar nur diese Maßnahme so richtig fruchtet. Aber muss das sein?

Es könnte alles so schön sein. Der Sommer ist da – und wir haben immer wiedre neue Sommergeschichten. Heute ist Christian an der Reihe, ich danke Dir für Deine Mühe und für die nette Geschichte – es hat mir viel Spaß gemacht, sie zu lesen. Und los geht es:

Schwarz-Weiß-Blaue Erleuchtung

Ich hatte mein Leben lang mit Fußball nix am Hut, weder als Spieler, noch als Konsument. Und das bei besten Voraussetzungen: Mein Vater ging gerne zum Fußball und besonders in der Zeit, als sein Heimatverein Wuppertaler SV in der Bundesliga spielte, waren die Duelle HSV – WSV Pflichttermine für die Familie. Ich habe den Rothenbaum erlebt, sah Uwe Seelers letzte Spiele und es konnte mich trotzdem nicht fangen: So ging die große Zeit des HSV spurlos an mir vorbei.

Zum Fußball und zum HSV kam ich erst viel später – und völlig unverhofft: Nachdem ich des Berufs wegen Hamburg verlassen habe und jahrelang im Exil lebte, stand Ende 2002 ein neuer Job und die Rückkehr nach Hamburg an. Im November besuchte ich meinen Bruder, um Wohnungen zu besichtigen und saß in seinem Wohnzimmer, als er unvermittelt vorschlug, doch jetzt gleich zum HSV zu gehen. Frau und Schwägerin zurückgelassen, in den Bahn gesprungen und ab nach Stellingen.
Wir kauften Karten an der Tageskasse. Ich: „Kann ich mit Kreditkarte bezahlen?“ Sie: „Sie sind hier beim Fußball!“ (Durchwühlen des Portemonnaies nach Bargeldresten) Ich: „Dann bitte die billigste Karte“.

Als wir unsere Plätze ausgesucht hatten – das konnten wir damals noch, denn die Bude war nur halb voll – trabte Lotto zu seinem Lift, fuhr hoch. Die Nord zeigte die Schals und Fahnen, Lotto stimmte „Hamburg meine Perle“ an. Ich kannte das Lied nicht, ich hatte das Stadion noch nicht erlebt – es traf mich wie ein Hammerschlag.

Wäre mein Leben ein Film, es wäre ein Strahl vom Himmel gekommen, der mich in einen goldigen Glanz gehüllt hätte und ein Chor im Hintergrund hätte schwülstige Stimmung gemacht. Schlagartig war mir klar, was mir in den letzten Jahren entgangen war. Lotto und die Nord hatten mich bekehrt, ich war Fan geworden.

Seit der Folgesaison habe ich eine Dauerkarte in 22C und habe in dieser Zeit große Dinge gesehen. Unvergessen das UI-Cup-Spiel gegen Basel, eigentlich ein trostloser Kick, aber Rafael van der Vaart stand nach langer Verletzung wieder im Kader. Als die Fans sahen, wie er sich warmlief, begannen die Rufe und mit jeder Minute wurde es lauter Als er den Rasen wieder betrat, war es ganz und gar unbeschreiblich. Er war wieder zurück.

Dann sein erstes Spiel nach der Valencia-Affäre, als es gegen Leverkusen ging. Auf dem Weg zum Stadion sah ich Kinder, die den Schriftzug auf ihrem VdV-Trikot dick durchgestrichen hatten und seine Begrüßung im Stadion war eisig. Als er beim Stand von 0:0 den Ball nahm und zum Elfmeter antrat, war es totenstill im Stadion, alle hielten den Atem an. Obwohl schon Jahre her, ist mir die Szene und meine Anspannung noch höchst präsent Auch das Gefühl, als er ihn souverän versenkt hatte und die Arena völlig aus dem Häuschen war.

Daniel van Buyten, wie er im Heimspiel gegen Köln den blutenden Alexander Laas auf seinen Armen vom Feld trug. Wie in der Saison der 1000 Leiden Dortmund mit 3:0 aus dem Stadion gefegt wurde und die Wende gelang, erst ab der 80. Minute konnte ich mich wirklich freuen. Wie der HSV nach Wieses Karatetritt gegen Werder verlor und meine Frau nach dem Spiel in Richtung Gästeblock lief, um die Bremer Mannschaft abzufeiern. Auf dem Rückflug von Fulham der schwule Rugbyclub aus London mit Hünen in Netzstrumpfhosen und Nagellack auf den bratpfannengroßen Händen, der die mürrischen HSV-Fans wieder zum Lachen brachte. Wie Bastian Reinhardt sich in seinem letzten Spiel für uns warmlief, die Rufe nach ihm immer lauter wurden und ihn alle feierten. Wie mein Sohn an der Hand von Hermann Auflaufkind war und selbst seine grün-weiße Mutter Tränen der Rührung in den Augen hatte, als sie den kleinen Mann in die riesige Arena laufen sah.

Neun Jahre große Emotionen: Enttäuschungen, Freudensprünge, Siege, Niederlagen. Und immer das Gefühl, Teil von etwas Einzigartigen zu sein.
Vor allem aber habe ich gesehen, wie sich der HSV entwickelt hat, wie das Stadion immer voller wurde und wie es stetig weiterging in Richtung Spitze. Auch wenn zwei Schritten nach vorne gerne mal einer nach hinten folgt oder wir mal eine Pirouette drehen: Wir sind wieder wer. Die Zeit ist nicht mehr fern, das Bayern München nicht nur vor den Spielen gegen uns, sondern die ganze Saison über mit Sorge und Respekt auf den HSV schaut.

