Tagesarchiv für den 18. Februar 2010

Es darf weiter geträumt werden

18. Februar 2010

Die Ausgangsposition ist nicht schlecht, obwohl sie durchaus hätte besser sein können. Der HSV bezwang im Hinspiel des Sechzehntelfinals den in der Europa League noch unbesiegten PSV Eindhoven mit 1:0 und darf weiter von der nächsten Runde – und damit auch vom Endspiel am 12. Mai in Hamburg träumen. Der niederländische Spitzenreiter entpuppte sich vor nur 35 672 Zuschauern als die erwartet harte Nuss, es wird im Rückspiel sicher heiß und hoch hergehen. Eines aber hat der HSV geschafft, es gab kein Gegentor, und diese Tatsache könnte noch einmal an Wichtigkeit gewinnen. Sollte im Rückspiel ein Auswärtstor gelingen, so müsste der PSV schon dreimal treffen.

Was war das für ein rasanter Auftakt! Hin und her ging es, Torchancen auf beiden Seiten, die Bälle flogen nur so durch die Strafräume. Denkste! Abtasten war Trumpf. Die Niederländer hielten den Ball, der HSV wollte die Null halten. Und dann gibt es solche Spiele. Irgendwie hatte ich die Angst, dass der HSV voll auf die Karte „zweite Chance“ setzen würde, das heißt: Hier 0:0, und dann in Eindhoven versuchen, mit einem Auswärtstor in die nächste Runde zu kommen. Immerhin: Der HSV kam nach zehn Minuten endlich einmal auf die Idee, etwas Richtung PSV-Tor zu tun. Zweimal lief der Ball mustergültig über links, einmal flankte Dennis Aogo, dann auch Marcell Jansen. Torchancen aber blieben Mangelware.

In der 16. Minute gab es dann so etwas wie Aufregung vor dem PSV-Tor: Aogo gab den ersten Eckstoß zur Mitte, aber Gefahr kam dadurch nicht auf. Die erste Tormöglichkeit des Spiels hatten dann sogar die Niederländer: Kopfball des ehemaligen Schalkers Engelaar, der Ball flog Richtung Winkel, doch Frank Rost schraubte sich in die Luft, wurde lang und länger und lenkte die Kugel gerade noch um den Pfosten zur Ecke (21.) – eine riesige Parade.

Dann aber doch die 1:0-Führung des HSV. Irgendwie aus heiterem Himmel, aber das war egal. Mladen Petric drang in den PSV-Strafraum ein, lief auf Höhe Fünfmeterraum Richtung Torauslinie und wurde von Manolev zu Fall gebracht – Schiedsrichter Claudio Circhetta (Schweiz) zögerte keine Sekunde, Strafstoß. Petric wollte als Gefoulter nicht schießen, Trochowski saß draußen. Wer schießt? Jansen schnappte sich den Ball. Er schoss zum ersten Mal in einem HSV-Spiel (außer Elferschießen) einen Strafstoß, machte das aber ganz cool – 1:0 (26.). Fünf Minuten später forderten die Niederländer dann einen Elfmeter, als Joris Mathijsen Lazovic gefoult haben sollte. Trainer Fred Rutten haderte mit dem Unparteiischen, aber ich hätte den Elfmeter auch nicht gegeben, für mich hatte Lazovic „eingefädelt“.

Der zweite Schuss des HSV in der 33. Minute, als Petric aus 22 Metern abzog, der Ball aber mühelos gehalten wurde. Es blieb bis zum Halbzeitpfiff die einzige torgefährliche Szene. Obwohl sich Robert Tesche einmal eine Nachlässigkeit am HSV-Strafraum erlaubte und den Ball verlor, doch Engelaar schoss anschließend weit über das HSV-Tor hinweg (35.).

Zur Pause, das sei am Rande erwähnt, war Hermann Rieger dann Star-Gast und Interviewpartner von Tagesschausprecher Marc Bator. Der Kultmasseur wird übrigens auch am Freitag beim großen „Matz-ab-Treffen“ einer der Gäste sein. Was „Hermann the german“ lobte? Frank Rost: „Der hat, wie schon in Stuttgart, hervorragend gehalten, auf ihn ist Verlass.“ Kann ich nur bestätigen. Und „Hermann“ hat eben immer noch viel Ahnung von diesem Spiel.

