Monatsarchiv für März 2010

Viele Fragen zu Elia

23. März 2010

Elia, die Ärzte und der Frust. Die Wellen schlagen hoch. Die Verletzung (Knochenabsplitterung) soll der Niederländer, so Trainer Bruno Labbadia, schon im Sommer gehabt haben. Das sagte der Coach vor dem Schalke-Spiel. Ich sage nun: Wenn Elia diese Verletzung schon gehabt hat, dann ist es aller Ehren wert, dass er damit noch Spieler der Hinrunde werden konnte. Jetzt muss ich auch lesen, dass sich die vorhandene Verletzung durch den Tritt des Mainzers Noveski verschlimmert hat. Das Mainz-Spiel war am 28. November, und wir erinnern uns doch alle: Elia war am 20. Dezember, im Heimspiel gegen Werder Bremen, wieder einmal einer der besten HSV-Profis. Trotz dieser Verletzung. Und dann der Hammer: Beim Weihnachtsurlaub in der Heimat hatte Elia wieder Schmerzen, begab sich in die Obhut eines Arztes – ich glaube, es war der Arzt der Nationalmannschaft. Und dieser legte den Knöchel für einige Tage in Gips. Beim türkischen Trainingslager in Belek, Anfang Januar, joggte Elia zuerst nur, bevor er später ins Mannschaftstraining einstieg. Die Verletzung schien kein Thema mehr zu sein. Zumal Bruno Labbadia immer sagte: „Eljero hat zwar noch Schmerzen, aber es kann nichts passieren.“

Elia spielte stets nur schlecht, aber keiner machte sich so richtig Gedanken über die Frage warum? Was ich mich aber auch frage: Wenn der HSV-Stürmer um die Weihnachtszeit in der Heimat erneut untersucht wurde (und es wurden ja Maßnahmen ergriffen), warum merkte es denn spätestens in den Niederlanden keiner, was wirklich ist? Auch in den Niederlanden alles nur schlechte Ärzte? Wie die in Hamburg? Ganz sicher nicht. Zuerst will ich einmal sagen: Ich möchte eines auf keinen Fall sein: Mannschaftsarzt. Schon gar nicht beim HSV. Ich habe hier schon einige Ärzte erlebt, die hatten es immer verdammt schwer. Schrieben sie zu schnell krank, bekamen sie Ärger mit den Trainern. Übersahen sie etwas (Schlimmes), bekamen sie Ärger mit dem Spieler, mit dem Trainer und der Klub-Führung. Und: Wer auch immer danach gefragt hat, HSV-Spieler (und andere auch) haben freie Arzt-Wahl und fliegen schon seit Jahrzehnten immer durch die Welt, um sich vom Arzt ihres Vertrauens untersuchen, behandeln oder operieren zu lassen. Alles völlig normal, alles völlig legal. Felix Magath flog als Spieler immer zu Professor Klümper in den Süden, und als Felix Magath später Trainer des HSV war, schickte er auch viele seiner Spieler zu Professor Klümper in den Süden – obwohl der HSV natürlich in Hamburg einen Mannschaftsarzt hatte. Alles ganz normal.

Wenn Elia mit der Verletzung schon immer Sommer nach Hamburg kam, wenn der Tritt von Noveski die Sache noch verschlimmert haben soll – warum wurde es bei der Kernspintomographie in Hamburg übersehen? Und warum fanden die niederländischen Ärzte Weihnachten nichts? Ich kann es Euch nicht erklären, ich bin kein Arzt, ich habe auch keine Aufnahmen des lädierten Knöchels gesehen. Ich weiß nur, dass die HSV-Verantwortlichen zu Weihnachten bass erstaunt darüber waren, dass Elia seinen Knöchel in den Niederlanden hatte still legen lassen. Und alle, auch viele HSV-Fans, fragten sich: Wie kann es angehen, dass Elia gegen Werder Bremen ein so gutes Spiel hinlegt, und nun mit einem Male einen ganz kaputten Knöchel hat? Auf jeden Fall ein äußerst mysteriöse Geschichte. Die vielleicht ihr Ende noch lange nicht gefunden hat.

Mein Bauchgefühl sagt mir übrigens, dass Eljero Elia – trotz seines Vertrages bis 2014 (nicht 2012, dankele Ollile) – nur einen Sommer in Hamburg getanzt hat. Ich sehe ihn Mitte 2010 zu einem anderen Klub dribbeln – Knöchel hin, Knöchel her. Wie gesagt, nur mein Bauchgefühl, also noch keine Panik, dass schon wieder ein Star weg ist.

Apropos Star. Ruud van Nistelrooy soll in der Kabine mit Tunay Torun gerangelt haben. Was heißt soll, er hat. Diese Tatsache allein würde rechtfertigen, dass Bruno Labbadia den Weltstar ab sofort zum Kapitän beruft. Alle Achtung! Da kommt doch Freude bei jedem Vollblut-Fußballer auf wenn er sieht, dass auch Wrestler nun prädestiniert sind, nach ihrem ersten Kampf schon Spielführer des HSV zu werden. Aber nun gut, es darf ja ruhig diskutiert werden, denn auf eine solche Idee würde Labbadia ohnehin nie kommen – völlig zu Recht, ganz nebenbei bemerkt. Und noch eines: Hat eigentlich mal einer danach gefragt, wie eine solche Geschichte zu meinen Kollegen der Bild-Zeitung kommt? Meines Wissens war gerade zu diesem Zeitpunkt keiner von ihnen in der Kabine, als dort gerangelt wurde . . .

Wo ich denn gerade bei „Van the man“ bin. Er ist natürlich ein sehr netter, umgänglicher und liebenswerter Mensch. Der Typ „Schwiegermutters Liebling“. Aber er kann eben auch anders (wer nicht?). Auf dem Platz kennt er keinen Verwandten, da geht es, da geht er zur Sache, immer den direkten Weg zum Tor. Geht es da aber einmal nicht nach seiner Fasson, flippt er auch schon mal aus. Piotr Trochowski hat es beim Spiel gegen Hertha BSC erlebt: In der 70. Minute eingewechselt, so bekam er Minuten danach einen Pass von Ruud van Nistelrooy auf die halbrechte Position. „RvN“ ging danach steil, wollte den Ball am oder im Hertha-Strafraum wieder in den Fuß serviert bekommen, doch Trochowski schoss selbst – weit vorbei. Und dann ging die Pöbelei los. Aber wie! Van Nistelrooy brüllte Trochowski an, so lange und so laut, bis der deutsche Nationalspieler eine abwertende Handbewegung machte – frei nach dem Motto: „Du kannst mich mal . . .“

Natürlich wäre es besser gewesen, wenn Trochowski in dieser Szene den Ball gepasst hätte. Aber er gab sich in dieser Szene eben auch einmal egoistisch, denn ein Tor hätte ihm in seiner verfahrenen Situation sehr gut getan (da hat er mein vollstes Verständnis). Und so ganz nebenbei bemerkt: Van Nistelrooy wäre nicht van Nistelrooy, wenn er nicht in über 1000 Spielen ebenso egoistisch gehandelt hätte – auf dem Acker. Wenn er eine Möglichkeit zum Schießen sieht, dann schießt er. Dann, wenn er ein eigenes Tor wittert, dann ballert er auch los. Ohne Rücksicht auf Verluste. Oder auf umstehende Schmollende. Oder gar Wütende. In der Mitte wartet dann vielleicht auch mal der eine oder andere Mitspieler vergeblich auf die Kugel, aber das ist dann eben so. Ich weiß nicht, warum ich jetzt gerade an Mladen Petric denke . . . Ich schrieb es hier bereits: Die Harmonie zwischen Petric und van Nistelrooy könnte besser sein. Zurzeit ist sie für mich in etwas so, wie die Harmonie zwischen Joris Mathijsen und David Rozehnal. Es gibt also im Zwischenmenschlichen innerhalb des HSV-Teams noch einige Luft nach oben.

Schnell zu „Isa“, der danach fragte, wie ich heute dazu stehen würde, dass Ruud van Nistelrooy – entgegen meiner Empfehlung an den Trainer – doch von Anfang an gegen Schalke spielte. Du lieber Vater, Isa, Du wirst sicher Verständnis haben, dass ich nichts mehr dagegen sagen werde. Labbadia hat alles richtig gemacht (ich schrieb es schon aus anderen Gründen). Ich habe ja auch nicht gesagt, dass ich mich erschießen werde, sollte „RvN“ von Beginn an spielen, ich habe nur gesagt, dass ich, wenn ich HSV-Trainer wäre, es nicht machen würde. Der Grund: Der Niederländer hatte zuvor schon dreimal von Beginn an gespielt – und war zum Schluss immer mächtig abgetaucht, stand kurz vor dem Heldentod. So ist er aber, der HSV-Trainer Labbadia, und so ist er, der B-Lizenz-Trainer Matz, der beim HSV nichts sagen hat (zum Glück!) – es gibt eben doch unterschiedliche Sichtweisen. Und im Scherz: Ich bin Bruno Labbadia deswegen kein bisschen böse . . .

Wobei ich auch durchaus, um das Thema zu wechseln, nicht überlesen habe, dass Ihr Petric im Moment nicht so ganz bei 100 Prozent seht. Ich kann dem nicht widersprechen, aber: Eine solche Phase hatte der Kroate schon einige Male. Und just zu dem Zeitpunkt, als er am meisten Prügel (von den Fans) bezog, feierte er eine glanzvolle „Wiederauferstehung“ – indem er Tore schoss. Deswegen würde ich ihn auch in der jetzigen Phase ganz und gar nicht abschreiben, denn schon im nächsten Spiel könnte er wieder explodieren. Und dann haben ihn wieder alle ganz furchtbar lieb – und überhaupt. Um Petric mache ich mir deswegen keine Sorgen, nur um die gewisse Disharmonie, die im HSV-Sturm herrscht. Aber auch die wird der Trainer sicher in den Griff bekommen . . . Wenn es denn überhaupt eine (diese) Disharmonie geben sollte.

So, ich merke schon wieder, dass ich auch heute viel zu lang werde. Das muss ich aber schnell noch loswerden: Jonathan Pitroipa tat mir nach seinem 2:2-Tor gegen Schalke sehr leid, denn er konnte sich nicht freuen. Da war nichts von Jubel zu sehen. Er schoss den Ball ins Tor, alle feierten ihn, aber er schlich mehr oder weniger „bedröppelt“ zur Mitte. Schade. Aber Fans sind eben manchmal gnadenlos. Ich finde es trotz allem bedauerlich, dass sich ein Hamburger Spieler nach seinem (so wichtigen) Tor nicht freuen kann. Und ich würde mich schon sehr freuen, wenn das die HSV-Fans einmal (bald?) ändern könnten. Das hätte was!

Weil ich immer gefragt wurde (und nichts geschrieben hatte): Ich fand die Rettungsaktion von Tomas Rincon gegen Schalke, als er auf dem Rasen liegend den Ball von der Torlinie köpfte, einfach nur großartig und spektakulär. Unglaublich, diese Szene wird noch in Jahrzehnten in jedem Bundesliga-Rückblick zu sehen sei – ein Novum. Und ich behaupte auch: das kann nur er. Ich glaube es war Lotto King Karl, mit dem ich darüber sprach. Er sagte: „Rincon war da die Reinkarnation eines Maulwurfs.“ Hallo? Sollten die Maulwürfe tatsächlich wieder Einzug in den Volkspark gehalten haben? Die waren doch einst unter Protest gegen die Mehdi-Mahdavikia-Eckstöße alle ausgezogen. Und sie, die stets von den Ecken rasiert wurden, ließen sich auch nach dem Weggang des Iraners nicht überreden, wieder Einzug in den Arena-Rasen zu halten, denn die Eckstöße blieben ja (in der Mehrzahl jedenfalls) so katastrophal flach und schlecht . . .

