Tagesarchiv für den 24. April 2010

Mit 17 Mann gegen Hoffenheim

24. April 2010

Mit nur 17 Spielern reist der HSV heute nach Sinsheim. Das kann ja was werden . . . Das letzte Aufgebot des Bruno L. In Hamburg blieben Tunay Torun (Knie), Ze Roberto (Wadenprobleme), Guy Demel (Knie) und Ruud van Nistelrooy (Hüftbeugemuskulatur). Bei allen Spielern besteht die Hoffnung, dass sie bis zum Donnerstag, dem EL-Halbfinal-Rückspiel beim FC Fulham, wieder fit sein werden. Wen aber kann Labbadia nun noch aufstellen? Ein gewisses Risiko besteht ja auch bei Mladen Petric, der nach seiner „Wunderheilung“ an diesem Sonnabend ohne jede Einschränkung mittrainiert hat, der ja aber trotz allem verletzt war – egal wie schwer. Petric selbst will gegen Hoffenheim spielen, aber erfüllt ihm der Trainer den Wunsch, oder schont er ihn auch für die Europa League?

Herrlichster Sonnenschein im Volkspark. Beim Abschlusstraining sind 250 Zuschauer dabei. Als die Spieler an zwei Punkten das Kreisspiel zelebrieren („Ihr sechs spielt fünf gegen zwei“), stehen die Trainer Eddy Sözer, Bruno Labbadia und Ricardo Moniz wie die Zinnsoldaten nebeneinander, aber in 20 Meter Entfernung. Wieso dieser Abstand? Fiel einigen Fans auf. Nun gut, es ist wie es ist. In dem einen Kreis herrschte eine „Bombenstimmung“. David Rozehnal, Joris Mathijsen, Frank Rost, Robert Tesche, Wolfgang Hesl, Piotr Trochowski, Bastian Reinhardt und Marcus Berg ließen die in der Mitte um den Ball kämpfenden Tolgay Arslan und David Jarolim lange, lange vergeblich nach der Kugel laufen. Das glich einer Vorführung, Arslan und Jarolim kamen erst an den Ball, als der Jubel und das Gelächter die Konzentration verdrängt hatten. Aber trotz allem ein schönes Zeichen, es kann doch noch gelacht werden – beim HSV.

Im anderen Kreisspiel ging es „gesitteter“ zu. Daran waren beteiligt: Mladen Petric, Jonathan Pitroipa, Paolo Guerrero, Sören Bertram, Henrik Dettmann und Dennis Aogo, Tomas Rincon und Jerome Boateng. In der dann folgenden Übung wurde Handball gespielt, Tore durften aber nur per Kopf erzielt. Es ging hoch her. Und so manches Duell hätte sehr wohl ins Auge gehen können, denn während einer köpfte griff der andere mit den Händen zu. So kamen sich Rozehnal und Berg ins Gehege, und auch Trochowski und Rincon gerieten so aneinander. Ging aber alles gut. Apropos gut: Überragender Torwart in diesem Spiel war Petric, der mehrfach wie ein gelernter Keeper durch die Luft flog und parierte. Das nötigte den meisten Trainingskiebitzen viel Respekt ab. Besser hätte es auch Rost und Hesl nicht machen können.

Im abschließenden Spiel traten die jungen Talente gegen die „älteren“ Herren an. Die jungen Hüpfer gewannen durch ein Tor von Arslan 1:0, es war ein richtig schöner „Knaller“ gegen Frank Rost, der gar nicht so schnell seine Arme in die Luft bekam. Bei der jungen Truppe spielte übrigens eine höchst interessante Viererkette: Rincon, Dettmann, Boateng und Aogo. Ein Fingerzeig für das Hoffenheim-Spiel. Falls auch Mathijsen für Fulham geschont werden sollte? Doch das glaube ich nicht. Obwohl es doch mal ganz nett wäre, einen so jungen Mann wie den 20-jährigen Dettmann zu sehen.

Ganz klar: Der HSV ist gegen Hoffenheim zum Siegen verdammt. Aber, Hand aufs Herz: Wer glaubt denn immer noch an ein gutes Ende – sprich sechster Platz – des HSV in der Bundesliga? Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, aber . . . Der VfB Stuttgart hat am Freitag vorgelegt, die Schwaben sind zurzeit einfach nur gut drauf und gewinnen souverän. Borussia Dortmund lässt beim 3:2 in Nürnberg auch keine Punkte liegen – es wird schwer, wenn nicht sogar unmöglich. Und dann muss der personell wieder einmal stark angeschlagene HSV ja auch noch auf den VfL Wolfsburg hoffen, dass die Niedersachsen nicht noch gewaltig von hinten kommen.

Übrigens: Wer noch immer den Namen Maximilian Beister vermisst, dem sei gesagt, dass sich der junge Stürmer bei seinem Kurz-Einsatz gegen Mainz 05 eine Zerrung im Knie zugezogen hat und damit für mindestens zwei Wochen ausfallen wird. Zum Glück hat sich die „Zweite“, die gegen Hertha BSC II spielen muss, ja schon vor dem Abstieg aus der Regionalliga gerettet, denn sonst könnte es jetzt noch einmal (personell) eng werden für die Cardoso-Truppe.

Erst einmal aber bin ich gespannt auf den Betriebsausflug nach Sinsheim. Hoffenheim hat seit Wochen keinen „Dreier“ mehr für sich verbuchen können, natürlich spielt die Mannschaft von Ralf Rangnick genau so enttäuschend wie in diesem Jahr der HSV (in der Liga). Da spielt Not gegen Elend, und Elend kommt mit dem letzten Aufgebot. Was mich zusätzlich beunruhigt: Not wurde zuletzt kräftig vom Geldgeber Dietmar Hopp „aufgemischt“. Und siehe da: In Dortmund konnte Hoffenheim plötzlich laufen und kämpfen. Und sogar – wenn auch mit viel, viel Glück – mit einem 1:1 einen Punkt mitnehmen. Ein Punkt, der durchaus für frisches Selbstvertrauen sorgen könnte.

Mein Tipp in Sachen Aufstellung für Hoffenheim:
Rost – Rincon, Boateng. Mathijsen, Aogo – Jarolim, Tesche – Trochowski, Pitroipa – Berg, Petric.

17.34 Uhr