Wer neben Rost überzeugte? Für mich bot Tomas Rincon eine starke Partie, der Südamerikaner eroberte eine Menge Bälle, er lief jeden Zentimeter Rasen ab und trat dabei unglaublich vielen Niederländern auf die Füße. Ein Fleißkärtchen für Rincon. Und auch für den Kapitän. David Jarolim ackerte wieder enorm, holte sich viele Bälle, hielt die Kugel mitunter auch klug und gekonnt – und er schoss sogar einmal aus 25 Metern „beherzt“ auf das PSV-Tor. Es entzieht sich nun aber meiner Kenntnis, ob der Ball die Torauslinie erreichte . . . Egal, Jarolim war trotz allem für mich der auffälligste Hamburger.

Der zweite Durchgang war dann aber wesentlich lebhafter. Eindhoven versuchte auf das 1:1 zu spielen, und der HSV spielte ebenfalls mutiger nach vorne. Petric schoss aus 14 Metern, aber Torwart Isaksson hielt super – nur Eckstoß. Dieser brachte Gefahr, David Rozehnal schoss aus zehn Metern mit links, aber wieder war Isaksson super am Boden – Chance vereitelt. Jetzt war es ein gutes Spiel, und die Fans im Norden sangen voller Begeisterung: „Europapokal, Europapokal, Europapokal. . .“ Es ging hin und her, diesmal aber tatsächlich.

In der 60. Minute erhielt Dennis Aogo als zweiter Hamburger eine Gelbe Karte (nach Mladen Petric), weil er Lazovic umgesenst hatte. Gelb war fast schon rötlich angehaucht. Und es sah nach Revanche aus, denn Aogo war zuvor zweimal von Lazovic gefoult worden. Bruno Labbadia erkannte die Gefahr, nahm Aogo vom Platz und brachte Ze Roberto, zog dafür den erneut offensiv sehr guten Marcell Jansen zurück. Ze Roberto wurde zwar mit Beifall begrüßt, aber im Gegensatz zu Petric, der sich im vergangenen Jahr nach langer Verletzungspause wieder mit einem Heimsspiel (6. Dezember gegen Hoffenheim) zurückmeldete, blieb diesmal ein richtig schöner Jubelsturm aus.

Den gab es in der 63. Minute. Da zog Ruud van Nistelrooy seine Trainingsklamotten aus. Was für eine Euphorie! Die sich in einen Orkan steigerte, als der Niederländer in der 64. Minute (für den diesmal blassen Marcus Berg) kam. Und nur Sekunden danach hatte van Nistelrooy schon seine erste Gelegenheit, doch er traf den Ball nicht richtig, Isaksson hatte keine Mühe, den Ball zu halten.

Dann kam Eindhoven. Mit Macht. Der HSV entblößte die Abwehr, ließ mehr und mehr die Konter der Niederländer zu – und bettelte einmal mehr um den Ausgleich. Es war nur Glück, dass es nicht zum Ausgleich kam. In der 74. Minute hätte es 1:1 stehen müssen, doch der Ball strich hauchdünn am langen Pfosten des HSV-Tores vorbei. Anschließend faltete Joris Mathijsen seinen Nebenmann David Rozehnal zusammen. Völlig berechtigt, denn der tschechische Innenverteidiger tobte nicht nur in dieser Szene ganz weit vorne um. Warum?

Ein (von Euch vielleicht erwartetes?) Wort zum Schiedsrichter: Der Schweizer war ganz sicher kein Mann für die Heimmannschaft, einen solchen Unparteiischen kann sich der HSV für das Rückspiel nur wünschen. Vier Gelbe Karten für den HSV: Petric, Aogo, Jansen und Jarolim, nur zweimal Gelb für Eindhoven (Pieters, Afellay), obwohl sich auch beim PSV durchaus einige Kandidaten mehr „angeboten“ hätten.

