Tagesarchiv für den 16. Februar 2010

Vor drei tollen Tagen

16. Februar 2010

Ein Spiel hat der PSV Eindhoven in dieser Saison erst verloren. Ansonsten in Meisterschaft, Europa League und in Freundschaftsspielen unbesiegt. Die einzige Partie, die verloren ging, war kürzlich ein 0:3 im Pokal gegen Feyenoord Rotterdam. In diesem Spiel rutschte ein PSV-Abwehrspieler unglücklich aus – 0:1. Da saß ein Schuss aus 30 Metern – 0:2. Und in der Schlussminute gab es noch das 0:3. In einem Spiel, in dem Eindhoven ganz sicher nicht die schlechtere Mannschaft war. Und nun kommt die Mannschaft nach Hamburg. Wenn der HSV am 12. Mai in Hamburg das Finale der Europa League bestreiten will, dann sollte er möglichst mit einem Heimsieg im Rücken zum Rückspiel in einer Woche antreten, ansonsten könnte es eng werden. Vor einigen Tagen sprach ich mit Martin Jol über die Chancen in diesem Duell, der ehemalige HSV-Coach mochte sich aber nicht festlegen: „Beide Teams sind heimstark, da entscheidet für mich die Tagesform, ich sehe die Chancen bei 50:50.“

Pech für den HSV: Eljero Elia brach am Dienstag nach 45 Minuten das Training ab, der Fuß schmerzt immer noch zu sehr, ein Einsatz des Niederländers gegen seine Landsleute ist (so schlecht) wie ausgeschlossen. Gebangt wird dazu noch um Dennis Aogo, der wegen seiner Rückenschmerzen auch immer noch Probleme mit dem Oberschenkel hat. Der Abwehrspieler trainierte nun zwei Tage lang im Kraftraum, er hat aber vor, am Mittwoch wieder mit der Mannschaft auf den Rasen zu gehen. Aogo: „Und danach werde ich entscheiden, ob ich gegen Eindhoven spielen kann.“

Apropos Aogo: Am Montag war der Nationalspieler in spe zu Gast bei der großen und gelungenen Hamburger Sportgala. Dort wurde Dennis Aogo von Moderator Uli Pingel (HH 1) interviewt, und wie immer machte der 23-jährige HSV-Profi seine Sache ausgezeichnet, stand routiniert Rede und Antwort. Gerade so, als müsste er jeden Tag zig Interviews geben. Lob dafür aber lehnt der Abwehrspieler ab: „Ich bin, auch wenn es nicht so aussieht, schon nervös, mein Herz bubbert dabei ganz schön.“ Wenn das wirklich so ist, dann kann er es geschickt verbergen. Übrigens: Neben Aogo saß Jerome Boateng als zweiter HSV-Profi, ansonsten war kein weiterer Spieler zugegen. Immerhin: Boateng war einer von drei Männern, die bei der Wahl zu Hamburgs Sportler des Jahres vorgeschlagen worden waren – ein Beweis dafür, wie sehr der Abwehrspieler sportlich schon auf dem Vormarsch ist.

Zurück zum Eindhoven-Spiel: Nicht mit von der Partie (auf der Bank) wird ganz sicher Tolgay Arslan sein. Der 19-jährige Angreifer blieb mit dem rechten Fuß im Rasen hängen, als er versuchte, Torwart Wolfgang Hesl zu umspielen. Sekundenlang blieb Arslan vor Schmerzen am Boden liegen. Die ersten Helfer, die am Unglücksort eintrafen, waren – wirklich bemerkenswert – Ruud van Nistelrooy und Joris Mathijsen! Sie kümmerten sich rührig um das Talent, das wenig später von Physiotherapeut Uwe Eplinius per Golf-Car in Richtung Kabine gefahren wurde; später humpelte Arslan an Krücken zu seinem Auto. Er vermutet: „Das ist wohl ein Bänderriss.“