Und nun lande ich noch ein zweites Mal bei Piotr Trochowski. Weil ich gerade daran denke, dass die Profis am Montag und am Dienstag frei hatten. Ihnen sei es gegönnt. Am Mittwoch geht es dann um 15 Uhr im Volkspark weiter. Der B-Lizenz-Trainer Matz aber befürwortet ja schon seit Jahr und Tag, wirklich seit vielen, vielen Jahren, dass sich jene Spieler, die sich verbessern wollen (und müssen), doch verstärkt um ein Individual-Training bemühen sollten. Es soll ja nicht, um Gottes Willen nicht, Kondition gebolzt werden, es soll doch nur an den Schwächen gearbeitet werden. Dafür, dass sich das lohnen würde, gibt es für mich immer noch zwei Parade-Beispiele. Thomas von Heesen nahm sich einst, völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit, einen Privat-Coach namens Rainer Sonnenburg. An jenen Nachmittagen, an denen der HSV nicht trainierte, trainierten von Heesen und Sonnenburg in der Jahn-Kampfbahn in Winterhude. Erst als von Heesen besser und besser wurde, erkundigten sich die Journalisten nach dem Grund. Der hieß Sonnenburg. Und das zweite Beispiel heißt Patrick Owomoyela. Der spielte beim Lüneburger SK, wollte aber noch hoch hinaus – und verpflichtete gleich zwei Privat-Trainer: den ehemaligen Schwimm-Bundestrainer Dirk Lange und den heutigen Torwart-Trainer des FC St. Pauli, KaPe Nemet. Und was kam dabei heraus? Owomoyela wurde deutscher Nationalspieler und spielt schon seit Jahren in der Ersten Liga.

Das sei jedem Profi, der auf der Stelle tritt, der merkt, dass noch mehr in ihm steckt, dringend zur Nachahmung empfohlen. Es gab in der Vergangenheit einige HSV-Spieler, die auf diesem (Um-)Weg eine große oder größere Karriere hätten machen können, aber sie machten es nicht. Und beim HSV sah parallel dazu auch niemand, dass an den speziellen Defiziten des Spielers zu arbeiten sei, um ihn zu verbessern – auch zum Wohle des Vereins. Paradebeispiel ist für mich immer noch Christian Rahn, Nationalspieler unter Rudi Völler, heute bei Greuther Fürth in der Zweiten Liga. Ich behaupte einmal: Hätte Christian Rahn, der nach vorne alles konnte (vergleichbar mit Marcell Jansen), seine defensiven Defizite dank eines Privat-Trainers behoben, wäre er noch heute in Liga eins. Und vielleicht auch in der Nationalmannschaft. Aber: Jeder ist seines Glückes Schmied. Was auch auf die Vereine – und den HSV – zutrifft.

So, es ist wieder viel zu viel geworden. Kurz will ich noch auf meine Nachbarin eingehen. „Eva“ hatte gefragt, wie es um Wolfgang Hesl steht? Offenbar gut, denn der Vertrag wurde verlängert. Hätte das der HSV getan, wenn er nicht von den Künsten des zweiten Mannes überzeugt wäre? Für mich hat Hesl in dieser Saison einen Sprung nach vorne gemacht, er ist besser und selbstbewusster geworden. Ob es reichen würde, eines Tages Frank Rost abzulösen? Da bin ich, gebe ich ehrlich zu, überfragt. Hesl fliegt schön, hat super Reflexe, hat auch starke Momente im Spiel eins gegen eins – aber er ist mir (im Moment) noch nicht laut genug. Ich vermisse bei ihm, dass er seine Vorderleute mal so richtig zusammenstaucht, zusammendonnert. Okay, das kann er sich als Ersatzkeeper vielleicht noch nicht erlauben (so wie Frank Rost es natürlich macht), aber ab und an sollte er schon mal lautstark dazwischenfahren. Das fehlt ihm noch. Aber vielleicht kommt es ja auch noch, nämlich dann, wenn er mal ins kalte Wasser geschmissen wird. Ich erinnere mich noch an den Kölner Harald Schumacher, der seinen Trainer Hennes Weisweiler oft zur Weißglut getrieben hat – und plötzlich, quasi über Nacht, wurde der „Toni“ dann einer der besten Torhüter der Welt. Auch so kann es gehen. Noch ein Satz zur Nummer drei: Ich halte auch von Tom Mickel einiges, der Mann hat ebenfalls viel Talent.

Kurz noch ein Querverweis in redaktioneller Sache: In der Straubhaar-Kolumne im Abendblatt-Internet berichtet unser Korrespondent aus Washington auch über einen HSV-Spieler. Die Kolumne trägt den lustigen Titel: Wer macht für Piotr Trochowski den Schwarzenbeck?

18.06 Uhr

Die Talsohle ist durchschritten

22. März 2010

Für Ruud van Nistelrooy war es „das beste Spiel, seit er das HSV-Trikot trägt“, für einige „Matz-abber“ war es ein mittelmäßiger Kick, für mich war die zweite Halbzeit „sensationell“ – nun sollten sich alle die und vor allem ihre richtige Mischung daraus ziehen, und dann voller Optimismus dem Spiel am Sonntag in Mönchengladbach entgegen sehen. Fest steht allerdings, und ich kann verstehen, dass einigen von Euch das Herz blutet, dass Werder Bremen nun auf Platz fünf liegt – und der HSV nun einen Rang dahinter. Für mich ist das aber nur eine Momentaufnahme, denn eines glaube ich durch das Schalke-Spiel erkannt zu haben: Der HSV hat die Talsohle wohl durchschritten, es geht jetzt wieder bergauf, es kann nun nur bergauf gehen. Ruud van Nistelrooy scheint körperlich stetig zuzulegen, Ze Roberto ebenfalls, das macht Mut.

Natürlich gibt es bei all diesen Dingen auch die Rückseite der Medaille. Der HSV hat in diesem Jahr 2010 von 14 Spielen nur fünf gewonnen. Oder, auch eindrucksvoll: Von 27 Bundesliga-Spielen wurden bislang nur elf gewonnen. Kurios dabei: In der Hinrunde hat der HSV mit einer namentlich schlechter besetzten Mannschaft erstens besser gespielt, und zweitens viel mehr Punkte eingefahren. Das ist nun einmal (traurige) Tatsache. Ist aber daraus zu schließen, dass der HSV gerade deswegen so gut und erfolgreich Fußball gespielt hat, weil mit Paolo Guerrero, Mladen Petric, Ze Roberto, Eljero Elia, Marcell Jansen (war immerhin bei acht Bundesliga-Spielen nicht dabei), Alex Silva und Collin Benjamin so viele Spieler so lange verletzt gefehlt haben? Auf diese Idee würde doch sicher keiner kommen, oder? Für mich sind die Zahlen „14 zu fünf“ und“27 zu elf“ darin begründet, dass dem HSV der Schwung, die Frische, die Unbekümmertheit von 2009 abhanden gekommen ist. Warum auch immer das so ist. Und dass die Gegner bei den Rückspielen auch wacher geworden sind. Und, auch das kommt hinzu: Jede Mannschaft nimmt sich im Laufe einer Saison mal eine kleine Krise, davon bleibt kein Klub verschont (erst waren es 2009 die Bayern, jetzt, 2010, ist es Bayer). Beim HSV dauert eine solche kleine Krise vielleicht nur ein wenig länger – wie weiß das schon genau?

Wie gesagt, für mich ist das aber kein Thema mehr, es geht bergauf. Hoffentlich. Es geht noch gegen Mönchengladbach (auswärts), Hannover 96 (heim), Bochum (a), Mainz (h), Hoffenheim (a), Nürnberg (h) und Bremen (a). Da müsste doch etwas in Sachen „Saison-Rettung“ zu machen sein. Jedenfalls so viel, dass es zu Platz fünf reichen müsste. Sollte das dann aber doch nicht klappen, so wäre es wirklich wieder einmal ein verschenktes Jahr – aber so weit ist es noch nicht. Und deswegen behaupte ich einmal ganz kess: Noch immer ist vieles, bis auf die Champions League, möglich. Auch wenn die Gegner aus dem Mittelfeld (und darunter) natürlich nicht auf die leichte Schulter zu nehmen sind, denn alle wollen schließlich noch ihre im Sommer 2009 gesteckten Ziele erreichen. Oder sie wollen sich auf jeden Fall noch verbessern. Wobei ich gerade bei Mittelmaß bin: Standard Lüttich hat am Wochenende daheim gegen AA Gent 0:2 verloren, steht nur noch auf Rang acht in der ersten belgischen Liga – und hat auf Spitzenreiter RSC Anderlecht nun sogar schon 30 Punkte Rückstand. Alles klar für das EL-Halbfinale? Mit Sicherheit nicht. Oder nur dann, wenn der HSV immer eine solche Leistung abrufen kann, wie die gegen Schalke in den zweiten 45 Minuten.

Kurz einmal zu den Spieldaten des 2:2 vom Sonntag. Der HSV hatte 18 Torschüsse zu verzeichnen, Schalke 19. Das Eckenverhältnis lautete 4:8, den ersten Eckstoß holte der HSV erst in der 36. Minute heraus. Die Ballkontakte verteilten sich auf 55 zu 45 Prozent für den HSV, der auch in Sachen Zweikämpfen mit 51 zu 49 Prozent die Nase leicht vorne hatte. Die meisten Torschüsse beider Klubs: Piotr Trochowski brachte es auch neun, Kuranyi auf sechs. Auch in Sachen Ballkontakten lag der HSV vorn: Tomas Rincon hatte 86, Rafinha 65. David Jarolim war mit 67 Prozent gewonnener Zweikämpfe der beste Spieler auf dem Platz, bei Schalke brachte es Baumjohann auf 65 Prozent.

Apropos Jarolim. Ich finde es – mal am Rande bemerkt – jammerschade, dass sich viele von Euch auf die Negativ-Leistungen (oder auch nicht) des Duos Joris Mathijsen/David Rozehnal fokussieren, und die erneut großartige Leistung des Kapitäns nicht herausstellen oder loben. „Jaro“ war für mich nach Piotr Trochowski der zweitbeste Hamburger, er lief wieder unendlich viel, ging die weitesten Wege, lief oft auch in die Spitze (mit Ball), holte viele Freistöße heraus (war ein geschundener dabei? Mit Sicherheit nein!) und übernahm stets volle Verantwortung. Wer das nicht honoriert, wer das nicht sieht oder anerkennt, der sollte dann doch einmal seine fußballerischen Kenntnisse hinterfragen. Jarolim ist sicher kein lauter Spieler, er schreit nicht herum (wie zum Beispiel einst ein Stefan Effenberg), er tönt nicht auf dem Rasen, er ist ein Mensch der leisen Töne – er lässt seine Leistung für sich sprechen. Und die ist (fast) immer vorbildlich. Auch deswegen ist er für mich ein sehr guter Spielführer für den HSV. Ich vergleiche ihn in Sachen Menschlichkeit gerne mit Ditmar Jakobs, den ehemaligen Kapitän. „Jako“ war auch eher ein leiser Typ, der stets durch seine guten Leistungen beeindruckte und immer mit bestem Beispiel voran ging.

In Sachen Trochowski habe ich am Sonntag bereits viel geschrieben. Er hat ALLEN (Trainern, Kollegen Fans) die richtige Antwort auf die monatelange Nörgelei gegeben. „Troche“, das war ein ganz starker Auftritt! Nun mehr davon, und Du bist im Sommer in Südafrika.
Und der HSV, der von diesem überragenden Trochowski profitieren würde, wäre erneut im internationalen Geschäft.

