Tagesarchiv für den 20. März 2010

Dennis Aogo fällt aus

20. März 2010

Kräftesammeln im Volkspark. Das Abschlusstraining des HSV war doch eher ein besseres Auslaufen – natürlich, nichts anderes war zu erwarten. Die Tanks müssen wieder aufgefüllt werden, um am Sonntag gegen Schalke 04 bestehen zu können. Überall höre ich nur, dass der HSV keine Chance gegen Felix Magath hätte, aber ich, der eher pessimistisch durch die Welt läuft, bin diesmal gar nicht so negativ eingestellt. Ich behaupte hier und heute einmal ganz frech: Der HSV verliert gegen die Knappen nicht!

Einen großen Schrecken gab es für die zahlreichen Trainingskiebitze (es waren wohl 200!) bereits vor dem offiziellen Beginn der Einheit. Beim Spiel sechs gegen zwei rutschte ausgerechnet Dennis Aogo, der sich seit Tagen mit Adduktorenproblemen herumplagt, genau um 14.59 Uhr ganz böse aus. Der Abwehrspieler lag einige Sekunden lang am Boden und krümmte sich vor Schmerzen, die Kollegen standen geknickt daneben. Als sich Aogo dann langsam erhob, sammelte er sich erst einmal, lief einige Male auf und ab, danach dehnte er sich ausdauernd. Nach vier Minuten stieg er wieder ins Kreisspiel ein. Aufatmen!

Später mischte Dennis Aogo dann eigentlich gut mit, aber nach dem Trainingsende stellte sich heraus, dass er doch für Sonntag passen muss. Ganz bitter für ihn, bitter auch für den HSV.

Zurück zum Training: Erst drehten die Profis einige Runden, Tempo machten die Trainer Ricardo Moniz und Eddy Sözer, und auffällig war dabei, dass Marcell Jansen „lahmte“. Die Prellung auf dem Spann des linken Fußes sorgte ganz offenbar für Schmerzen. Aber Jansen hielt bis zum Ende tapfer durch – er sollte dabei sein können, er wird wohl durch Aogos Ausfall hinten links spielen müssen. Apropos spielen: Es wurde in dieser Einheit Handball gespielt, später eine Mischung aus Handball und Kopfball. Kurios: Frank Rost und Collin Benjamin, beide in einer Mannschaft (!), prallten bei dem Versuch, ein Tor zu erzielen, mit den Köpfen zusammen. Rost hielt sich einige Sekunden die Schläfe, Benjamin war ganz offensichtlich nichts passiert, er spielte weiter als wäre nichts passiert. Blut floss aber nicht.

Es war danach bald Schluss. Erfreulich für mich: Paolo Guerrero hielt bis zuletzt durch. Der Peruaner machte alles mit, aber um sofort die eventuell aufkeimende Euphorie zu dämpfen: Guerrero ist zwar dabei (nur im Training, noch nicht im Kader!), aber ihm fehlt noch viel Explosivität. Und zwar noch sehr viel. Er ist für mich im Moment erst bei 60 bis 70 Prozent. Aber, das sage ich auch, immerhin schon. Damit hätte ich nicht gerechnet. Sah auch mein treuer Trainingsbegleiter “Benno Hafas” so – vielen Dank Benno, wenn Du “Vollblut-Matz-abber” dabei bist, ist jedes Training ein Genuss für mich!

Nicht auf dem Trainingsplatz zu sehen waren übrigens Jerome Boateng und Ruud van Nistelrooy, die beide im Kraftraum arbeiteten. Um Boateng wird allerdings beim HSV noch bis kurz vor dem Anpfiff (um 15.30 Uhr) gebangt. Neu in den Kader für das Schalke-Spiel kam (für den am Fuß operierten Eljero Elia) Collin Benjamin.

Nach dem offiziellen Teil der Nachmittags-Einheit versammelte Ricardo Moniz noch Piotr Trochowski, Guy Demel, Paolo Guerrero, Robert Tesche, Marcus Berg und Tunay Torun um sich. Diese Spieler spielten eins gegen eins mit anschließendem Torschuss. Jeder Schuss wurde vom Duo Labbadia/Sözer ganz genau beobachtet. Mir gefiel, ich mag es gar nicht schreiben, wieder einmal Trochowski am besten, er erzielte auch die meisten Tore gegen Wolfgang Hesl. Aber ich gebe gleich auch zu: Training! Es war nur ein Training! Keine Panik, bitte nicht, ist wirklich nicht nötig!

Tunay Torun blieb in Sachen Abschluss diesmal blass, aber ich möchte ihn trotzdem schnell einmal erwähnen. Weil das nach dem Anderlecht-Spiel ein wenig untergegangen ist: Torun hat in Belgien ein sehr gutes Spiel gemacht. Er hat tatsächlich so gespielt, wie es Bruno Labbadia versprochen hatte: Nach vorne dynamisch, nach hinten aufmerksam und energisch. Offenbar ist der kleine Türke wieder in der richtigen Spur, es ist ihm auch im Training anzumerken, dass das Selbstvertrauen wieder da ist. Wenn er jetzt weiter so konzentriert spielt (und trainiert), nicht abhebt, nicht Dinge macht, die er noch nicht richtig beherrscht, dann ist er auf einem hervorragenden Weg. Dann hilft er sich – und auch dem HSV. Vielleicht auch schon am Sonntag gegen Schalke 04. Das wäre doch mal was, diese Schlagzeile: „Torun schießt Hamburg zu Sieg!“

18.06 Uhr

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