17.44 Uhr

Unfall! Guerrero verpasste den Flieger

28. Juni 2010

Viel Pech für Paolo Guerrero. Da will er schon mal fliegen, und dann verunglückt er auf dem Weg zum Flughafen in Peru. Das gibt es doch gar nicht! Und: Dadurch kann man dann auch schon mal seinen Flieger verpassen – und damit auch das erste Training. Zum Glück ist Paolo heil geblieben, also unverletzt, so dass er dann am Dienstag einsteigen kann. Dann erfährt er auch, wie hoch die Geldstrafe ist, die hier in Hamburg auf ihn wartet – natürlich. Um die wird er trotz des „Unfalls“ nicht herum kommen, denn Trainer Armin Veh ist ja ein ausgeschlafener Mensch, der im Fußball schon viel erlebt hat. „Ich glaube nicht alles, was mir erzählt wird“, sagt der HSV-Coach augenzwinkernd und plaudert schnell mal aus dem Nähkästchen: „Es gab schon Brasilianer, die haben mir etwas von Schneeverwehungen in der Heimat erzählt, die den Abflug verhinderten.“ Obwohl: Veh sagt auch, dass Guerrero doch ein eher „vorbildlicher Schwänzer“ ist, denn der Trainer hat auch schon ganz andere Dinge erlebt: „Da sind Profis zum Trainingsauftakt schon mal drei, vier Tage oder länger verschwunden gewesen, ohne sich zu melden.“ Ruf doch mal an – das hat Paolo Guerrero dann doch immerhin getan. Und alles wird gut . . .

Es fehlten ja aber nicht nur Guerrero zum Auftakt, es fehlten die Nationalspieler – und die Neulinge. Dennoch waren 23 Spieler dabei. Wie das geht? Es waren die besten Nachwuchsspieler zum Aufgalopp gebeten worden. Mit von der Partie: Heung Min Son. Der Stürmer aus der A-Jugend wurde schon vor Wochen hier bei „Matz ab“ erwähnt – und zwar von Thomas von Heesen. Der ehemalige HSV-Kapitän kannte den Koreaner und empfahl damals: „Dieser Son ist ein so großes Talent, den würde ich sofort nach oben hoch ziehen.“ Das würde ich nach diesem ersten Tag auch unterstreichen. Und auch Armin Veh äußerte sich – bei aller Vorsicht – positiv: „Ich habe ihn heute das erste Mal gesehen, es ist natürlich ein bisschen früh, ich zu beurteilen, aber wenn ich so die Bewegungen von ihm sehe, dann sage ich: das hat mir gefallen.“

Aber natürlich ist Son (noch) nicht der „Kracher“, auf den hier viel warten. Doch Veh gibt sich gelassen und sagt lächelnd: „Sie wissen ja nicht, was ich weiß. Es passiert in den nächsten Wochen noch einiges. Ich bin da ganz gelassen.“ Das klingt für mich total gut und überzeugend. Bis zum Beginn es zweiten Trainingslagers am 21. Juli im österreichischen Längenfeld sollen die Neulinge schon an Bord sein – mit den Nationalspielern aber ist das so eine Sache. Alle sollen nach ihrem jeweiligen Ende bei der WM noch drei Wochen Urlaub haben. Kommt aber zum Beispiel die deutsche Mannschaft ins Finale, dann wird der Urlaub bis Längenfeld noch nicht beendet sein.

Beim Training ging es für mein Empfinden schon recht lebhaft zu. Ze Roberto war (mit kurzen Haaren) dabei, Marcus Berg war (mit kurzen Haaren) dabei, Mickael Tavares ist von seinem Nürnberger Gastspiel zurück, Romeo Castelen ist endlich wieder mit von der Partie – und Tunay Torun ist nach seinem Kreuzbandriss noch nicht wieder im Mannschaftstraining. Gefehlt hat auch Heimkehrer Änis Ben-Hatira, der zurzeit noch ein Probetraining in Mainz absolviert. Mit Ben-Haira und Tavares plant Veh aber eher nicht mehr.

Das erste Tor der neuen Saison schoss übrigens Heung Min Son. Die erste Grätsche setzte David Jarolim an, den ersten Beifall erhielt Sören Bertram, der über den linken Flügel energisch nach vorne stieß und den Ball mustergültig auf den „Schlappen“ von Ruud van Nistelrooy legte – Tor. Da applaudierte nicht nur das gesamte Trainer-Team, sondern auch viele Kollegen und einige Fans. Apropos van Nistelrooy: Ihm galten die größten Bewunderungen der Trainingskiebitze, als er sich einmal den Ball auf engstem Raum mit der rechten Sohle so gekonnt unter dem Körper vor den linken Fuß rollen ließ, dass es wie Kunst aussah – und es war Kunst! Zauberhaft. Durch diesen Trick stand der Niederländer dann plötzlich frei vor der Kiste . . .
Vor diesem Spiel, das sei schnell noch erwähnt, wurden Pässe im Direktspiel geübt. Es war ein relativ verhaltener Auftakt, aber es sah trotz allem schon nach Fußball aus. Und: So wie ich das erkennen konnte, hat von diesen Spielern keiner etwas an Urlaubsspeck mitgebracht.

Am Dienstag und am Mittwoch wird das aber genauer und intern getestet, dann erfolgt das Programm in der Arena – Trainingskiebitze sehen von diesen Tests eher nichts.