Trochowski hat gezeigt, wie gut er sein kann. Und er hat die Messlatte nun selbst sehr hoch gelegt. Ich bin gespannt auf die nächsten Wochen. Wenn mir, auch das möchte ich schnell bemerken dürfen, hier bei „Matz ab“ von dem User „Trainerkollege“ (indirekt?) unterstellt wird, ich hätte Trochowski nicht genügend unterstützt, empfinde ich das als absolut haltlos und lächerlich. „Trainerkollege“ ist tatsächlich ein ehemaliger deutscher Bundestrainer (ich hoffe, das durfte ich verraten!?) und ganz offensichtlich auch ein großer Trochowski-Fan. Dieser Trainer schrieb nun (wer es nicht gelesen hat): „Hamburger Journalisten hätten auch die Aufgabe, deutsche Nationalspieler zu fördern.“ Wie bitte? Was habe ich hier denn seit Monaten getan? Nichts anderes. Ich habe Trochowski immer und immer gefordert, und ich habe von vielen „Matz-abbern“ dafür immer und immer wieder um die Ohren bekommen. Aber ich bin trotz allem beharrlich geblieben. Und zwar nur deshalb, weil ich von den fußballerischen Künsten Trochowski zu 100 Prozent überzeugt bin, nicht etwa aus Lokal-Patriotismus, oder weil es eventuell die Aufgabe eines jeden Hamburger Journalisten wäre, so etwas zu tun. Also, Herr „Trainerkollege“, mit dieser Schelte sind Sie bei mir total falsch, und zwar auch zu 100 Prozent. Und sollten Sie es nicht glauben, dann lesen Sie hier nach – es ist noch jeder Bericht von mir zu öffnen!

Und noch eines möchte ich bitte korrigieren dürfen: Es hieß hier, ich würde mich der „Meinung der Schnittchentribüne anschließen“. Wie aber soll das gehen? Darf ich das bitte einmal erklären: Jeder Spielbericht ist spätestens zehn Minuten nach dem Schlusspfiff im Netz. Selbst wenn ich wollte, ich hätte gar keine Zeit, mich in der „Schnittchentribüne“ schlau zu machen. Um es noch genauer zu sagen: Ich rede mit niemandem über meine Berichte, ich hole mir von niemanden eine Meinung ein, ich schreibe nur das – und zwar ungefiltert – was ich sehe. So halte ich es übrigens seit 30 Jahren. Weil ich mir von niemandem etwas aufschwatzen lassen muss, möchte und will. Deswegen ist es geradezu grotesk, mir die Theorie der „Schnittchentribüne“ zu unterstellen. Alles ist Matz, und zwar zu 100 Prozent, mir redet niemand rein, ich bitte auch niemandem, mir seine Meinung zu sagen. Dass ich mit dieser, meiner Art der Berichterstattung auch mal Schiffbruch erleide, dass ich dabei auch mal (oder auch öfter) daneben liege, ist eine andere Geschichte. Ich stehe trotzdem dazu, denn ich, auch ich, habe die Fußballweisheit nicht mit Löffeln gefressen.

Und wo wir gerade dabei sind: Es entstand hier ja auch eine lebhafte Diskussion um das 1:1 von Kuranyi. Einige (viele?) wollten Joris Mathijsen dafür verantwortlich machen. Was ich nicht ganz nachvollziehen kann, denn wenn ich die Szene richtig vor Augen habe, dann war es doch so: Rozehnal verlängerte unfreiwillig per Kopf. Zuvor sah Mathijsen, dass Rozehnals Timing nicht stimmen könnte (!). Also lief er einige Schritte nach vorn, um den hinter Rozehnal stehenden Schalker eventuell stören zu können. Es war also nur gut gemeint. Aber als der Ball über Mathijsen hinweg flog, war er natürlich ausgespielt worden (von Rozehnal). Und was Frank Rost damit zu tun haben soll, ist mir nur noch ein wenig schleierhafter. Aber was soll’s? Grundsätzlich muss ich zu diesem Thema bekennen, dass ich Rozehnal in den letzten Wochen doch einen Tick besser sehe, als seinen oft meckernden Nebenmann Mathijsen (der auch oft in Richtung Rozehnal abpestet – das hat Bob Dylan sehr gut beobachtet!). Und kurz noch einmal zu Dylan: Felix Magath hat kein Haus mehr in Hamburg. Um es genau zu sagen, er hatte her nie eines. Er wohnte in Quickborn-Heide, hatte in Hamburg nur eine kleine Wohnung (als er schon lange woanders arbeitete und wohnte).

Und noch einmal zu Rozehnal: „Nordbert“ stellt sich ja auch auf seine Seite, schreibt heute aber: „Er spielt gut, doch seine Aussetzer sind höchst spektakulär“. Nett umschrieben. Aber gerade dies Aussetzer sind es ja, die ihn so tief im Ansehen bei den HSV-Fans haben sinken lassen. Er hat sie einfach zu oft. Und da ist es total egal, ob er 89 Minuten lang gut spielt. Das würde einem Torwart Rost doch auch angelastet werden: 89 Minute super, dann ein Fehlgriff. So war es, fällt mir spontan ein, doch einst mit Richard Golz, der als „Quartalspatzer“ verschrien wurde. So lange Rozehnal diese Aussetzer nicht in den Griff bekommt, so lange wird er auch immer umstritten bleiben. Egal wie gut er auch über weite Strecken verteidigt.

Bei der Gelegenheit darf ich (hoffentlich?) noch über ein Vier-Augen-Gespräch mit Felix Magath schreiben. Nach der Pressekonferenz gingen wir vom ersten Stock in Richtung Kabinen, da gab er zu, sauer auf Farfan gewesen zu sein. Weil der den Ball in der 27. Minute, als es den unglaublichen Rozehnal-Aussetzer gegeben hatte (Motto: „Wie halte ich in der Bundesliga unbemerkt den Sekundenschlaf?“), so schlampig auf Kuranyi gespielt hatte. Magath: „Wäre der Pass in den Fuß gekommen, hätte es 1:0 für uns gestanden. So aber hatte Frank Rost noch die Chance, den Winkel zu verkürzen“). Ja, und wenn ich gerade bei Chancen bin: Bruno Labbadia hatte nach dem Spiel seine Defensive gelobt, dass sie den Schalkern nur ganz wenige Möglichkeiten gegeben hätte. Was ich nicht so ganz nachvollziehen kann, denn Schalke hatte, wie auch der HSV (Tore eingerechnet) sieben gute bis beste Torchancen. Wenn es also schlecht läuft, hätte Schalke 7:2 gewinnen können – der HSV natürlich auch, ganz klar. Ich will damit auch nur sagen, dass große Schalker Chancen ganz gewiss nicht rar waren.

Zum Schluss, ich habe wieder einmal viel zu viel geschrieben (sorry!), noch eine gute Nachricht vom HSV: Torwart Wolfgang Hesl hat seinen Vertrag bis zum Sommer 2012 verlängert.

16.59 Uhr

Hoide nicht, Felix!

21. März 2010

Ein Klasse-Spiel, ein sensationelles Spiel – nach durchwachsenem Start! Der HSV trotz Schalke 04 ein verdientes 2.2 ab, alle diejenigen, die live dabei waren, werden wiederkommen. Ein herrlicher Fußball-Nachmittag im Volkspark „Hoide nich, Felix.“ So prangte es auf dem T-Shirt von Kultsänger Lotto King Karl optimistisch, er lag richtig. Felix Magath holte sich aus seinem Wohnzimmer nur einen Punkt ab, darf aber trotzdem noch von der Meisterschaft träumen. Und der HSV dar sich weiter Hoffnungen auf den internationalen Startplatz machen, auch wenn es eng wird.

Es entwickelte sich ja erst recht langsam. Beide Mannschaften zeigten viel Respekt voreinander, Sicherheit zuerst hieß die Devise. Eine Viertelstunde lang passierte gar nichts. Nur die Fans beider Klubs sorgten für Super-Stimmung. Das passte eigentlich gar nicht zum Spiel. Der HSV hatte ganz offensichtlich Konsequenzen aus der 2:4-Pleite von Leverkusen gezogen, denn David Rozehnal und Joris Mathijsen schienen zehn Meter vor dem eigenen Strafraum wie festgenagelt zu sein. Richtig so: Tiefer stehen, so die Konter der Schalker abfangen, erst gar nicht in die Verlegenheit kommen, überlaufen zu werden.

Fast wäre es dennoch schief gegangen, Rozehnal schlief am Ball tief und fest ein, Farfan luchste ihm die Kugel ab, bediente Kuranyi, der aber an Frank Rost scheiterte (27.). Was für ein Glück, was für ein guter Torwart, und was für ein Rozehnal-Fauxpas! Das kann alles nicht wahr sein.

Übrigens: In derselben Minute wechselte Ze Roberto schon wieder einmal während des Spiels seine Stiefel. Was läuft da falsch?

Und es werden auch immer noch einige andere Dinge beim HSV falsch gemacht. Zum Beispiel in der 33. Minute: Freistoß für Hamburg in der Schalker Hälfte, zehn Meter hinter der Mittellinie. David Jarolim spielt den Ball kurz, Marcell Jansen und Tunay Torun sind an der Kugel, verlieren sie aber – der Konter läuft. Bis hin zu Frank Rost. Was läuft da falsch? Alles. Schalke machte es vor. Jeder Freistoß auf Höhe Mittellinie wurde in den HSV-Strafraum befördert, fast immer drohte dem Rost-Tor Gefahr. Warum schafft es der HSV nicht, Freistöße von der Mittellinie in Richtung gegnerisches Tor zu befördern? Abgesehen davon, dass dann der Ball in der gegnerischen Hälfte ist und nicht vor dem HSV-Tor (!) – es könnte ja durchaus auch mal ein Tor daraus entstehen.

Wie das geht, und dass es geht, das zeigte sich in der 40. Minute: 26-Meter-Freistoß von Piotr Trochowski. Das kann er ja. Der Ball flatterte wohl etwas, S04-Torwart Neuer jedenfalls boxte ihn nur ungenügend ins Feld zurück, und dort lief er hin: Ruud van Nistelrooy. Unnachahmlich, wie er den Ball nahm. Das, so behaupte ich einmal frech, kann kein anderer Spieler, der zu diesem Zeitpunkt auf dem Rasen stand. Jeder andere hätte den Ball in Richtung Güterbahnhof Wandsbek befördert, aber nicht Ruud van Nistelrooy. Der drückte die Kugel so perfekt, er nahm sie volley – es war eine Pracht. Was für ein Kunststoß! Traumhaft. Erste Sahne – herrlich! Der Niederländer wurde nach diesem Treffer völlig zu recht von allen Zuschauern gefeiert.

Aber es gab diesmal viele Hamburger, die aufgrund ihrer starken Leistungen Beifall verdient gehabt hätten. Allen voran ein Sorgenkind, Eurer Sorgenkind: Piotr Trochowski. Diesmal fand er von Beginn an zu seinem Spiel, diesmal war er auch gleich in diesem Spiel, er bewies Herz, er zeigte Biss, er wollte. „Troche“ eroberte viele Bälle, ließ sich von „Rüpel“ Rafinha nicht die Butter vom Brot nehmen, im Gegenteil, Trochowski zeigte dem Brasilianer, wo Bartel den Most holt. Eine völlig andere, bislang unbekannte Seite an Trochowski. Hervorragend. Auch schien er sich ganz besonders gut mit Ruud van Nistelrooy zu verstehen, er suchte ihn oft mit einem Anspiel in die Spitze.

Dazu auf der „Sechs“ David Jarolim als Kilometerfresser, unglaublich, diese Energie-Leistung. Tunay Torun wirkte selbstbewusst, ackerte nach vorne und nach hinten, das war sehenswert. Marcell Jansen (für Dennis Aogo in der Viererkette) kam von ganz hinten, hatte diesmal aber auch gute Szenen in der Offensive. Ze Roberto wirkte präsenter als zuletzt, und vorne zeigte sich Mladen Petric lauffreudiger als in den letzten Spielen. Und wenn es Gefahr vor dem Schalker Tor gab, dann war van Nistelrooy daran beteiligt. Er wirkt auf mich immer wieder wie „Schmidtchen Schleicher“, aber wehe man unterschätzt ihn. Dann beißt er zu wie eine Kobra!

