Tagesarchiv für den 13. April 2010

Boateng bedankte sich

13. April 2010

Kein Wort von ihm. Als Jerome Boateng die Nordbank-Arena betrat, lief er an allen Medien-Vertretern vorbei in die Kabine, ließ alle Kameras und Mikrofone links liegen. Er musste im Grunde genommen ja auch nichts mehr sagen, denn er hatte sich Tags zuvor schon gegenüber meinem Kollegen Marcus Scholz geäußert. Der HSV-Abwehrspieler geht zur neuen Saison zu Manchester City, für die festgeschriebene Ablösesumme von 12,5 Millionen Euro. Den Verein mochte Trainer Bruno Labbadia zwar nicht bestätigen, aber auf jeden Fall die Tatsache, dass Boateng gehen wird: „Er hat uns darüber informiert, schon vor einiger Zeit. Es ist alles sehr korrekt gelaufen, sehr offen, sehr klar, und aufgrund der Vertragssituation ist sein Wechsel legitim. Und für den HSV ist es gut, es jetzt schon zu wissen, dann können wir damit planen.“

Die Stammspieler bewegten sich heute nur ein wenig auf dem Trainingsplatz. Leistungsdiagnostiker Manfred Düring ließ ein paar Dehnübungen durchführen, denn liefen die Profis durch den Wald. Schonzeit im Volkspark. Derweil trainierten die Reservisten unter Bruno Labbadia, Eddy Sözer und Ricardo Moniz. Mit von der Partie waren Bastian Reinhardt, Tomas Rincon. David Rozehnal, Piotr Trochowski, Collin Benjamin, Paolo Guerrero und Marcus Berg. Nicht auf dem Rasen zu sehen waren Ruud van Nistelrooy (Schonung), Guy Demel (Pferdekuss) und Joris Mathijsen (Schonung), auch Jonathan Pitroipa (Rippenprellung) fehlte immer noch, obwohl beim ihm noch die Chance besteht, dass er am Sonnabend gegen Mainz 05 zum Einsatz kommen könnte. Am Rande bewegte sich Romeo Castelen nach den Kommandos von Reha-Trainer Markus Günther. Kommentar von Labbadia: „Romeo ist schon weiter als wir gedacht haben.“

Dem Training folgten wieder einmal sehr viele Fans, es dürften über 400 gewesen sein. Ferienzeit im Norden. Das ist für die Profis deswegen anstrengend, weil sie nach den Einheiten immer zur „Autogrammstunde“ gebeten werden. Einige halten sich dabei nicht an „die Stunde“, aber einige stellen sich dem Andrang dann doch schon mannhaft. Heute verdiente sich Ze Roberto eine besondere Fleißnote, denn er schrieb, schrieb und schrieb, bis auch der letzte Fan sein Autogramm hatte. Profihaft und vorbildlich!

Zurück zum Boateng-Wechsel. Vor einigen Wochen noch hatte der Berliner davon gesprochen, sich in Hamburg und beim HSV wohl zu fühlen, dass er sich ein Bleiben durchaus vorstellen könnte. Nun aber der Abgang. Labbadia erinnert sich: „Damals hatte Jerome den Anstoß gegeben, dass er eigentlich bleiben möchte, gut, das hat sich jetzt geändert – das muss man respektieren. Ganz legitim. Er hat für sich eine Entscheidung getroffen, warum auch immer, und wir gehen da sehr klar mit um.“ Der HSV-Coach in Bezug auf die nächsten Spiele: „Wir setzen Jerome auch bis zum Saisonende ein, lassen ihn nicht draußen. Er hat klar gesagt, dass er alles geben wird bis zuletzt, er wird so spielen, wie er es in den letzten zwei Wochen getan hat.“

Natürlich wird auch das Geld für Jerome Boateng eine gewisse Rolle spielen, die Engländer sind noch wesentlich zahlungskräftiger als die deutschen Klubs. Noch. Vielleicht dauert es nicht mehr so lange, bis auch in England kein Scheich mehr Geld in den Fußball pumpen kann, aber noch ist es so, und deswegen macht der HSV nun bei Jerome Boateng „Nase“. Dass das generell ein finanzielles Problem für die Bundesliga sein wird, das bezweifelt Labbadia: „Klar gibt es durch Mäzene noch immer Vereine, die außergewöhnlich viel bezahlen können, die wird es wohl auch immer geben, aber wenn sich der Ruf des deutschen Fußballs herum spricht, dass hier pünktlich gezahlt wird, dass hier immer bezahlt wird, dass hier auch gutes Geld gezahlt wird, dass wir im Gesamtpaket sehr viel für die Spieler bieten können, dann sind wirr ganz klar schon auf einem guten Weg in Deutschland. Hier spielen doch auch schon einige Stars, das wird sich fortsetzen, denn die Bundesliga ist interessant. Und wenn wir hier weiter so wirtschaften, weiterhin finanziell so verantwortungsbewusst arbeiten, dann werden sicher noch viele Stars mehr nach Deutschland kommen.“ Vor allen Dingen zum HSV! Oder?

Dass die HSV-Fans ihren Abwehrspieler Jerome Boateng nun künftig auspfeifen könnten, daran denkt Labbadia nicht: „Das sollten alle sehr sachlich sehen. Der Spieler hatte einen solchen Vertrag, der ihm es gestattet, für die Summe X den Verein zu wechseln, davon hat er Gebrauch gemacht. Der Spieler ist in den nächsten Wochen noch bei uns, und wir haben den Fans immer gesagt, so lange ein Spieler bei uns ist, wird er alles geben. Das wird Jerome auf jeden Fall tun, so dass wir in der Bundesliga und natürlich in der Europa League noch mit ihm das Optimale herausholen können.“ Laut Labbadia hat sich Boateng schon beim gesamten Trainerteam für das Vertrauen, das ihm beim HSV entgegengebracht wurde, bedankt.