Zur „Rasselbande“, die sich am Montag im Volkspark bewegt und vorgestellt hat, befand Armin Veh: „Es waren jetzt auch die Spieler dabei, die schon in der Vergangenheit dabei waren, die den ganz großen Sprung aber anscheinend nicht geschafft haben – ich kann sie ja noch gar nicht alle beurteilen. So macht es für mich aber ja keinen Sinn, wenn sie noch ein drittes Jahr dabei bleiben. Ich will die Spieler sehen, die am talentiertesten sind, die mir auch am talentiertesten empfohlen worden sind. Und die nehme ich am Donnerstag nun mit nach Sylt, und die nehme ich auch mit nach Längenfeld.“ Veh wird sich die jungen Nachwuchsspieler also einige Wochen ansehen, und dann wird er entscheiden, wer weiter bei den Profis trainieren wird – und wer zurück zur zweiten Mannschaft muss.

Gerade weil ein Stürmer wie Thomas Müller, 20 Jahre jung, gerade in Südafrika für Furore sorgt, sind junge Spieler in aller Munde. Wie schön wäre es da, wenn auch der HSV mal einen wie Müller in seinen Reihen hätte. Veh: „Aus Aktionismus nun junge Spieler nach oben holen, und die schaffen es dann nicht, weil sie es nicht können, das macht keinen Sinn. Das ist etwas, was von den handelnden Personen auf den Weg gebracht werden muss – auch wenn die vielleicht später nichts mehr davon haben.“ Weil es eine vorzeitige Trennung gibt, geben kann. Aber der Grundstein sollte dann doch irgendwann einmal gelegt werden – beim HSV.

Sollte ein Talent wie Son wider Erwarten schon jetzt den ganz großen Sprung schon schaffen können, hätte der HSV noch einen Stürmer zuviel an Bord. Dabei möchte sich Armin Veh ohnehin schon von Stürmer Nummer fünf trennen. Das ist entweder Eric-Maxim Choupo-Moting, oder es ist Marcus Berg. Einer soll noch ausgeliehen werden. Veh: „Die jungen Leute müssen Spielpraxis bekommen, Choupo-Moting hat der Abstecher nach Nürnberg ja auch ganz gut getan. Aber es ist noch nichts entschieden.“ Der Schwede Berg sagte heute auf jeden Fall kämpferisch: „Ich will mich hier beim HSV durchbeißen.“ Gute Einstellung.

So, nun schnell noch einmal kurz einen Blick zurück (nicht im Zorn, sondern in Freude!): Das Wembley-Tor der Engländer gegen Deutschland. Dazu erhielt ich eben eine interessante Erklärung eines ehemaligen Hamburger Amateurtrainers, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Hallo, lieber Dieter,
habe gerade Deinen Matz-ab-Blog gelesen. Hat sich schon mal jemand gefragt, warum der Schiedsrichter für die Engländer k e i n Tor gegeben hat? Du hast im Blog das Thema Ball angeschnitten. Guck dir mal die Flugbahn an: Der Ball geht an die Latte, fällt von dort in einer Art Elipse deutlich hinter der Linie runter, kommt unterhalb der Latte wieder hoch und fällt dann senkrecht vor bzw. auf die Linie.
Hast du so eine Flugbahn schon einmal gesehen? Hätte der Ball beim „Rückflug” die gleiche Linie gehabt wie beim „Hinflug”, wäre der Ball vor der Latte im Netz hängen geblieben. Nimm mal an, Schiedsrichter und Linienrichter haben nur gesehen, wie der Ball unter die Latte zurück springt und von dort vor bzw. auf die Linie, dann hätte man niemals geglaubt, dass dieser Ball vorher hinter der Linie war. Oder? Natürlich ist aber alles Theorie.

PS: Die versprochene Verlosung der signierten 20 Meisterfotos von 1960 hat folgende Gewinner-Liste ergeben:

Werner Reissner, HSVLuenen, Hannes Hoh, Jasmin J.-Sievers, Lars Weber, Klaus Vogelsang, Guido Voß, Wolfgang Wegner, Mini Me, Flyboy Kiel, Raute im Herzen, Andreas, Sieverdinger Raute, Nordbert, ErnstH, Neu-Ossi, Markus Taschendorf, Westerwald, Randnotiz und Peter Bodensee. Schickt bitte Eure Adressen an das Matz-ab-Gewinnspiel, dann erhaltet Ihr das Foto per Post. Gelost wurde wie folgt: Alle namen wurden aufgeschrieben und ausgeschnitten, in die Lauft geworfen – und es kamen alle in die „nächste Runde“, die lesbar waren. Weiß war draußen. Das lief so lange, bis 20 Gewinner feststanden.
Allen Gewinnern herzliche Glückwünsche. Und an die, die leer ausgegangen sind: Es wird ja im Laufe der Saison noch die eine oder andere Verlosung mehr stattfinden, vielleicht habt Ihr dann mehr Glück.

17.59 Uhr

Drei kurze Sommergeschichten

28. Juni 2010

Der Ball rollt wieder durch den Volkspark – endlich! Trotz allem wird die Serie der Sommergeschichten fortgesetzt, denn ich habe noch etliche vor mir liegen. Viele Dank allen Autoren, Ihr habt uns bislang schon viel Spaß gebracht – und Ihr werdet es auch weiterhin tun. Heute heißen die Autoren „Launi“, „Gobi“ und Hans-Jürgen.

Vom Training und vom ersten Tag der neuen Saison folgt im Anschluss dran der Bericht. Nun aber geht es erst einmal los mit den drei kurzen Sommergeschichten:

Hallo Dieter,

hier auch mal mein Beitrag (im Blog als Launi eingetragen)

Sammelbildchen

Es begann 1981, wir i-Männchen mussten nun jeden Morgen mit unserem Ranzen zur Schule, anfangs sogar noch mit Elan, weil es ja immer diese Pausen gab, in denen wir unsere Sammelbildchen tauschen konnten.