Die zweite Halbzeit wurde fußballerisch großartig, es wurde ein richtig guter Kick. Plötzlich war von der 46. Minute an Tempo drin, es ging hin und her, rauf und runter. Es wurde spannend, dramatisch – und härter. Für mich dabei unfassbar, dass Jansen die Gelbe Karte erhielt, weil er mit „Rüpel“ Rafinha aneinander geraten war. Der Brasilianer hatte sich vor dem Hamburger aufgebaut, er suchte die Konfrontation, aber Schiedsrichter-Assistent Robert Kempter (der Bruder) bedeutete seinem „Chef“ Wolfgang Stark, den Karton zu zeigen. Wenn, dann hätten beide Kontrahenten Gelb verdient gehabt, aber Rafinha blieb wieder einmal als der bessere Schauspieler von einer Verwarnung verschont (56.). Schade. Schade auch deswegen, weil Stark bis dahin eigentlich ganz stark gepfiffen hatte.

Aber: Schalke kam. Mit Macht. Und der Unterstützung der HSV-Defensive. In Person von Rozehnal. Der verlängerte per Kopf eine Rafinha-Flanke zu dem am langen Pfosten lauernden Kuranyi, der bis dahin nichts gesehen hatte – Tor, 1:1. Und damit nicht genug: Schalke führte bald 2:1. Weil Ruud van Nistelrooy an der Mittellinie einen Ball verloren hatte. Der Niederländer setzte nach, bis an den HSV-Strafraum. Er hatte den Ball fast schon wieder, dann aber lief Baumjohann an Joris Mathijsen vorbei, so dass van Nistelrooy noch einmal tätig werden musste. Ein Fall, ein Pfiff, ein Elfmeter. War es einer? Es gab einige in der Arena, die eine Schwalbe gesehen haben wollen. Rakitic verwandelte den Strafstoß gleich zweimal (68.). Die Entscheidung?

Nein, der HSV kam noch einmal zurück. Was für ein Fight, was für eine Leidenschaft! Kompliment, HSV, das war einfach nur klasse. Von einem Kraftproblem nichts, aber auch gar nichts erkennbar. Der Wille versetzte Berge.

Und dann wurde einer gefeiert, den sie im Volkspark schon lange nicht mehr auf dem Zettel hatten: Jonathan Pitroipa. Er kam in der 71. Minute für Torun, und er traf zum 2:2. Nach sensationeller Vorarbeit des diesmal überragend spielenden Trochowski, der den Ball von links flach vor das Schalke-Tor gepasst hatte. „Piet“ musste nur noch einschieben, der Rest war Jubel. Ein völlig verdienter Punktgewinn – gegen den kommenden Deutschen Meister?

17.30 Uhr

Dennis Aogo fällt aus

20. März 2010

Kräftesammeln im Volkspark. Das Abschlusstraining des HSV war doch eher ein besseres Auslaufen – natürlich, nichts anderes war zu erwarten. Die Tanks müssen wieder aufgefüllt werden, um am Sonntag gegen Schalke 04 bestehen zu können. Überall höre ich nur, dass der HSV keine Chance gegen Felix Magath hätte, aber ich, der eher pessimistisch durch die Welt läuft, bin diesmal gar nicht so negativ eingestellt. Ich behaupte hier und heute einmal ganz frech: Der HSV verliert gegen die Knappen nicht!

Einen großen Schrecken gab es für die zahlreichen Trainingskiebitze (es waren wohl 200!) bereits vor dem offiziellen Beginn der Einheit. Beim Spiel sechs gegen zwei rutschte ausgerechnet Dennis Aogo, der sich seit Tagen mit Adduktorenproblemen herumplagt, genau um 14.59 Uhr ganz böse aus. Der Abwehrspieler lag einige Sekunden lang am Boden und krümmte sich vor Schmerzen, die Kollegen standen geknickt daneben. Als sich Aogo dann langsam erhob, sammelte er sich erst einmal, lief einige Male auf und ab, danach dehnte er sich ausdauernd. Nach vier Minuten stieg er wieder ins Kreisspiel ein. Aufatmen!

Später mischte Dennis Aogo dann eigentlich gut mit, aber nach dem Trainingsende stellte sich heraus, dass er doch für Sonntag passen muss. Ganz bitter für ihn, bitter auch für den HSV.

Zurück zum Training: Erst drehten die Profis einige Runden, Tempo machten die Trainer Ricardo Moniz und Eddy Sözer, und auffällig war dabei, dass Marcell Jansen „lahmte“. Die Prellung auf dem Spann des linken Fußes sorgte ganz offenbar für Schmerzen. Aber Jansen hielt bis zum Ende tapfer durch – er sollte dabei sein können, er wird wohl durch Aogos Ausfall hinten links spielen müssen. Apropos spielen: Es wurde in dieser Einheit Handball gespielt, später eine Mischung aus Handball und Kopfball. Kurios: Frank Rost und Collin Benjamin, beide in einer Mannschaft (!), prallten bei dem Versuch, ein Tor zu erzielen, mit den Köpfen zusammen. Rost hielt sich einige Sekunden die Schläfe, Benjamin war ganz offensichtlich nichts passiert, er spielte weiter als wäre nichts passiert. Blut floss aber nicht.

Es war danach bald Schluss. Erfreulich für mich: Paolo Guerrero hielt bis zuletzt durch. Der Peruaner machte alles mit, aber um sofort die eventuell aufkeimende Euphorie zu dämpfen: Guerrero ist zwar dabei (nur im Training, noch nicht im Kader!), aber ihm fehlt noch viel Explosivität. Und zwar noch sehr viel. Er ist für mich im Moment erst bei 60 bis 70 Prozent. Aber, das sage ich auch, immerhin schon. Damit hätte ich nicht gerechnet. Sah auch mein treuer Trainingsbegleiter “Benno Hafas” so – vielen Dank Benno, wenn Du “Vollblut-Matz-abber” dabei bist, ist jedes Training ein Genuss für mich!

Nicht auf dem Trainingsplatz zu sehen waren übrigens Jerome Boateng und Ruud van Nistelrooy, die beide im Kraftraum arbeiteten. Um Boateng wird allerdings beim HSV noch bis kurz vor dem Anpfiff (um 15.30 Uhr) gebangt. Neu in den Kader für das Schalke-Spiel kam (für den am Fuß operierten Eljero Elia) Collin Benjamin.

Nach dem offiziellen Teil der Nachmittags-Einheit versammelte Ricardo Moniz noch Piotr Trochowski, Guy Demel, Paolo Guerrero, Robert Tesche, Marcus Berg und Tunay Torun um sich. Diese Spieler spielten eins gegen eins mit anschließendem Torschuss. Jeder Schuss wurde vom Duo Labbadia/Sözer ganz genau beobachtet. Mir gefiel, ich mag es gar nicht schreiben, wieder einmal Trochowski am besten, er erzielte auch die meisten Tore gegen Wolfgang Hesl. Aber ich gebe gleich auch zu: Training! Es war nur ein Training! Keine Panik, bitte nicht, ist wirklich nicht nötig!

Tunay Torun blieb in Sachen Abschluss diesmal blass, aber ich möchte ihn trotzdem schnell einmal erwähnen. Weil das nach dem Anderlecht-Spiel ein wenig untergegangen ist: Torun hat in Belgien ein sehr gutes Spiel gemacht. Er hat tatsächlich so gespielt, wie es Bruno Labbadia versprochen hatte: Nach vorne dynamisch, nach hinten aufmerksam und energisch. Offenbar ist der kleine Türke wieder in der richtigen Spur, es ist ihm auch im Training anzumerken, dass das Selbstvertrauen wieder da ist. Wenn er jetzt weiter so konzentriert spielt (und trainiert), nicht abhebt, nicht Dinge macht, die er noch nicht richtig beherrscht, dann ist er auf einem hervorragenden Weg. Dann hilft er sich – und auch dem HSV. Vielleicht auch schon am Sonntag gegen Schalke 04. Das wäre doch mal was, diese Schlagzeile: „Torun schießt Hamburg zu Sieg!“

18.06 Uhr

Lieber Bubi Hönig . . .

20. März 2010

. . . und alle anderen, die nun ein wenig durchhängen. Bevor ich ich zum Training fahre, schnell noch ein paar Zeilen zur aktuellen Situation. Alle diejenigen, die es nicht so sentimental mögen, die bitte ich, hier nun mit dem Lesen aufzuhören. Es folgt später ein Bericht vom Abschlusstraining.

Zur Sache: Natürlich weiß ich, lieber Bubi Hönig, dass hier einige HSV-Fans momentan in einem Tief hängen. Einige? Viele sogar? Natürlich sage ich deshalb, weil ich doch genauso fühle. Lieber Bubi, Du hast vermisst, dass ich auf Euren Schmerz, auf das Hadern, auf die vielen Zweifel nicht eingegangen bin. Das allerdings tat ich mit Bedacht, denn was nützt es, wenn wir immer nur klagen?

Ich kann dazu nur offen und ehrlich sagen: Mir geht es tatsächlich genauso wie vielen von Euch. Ich bin auch nicht zufrieden. Hier vier Gegentore, dort vier Gegentore, dazu wenige (überzeugende) Siege. Das war schon mal anders. Aber was hilft es mir, was hilft es Euch, wenn ich immer wieder jammere? Soll ich diejenigen, die nicht in diesem Tief stecken, mit meinen Zweifeln „belästigen“? Es schmerzt Euch, es schmerzt mich, dass es nicht mehr so rund läuft beim HSV, wie noch im Herbst. Ich habe auch schon oft genug über den jetzigen Zustand kritische Worte gefunden, doch immer und immer wieder dasselbe Lied? Darauf hatte ich, darauf habe ich keine Lust mehr.

Zumal ich grundsätzlich einmal festhalten und fragen möchte: Klagen wir nicht alle auf einem hohen Niveau? Was ist denn passiert? Der HSV wird auch in diesem Jahr nicht deutscher Meister. Das hatte ich, ganz ehrlich gesagt, auch nicht erwartet. Der HSV spielt aber „vorne mit“. Immer noch. Und er spielt immer noch in Europa vor. Zwar mit vier Auswärtsniederlagen im Gepäck, aber er ist immer noch dabei. Herrlich. Ich hatte aber nie erwartet, dass dieser HSV, der HSV 2009/10, alle Gegner der Europa League beherrscht oder gar aus dem Stadion fegt. Irgendwie hatte ich den HSV so erwartet, wie er jetzt steht. Steht, und nicht wie er zurzeit spielt, diesen Unterschied bitte ich zu beachten.

Lieber Bubi Hönig, Du sagst, dass es in diesem „Matz-ab“-Blog die Nörgler gibt – und die andere Fraktion. Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft? Das war nie meine Absicht. Und ich hoffe, dass es in dieser klaren Definition auch nicht stimmt. Ich kann es aber nicht verhindern, dass es diese Nörgler gibt. Die gibt es überall, in allen Bereichen der Gesellschaft, nicht nur im Fußball, nicht nur bei „Matz ab“. Ich denke aber, dass es – mal abgesehen von denjenigen, die immer nur nörgeln, weil sie gar nicht anders können oder wollen – mal jene Nörgler gibt, und dann auch wieder andere. Je nach der Sichtweise, wie das gerade abgelaufene HSV-Spiel betrachtet wird. Ich meine, das sage ich auch noch einmal ganz deutlich, mit den Nörglern nicht jene, die hier nur beleidigen wollen. Die Spieler ihres Lieblingsklubs HSV, den sie eigentlich ja vorgeben zu lieben und zu verehren, mit bösen Worten vernichten. Diese Leute sind für mich schon lange keine Nörgler mehr, für mich sind das Anti-Fans. Über die möchte ich hier aber auch nicht schreiben.