Schlusswort des Trainers: „Jerome ist ein Spieler von uns, er hatte drei schöne Jahre beim HSV, wir wünschen ihm natürlich für seine Zukunft alles Gute, damit er woanders dann hoffentlich einen guten Werdegang macht.“

Weitere Hiobsbotschaften in Sachen Abschied vom HSV gibt es noch nicht. Es gibt ja nach wie vor das Gerücht, dass sich Piotr Trochowski nach einem anderen Verein umsehen will (VfL Wolfsburg), aber davon weiß Labbadia nichts, weder „Troche“ noch ein anderer HSV-Profi ist bislang an den Coach herangetreten, um ihn von seinen Wechselabsichten zu informieren. Ich fragte Bruno Labbadia, ob dem HSV eventuell ein Ausverkauf drohen könnte, seine Antwort: „Nein, nein.“

Übrigens: Der (Uefa-)Cup für das Europa-League-Finale ist seit diesem Dienstag bereits in Hamburg, mit ihm kamen der europäische Fußball-Boss Michel Platini und DFB-Chef Theo Zwanziger an die Elbe. In der Fischauktionshalle wurde der Cup präsentiert, und HSV-Chef Bernd Hoffmann befand dazu: „Das Finale der Europa League am 12. Mai ist das absolut Größte für die Stadt Hamburg, ich schätze es noch höher ein als ein einzelnes WM-Spiel, beim Finale wird ganz Europa auf Hamburg schauen.“

Zuerst aber kommt Mainz statt Fulham und später Madrid oder Liverpool. Diesem Heimspiel am Sonnabend gilt zuerst die volle Konzentration, denn immerhin hat der Aufsteiger zuletzt die Mannschaft der Stunde in der Liga, Borussia Dortmund, zuletzt mit 1:0 besiegen können. Bruno Labbadia befindet zum kommenden Gegner: „Mainz ist immer in der Lage, jede Mannschaft zu schlagen, das ist eine Mannschaft, die viel über das Team kommt. Wenn Mainz gut organisiert ist, dann bereiten sie jedem Gegner Probleme. Man seht das ja an Hannover: Hier begegnen sie uns sehr defensiv, und dann machen sie gegen Schalke 04 vier Tore. Das macht die Bundesliga so interessant. Jeder kann jeden schlagen. Auch Mainz wird unangenehm, aber ich kenne keinen angenehmen Gegner in der Liga, es kann keine Mannschaft mehr rausgehen und sagen, dass man diesen Gegner mit links besiegt – das gibt es nicht mehr.“

Ein Wort noch zu jenen Beiträgen, die nicht sofort freigegeben wurden – werden. Es ist, die meisten wissen es, leider in den vergangenen Wochen nötig gewesen, gewisse Berichte zu sperren, abzuweisen. Das mache nicht ich, sondern eine höhere Instanz. Und das, so kann ich es immer nur wiederholen, ist auch gut so. Ihr wisst nicht, was sich hinter den Kulissen von “Matz ab” teilweise abspielt, ich kann nur sagen: es ist nicht mehr feierlich. Es bringt gelegentlich keinen Spaß mehr, denn die Grenzen des guten Geschmacks werden oft hoch und weit übersprungen. Der Springer Verlag könnten deshalb das eine oder andere Mal vor Gericht gezogen werden, und das wollen wir (vom Verlag) auf jeden Fall vermeiden. Falls sich jemand ungerecht behandelt fühlt, so bitte ich ihn, nicht aufzugeben, nicht zu verzweifeln, nicht zu schimpfen. Alles geschieht zum Wohle des Matz-ab-Blogs. Auch “Benno Hafas”, “Eiche Nogly”, Meier 2″ und viele, viele andere sind schon für eine gewisse Zeit gesperrt worden. Was teilweise auch deshalb vorkommen kann, weil sie in ihren Texten Namen oder Begriffe verwendeten, die hier gesperrt waren. Und entdeckt der Computer ein solches Wort, wird der gesamte Text gesperrt.

Ich bitte Euch um Verständnis, es geht im Moment leider noch nicht anders. Für mich, das sage ich offen und ehrlich, gibt es eigentlich keinen anderen Ausweg, als die Registrierung. Das dürfte ein langwieriges Verfahren werden, ich scheue mich davor. Leider aber sind so “gute Zeitgenossen” unter uns, die sich mit “netten Texten” unter einem anderen Namen anmelden und einschleichen, dann zugelassen werden – und wieder aufs Neue anfangen, zu pöbeln und übelst zu beleidigen. Das wollen wir auf jeden Fall verhindern, es soll hier speziell um den HSV, um Fußball allgemein und um viel Spaß im Umgang miteinander gehen.

Es macht, das könnt Ihr Euch sicher vorstellen, sehr viel Arbeit für einen Dritten”, alle Texte zu lesen, aber es muss wohl sein, denn die Unbelehrbaren sterben nicht aus. Meine Bitte an die Vernünftigen unter uns: Haltet durch, übt Nachsicht, helft uns. Dann wird dieser Blog auch weiterhin Bestand haben. Denn das ist der Antrieb der Leute, die pöbeln und beleidigen: Sie wollen diesen Blog zerstören, nichts anderes. Bitte haltet zu “Matz ab”. Danke.

20.00 Uhr