Jeder Junge, aber auch wirklich jeder, war „Fan“ eines Klubs, im Ruhrgebiet gab es hauptsächlich Schalker und Dortmunder, daneben ein paar Bochumer. Streitereien waren also vorprogrammiert, zumal Recklinghausen ziemlich genau zwischen schwarz-gelb, blau weiß und königsblau liegt. Auch mein Vater war (ist) Schalker durch und durch, immer noch und auch heute noch mit viel Inbrunst. An mir ging das irgendwie vorbei, zum Glück.

Ich hatte meine Liebe entdeckt mit meinem ersten Sammelbildwappen. Diese Dinger waren der Renner, jeder wollte sie, kaum einer hatte sie, waren diese verflixten Teile doch gefühlt nie in einer Tüte dabei. Doch eines Morgens öffnete ich eine dieser Tüten und da war sie, meine Raute, ich musste nicht gegen viele Spieler tauschen, nein, diese Raute war meine. Ich fing an zu singen: „Wer wird Deutscher Meister, H-H-H-HSV!“ Den Rest der Schulstunde saß ich vor der Tür, aber das war mir so egal, dies war ein Zeichen und mittlerweile trage ich schon fast 30 Jahre die Raute im Herzen.

Herzliche Grüße, Ralf

Hier folgt Geschichte Nummer zwei:

Familienzusammenführung durch den HSV

Es ist der 20. Juni 1987. Klein Gobi fährt zum ersten Mal zu einem Auswärtsspiel des HSV. Und gleich zum DFB-Pokal-Finale Hamburger SV gegen die Stuttgarter Kicker nach Berlin.
Noch jung, unerfahren und schüchtern, fahre ich mit dem normalen Berlin-Bus los und lande, nach zwei Stunden des Wartens an der Grenze, mitten in Berlin.

Aber dank Pfadfindereigenschaften finde ich das Olympiastadion und einen Sitzplatz.
Das Spiel ist spannend und torreich. Und wie üblich schießen die Abwehrspieler die Tore für den HSV, Dietmar Beiersdorfer, Manfred Kaltz und der Stuttgarter Niels Schlotterbeck.

G E W O N N E N – H U R R A

Doch jung, unerfahren und schüchtern wie ich bin, kann ich gar nicht so richtig feiern, sondern muss zu meiner Tante in Berlin zum Schlafen fahren. Mein Bus-Rücktransfer nach Hamburg ist erst für den nächsten Tag gebucht.

Mit Bus und Bahn lande ich erfolgreich bei meiner Tante und erfahre, dass sie gerade Besuch von ihrem Bruder aus Stuttgart hat, zum Glück kein Kickers-Fan. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nichts von einem Onkel in Stuttgart. Alle anderen gehen Schlafen, nur Onkel Rudi und ich reden die ganze Nacht. Aber jung, wie ich damals war, hat mir der Schlafmangel überhaupt nichts ausgemacht und ich hatte meiner Familie in Hamburg am nächsten Abend viel zu erzählen – immerhin war Onkel Rudi seit über 20 Jahren nicht mehr gesichtet worden.

Somit hat mich der Fußball und der HSV mit einem „neuen“ Familienmitglied bekannt gemacht.

Ich wünsche uns noch einen schönen Sommer mit vielen interessanten Geschichten.

Gruß Gobi

Und nun gleich die dritte Sommergeschichte:

Liebe Matz-abber,

Die Sommergeschichte von herpla veranlasst mich, auch noch einmal in die PC-Tasten zu greifen.
Auch ich bin ein älteres Semester, Jahrgang 1940. In Bezug auf Fußball hatte ich mit einem Handicap zu kämpfen: ich bin von Geburt an stark kurzsichtig. Deshalb sitzt bei mir immer eine Brille auf der Nase und das ist fürs Fußballspielen stark kontraproduktiv.

Als Kind hatte ich aber den Vorteil, einen Lederfußball zu besitzen und deshalb durfte ich immer mitspielen; wegen der Brille als Torwart.

Vielleicht bin ich deshalb auf die Keeper ein bisschen fokussiert. HSV-Fan und HSV-Zuschauer bin ich seit 1948/1949. Ich war natürlich ein kleiner Matz. Wir wohnten damals in Barmbek. Zum Rothenbaum ging es per S-Bahn ab Alte Wöhr bis zum Dammtor und dann mit der U-Bahn zur Hallerstraße. Unser Platz war Stehtribüne Turmweg.

Damit ich etwas sehen konnte, nahm mein Vater einen Küchenhocker mit. Für Nicht-Eingeweihte: ein Hocker ist ein Stuhl mit vier Beinen ohne Lehne. Der Hocker war gerade so breit, dass er auf der Stehplatzstufe vor meinem Vater stehen konnte. Ich stand da drauf und hatte damit Augenhöhe wie die Erwachsenen. Manchmal, bei sehr starkem Zuschauerandrang, war es etwas gefährlich, wenn die Zuschauermassen ins Wanken gerieten. Mir ist aber nie etwas passiert, weil alle Erwachsenen um mich herum als Schutzwall fungierten.

Nun zum Torwart: Der hieß beim HSV zu der Zeit Walter Warning. Walter Warnings Leistungen schwankten nach meiner Erinnerung zwischen Weltklasse und Bezirksklasse. Eine Unart ist mir im Gedächtnis geblieben. Beim Abstoß aus der Hand übertrat er nicht selten die Strafraumlinie. Die Folge war ein direkter Freistoß. Ich achte noch heute darauf, ob ein Torwart die Grenze übertritt. Das passiert nach wie vor, aber heute wird das nie gepfiffen. Damals achteten Schieds- und Linienrichter bei Warning penibel darauf. Die Freistöße hat Warning aber immer mit tollen Robisonaden gehalten.