Mein Trost an die, die jetzt durchhängen, und an die, die vorher schon mal gelegentlich durchhingen, ist der, dass es so viele positive Menschen in diesem „Matz-ab“-Blog gibt, die aufbauen, die helfen, die trösten, die regulieren. Menschen, die denjenigen aufbauen, der gerade mal an seinem schönsten Hobby, dem Fußball und dem HSV, zweifelt, gelegentlich sogar verzweifelt. Da gab es, da gibt es in diesem Blog sehr, sehr viele Menschen, die diese Gabe haben. Ich kann sagen, dass mich das sogar stolz macht. Irgendwie reguliert sich hier einiges wie von selbst. Nicht alles, aber einiges. Weil einer dem Nebenmann nette und tröstende Worte schreibt, ohne dabei persönlich auf ihn einzugehen. Obwohl es mitunter auch das gibt – und das ist einfach nur klasse. Ich danke Euch dafür.

Allen, die jetzt mit ihrem HSV im Clinch liegen, die sauer sind, allen denjenigen möchte ich aber sagen, dass es wahrscheinlich jedem schon mal so ergangen ist. Wenn ich da zum jetzigen Zeitpunkt beispielsweise an „Eiche Nogly“ denke, einem Mann der ersten Stunde hier, ein HSV-Fan, den ich schon vor Einführung des „Matz-ab“-Blogs kennen gelernt habe, dann ist er für mich das Paradebeispiel eines HSV-Anhängers, der derzeit „voll durchhängt“. „Eiche Nogly“ ist 100 Prozent HSV. Er macht sich, fast wollte ich schreiben, rund um die Uhr Gedanken um seinen Klub. Er lebt HSV, obwohl er ein großartiger und erfolgreicher (glaube ich) Geschäftsmann ist. Und er ist wohl auch symptomatisch für alle die HSV-Fans, die nun fast alles in Frage stellen. Obwohl ihr Klub ja eigentlich noch ganz gut, ja fast sogar oben steht. Oder, um es mit dem Ober-HSVer Bernd Hoffmann zu sagen, der noch voll im Soll ist.

Es ehrt Euch alle sehr, dass Ihr Euch fernab von allen Ergebnissen wie 2:4, 3:4, 0:0 und 1:0 viele Gedanken um diesen Klub macht. Für mich ist das sogar phänomenal, wie Ihr die Raute im Herzen habt. Ich behaupte von mir, auch ein Vollblut-HSVer zu sein (seit 1959 schon!), aber gegen einige von Euch bin ich ein Waisenknabe. Ihr seid für mich der HSV. Und wenn einige Herren der Profi-Abteilung wüssten, wie Ihr für Euren HSV aufgeht, wie Ihr Euch für den HSV einsetzt, welche Ihr Opfer bringt und was Ihr alles gebt – sie würden den Glauben an ihre ganz eigene Welt verlieren. Ich gebe zu: Ich wäre gerne wie Ihr. Aber ich sage auch den Jüngeren unter uns auch: Von 1959 bis 2010, das ist eine sehr, sehr lange Zeit, es gab Höhen und viele, viele Tiefen – und ich bin immer noch einer von Euch. Dabei gebe ich zu, dass ich oft genauso gedacht und gefühlt habe, wie die, die heute hadern, zweifeln, meckern oder den Glauben verloren haben.

Und dennoch gebe ich jedem zu bedenken, der nun meint, mit seinem HSV eine weitere Talsohle zu durchschreiten, dass doch im Grunde genommen noch nichts Gravierendes passiert ist. Es soll keine Ironie sein, wenn ich nun schreibe: Vieles läuft doch so wie immer. Oder wie so oft schon zuvor. Ich weiß, ich weiß, das ist kein Trost, es soll auch gar kein Trost sein, aber: Wir wünschen uns seit Jahren Erfolg für den HSV. Doch er stellt sich partout nicht ein. Das ist Fakt. Wir alle wollen doch seit Jahren, dass sich der Erfolg wieder einmal in Hamburg sehen lässt. Wir warten auf einen Titel, auf eine verdammte Meisterschaft, wir warten darauf, dass es mal wieder einen HSV gibt wie 1960, oder auch wie 1983. Dafür würden wir doch wirklich alles geben. Und einige geben in der Tat schon seit Jahrzehnten alles. Doch Entscheidendes passiert einfach nicht. Mal geht es ein wenig nach oben, mal ein wenig nach unten. Aber nie so richtig an die Spitze. Aber: Ist das wirklich so ungewöhnlich, wie viele von Euch nun in ihrem Schmerz glauben wollen?

Ich möchte jedem von Euch zu bedenken geben, dass es vielen, vielen anderen Klubs ebenfalls so ergeht. Und es ergeht auch unzähligen Fans all dieser auf Erfolge lauernden Vereine so. Alle wollen, dass es nach oben geht, aber wie schrieb hier schon einst ein User so schön: „Das Leben ist kein Ponyhof.“ Man kann unendlich viel tun, um nach oben zu kommen, man kann Fachleute engagieren, Millionen in Spieler und Trainer investieren – und trotzdem kann man Jahr um Jahr scheitern. Der HSV macht es – seit Jahrzehnten schon – vor. Wie bereits einmal in diesem Bericht gesagt, meistens schafft er nichts auf ganz hohem Niveau. Abstiegsgefahr stellte sich in Hamburg zum Glück nicht so oft ein. Oder mal so gesagt: Abstiegsgefahr und Champions League halten sich, so mein Bauchgefühl, doch die Waage. Ich sehe aber trotz allem auch, dass es einen kleinen und stetigen Trend nach oben gibt. Seit der Jahrtausendwende hat sich doch schon viel zum Guten verbessert – oder etwa nicht? Wer das bezweifelt, der sollte sich einmal die HSV-Transferpolitik vor dem Jahr 2000 vor Augen führen, und dann alle anderen Verpflichtungen, die es nach 2000 gab. Für mich ein Unterschied wie Tag und Nacht. Dass es dabei nicht gleich zum Titel gelangt hat, oder dass es noch zu keiner Meisterschaft gelangt hat, das ist Schicksal. Geld schießt keine Tore? Kann sein. Aber auch die größten und nur gut gemeinten Anstrengungen schaffen es nicht unbedingt, für die so sehr erhoffte Meisterschaft zu sorgen. Dieses Schicksal allerdings teilen wir mit vielen anderen europäischen Klubs. Wenn ich mal nach England blicke, zu Manchester City, zum FC Everton, oder auch zu Aston Villa. Traditions-Klubs, die seit Jahren einige oder sogar auch unheimlich viele Anstrengungen unternommen haben, um an Manchester United, Arsenal oder Chelsea heranzukommen. Geschafft aber haben sie es seit Jahren nicht. Noch nicht. Und auch nicht. Wie der HSV.

Nun kenne ich keine Fans von Aston Villa, Manchester City oder Everton, aber ich könnte mir vorstellen, dass einige von ihnen ebenso zweifeln, hadern oder gelegentlich auch verzweifeln, wie Ihr, wie Ihr gerade in Hamburg. Ich bin mir aber sicher, dass jeder englische Fan Euch sagen würde: „Weitermachen, immer weitermachen. Und Eurem Klub treu bleiben. Eines Tages klappt es bestimmt.“

Was wir Hamburger im Moment denken und fühlen ist doch das: Der HSV war im Herbsst 2009 wieder einmal auf dem besten Weg, ganz an die Spitze zu gelangen. Das gab es schon häufiger. Und nun ist der Klub spielerisch ins Stolpern geraten. In der jetzigen Phase würde ich sagen: ein wenig ins Stolpern geraten. Viele andere Klubs, viele andere Fans dieser Klubs, würden aber sicher ganz gerne mit Hamburg tauschen. Denn die Ursachen, die zu diesem HSV-Stolpern geführt haben, sind doch wirklich allen bekannt. Wenn Ihr Euch in aller Stille einmal damit auseinander setzen würdet, wüsstet Ihr, dass es doch mehr (Verletzungs-)Pech gab, als es normal ist. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Und für mich ist das genau der ganz, ganz große Knackpunkt. Natürlich weiß ich, dass es jetzt in diesem Kreis den einen oder anderen User gibt, der nun wieder aufheult, weil er haargenau diese „Ausrede“ nicht gelten lässt – aber sie ist Realität, egal wie man es nun dreht und wendet.

Und an jene, die mir auf diesem Weg nicht folgen können oder wollen, sei gesagt: Wenn es andere Gründe für dieses Stolpern gibt, so werden diese mit Sicherheit erkannt, und zwar von den Klub-Verantwortlichen. Da bin ich mir ebenfalls absolut sicher: Wenn es für dieses Stolpern Schwachpunkte gibt, dann werden sie beseitigt. Dann hat das auch Konsequenzen. Ich schrieb es hier schon einmal: Bernd Hoffmann ist ein Mann voller Ehrgeiz. Und er ist gewiss keiner, der sich mit Mittelmaß zufrieden gibt. Er hat einst das Versprechen abgegeben, den HSV wieder in die europäische Spitze zu führen, und er wird alles dafür tun, um dieses Ziel auch zu erreichen. Er will und wird den HSV wieder ganz nach oben bringen.

Okay, okay, bitte nicht gleich aufschreien: Ich glaube auch noch an den Weihnachtsmann – ich höre sie doch schon, meine Kritiker. Ich kenne und begleite Bernd Hoffmann nun schon einige Jahre, ich gebe hier auch nochmals zu, dass ich nicht einer der größten „Hoffmann-Fans“ bin, aber ich habe Respekt vor seiner Leistung. Und ich bin überzeugt davon, dass dieser Mann nicht weltfremd ist. Hoffmann weiß, was in „seinem“ Klub los ist, was im HSV vor sich geht. Und wenn er es dann doch einmal nicht weiß, dann weiß es Katja Kraus. Und wenn sie es auch nicht wissen sollte, dann wird es ihnen von anderen mitgeteilt. Beide kennen aber nur ein Ziel: Einen erfolgreichen HSV auf die Beine zu stellen. Daran werden sie sich auch eines Tages messen lassen (müssen).

Wie gesagt, Bernd Hoffmann ist kein Mann des Mittelmaßes. Das ist auch meine Hoffnung auf bessere HSV-Zeiten. Das wollte ich an dieser Stelle allen denjenigen schreiben, die nun durchhängen, die unten sind, die glauben, dass es mit ihrem Klub schon wieder nur bergab geht. Und eines möchte ich an dieser Stelle auch sagen: Wenn ich merke, oder besser, wenn wir es gemeinsam merken sollten, dass es beim HSV kein Verantwortlicher merkt oder wahrhaben will, dass sich etwas falsch entwickelt, dann werden wir es hier gemeinsam anpacken. Ruhig, sachlich, fair – aber auch ganz entschieden. Darauf mein Wort. Dann werden wir die Finger in die HSV-Wunde legen, so dass sich keiner mehr ahnungslos geben kann. Dieses Versprechen möchte ich hiermit abgeben, denn ich weiß, dass mich viele, viele von Euch dabei total unterstützen werden. Ihr habt es verdient, Ihr seid der HSV, Ihr lebt und Ihr liebt HSV. Hängt nicht durch, zeigt trotz aller Ungeduld weiter Einsatz für Euren Klub. Bleibt auch optimistisch, und bleibt fair. Genau das erwartet Ihr doch auch von Eurer Mannschaft, von jenen Spielern, die im Moment auch ein wenig durchhängen. Wenn es manchmal mit diesem Kampf und diesem Einsatz nicht klappt, dann ist das menschlich.