Zum Schluss noch ein Fingerzeig von Labbadia in Richtung Frankfurt-Spiel: In der 81. Minute kam Jerome Boateng für den erneut nicht fehlerfreien Guy Demel, der wieder sehr viele Flanken auf seiner Seite zuließ. Der diesmal für Piotr Trochowski spielende Robert Tesche enttäuschte nicht. Der ehemalige Bielefelder war zwar keine dominante Figur beim HSV, aber er spulte sein Pensum solide herunter.

23.12 Uhr

Vorher

18. Februar 2010

Schnell noch ein ganz kurzer Blick auf das Spiel um 21.05 Uhr. Bislang standen sich der HSV und der PSV Eindhoven international erst einmal gegenüber. Das war in der Saison 1980/81, in der zweiten Runde des Uefa-Pokals hieß es 1:1 in den Niederlanden, in Hamburg siegte der HSV 2:1. Mit folgender Mannschaft: Koitka, Kaltz, Hidien, Buljan, Jakobs, Groh, Hartwig, Memering, Magath, Reimann (71. Milewski), Hrubesch. Der HSV traf in den internationalen Wettbewerben insgesamt in elf Spielen auf niederländische Klubs, dabei gab es fünf Siege, ein Unentschieden und fünf Niederlagen.

Eine gute Nachricht gab es beim HSV bereits am Vormittag: Dennis Aogo bestand den Härtetest, der Außenverteidiger ist gegen Eindhoven mit von der Partie. Apropos mit von der Partie: Die Arena wird nicht ausverkauft sein, was mich total irritiert, denn der PSV ist doch eigentlich eine gute Nummer, die Niederländer müssten doch viele Zuschauer in den Volkspark locken, aber . . . Wer jetzt noch will, kann auf jeden Fall davon ausgehen, dass er noch eine Karte in einem der Kassenhäuschen ergattern könnte. Wenn 40 000 Zuschauer dabei wäre, würde sich der HSV wahrscheinlich schon sehr glücklich schätzen. Wobei es doch nur eines von zwei Heimspielen ist, das der HSV in diesem Februar daheim austragen wird. Der Knackpunkt aber wird auch sein, dass das Spiel direkt übertragen wird (SAT. 1), und dass es bereits zwei Tage danach die Partie gegen Eintracht Frankfurt auf dem Plan steht.

Und zwischendurch das große Matz-ab-Treffen in der Raute. Dazu möchte ich noch einige Anmerkungen machen: Ich wurde beim Training verschiedentlich gefragt, ob es nicht ratsamer wäre, das eigene Auto daheim zu lassen? Meine Antwort: Wer aus Hamburg kommt, sollte es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wagen. Sonst könnte es bei einem Bier zuviel doch Komplikationen bei der Abreise geben. Mein Vorschlag: Mit der S-Bahn in den Volkspark (Stellingen, Eidelstedt), und beim Abmarsch dann ein „Sammel-Taxi“ nehmen: Vier Mann, ein Wagen, ab zur S-Bahn, dort wird der kleine Fahrpreis dann geviertelt. Und der Führerschein ist gerettet. Gut ist in diesem Falle, dass Bahnen und Busse die Nacht durch fahren.

Und, auch noch wichtig: Beginn ist um 19 Uhr. Wir wollen das auch pünktlich durchführen, denn es sollen Fotos geschossen werden, die am Sonnabend dann im Abendblatt erscheinen. Und da wir freitags Frühandruck haben, können wir uns keinerlei Verzögerungen erlauben. Deswegen: Pünktliches Kommen sichert – wie immer – auch beim “Matz-ab-Treffen” die besten Plätze.

Und: Es wurde ja schon vorgeschlagen, dass das Krippenspiel zur Aufführung kommt. Davon würde ich mal absehen, denn Weihnachten ist ja schon einige Tage vorbei, das wäre doch ein kleiner Stil-Bruch. Je nach Andrang würde ich schon eher die „Reise nach Jerusalem“ vorschlagen . . .