Zwei weitere Ereignisse habe ich nie vergessen: Ich habe 1959 im Gymnasium Uhlenhorst-Barmbek in der Osterbekstraße Abi gemacht. Zu der Zeit gab es eine Hamburger Schulmeisterschaft der Gymnasien. Einige Jahrgänge vor mir war Gerd Krug an der Schule. Er spielte zu der Zeit schon in der Ersten des HSV, ich glaube als Halbstürmer. Mit Gerd war unsere Schulmannschaft Klasse. Er spielte jedoch nicht als Stürmer sondern als Libero, obwohl es diese Position damals noch gar nicht gab. Es war erstaunlich:. An Gerd kam kein gegnerischer Stürmer vorbei. Ich glaube, wir wurden Meister.

Punkt zwei war nicht so erfreulich. Es ging um das Halbfinale im Europacup 1960 im Volksparkstadion gegen Barcelona. Als Koscis Sekunden vor dem Abpfiff das 1:2-Anschlusstor köpfte, war es im Stadion mucksmäuschenstill. Ich vernahm oben auf dem Rang die einzelnen Ausrufe der Spanier. Nie zuvor und nie wieder habe ich in einem vollbesetzten Fußballstadion eine derartige Stille erlebt.

Beste Grüße an alle Matz-abber,
Euer Hans-Jürgen

15.55 Uhr

Das Wembley-Tor in aller Munde

27. Juni 2010

Übrigens: Am Montag startet der HSV in die neue Saison, um 10 Uhr ist Trainingsauftakt im Volkspark.

Noch ohne Neuling, aber das wird ganz sicher noch. Und es fehlen ja auch noch die HSV-Nationalspieler. Jerome Boateng, Noch-Hamburger, konnte sich im Verlaufe des Spiels steigern, und dann kam Piotr Trochowski. Ich will Euch überhaupt nicht provozieren – aber habt Ihr einen Fehler von ihm gesehen? Er hat den Ball perfekt gehalten, er hat ihn erkämpft (!) und er hat ihn sicher und gut abgespielt. Genau deswegen hat ihn der Bundestrainer (wohl auch) mitgenommen. Als sich „Troche“ einmal die Kugel gegen den „ausgebufften“ Ashley Cole eroberte, und zwar auch mit einem energischen Körpereinsatz, da entfuhr es einem Kollegen in der Redaktion: „Eine solche Szene habe ich von ihm beim HSV nie gesehen . . .“ Alles eine Sache der Ansprache? Ich hoffe, dass Armin Veh es schafft, den Ehrgeiz des deutschen Nationalspielers durch entsprechende verbale Vorstöße und durch Einfühlungsvermögen zu wecken.

Und wenn Veh es nicht unbedingt schafft, dann wird es eben Bastian Reinhardt richten. Der neue Sportchef hat, wenn ich mich richtig erinnere, als er noch HSV-Spieler war, den Nebenmann Trochowski immer so gesehen, wie ich. So, nun bin ich auch schon wieder am Ende mit Trochowski, Ihr müsst gar nicht erst anfangen, mit mir zu granteln . . .

Zum Super-Sieg gegen England. Ich kann es immer noch nicht glauben . . . 4:1. Ich träume. Oder doch nicht?

Es ist ja genügend gesagt und gezeigt worden, mehr muss man ja gar nicht machen. Ich will nur noch einmal auf eine für mich wichtige Szene eingehen: Als der Konter zum 3:1 von Thomas Müller lief, kreuzte Bastian Schweinsteiger – großartig und mutig – den Laufweg des Engländers Johnson. Normal hätte der zu einem taktischen Foul greifen müssen, weil dort drei Deutsche gegen drei Engländer liefen, aber der Abwehrspieler ließ es – und es fiel das Tor. Und kurz darauf auch das 4:1. Mesut Özil lief Cole davon. Früher wäre der Bremer keinen Meter vorbeigekommen, dann hätte er etwas auf die Socken erhalten – aber diesmal nicht. Und das ist, das sage ich ausdrücklich, der strengen Regelauslegung der Fifa zu verdanken. Ich habe die Fifa-Herren schon mehrfach an- und ausgezählt, Ihr habt es teilweise auch schon getan – aber das muss mal gelobt werden. Es geht (in den meisten) Fällen nun fairer zu, denn sonst drohen den Übeltätern (oder den Tretern) schnell Gelbe und auch Rote Karten.

Natürlich stehen die Schiedsrichter trotz allem in der Kritik, sie haben es eben am schwersten von allen. Recht machen können sie es in den meisten Fällen auch nur einer Mannschaft (Nation). Diesmal toben die Engländer. Nach dem vermeintlichen 2:2 von Frank Lampard erhielt ich eine Spontan-SMS von Lotto King Karl: „Nach 44 Jahren die späte Rache für Wembley!“ Ganz, ganz ehrlich, so sehe ich das auch. Auch wenn es nicht unbedingt fair ist. Aber nach diesem nicht gegebenen englischen Tor bin ich in der Redaktion aufgesprungen und habe mich mit jedem abgeklatscht, der es wollte. Irgendwie war ich euphorischer, als bei jedem deutschen Tor.
Wie unfair. Oder? Ich schäme mich auch. Ehrlich. Aber das „Tor“ von 1966 saß bei mir auch noch immer recht, recht tief. Den Namen Tofik Bachramow werde ich bis an mein Lebensende bei mir behalten – auch wenn ich zwischendurch schon mal vom 25. August schreibe, der eigentlich der 25. Juni ist . . .

