Tagesarchiv für den 18. Mai 2010

Hoogma hat abgesagt

18. Mai 2010

Die Krise des HSV hält offenbar doch noch etwas länger an. Kaum habe ich meinen letzten Beitrag abgeschlossen und Euch auf Pfingsten vertröstet, gibt es doch wieder Neuigkeiten personeller Art. Allerdings keine positiven. Sportchef-Favorit Nico Jan Hoogma hat dem HSV eine Absage erteilt.

Jetzt staunen viele von Euch wahrscheinlich. Ich selbst habe es auch. Vor allem, als ich hörte, was der Hauptgrund sein soll: Die Verhandlungsparteien konnten sich offenbar finanziell nicht einigen. Ist es denn zu fassen?!

Für den suchenden Aufsichtsrat ist dieser neuerliche Rückschlag so etwas wie die Komplett-Bankrotterklärung. Erst hatten sich die Herren so auf den Ex-Profi konzentriert, und am Ende bekamen sie einen “Korb”. Da bleibt ihnen nichts anderes übrig, als wieder von vorne anzufangen.

Naja, was heißt von vorne: Jetzt kommt es wohl zur Lösung 1 a. Wie die aussieht, hätte ich Euch schon vor mehr als einem Jahr sagen können, als es um die Nachfolge von Dietmar Beiersdorfer ging. Sergej Barbarez stand zur Disposition, geriet dann aber aus verschiedenen Gründen wieder aus dem Fokus. Also nahm er seine Kontrolleurfunktion nach der Wahl zum Aufsichtsrat wahr und absolvierte parallel die Trainerausbildung in Bosnien. Als Teilzeit-Hamburger dürfte er die jüngsten Entwicklungen auch nur mit Kopfschütteln ertragen haben – und nun soll er der Topkandidat und die Expresslösung sein. Bleibt nur zu hoffen, dass der oder die Trainerfavoriten nicht auch noch einen “Korb” geben, denn sonst ist Barbarez plötzlich Sportchef-Neuling und Trainer-Neuling in Personalunion.

Auszuschließen ist ja wirklich nichts mehr.

Da mich gerade ein paar Freunde und Kollegen angerufen haben, weil sie die Favre-Überschrift meines letzten Beitrags für unpassend hielten, kommt hier noch einmal eine Erklärung: Bitte die Texte immer ganz lesen, sonst könnten Schlagzeilen zu Missverständnissen führen. Favre war oder ist laut meinen Informationen einer der drei Kandidaten, die ganz oben auf der Wunschliste stehen. Das heißt aber nicht, dass er an Nummer eins steht.

Wer dort nach Hoogmas Absage zu finden ist, dürfte eh fraglich sein. Im Zweifel halt Barbarez selbst…

Ich möchte dem Ex-Profi aber nicht die Fähigkeit für den neuen Sportdirektoren-Posten absprechen. Er war lange Jahre Profi, ein Verhandlungsschlitzohr und ein Vollblut-HSVer. Er kennt die Vorzüge und die Nachteile in der Arbeit mit dem Vorstand und er kennt auch die Probleme des Aufsichtsrates nur zu gut. Eigentlich gute Voraussetzungen, um die Baustellen anzugehen. Warten wir es ab.

20:27 Uhr

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