Wenn Ihr aber an Euren HSV glaubt, wenn Ihr an Eurem HSV „arbeitet“ und nicht nur zweifelt und nörgelt (nicht beleidigt!), dann wird sich, davon bin ich restlos überzeugt, auch der Erfolg mal wieder einstellen, dann werden auch die ganz großen Erfolge von 1960, 1977 und 1983 wieder möglich sein. Nur: Auf Knopfdruck wird das nicht funktionieren. Es muss alles passen. Und nicht nur in dieser Saison hat, trotz aller guten Ansätze und Versuche, eben nicht alles gepasst. So ist der Fußball, der große und auch der kleine Fußball. Und so ist Euer HSV.

Nur der HSV!

14.17 Uhr

Elia – die neue Hiobsbotschaft

19. März 2010

Uwe Seeler! Von nun an darf nicht nur von seinen „goldenen Füßen“ gesprochen werden, sondern auch von seinen „goldenen Händchen“. Den Ehrespielführer kann man ja los schicken. Zieht doch dem HSV, seinem HSV, Standard Lüttich als Viertelfinal-Gegner der Europa League. Wobei ich nicht davon ausgehe, dass Lüttich eine Art Freilos für den HSV ist, keineswegs, aber es hätte ja durchaus schlimmer – und damit auch eventuell aussichtsloser – kommen können, wenn ich so an Liverpool, Benfica oder vielleicht auch Valencia denke. Aber Lüttich sollte allein schon deshalb nicht unterschätzt werden, weil der Klub zurzeit noch Meister in Belgien ist, und weil Standard in dieser Saison sowohl in der Champions League als auch in der Europa Legaue gute bis sehr gute Ergebnisse erzielt hat. Auch auf die Gefahr hin, dass ich nun nur müde belächelt werde: Standard Lüttich wird kein Selbstgänger.

Das wissen ganz offenbar auch die HSV-Spieler. Kapitän David Jarolim sagt: „Ich habe einige Spiele von Standard Lüttich gesehen, das wird in harter Gegner für uns.“ Guy Demel befindet: „Ich höre immer, dass das ein leichtes Los für uns sei. Ich sage aber, dass wir erst einmal beide Spiele abwarten sollten. Und dann, wenn wir im Halbfinale stehen, dann werde ich sagen, ob es ein Glückslos für uns war.“ Tunay Torun sagt: „Jede Mannschaft, die jetzt im Viertelfinale steht, hat ihre Qualität, da darf man keinen unterschätzen.“ Tomas Rincon schätzt die Lage wie folgt ein: „Standard Lüttich ist eine große Chance für uns, in Europa weiter den Weg zu gehen, aber wir sollten uns hüten, den Gegner zu unterschätzen. Wir werden ganz sicher nicht automatisch ins Halbfinale kommen.“

Bruno Labbadia lächelte, als er über Lüttich sprach: „Ist wieder ein interessantes Land für uns, wir sind ja gerade aus Belgien zurück – aber wir freuen uns drauf, das werden zwei interessante Spiele, auf die wir uns freuen. Wir wollen weiterkommen.“ Natürlich. Der HSV-Trainer wird ja auch nicht sagen, dass er im Viertelfinale ausscheiden möchte. . . Über Standard weiß Labbadia: „Ein interessanter Gegner, der im Achtelfinale beide Spiel gewonnen hat, der zuvor auch Salzburg ausgeschaltet hat. Standard ist Meister in Belgien, hat in einer sehr guten Champions-League-Gruppe sehr gute und enge Ergebnisse erzielt, hat wenige Gegentore kassiert – es wird ein Duell, das durch Kleinigkeiten entschieden wird. Allgemein gilt, dass es im Viertelfinale keine einfachen Gegner mehr.“

Das galt auch schon für das Achtelfinale. Anderlecht, klarer Tabellenführer in Belgien, war auf Augenhöhe mit dem HSV. Vor allen Dingen deshalb, weil der HSV wieder einmal seine großen Abwehrschwächen offenbarte. Vier Gegentore in Leverkusen, vier in Anderlecht – wie soll das weitergehen? „Wir haben in Belgien ein Wechselbad der Gefühle erlebt“, gibt Bruno Labbadia zu: „Es gab aber auch positive Dinge. Zum Beispiel das, dass wir immer wieder aufgestanden sind. Natürlich haben wir uns auch selbst in Bedrängnis gebracht, aber es ist schon eine Qualität, dann immer wieder aufzustehen. Aber wir haben dort drei Tore gemacht, deswegen sind wir auch zu recht weiter gekommen.“

Aber zuvor steht ja auch eine andere Mannschaft als Anderlecht oder Lüttich im Fokus des HSV: Schalke 04. Garantiert eine noch härtere Nuss als Lüttich. Zumal der gegnerische Trainer Felix Magath heißt, und der lässt sich in jedem Spiel etwas Besonderes einfallen, mit Vorliebe dann, wenn es gegen „seinen“ HSV geht. Und dieser HSV hat wieder einmal – nichts Neues im Norden – große personelle Schwierigkeiten. Eljero Elia fuhr vom Anderlecht-Spiel nach Amsterdam, wo der niederländische Nationalspieler bereits am Freitag operiert wurde. Elia leidet seit dem Sommer an einer Knochenabsplitterung am Knöchel, diese Verletzung hat nichts mit dem bösen Tritt des Mainzers Noveski (am 28. November 2009) zu tun. Oder besser: Die Verletzung, so sagt es Trainer Bruno Labbadia, soll nichts mit Noveski zu tun haben. Elia fällt einige Wochen aus, wahrscheinlich bis zum Saisonende.

Ferner bangt der HSV für das Schalke-Spiel um Dennis Aogo, der beim Anderlecht-Spiel wegen einer Leisten-Verletzung ausgefallen war. Am Sonnabend findet um 15 Uhr das Abschlusstraining des HSV statt, dann wird sich entscheiden, ob Aogo einen Tag drauf im Kader sein kann. Angeschlagen ist auch Marcell Jansen, der an einer Spannverletzung laboriert, weil ein Belgier am Donnerstag „drüber hielt“. Jerome Boateng leidet an einem Pferdekuss, soll aber bis Sonntag wieder fit sein. Ob er dann aber zum Einsatz kommen wird, das bleibt abzuwarten, ich denke eher nein. Das hat etwas mit der Form des Nationalspielers zu tun. Insgesamt aber hat sich die personelle Situation des HSV seit dem Jahreswechsel nicht so – wie von vielen erhofft – verbessert, im Gegenteil, wenn sich ein Spieler gesund meldet, dann fällt dafür ein anderer Kollege aus.

Aber das ist nur eine Sorge, mit der sich der HSV in dieser Saison herumplagen muss. Eine andere ist die Abwehr, speziell die Schwächen der Defensive. Die vielen individuellen Fehler, die zu den Gegentoren führten und immer wieder führen, die geben allen zu denken. Labbadia sieht diese Defizite natürlich auch, aber er glaubt nach wie vor an sein Team: „Die Spieler haben die Qualität. Wir müssen uns wieder auf gewisse Dinge besinnen, wir müssen uns auch in gewissen Phasen mehr konzentrieren. Ich denke aber, dass was die Ordnung betraf, eigentlich gut in Anderlecht gespielt haben. Ärgerlich waren nur die individuellen Fehler, und die müssen wir abstellen. Das werden wir ansprechen.“

Ob das reicht? Die Ansprache vor dem Schalke-Spiel? Die HSV-Mannschaft wirkt auf mich zurzeit nicht wie eine Einheit. Da wird hier ein Süppchen gekocht, und dort ein anderes. Ein, zwei Aktionen des Gegners sorgen dafür, dass das Chaos in die HSV-Defensive Einzug hält. Dann ist jeder mit sich beschäftigt, aber kaum einer hilft dem Nebenmann. Weil es menschlich nicht so stimmt, wie es in einer intakten Gemeinschaft stimmen sollte? Der Kicker spricht in der Donnerstag-Ausgabe davon, dass sich die beiden Innenverteidiger, Joris Mathijsen und David Rozehnal, nicht auf einer Wellenlänge liegen. Im Gegenteil, beide sollen keine echten Freunde sein. Was die beiden letzten Spiele eigentlich eindrucksvoll belegen, nicht nur aufgrund der acht Gegentore. Es soll zwischen beiden Abwehrspielern schon eine Menge harter Wortwechsel gegeben haben, und „Punktsieger“ in diesem unschönen Verbal-Duell soll Mathijsen sein. Wobei ich anmerken möchte, dass ich zurzeit keinen der beiden Innenverteidiger besser als den Nebenmann sehe. Und wenn ich denn doch einen „besseren“ ausmachen müsste, dann wäre das sogar Rozehnal – denn Mathijsen, den zurzeit gleich zwei blauen Augen zieren, durchläuft in diesem Frühjahr ganz sicher nicht seine beste Phase.

Was auch auf Jerome Boateng zutreffen dürfte. Sky-Experte Andreas Herzog (ehemals Werder und FC Bayern) formulierte es am Donnerstag so: „Ich glaube, dass Boateng überschätzt wird, er ist noch lange nicht so weit, wie ihn einige in Hamburg schon sehen wollten.“ Ich mag mich dieser Meinung nicht anschließen, gebe aber zu, dass Jerome Boateng schon bessere Tage im HSV-Trikot erlebt hat. Im Moment scheint er das Denken für die Defensive vergessen zu haben, es war am Donnerstag (viel) zu leicht, den Ball an ihm vorbei zu bekommen. Mit einem guten Auge wäre so mancher „dicke Bolzen“, den Boateng schoss, abzuwenden gewesen, aber er hatte dieses Auge nicht. Und ich glaube nicht, dass es nur daran lag, weil er links (statt rechts) in der Viererkette spielen musste. Zurzeit scheint Boateng nur bei 80 Prozent zu sein, und wenn er seine WM-Chance wahren will, dann sollte er sich jetzt im Training bemühen, seine Fitness, auch die mentale, stetig zu verbessern. Sonst könnte er bei der Nominierung des WM-Kaders noch eine böse Überraschung erleben. Er könnte es doch! Er war doch schon auf einem so guten Wege! Was sorgt dafür, dass er nun in dieses Tief gefallen ist? Die Gedanken an einen Vereinswechsel?

Auch Ruud van Nistelrooy steckt zurzeit in einem solchen Tief. Für seine Situation aber völlig normal. Das weiß jeder Spieler, der schon einmal länger verletzt war und dann wieder einsteigen musste. Das erste Spiel ist immer okay, vielleicht auch noch das zweite und dritte, aber dann? Dann fällt man in ein kleines körperliches Loch, und in einem solchen steckt van Nistelrooy jetzt. Gegen Leverkusen war er schon nichts, gegen Anderlecht erst recht nicht. Kein Grund zur Panik aber, das wird schon, doch da werden sich alle Geduld üben müssen: der Spieler, die Trainer, die Fans. Ich würde van Nistelrooy auch gegen Schalke nicht von Beginn an bringen, sondern dann, wenn es die Situation erfordert (oder zulässt), als Einwechselspieler. Übrigens: Dass Labbadia van Nistelrooy bis zum Ende auf dem Rasen ließ, das hatte erneut mit den Körpergrößen beider Teams zu tun. Anderlecht ist dem HSV in diesem Punkt weit überlegen, deshalb brauchte der HSV-Coach den kopfballstarken Niederländer bei gegnerischen Standards, weil er einer der größten Spieler im Hamburger Team ist.

