Tagesarchiv für den 3. März 2010

Gestern Boateng, heute Zé Roberto

3. März 2010

Steht die Sommerpause eigentlich schon unmittelbar vor der Tür? Nicht, dass die Temperaturen draußen darauf hindeuten oder der strahlende Sonnenschein hier in Hamburg (aktuell ein Genuss) diesen Anschein erwecken könnten. Aber wenn ich mir die großen HSV-Themen dieser Tage anschaue, könnte man fast den Eindruck gewinnen. Beim HSV geraten einige Personalien mit potenziellen Wechselkandidaten mehr und mehr in den Vordergrund, so wie es sonst meist nur im direkten Vorlauf einer Wechselperiode der Fall ist. Gestern habe ich ja schon sehr viele interessante Beiträge zum Fall Jerome Boateng gelesen. Heute Morgen rief mich ein Verantwortlicher aus der Bundesliga an (ich musste ihm versprechen, seinen Namen rauszulassen) und sagte wortwörtlich: „Erstaunlich, wie viele Träumer es im hohen Norden immer noch gibt…“ Ich fragte: Warum das? Er: „Weil ich in Deinem Blog gelesen habe, dass immer noch viele Fans und Experten an Boatengs Verbleib in Hamburg glauben. Der ist im Sommer so sicher weg wie nichts anderes.“ Ich habe das Gespräch an dieser Stelle lieber beendet – mit den Worten: Lassen wir uns doch überraschen.

Heute kommt ein neues Gerücht hinzu: Zé Roberto könnte schon im Sommer in die USA zu Red Bull New York gehen. Hä, dachte ich spontan, der hat doch noch einen Vertrag bis 2011. Aber nach und nach konnte ich die Mosaiksteinchen zusammensetzen. Der Berater des Brasilianers hat wohl angedeutet, dass ein Wechsel in die USA nach der WM Sinn machen könnte. Und Ihr wisst genau wie ich, wer Sportchef der Red-Bull-Fußballgruppe ist: Dietmar Beiersdorfer.

„Didi“ hat Zé Robertos Verpflichtung für den HSV einst eingetütet und weiß um die Vorzüge des goldenen Oldies, der beim HSV sofort eingeschlagen ist, als wäre er schon ein halbes Jahrzehnt in der Hansestadt. Wie ich Bernd Hoffmann und Katja Kraus kenne, werden die Vorstände aber nichts unversucht lassen, sofern es überhaupt ein Interesse Zé Robertos geben sollte, um dem Brasilianer dessen Führungsrolle beim HSV noch einmal mit Nachdruck aufzuzeigen. Und Zé gehört nicht zu der Kategorie Profis, denen die Entwicklung einer Mannschaft, die Umsetzung einer Strategie und der schrittweise Weg nach oben am Allerwertesten vorbei gehen. Schließlich wissen wir noch alle gut, dass seine Vertragsverlängerung bei den Bayern einst daran scheiterte, dass er gerne zwei Jahre geblieben wäre, aber nur einen Einjahresvertrag der Bayern angeboten bekam. Warum sollte er in Hamburg also nach nur einer Saison reißaus nehmen…?

Themenwechsel. Da ich nach der Niederlage in München zugegebenermaßen etwas pessimistisch wirkte, deprimiert ist die passendere Beschreibung, steigt mein Optimismus in Sachen Wochenende und der anstehenden Partie gegen Hertha von Stunde zu Stunde. Das Duell wird meines Erachtens zwar schwieriger als das bei den Bayern, weil die Favoritenrolle so klar verteilt ist, aber die Personallage dürfte sich doch erheblich entspannen. Zé Roberto und Mladen Petric fuhren heute zwar nur Fahrrad, aber bis Sonnabend sind die beiden Stammkräfte wieder voll dabei. Und Marcell Jansen, der seinen grippalen Infekt weitgehend auskuriert hat, konnte heute sogar schon wieder mit seinen Kollegen trainieren. Er hörte zur Schonung etwas früher auf, ist am Sonnabend aber dabei.

Frank Rost, den ich eigentlich als erstes hätte nennen müssen, absolvierte 20 Minuten lang eine Trainingseinheit, die es dermaßen in sich hatte, dass ich mir echt Sorgen gemacht habe, ob der Torwart überhaupt noch ein Schmerzempfinden hat. Es war eben eine echte Belastungsprobe a la Rost. Iron-Frank kann die Ellbogenprobleme und die Hüftschmerzen, die ihn derzeit noch leicht plagen, ertragen. Das heißt: Gegen Hertha wird er aller Voraussicht nach im Tor stehen.

Zum Abschluss noch ein Stand der Dinge bei Ruud van Nistelrooy. Die längste Muskelverhärtung der Welt ist offenbar abgeklungen. Der Niederländer absolvierte heute nach der Mannschaftseinheit auf eigenen Wunsch eine intensive Übungseinheit mit Bastian Reinhardt. Ergebnis: keine Schmerzen, keine Probleme. Morgen, spätestens übermorgen wird er eine volle Einheit mit den Teamkollegen absolvieren. Van Nistelrooy hofft (wie ich übrigens auch) auf einen Kurzeinsatz gegen die Berliner. Mein Gefühl sagt mir, dass das möglich wird. Und warum sollte „van the man“ dann nicht gleich sein Saisontor Nummer drei nachlegen?

13:55 Uhr