Übrigens: Der Test mit den Tor-Schiedsrichtern, die in den Spielen der Europa League zum Einsatz kamen, soll ja fortgesetzt werden. Ich warte nur auf die erste Schlafmütze, die am Pfosten steht und dennoch nicht erkennt, dass der Ball drin war.

Dass die Engländer toben, das ist wohl jedem klar. Hier einmal ein paar Auszüge von Ausbrüchen englischer Zeitungen:
„England fliegt nach einer der größten Fehlentscheidungen der Fußball-Geschichte raus“, schreibt die Zeitung Daily Mail in ihrer Online-Ausgabe, „Über der Szene lag der Schatten von 1966“, heißt es in der Sun.

The Sun weiter: „Die Nation betrauert die zerfleischten Löwen. Uruguays Schiedsrichter Jorge Larrionda und seine Assistenten waren beim Schuss von Lampard, der hinter der Torlinie war, blind. Über der Szene lag der Schatten von 1966. Capello sieht dem Ende seiner Karriere als Teammanager Englands entgegen.“

Daily Mail: „England fliegt nach einer der größten Fehlentscheidungen der Fußball-Geschichte raus. Deutschland zerstört die Three Lions 4:1 – mit Hilfe eines Linienrichters aus Uruguay. Millionen englischer Fans sahen ihre WM-Träume platzen, als ihre Mannschaft eine höchst umstrittene Niederlage gegen ihren alten Rivalen kassierte. Immerhin scheint die Sonne noch.“

SkySports: „Zeit zu gehen, Fabio? Das Spiel wurde nicht verloren wegen Larriondas Fehlentscheidung. Es wurde verloren wegen Englands Schwäche in der Abwehr. Die Defensive hat völlig den Überblick verloren. Jetzt stellt sich die Frage: Sollte die FA Capello rauswerfen oder ihm doch noch eine neue Chance geben?“

The Guardian: „Englands WM-Hoffnungen sind nach einer verdienten Niederlage gegen Deutschland beendet.“

Ganz andere Diskussionen wird es nach diesem Turnier geben: Der Fußball-Weltverband Fifa will nach der WM mit Trainern und Spielern über den viel kritisierten Turnier-Ball Jabulani sprechen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. „Wir sind nicht taub. Die Fifa ist nicht unempfänglich für Kritik am Ball. Es gibt Regeln für Größe und Gewicht. Aber der Ball muss perfekt sein“, sagte Generalsekretär Jêrome Valcke. Die Aussprache soll bei einem Workshop mit den WM-Coaches und Kapitänen stattfinden. Während des Turniers sei eine Ball-Debatte aber nicht möglich, so Valcke.

Der WM-Ball war von vielen Spielern als zu leicht kritisiert worden. Zudem wurde das Flugverhalten moniert. Auffällig oft kamen die Rügen allerdings von Profis, die von der Sportartikel-Konkurrenz des WM-Ballproduzenten Adidas gesponserte werden. Bei allen großen Turnieren der vergangenen Jahre war das Spielgerät von unzufriedenen Akteuren kritisiert worden.

Aber es geht ja nicht nur um den Ball. Auch die Schiedsrichter stehen im Blickpunkt harter Kritik. Was irgendwie ein wenig unglaublich klingt: Die Fifa gesteht nun sogar Referee-Pannen ein. Es geht um unverständliche Karten-Willkür und unerträgliches Show-Gehabe. Nach langem Schweigen hat nun die Fifa einige erschreckend schwache Auftritte ihrer WM-Referees eingestanden. „Es gab Entscheidungen, die keine guten Entscheidungen waren“, sagte Generalsekretär Valcke. Die für einen Top-Funktionär ungewöhnlich klare Wortwahl macht deutlich, dass auch in der Führungsetage des Fußball-Weltverbands die diffizile Thematik mit Sorge betrachtet wird.

Aus aller Welt hagelt es derweil Kritik an den 29 WM-Unparteiischen. Auch der neue deutsche Referee-Chef, Herbert Fandel, zeigte sich irritiert: „Die Schiedsrichter-Leistungen haben sich stabilisiert, aber es gab eine verblüffende Phase während der WM mit bemerkenswert negativen Leistungen. Das muss man eingestehen.“

„Bei einer Weltmeisterschaft sollen die besten Schiedsrichter pfeifen, die auch in den großen Ligen aktiv sind, und nicht Referees, die irgendwo am Strand pfeifen“, forderte Schweiz-Coach Ottmar Hitzfeld. Neuseelands Kapitän Ryan Nelsen wunderte sich:„Wenn das die besten Schiedsrichter sind, die die Fifa zu bieten hat, dann will ich nicht die schlechtesten sehen.“

Aber: Hat Hitzfeld denn nicht den Spanier Undiano gesehen? Der pfeift in einer der besten Ligen der Welt, obwohl er es besser damit versuchen sollte, den River-Kwai-Marsch (der Colonel-Bogey-Marsch) zu pfeifen. Habe ich diesen Menschen gefressen . . . Immer noch.

Fest steht auch: Sorge sollte die Fifa machen, dass einige haarsträubende Fehlurteile nicht von Referees aus Fußball-Entwicklungsländern getroffen worden. Auch die Top-Schiedsrichter aus Europa und Amerika waren nicht vor Pannen gefeit. Und schlimmer: Die klare Linie fehlte. Spaniens Karten-Meister Alberto Undiano verärgerte in der Partie das DFB-Team mit einem Gelb-Konzert. EM-Final-Referee Roberto Rosetti, der Belgier Frank de Bleeckere oder der Mexikaner Marco Rodriguez stehen längst für ein anderes, unangenehmes Schiri-Verhalten: Mit affektierten Gesten und übertriebenem Gehabe stellen sie sich für den Geschmack vieler Fußball-Fans zu sehr in den Mittelpunkt.