Grundsätzlich ist es natürlich so, dass der HSV in Sachen Kraft in diesen Wochen und Monaten mehr Aderlass zu beklagen hat, als zum Beispiel nun der kommende Gegner Schalke 04. Obwohl auch Bruno Labbadia in Sachen Kraftreserven sagt: „Wenn man international spielen will, dann spielt man eben alle drei Tage, und deshalb muss man auch nicht über die Kraft reden. Es ist klar, dass man dann auf Gegner treffen kann, wie jetzt Schalke, der die ganze Woche nur auf dieses eine Spiel wartet. Das können wir nicht ändern.“ Und deswegen bleibt es hart für den HSV, in der Bundesliga und in der Europa League zu bestehen. Der HSV-Coach weiß das und geht in die Offensive: „Wir können beide Wettbewerbe, wir wollen auch beide Wettbewerbe – das will doch jeder so haben. Jetzt gilt es einfach, die Kräfte zu mobilisieren, aber dazu sind wir auch in der Lage.“ Dann sagt Bruno Labbadia auch optimistisch: „Wir sind stark genug, um auch Schalke schlagen zu können, und das wollen wir am Sonntag versuchen.“

So, ganz zum Schluss noch eine andere Geschichte. Ich sprach heute mit Sidney Sam. Der an den 1. FC Kaiserslautern ausgeliehene Stürmer könnte im Sommer zum HSV zurückkehren – wenn es der HSV so will. Sam sagt: „Zurzeit sprechen beide Klubs darüber, der 1. FC Kaiserslautern bemüht sich intensiv darum, dass ich bei ihm bleibe.“ Bei einem Aufstieg des FCK würde Sidney Sam wohl auch gerne am „Betze“ bleiben, denn dort fühlt er sich wohl, dort ist er eine Führungspersönlichkeit geworden. Er sagt: „Es gibt auch andere Angebote für mich.“ Die aber, das denke ich, spielen keine große Rolel für ihn. Entweder FCK oder HSV. „Eines Tages, wenn ich reifer und erfahrener bin, kehre ich ganz bestimmt zum HSV zurück, das will ich – aber im Moment muss das noch nicht sein.“ Obwohl er auch so selbst bewusst geworden ist, dass er sagt: „Wenn ich im Sommer nach Hamburg zurück müsste, dann würde ich mir schon zutrauen, dass ich auch Stammspieler werde. Weil ich mich gegenüber meiner ersten Zeit in Hamburg doch erheblich verbessert habe.“

Ganz sicher ist es so. Mir imponiert der U-21-Nationalstürmer mit seiner schnellen, trickreichen Spielweise sehr. Und mit welcher Selbstverständlichkeit er sich – im Alter von 22 Jahren – nun schon die Elfmeter nimmt und verwandelt, das ist ebenfalls klasse. Und zeugt davon, dass er Verantwortung übernehmen will. Trotz seiner Jugend. Deswegen sage ich ganz klar, auch wenn ich Sidney Sam damit ein wenig wehtun muss: Ich würde ihn gerne wieder in Hamburg sehen, und zwar nicht nur beim Gastspiel des 1. FC Kaiserslautern, sondern erst einmal für immer.

Um noch auf einen anderen “Neuling” zu kommen: Bruno Labbadia ist sehr erfreut über den Fitnessstand von Paolo Guerrero. Aus den Worten des Trainers meine ich herausgehört zu haben, dass er dem Peruaner nicht zugetraut hatte, körperlich schon so weit zu sein. Labbadia fand am Freitag (fast) nur lobende Worte, obwohl er natürlich auch festgestellt hat, dass dem guten Guerrero doch noch einiges fehlt. Genau deswegen spielt er für das Schalke-Spiel auch noch keine Rolle, aber danach? Ich würde jetzt nichts mehr ausschließen.

19.42 Uhr

Dramatischer geht es nicht!

18. März 2010

Wow! Was für ein Fußballspiel! Das kostete Nerven, das war eine einzige Zitterei, das war ein sensationeller Kick, das waren Höhen und Tiefen, Harakiri-Fußball, das war hurra, einfach unglaublich und sensationell! Der HSV verliert beim RSC Anderlecht zwar mit 3:4, aber dank des 3:1-Sieges im Hinspiel ist doch das Viertelfinale in der Europa League erreicht. Tief durchatmen! Und dann dieses 3:4 sacken lassen. Nicht meckern, nicht mosern, nicht hadern, der HSV hat es geschafft! Er ist weiter im internationalen Geschäft, er darf weiter vom EL-Finale am 12. Mai in Hamburg träumen. Wir alle dürfen träumen! Auch wenn es in den nächsten Minuten noch ein wenig schwer fallen dürfte, denn die Anspannung kann doch noch gar nicht gewichen sein. Wahnsinn pur, diese 90 belgischen Minuten. Und trotz der Niederlage: Glückwunsch, HSV!

Mut hat er ja, der Bruno Labbadia. Bringt er Tunay Torun. Alle Achtung, dieser Trainer hat Courage. Wenn schon nicht Eljero Elia, dann doch Piotr Trochowski, aber denkste! Labbadia bringt Torun. Weil der dynamisch nach vorne spielen kann, und weil er gut nach hinten arbeitet. Letzteres stimmt tatsächlich, denn der kleine Türke tauchte sogar an der „eigenen“ Eckfahne auf, um dort zu klären.

Dass Ruud van Nistelrooy erneut von Beginn an in der Startelf stand, war keine große Überraschung, denn der Niederländer flößte den Belgiern allein durch seine Anwesenheit gehörigen Respekt ein, und Labbadia hatte einen Vorteil auf seiner Seite: Lassen bei van Nistelrooy die Kräfte nach, kann er ihn vom Platz nehmen. Bringt der Coach aber van Nistelrooy als Einwechselspieler, dann weiß niemand, ob die Kräfte des Torjägers dann auch tatsächlich bis zum Schlusspfiff reichen. Also alles richtig gemacht, Bruno Labbadia!

In der Viererkette gab es gegenüber dem 2:4 von Leverkusen zwei Umstellungen: Tomas Rincon, zuletzt gesperrt, kam für den formschwachen Guy Demel, und links ersetzte Jerome Boateng den an der Leiste verletzten Dennis Aogo.

Und dann dieser Start um 21.05 Uhr. Anderlecht begann mit einem unglaublichen Wirbel – in den ersten zwei Minuten. Es durfte gezittert werden. Doch dieser Sturmlauf wurde vom HSV schnell unter Kontrolle gebracht. Im so gefürchteten Hexenkessel von Anderlecht wurde es zunehmend ruhiger, denn der HSV ließ den Ball und den Gegner laufen. Das sah großartig aus, das wirkte abgeklärt, souverän, ruhig – das war klasse. Und das auf diesem Acker! Beim HSV wurde nicht nur an den Vorwärtsgang gedacht, es wurde mit Bedacht gespielt, es wurden die Räume gut zugestellt, und es wurde bei Ballverlust blitzartig umgeschaltet, um ja keine Lücken entstehen zu lassen. Das klappte bis kurz vor dem Halbzeitpfiff auch hervorragend. Die gesamte Mannschaft legte eine hohe Laufbereitschaft an den Tag, alle Spieler gingen weite Wege, jeder war ganz offenbar dazu bereit, sich zu quälen.

Dazu hatten die beiden „Sechser“, David Jarolim und Ze Roberto, fast alles im Griff. Der Brasilianer wirkte frischer und unternehmungslustiger als zuletzt, jedenfalls in den ersten 20, 25 Minuten. Dann ließ er etwas nach – ohne allerdings so krass abzufallen als zuletzt. Und gegen Ende der Partie konnte er sogar wieder etwas zulegen, das war fast ein kleines Wunder.

In der Viererkette ließ in Halbzeit eins (aber nur da!) Rincon auf seiner rechten Seite kaum etwas anbrennen. Links spielte Boateng mit Licht und Schatten gegen den gefährlichen Suarez, und in der Mitte räumten David Rozehnal und Joris Mathijsen konzentriert auf und ab. Rozehnal offenbarte dabei zwar wieder einmal seinen unglaublichen Hang zu Fehlpässen, aber dafür bewies er in der Defensive, dass er längst viel, viel zuverlässiger geworden ist als noch zu Beginn seiner Zeit beim HSV. Was Rozehnal erahnte, was er klärte (teilweise enorm rustikal, aber effektiv), was er abblockte, das sah super aus, da können auch die Fehlpässe nichts an einer hervorragenden Benotung ändern.

Im Angriff bewegten sich Mladen Petric und Ruud van Nistelrooy viel, aber beide fanden sich selten einmal. Von Harmonie ist zwischen den beiden Torjägern noch nicht viel zu erkennen, aber das kann ja noch werden. Wobei „Van the man“ für mich noch einen Tick egoistischer wirkt, Aber, auch das sei erwähnt, noch lange, lange nicht in Bestform. Oder anders gesagt: Da fehlt noch so viel, das sind für mich gerade mal 70 Prozent, die van Nistelrooy abrufen kann. Aber wie sagt es Bruno Labbadia immer so schön? „Jede Spielminute bringt ihn nach vorn.“ Ihn und den HSV.

Und wie toll sah es aus, als dieser HSV dann 1:0 führte! Boateng hatte von links mit rechts geschossen (42.), ein herrliches Tor, ein wichtiger Treffer – dieses Tor war das Viertelfinale! Eigentlich.

Dann folgten vier chaotische Minuten, die es in sich hatten! Erst wird hinten links die Flanke nicht verhindert (Boateng!), und in der Mitte lädt die HSV-Defensive die Belgier wieder einmal zum „Tag der offenen Tür“ ein. Gegen Lukaku stand (nur noch) Tomas Rincon auf verlorenem Posten. Und als wäre es nicht genug mit diesem 1:1 gewesen – Boateng foult Suarez, Strafstoß. Was für ein dämliches Foul! Wie kann ein Nationalspieler in einer solchen Situation so ungeschickt zu Werke gehen? Das war ja Wahnsinn. Schon in der C-Jugend (spätestens!) wird jedem Abwehrspieler gelehrt: Gegenspieler stellen, nicht umtreten! Unglaublich, das Boateng alles das vergisst, was er doch längst kann. Diese Dummheit wurde mit dem 2:1 für Anderlecht bestraft. Es durfte wieder gezittert werden, obwohl der HSV vorher eindeutig Chef im Ring gewesen war. So wird ein Gegner, der eigentlich schon weg vom Fenster war, wieder aufgebaut!

Und dann diese zweite Halbzeit! Unfassbar. Erst das 2:2 in der 54. Minute. Petric bedient Marcell Jansen, der schießt ein. Wieder einmal Jansen! Großartig, der Linksfuß ist mit Geld ja gar nicht zu bezahlen. Jansen ist super, und ich lege mich fest: Mit diesem Tor hat er sich, falls nicht noch eine Verletzung dazwischen kommt, nach Südafrika geschossen. Nie war Marcell Jansen so wertvoll wie heute.

Die Entscheidung war das aber noch lange nicht. Denn dann folgten die drolligen 20 Minuten der Hamburger Defensive. Defensive? Ein Hühnerhaufen! Es ging wieder einmal drunter und drüber. 3:2, 4:2 für Anderlecht. Erst wurden Jarolim und Rincon hinten rechts Knoten in die Beine gespielt, wobei besonders der Südamerikaner offenbarte, dass ihm das spezielle Denken eines Rechtsverteidigers eigentlich völlig abgeht. Das war Rincon als Brummkreißel. Und beim vierten RSC-Tor sah erst Mathijsen (gegen Lukaku) ganz schlecht aus, und dann auch Frank Rost (sein einziger Fehler), der dem Ball, der von der Torauslinie zur Mitte gespielt wurde, nicht entgegen ging (hechtete). Da brannte im Hexenkessel dann doch wieder die Luft – was für ein Wahnsinnsspiel!