Im Ernst: Was den ganzen Abend ja besonders interessant macht ist die Tatsache, dass niemand weiß, wer kommen wird. Ich könnte nun damit locken, dass doch der eine oder andere Prominente dort einlaufen wird, aber das verkneife ich mir bewusst, denn wenn ich zum Beispiel schreiben würde, dass Elvis Presley dort einläuft, dann kämen die Menschen vor allem, um Elvis zu erleben, nicht aber um die anderen „Matz-abber“ kennen zu lernen.

So, in groben Zügen war es das vor dem Anpfiff. Eine kleine Klärung noch in Sachen Abendblatt: Sky-Moderator Patrick Wasserziehr war nie, wie hier schon geäußert wurde, HA-Kommentator, er hat auch nie für die Zeitung geschrieben, da muss es sich um ein Missverständnis handeln. Wasserziehr war einst ein guter Fußballer, hat für den VfL 93 sogar in der Liga gespielt (ich glaube sogar in der Regionalliga), ob er aber die Raute auch nur ansatzweise in seinem (zugereisten) Hamburger Herzen trägt, wage ich doch ein wenig zu bezweifeln.

In eigener Sache möchte ich noch anmerken: Die Mails in Sachen Gewinnspiel laufen nicht bei mir (oder in meinem Postfach) ein, sondern in der Internet-Abteilung des HA. Dort werden dann auch immer die Gewinner ermittelt, ich habe eigentlich mit der Ermittlung der Gewinner-Namen nichts zu tun (außer dass ich sie anrufe). Immer wieder aber kommt es vor, dass User mich über die Gewinnleitung anschreiben, nur lese ich, wie gesagt, dort so gut wie nie. Wer also mit mir Kontakt aufnehmen möchte, der sollte es nur unter „Matz ab“ tun.
Wobei ich mir diesmal erlaubt habe, in das Gewinnspiel schon einmal vorab zu blicken – da unser Internet-Chef zurzeit im Urlaub weilt. Und ich war erstaunt und beglückt zugleich, was ich dort sah, denn: Es ist für mich wirklich unfassbar, was dort los ist. Ich hätte es jedenfalls nicht für möglich gehalten, aus welchen Winkeln die User sich an „Matz ab“ beteiligen. Die weiteste Mail kam diesmal aus Birmingham, von einem Universitätslehrer namens Dr. M. Vielen Dank dafür.

Zudem möchte ich schnell einmal die Orte nennen, die dort in der Liste erschienen, um Euch einmal einen kleinen Überblick zu geben, was dort so abläuft: Neunkirchen-Seelscheid, Ibbenbüren, Bad Schwartau, Uhlingen, Recklinghausen, Regensburg, Damp, Niederhausen, Gohnersdorf, Bergfeld, Münster, Löningen, Meppen, Filderstadt, Bad Vilbel, Gummersbach, Wolfsburg, Speicher, Tornesch, Itzehoe, Kaltenkirchen, Mittenaar, Husby, Fischbach, Berlin, Lüneburg, Freigericht-Bernbach, Westoverledigen, Grünendeich, Lingen, Wiesbaden, Oberursel, Delmenhorst, Kriftel, Göttingen, Lübeck, Seelze, Waiblingen, Hohenlockstedt, Hard, Bornheim (Rheinland), Lahntal, Werdohl, Norderstapel, Henstedt-Ulzburg, Stuttgart, Berhardswald/Kürn, Langwedel, Glinde, Nürnbrecht, Travemünde, Wenzenbach/Probstberg, Buchholz, Elmshorn, Schleswig, Obertraubling und viele, viele User aus Hamburg. Allen möchte ich für die Teilnahme ganz herzlich danken, ich hoffe, dass jeder einmal gewinnt – was ich ab er, wie gesagt, nicht beeinflussen kann (und auch will). Und die Gewinner für das Frankfurt-Spiel werden erst am Freitag ermittelt – Ihr müsst Euch also noch ein wenig gedulden.

Aber das dürfte nicht schwer fallen, denn zuvor habt Ihr ja noch eine lange Fuballnacht zu überstehen – hoffentlich mit einem glücklichen Ende für Hamburg.

Nur der HSV!

19.05 Uhr (ab in die Arena)