Und noch einmal ein kurzer Abstecher zur WM. Darüber wird morgen bestimmt nichts oder kaum etwas in den Zeitungen zu lesen sein, aber ich finde es ganz interessant, worüber sich die Fifa so alles ihre Gedanken macht:

Keine Strafe, aber Missbilligung durch die Fifa: Nachdem Bundestrainer Joachim Löw die Pressekonferenz vor dem Achtelfinale gegen England geschwänzt hat und bei der englischen Pressekonferenz nur Fragen einheimischer Reporter zugelassen wurden, müssen beide Teams nicht mit Sanktionen durch den Fußball-Weltverband rechnen.
„Es gibt in einem solchen Fall keine disziplinarischen Bestimmungen“, sagte FIFA-Mediendirektor Nicolas Maingot. Allerdings gebe es Richtlinien, an die sich jeder WM-Teilnehmer zu halten habe: „Das Fair Play muss auch außerhalb des Spielfeldes Anwendung finden. Wir haben zur Kenntnis genommen, was passiert ist.“.

Am Sonnabend hatte Löw seinen Torwarttrainer Andreas Köpke zur Pressekonferenz vor dem England-Spiel geschickt und damit die englischen Medienvertreter verärgert. Köpke begründete die Entscheidung mit zeitlichen Engpässen. „Wir konnten heute nicht im Stadion trainieren, sondern mussten auf einen anderen Platz ausweichen. Wenn der Bundestrainer selbst gekommen wäre, hätte das den ganzen Zeitplan durcheinander gebracht“, sagte er. Köpke betonte, dass es sich dabei nicht um einen Protest oder eine Retourkutsche gegen den Weltverband Fifa gehandelt habe. „Auch England durfte nicht im Stadion trainieren, da ja dort gestern noch ein Spiel stattfand“, meinte er. „Es herrscht also Chancengleichheit und ich kann die Entscheidung auch nachvollziehen.“

Für Ärger sorgte auch die offizielle Pressekonferenz der Engländer, bei der nur wenige Fragen auf Englisch erlaubt waren und die für die internationalen Vertreter keine zehn Minuten gedauert hat. Alle englischen Sonntagszeitungen durften anschließend in einem anderen Raum noch weitere Fragen stellen. Das erinnert mich allerdings auch stark an deutsche Umstände . . .

Zurück zum HSV. Morgen Training, zehn Uhr – ohne Neuling. Wie gesagt. Aber es gibt noch zwei neue Spiele. Auf der Rückfahrt von der Insel Sylt (1. bis 4. Juli) wird noch um 17 Uhr in Leck gespielt. Und am 18. Juli spielt der HSV in Flensburg um 17 Uhr gegen Espanyol Barcelona. Die Außerordentliche Mitgliederversammlung findet nun am 13. Juli statt.

Und noch kurz in eigener Sache: Am Montag werden die Meister-Fotos von 1960 (mit den Autogrammen der Spieler) verlost. Ich werde die Namen hier an dieser Stelle nennen, die Gewinner können mir dann Ihre Daten, wohin das Foto zu senden ist, über die Gewinnspiel-Adresse mitteilen.

So, morgen dann wieder mehr HSV, versprochen. Nach dem Auftakt-Training. Aber wenn WM ist, dann muss man eben auch mal etwas WM-lastiger werden – oder? Oder werden dürfen?

PS: Allen Einsendern von Sommergeschichten sei gesagt, dass Ihre Beiträge angekommen sind, aber ich bitte um ein wenig Geduld, es wird von unten nach oben abgearbeitet. Und irgendwie verstärkt sich bei mir dabei das Gefühl, dass wir vielleicht doch einmal ein kleines Büchlein davon machen sollten . . .

20.07 Uhr

Sommergeschichte aus Hessen

27. Juni 2010

Es ist heiß. Endlich. Obwohl es hier bei „Matz ab“ schon den ganzen „Sommer“ heiß her geht – Stichwort Sommergeschichten. Dort wird quasi mit jedem Wort die „heiße Liebe“ zwischen Fan und seinem Verein beschworen und dokumentiert. So auch heute, die Geschichte kommt aus Hessen. Vielen Dank, lieber Tim, ich habe das sehr gerne gelesen, zumal dadurch viele Erinnerungen an die eigene Zeit wach wurden. Ich wünsche Euch viel Spaß mit diesem sonntäglichen Beitrag:

Lieber Dieter,
nachdem mir die Lektüre der Sommergeschichten der anderen Leser unheimlichen Spaß gemacht hat, will ich auch mit meiner kleinen Geschichte nicht hinter den Berg halten. Ich würde sie mit „Späte Rache” überschreiben wollen.

Späte Rache

Eine wirkliche Wahl hatte ich nie. Geboren in tiefster schleswig-holsteinischer Provinz fern ab jeglicher bundesligareifer Alternativen, aufgewachsen in einer traditionell dem HSV zugeneigten Familie hatte ich in frühester Jugend die großen Erfolge des Hamburger SV miterlebt. So war für mich von vorn herein klar, dass es für mich nur einen Verein geben kann.

Natürlich gab es aber auch die Ausnahmen bei uns im Ort. Jene Verirrten, die ihr emotionale Heimat bei Vereinen fernab der Heimat suchten. Diese entwickelten aber zumeist erst spät ein Interesse am Fußball und verpassten so die Glanzzeit des HSV, oder waren von zweifelhaftem Charakter und wechselten Ihren Lieblingsverein wie andere die Unterhose. Mit Vereinsliebe hat dies aus meiner Sicht aber ebenso wenig zu tun wie regelmäßige Besuche in der Herbertstraße mit der Ehe.