Das Aus drohte. Bis zur 75. Minute. Dann behauptete sich Jarolim, der überall zu finden war, am RSC-Strafraum und passte die Kugel mustergültig auf Petric. Und der hatte endlich einmal wieder das Glück auf seiner Seite. Das 3:4 war der Endstand, der HSV war damit im Viertelfinale. Schlusskommentar der überglücklich neben mir sitzenden Frau M: „Für Mladen Petric freut mich das ganz, ganz besonders, der hatte zuletzt so oft Pech mit seinen Schüssen – einfach traumhaft für ihn und uns, dass er dieses wichtige Tor gemacht hat.“

23.12 Uhr

Kleines belgisches Nähkästchen

18. März 2010

Belgische Zeiten für den HSV. Davon hat es in der Historie nicht viele gegeben. Gent, Brügge und Anderlecht sind die Vereinsnamen, mit denen es Hamburg bislang zu tun bekommen hat – nicht viel. Auch meine Berührungspunkte mit Belgien sind eher rar. Da gab es die aus deutscher Sicht total misslungene Europameisterschaft 2000, nicht der Rede wert. Und meine erste belgische Erfahrung hatte ich mit Ernst Happel. Den hatte Manager Günter Netzer im Sommer 1981 aus Brügge zum HSV geholt – welch ein Glücksgriff!

Um die Zeit bis zum so späten Anpfiff ein bisschen zu überbrücken, streue ich schnell dieses ganz kleine belgische Nähkästchen ein und beginne mal mit Ernst Happel, der ja ein großer Name für Hamburg und den HSVgeworden ist. Ich erinnere nicht mehr den Tag, an das genaue Datum, an dem Happel zum ersten Mal ein Training in Ochsenzoll leitete. Jetzt ziehe ich schnell mal den Vergleich zu Ruud van Nistelrooy. Bei ihm gab es kürzlich den wohl größten Medienrummel, den je eine Neuerwerbung des HSV ausgelöst hat. Nur bei Happel damals war es ähnlich. Es war für mich die Hölle. Ich sollte an ihn ran, ich hatte den Auftrag der Chefredaktion, ein Interview mit dem Wiener zu führen, aber ich war damals, als Neuling unter den vielen arrivierten Journalisten, absolut chancenlos. Alle drängelten sich an Happel ran, alle hatten größere Zeitungen hinter sich, oder sie kamen von Funk und Fernsehen.

Da ich aber nicht ohne Interview in die Redaktion zurückkehren wollte, entwickelte ich irgendwann bei diesem bunten Treiben eine andere Strategie. Ich gab auf. Äußerlich jedenfalls. Und wartete heimlich bis nach dem Training. Auf dem Parkplatz vor dem HSV-Restaurant Lindenhof hatte ich schon bei meiner Ankunft einen silbergrauen Mercedes gesehen – mit belgischem Kennzeichen. Ich parkte mein Auto neben Happels, und als der Trainer nach getaner Arbeit endlich ein seine Nobelkarosse einstieg, fuhr ich hinter ihm her. Ich wusste nicht, wohin. Ich wusste nicht, wo Happel wohnte, aber ich fuhr stur hinter ihm her. Und ich war allein. Das hatte keiner gemacht. Die Reise endete in Henstedt-Ulzburg. Genau in der Straße Fischers Privatweg. Als Happel aus seinem Auto stieg, stand ich neben der Tür – mitten auf dem Grundstück.

Er lächelte gequält. Sah meinen Fotoapparat. Und ich schilderte ihm meine Nöte: Interview, keine Chance an ihn heranzukommen – er lächelte erneut und sagte nur kurz: „Na gut, machen’s schnell.“ Ich knipste ein, zwei Fotos (gegen die Sonne, ich weiß es wie heute), ich stellte einige Fragen – und verschwand danach blitzartig. Bevor er es sich anders hätte überlegen können. So hatte ich ein Exklusiv-Interview mit Happel an seinem ersten Hamburger Tag. Mein Vorteil war da noch, dass Happel noch keinen Hamburger Journalisten kannte. Er wusste also nicht, wie groß oder wie klein meine Zeitung war, für die ich schrieb. Es hätte eine große sein können, deshalb machte er dieses Spielchen mit, doch zu diesem Zeitpunkt war ich noch nicht beim Abendblatt.

Jahre später, als ich dann HSV-Reporter beim HA geworden war, erinnerte ich Ernst Happel an unser erstes Aufeinandertreffen. Er verzieh mir meine damalige Überfalltaktik und Aufdringlichkeit – aber auch dabei lächelte nur ein wenig gequält. Immerhin konnte ich mit dem „Grantler“ bis zuletzt ganz gut. Als er schon mit niemandem mehr von den Hamburger Journalisten sprach, weil sich eine Zeitung über eine Abmachung hinweggesetzt hatte, unterhielt er sich noch (gelegentlich) mit mir. Er vertraute mir, er wusste, dass ich nichts davon schreiben würde . . . Insgesamt aber muss man schon zugeben, das will ich gar nicht verhehlen, dass Ernst Happel eigentlich immer recht wenig (auch mit uns Journalisten) gesprochen hat. Und selbst beim Training war das so: Kurz und knapp gab er seine Anweisungen, er gab immer nur das Nötigste von sich – aber jedes Wort hatte Gewicht. Alle parierten. Und wenn er pfiff, dann nicht etwa mit einer Pfeife, sondern nur leise und kurz durch die Lippen.

Ansonsten Belgien? Horst Heese, heute 66 Jahre alt und einer der ersten (oder der erste?) Retter in der Klubgeschichte des HSV. Der „harte Hund“ spielte von 1972 bis 1974 in Hamburg, wohnt aber schon seit vielen, viele Jahren in Eupen. Und beim RSC Anderlecht denke ich (natürlich) immer an das Europapokal-Finale vom 11. Mai 1977. Ein großer Tag für den HSV, als Georg Volkert und Felix Magath mit ihren Toren den späten 2:0-Sieg unter Dach und Fach brachten. Und es war auch ein großer Tag für den damaligen Trainer Kuno Klötzer. Der „Ritter“ ist bis heute einer der beliebtesten HSV-Trainer aller Zeiten geblieben. Klötzer wohnt bei mir um die Ecke, er hat mir Jahre später viel aus damaliger Zeit erzählt – seine Trainer-Station in Hamburg war für ihn nicht immer „Ponyhof“, er musste damals viele Kompromisse mit der Klubführung eingehen (unter der Regie von Dr. Peter Krohn), bis es eines Tages nicht mehr ging – und dann ging Klötzer von allein. Apropos gehen: Noch heute geht Kuno Klötzer, der in einem Monat 88 wird (am 19. April), zu jedem Heimspiel seines HSV, er ist der Raute immer treu geblieben, obwohl er danach noch bei Hertha BSC, in Duisburg und in Bremen tätig war. Und Kuno Klötzer weiß aus seiner HSV-Zeit noch immer recht, recht viel und Interessantes zu erzählen, er weiß noch immer alles.

Übrigens: In dem sehr schönen Buch „Unser HSV“ von Axel Formeseyn ist auf Seite 233 das etwas andere Mannschaftsfoto der damaligen Sieger-Truppe abgebildet. Nämlich auf einer Telefonkarte. Axel F. hat angegeben, dass auf seiner Karte noch einige nicht abtelefonierte Groschen sein müssten – meine ist noch total „jungfräulich“. Und unverkäuflich, diese Europapokal-Rarität.

Um auf das Spiel von heute (21.05 Uhr) zurück zu kommen: Für den HSV ist diese Partie auch eine Chance, weiterhin an einer großen, an einer besseren Zukunft zu arbeiten. Nur wenn der Klub weiterhin international spielt und damit auch zusätzliche Einnahmen erschließen kann, gibt es die Hoffnung auf die Rückkehr in den ganz großen Fußball – eines Tages wieder (permanent) in der Champions League zu starten. Sollte der HSV aber in der nächsten Saison nicht einmal in der Europa League am Start sein, müssten sich Klub-Chef Bernd Hoffmann und seine Mitstreiter reichlich Gedanken machen, wie dann eine schlagkräftige HSV-Mannschaft zu finanzieren ist. Ich wehre mich innerlich dagegen, vom HSV als „Ausbildungsklub“ für die ganz Großen in Europa zu sprechen, aber dann dürfte dieses hässliche Wort durchaus wieder eine gewisse Rolle spielen – leider. Aber das muss ja nicht. Wenn sich die Herren heute anstrengen, dann geht der Traum weiter. Übrigens: Wenn ich es richtig gerechnet habe, dann absolviert Keeper Frank Rost heute sein 85. Europapokal-Spiel. Eine tolle Zahl, dazu würde doch auch keine Niederlage passen.

Und wo ich gerade bei Traum bin: Entsetzt war ich über die Nachricht, dass Stuttgarts Manager Horst Heldt, der einst auch beim HSV als Beiersdorfer-Nachfolger jongliert wurde, tatsächlich davon gesprochen hat, dass Torwart Jens Lehmann bei der WM in Südafrika wieder zwischen den Pfosten es deutschen Tores stehen sollte, könnte oder gerne würde. Was für ein Schwachsinn! Warum wird eigentlich nicht über ein Comeback von Oliver Kahn gesprochen? Das ist doch schon lange überfällig. Und Weltmeisterschaften kann Kahn doch eigentlich ganz gut – bis auf Brasilien . . .

Noch einmal Heldt: Ich sprach in diesen Tagen mit einem Mitarbeiter des Deutschen Fußball-Bundes. Die Herren in Frankfurt sind in diesen Tagen ja arg gestresst – auch und wegen der Amerell-Affäre. Aber darum ging es diesmal nicht. Er sagte mir, dass sich rund um die Otto-Fleck-Schneise und in der DFB-Zentrale hartnäckig das Gerücht halten solle, dass zur neuen Saison gleich drei hochrangige DFB-Mitarbeiter nach Hamburg wechseln werden, könnten, sollen: Neben Urs Siegenthaler auch noch Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff, einst ja schon als Stürmer in Hamburg tätig, zudem auch (2002) als HSV-Manager im Gespräch. Wie gesagt, jetzt ein hartnäckiges Gerücht, aber es hält sich beharrlich. Und wird auch, wie ich es nun erlebt habe, immer wieder neu aufgetischt. Wobei, das steht ja auch fest, Bernd Hoffmann bereits für den HSV (via Bild-Zeitung) erklärt hat, dass Löw überhaupt kein Thema für ihn und den HSV sei. Mal sehen . . .

Ganz zum Schluss noch ein kurzer Schwenk zum Heim- oder Rückkehrer „HSV-Oliver“. Er schrieb ja (gleich zweimal), dass ich mich bei ihm entschuldigt habe, aber davon ist mir nichts bekannt, ich wüsste auch gar nicht wofür. Ich kann aber doch noch etwas Aufhellendes in Sachen „Oliver“ beitragen, und zwar in der Sache mit Felix Magath. Ich tat es bereits an dieser Stelle, aber korrigierend muss ich festhalten: Eines Tages rief HSV-Präsident Jürgen Hunke bei mir an und fragte, ob ich nicht einen Mann wüsste, der die HSV-Amateure trainieren und zugleich als Co-Trainer von Benno Möhlmann bei den Profis arbeiten könne. Ich empfahl ihm Felix Magath (mit dem ich damals schon befreundet war), der zu jener Zeit Coach des FC Bremerhaven war, brachte die beiden Herren zusammen – ein Abend, ein Gespräch, ein Vertrag, so begann Magaths dritte Zeit beim HSV (nach Spieler und Manager). Er war der „Kalli Kamp“ von Hamburg, Hunke setzte damals auf das „Werder-Modell“: Magath trainierte abends die Amateure und war tagsüber der Assi von Möhlmann bei den Profis. So begann die Karriere eines großen Trainers, der inzwischen schon viele neue Kapitel der deutschen Fußball-Geschichte geschrieben hat. Und wer weiß? Vielleicht gibt es am Ende dieser Saison ja bereits ein neues Kapitel . . .

Aber zuerst heißt es ja nun, ganz, ganz wichtig:
Nur der HSV!

Und spezielle Europapokal-Grüße möchte ich an dieser Stelle schnell noch in die Pfalz und in die „Matz-ab“-Runde in der Raute senden.

12.40 Uhr

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