Monatsarchiv für Februar 2010

Was vorher passiert

28. Februar 2010

Um Mladen Petric muss noch bis kurz vor dem Anpfiff um 17.30 Uhr gezittert werden. Erst in der Allianz Arena wird es den Härtetest geben, der darüber befinden soll, ob der Torjäger trotz seines Bänderanrisses im Fuß eingesetzt werden kann. Bis um 15.30 Uhr hält sich die HSV-Mannschaft noch im Münchner Hotel Kempinski (am Flughafen) auf, dann geht es mit dem Bus zur Arena.

Wie sieht ein Auswärtsspiel des HSV überhaupt aus? Wie zum Beispiel jetzt der Ausflug zu den Bayern? Am Sonnabend flog die Mannschaft um 17 Uhr aus Fuhlsbüttel nach München, um 18.30 Uhr wurde das Hotel bezogen. Das Abendessen stand für 19 Uhr auf dem Programmplan, anschließend haben die Spieler Freizeit. Die meisten Profis nutzen diese, um sich pflegen und massieren zu lassen. Abends trafen einige Hamburger Spieler noch Freunde und Bekannte, die zum Klönen ins Hotel gekommen waren, andere hielten sich auf ihren Zimmern auf und sahen fern. Es gibt bei Auswärtsfahrten (oder Trainingslagern) sowohl Zwei-Mann-Zimmer als auch Einzelzimmer. „Matz-abber“ hatten zuletzt beim Treffen in der Raute gehört, dass Routinier Bastian Reinhardt in den letzten Jahren stets allein auf einem Zimmer logierte – ein Privileg, dass meistens den erfahrenen Profis und den Führungsspielern zugestanden wird..

Eine Bettruhe, wie es sie zu Zeiten von Sepp Herberger einst gab, ist nicht (mehr) angeordnet, diese Zeiten gehören längst der Vergangenheit an. Jedem Spieler ist heute es selbst überlassen, wann er ins Bett geht und wann er dann auch das Licht ausknipst. Natürlich aber verlässt niemand mehr das Hotel, und selbstverständlich sitzt auch niemand von den Profis noch um Mitternacht vor einem Spiel in der Hotelbar.

Auch ein gemeinschaftliches Wecken, wie es das früher einmal gab, gibt es am Spieltag nicht. Dafür ist jeder Spieler selbst verantwortlich. Der erste Pflichttermin am Sonnatg war um 9.15 Uhr das Frühstück, da heißt es denn auch, absolut pünktlich zu erscheinen. Im Anschluss daran gibt es die Besprechung, die den Fokus aller Spieler auf das bevorstehende Match richten soll. Darin wird den Spielern von den Trainern (auch anhand von Videos) die Spielweise des Gegners näher gebracht, werden Stärken und Schwächen besprochen, und es werden zum Beispiel auch Standards gezeigt und beleuchtet. Ein so genanntes „Anschwitzen“ der Mannschaft, ein kurzes Aufwärmen und Ausschütteln auf einem Trainingsplatz oder auch im Stadion, gab es in München nicht, gibt es allgemein bei einem Bundesliga-Spiel (jedenfalls in den meisten Fällen) nicht. Das steht nur bei Spielen im Europapokal auf dem Programmplan.

Nach der ersten Besprechung, die in der Regel 15 bis 20 Minuten dauert, gab es in München einen kurzen Spaziergang. Neben dem Kempinski gibt es einen kleinen Park am Flughafen, durch den schlenderten die Hamburger Spieler, ihre Trainer und Betreuer (alle, das ist ein Pflichttermin), während zur selben Zeit aus dem Hotel der DSF-Doppelpass gesendet wurde.

Für 14 Uhr hatte Trainer Bruno Labbadia heute das Mittagessen anberaumt, danach gibt es noch einmal eine ganz kurze, etwa fünfminütige Besprechung, in der der Coach auch die Mannschaftsaufstellung bekannt geben wird. Was diesmal mit dem Fragezeichen Petric geschieht, denn noch weiß niemand, ob der Stürmer auch tatsächlich dabei ist.

Um 15.30 Uhr erfolgt dann die Abfahrt zur Allianz Arena, um 17.30 Uhr erfolgt der Anstoß der Partie gegen die Bayern – und so gegen 19.20 Uhr steht dann (wohl) der fünfte Auswärtssieg des HSV fest.

14.18 Uhr

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