Ich gebe zu, es gab diese Momente, in denen auch ich versucht war. So ergab es sich, dass mein damaliger bester Kumpel mir offenbarter sei Fan der Grün-Weißen aus Bremen, die Mitte der 80-er Jahre beständig um die Meisterschaft mitspielten und einem das Fansein sehr viel leichter machten, als es mein geliebter HSV zur damaligen Zeit tat – und eigentlich bis heute tut. Ich gestehe, ich habe es versucht. Ich glaube ich war 13 Jahre alt und der Enttäuschungen des HSV Fanseins bereits überdrüssig geworden.

Also beschloss ich von nun an auch für die Bremer zu halten, in der Erwartung, dass dies mein Leben um so vieles einfacher machen würde. Aber es ging nicht. Es stellte sich einfach kein Gefühl ein, mein Herz wollte die Raute einfach nicht mehr loslassen. So lernte ich meine Lektion; einen Lieblingsverein kann man sicht nicht aussuchen, er findet einen, er kommt über einen und lässt einen nicht mehr los.
Mit fortschreitendem Alter intensivierte sich meine Liebe zum HSV weiter. Dies war auch der Tatsache geschuldet, dass ich anfing mir neben der Schule etwas Geld dazu zu verdienen und so in der Lage war, mit einigen gleichgesinnten Freunden regelmäßig zu den Heimspielen ins Volksparkstadion zu gehen.

Von Anfang an war ich von der Atmosphäre im Stadion fasziniert. Die Kurve, der E-Block, das war eine verruchte Mischung aus derben männlichen Sprüchen und Gesängen und einem starken Zusammengehörigkeitsgefühl, das für einen pubertierenden Halbstarken wie mich wohl sehr anziehend gewesen sein muss. Ich verpasste kaum noch ein Spiel, egal ob im Sommer vor ausverkauftem Haus gegen die Bayern oder im Schneetreiben vor leeren Rängen gegen Dynamo Dresden. Ich liebte es – ich gehörte jetzt dazu.

Um dieses Dazugehörigkeitsgefühl auch optisch zu dokumentieren, wurde schon sehr bald eine preisgünstige Jeansjacke angeschafft. Mittels einer Schere wurde das Ding von den lästigen Ärmeln befreit und sodann fleißig an der Verschönerung des guten Stückes gearbeitet. Bei jedem Stadionbesuch galt fortan der erste Gang den Buden, in denen allerlei Fan-Accessoires feilgeboten wurden. Wieder zu Hause wurde dann meine Mutter eingespannt, um die Aufnäher mit den rebellischen Sprüchen fein säuberlich auf meiner Kutte zu befestigen . . . Sie muss es gehasst haben, aber was tut man nicht alles seinem Sohn zu liebe.

Zum großen Wohlgefallen meiner Eltern hielt diese modische Phase aber nur recht kurze Zeit an. Im zarten Alter von zwanzig Jahren zog es mich dann in die süddeutsche Ferne, die Stadionbesuche im Volkspark wurden weniger und die Kutte versank in den Untiefen des Kleiderschranks in meinem ehemaligen Jugendzimmer. Als nach einigen Jahren die Anfrage meiner Mutter kam, ob sie den peinlichen Stofffetzen entsorgen dürfte, stimmte ich ohne Bedenken zu.

Die Jahre gingen ins Land und neben meiner Liebe zum HSV entwickelte sich eine weitere große Liebe in meinem Leben, die ich im Jahre 2007 zu ehelichen gedachte. Der Tag der Hochzeit kam und alles war bereitet für einen denkwürdigen Tag: Im Anschluss an eine wunderbare und emotionale kirchliche Trauung schloss sich eine sehr stimmungsvolle Feier im festlichen Rahmen an, im Zuge derer es natürlich auch die Brauteltern nicht lassen konnten, einige salbungsvolle Worte beizutragen. Und natürlich können es meine Eltern nicht lassen, meine so eben Angetraute mit der Tatsache zu konfrontieren, dass sie nicht nur nicht die erste große Liebe meines Lebens sei, sondern dass ich auch meiner ersten bis zum heutigen Tage nie entsagt habe.

Mein Glück, dass meine Frau und ich uns mit dieser Ménage à Troi längst arrangiert hatten, auch wenn sie meine Liebe zum HSV als geborene Frankfurterin bis heute nicht so recht teilen mag und für die Eintracht hält. Als meine Mutter dann aber als Beweis für meine erste große Liebe ein ziemlich mitgenommen aussehendes blaues Kleidungsstück aus einer Tasche fingerte und mich aufforderte, es über meine Smokingjacke zu ziehen, wurde mir dann aber doch ziemlich mulmig. Und eins kann ich Euch sagen, von dem wohligen, latent rebellischen Gemeinschaftsgefühl, dass dieses Kleidungsstück mir einst im E-Block vermittelte hatte, war im Kreise meiner Liebsten nichts mehr zu spüren . . .

PS: Vielen Dank nochmals für den tollen Blog, der für mich als HSVer fern der Heimat eine feste tägliche Institution geworden ist. Mich interessieren übrigens vor allem die kleinen, interessanten Geschichten am Rande, die den HSV und seine Akteure so viel menschlicher abbilden, als Wahrscheinlichkeiten oder das neueste Wechselgerücht. Deswegen gerne mehr Geschichten aus dem Nähkästchen!

Viele Grüße aus Frankfurt,

Tim

Viel Spaß beim Spiel Deutschland gegen England. Drückt die Daumen!

13.01 Uhr

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