Beim Trainingsspiel, um das auch noch einmal kurz anzureißen, traten Marcus Berg und Piotr Trochowski als Torschützen in Erscheinung (sie trafen gegen Frank Rost), und für mich war „Troche“ auch wieder einer der auffälligsten Spieler auf dem Rasen. Der neben mir stehende „Benno Hafas“ kommentierte es wie folgt: „Typisch, immer im Training ist Trochowski stark.“ Dann rätselten wir gemeinsam: „Ist er deshalb so gut, weil er alle seine Gegenspieler bestens kennt und weiß, wie sie reagieren – beziehungsweise nicht reagieren? Oder ist er einfach so gut, dass ihn die Kollegen nicht immer stoppen können?“

Wir fanden keine Antwort. Erfreulich ist auf jeden Fall, dass Ze Roberto auch den zweiten Tag im Mannschaftstraining bestens überstanden hat. Der Brasilianer ist auf einem guten Weg, spielte aber, weil Trainer Labbadia so entschied, im Spielchen gegen die Stammelf bei den Reservisten. Wie übrigens auch Jerome Boateng. Die Viererkette der A-Mannschaft bestand aus Guy Demel, David Rozehnal, Joris Mathijsen und Marcell Jansen. Im Mittelfeld spielten neben David Jarolim Robert Tesche und Trochowski. Tomas Rincon versuchte sich bei den Reservisten, was aber (wohl) nichts zu bedeuten hat. Oder doch? Vielleicht eine kleine schöpferische Pause für den Südamerikaner vor dem Frankfurt-Spiel? Für mich geht es zum Eindhoven-Spiel aber lediglich um die Frage: mit Tesche oder Trochowski? Das wird auch auf eine Art Rotation hinauslaufen.

Im Sturm dürfte sich Bruno Labbadia erneut für das Duo Mladen Petric/Marcus Berg entscheiden, so dass Ruud van Nistelrooy zunächst wieder auf der Bank Platz nehmen wird.

Wie dem auch sei: Am Donnerstag beginnen für uns auf jeden Fall die „drei tollen Tage“, denn Freitag findet bekanntlich das erste große „Matz-ab-Treffen“ in der Raute statt, am Sonnabend geht es im Volkspark gegen Eintracht Frankfurt. Beginn des Treffens der „Matz-abber“ ist um 19 Uhr, der Eintritt ist natürlich frei, jeder „Matz-abber“ der es möchte, der darf auch dabei sein, ist herzlich willkommen – ohne Voranmeldung. Es wird, so wie es jetzt aussieht, auch den einen oder anderen Überraschungsgast geben, in diesem Zusammenhang sei extra noch der Beitrag von „Kurpfälzer“ erwähnt (gegen 15.40 Uhr), der das Treffen bereits vorab einmal „erlebt“ und damit auch vor empfunden hat. Kompliment, herrlich – ich habe wirklich herzhaft gelacht!

Zum Abend selbst: Die erste Runde Bier kommt vom Abendblatt. Wer etwas essen möchte, der hat bei diesem Treffen die Wahl zwischen drei Gerichten: Burger, Schnitzel, Currywurst. Andere Speisen wird es an diesem Abend aus organisatorischen Gründen nicht geben. Wer zudem Lust hat, das HSV-Museum zu besuchen, der kann das für einen symbolischen Betrag von einem Euro herzlich gerne tun – Museums-Chef Dirk Mansen freut sich auf Euren Besuch. In der Raute, das sei nebenbei erwähnt, herrscht natürlich Rauchverbot, wer trotz allem qualmen möchte, der muss an die frische Luft gehen – vor der Tribüne. Die Tür Richtung Innenraum bleibt an diesem Tag verschlossen.

Nicht unwichtig: Das Ende dieses Abends ist für gegen Mitternacht geplant. Und: Gute, oder sehr gute, oder noch besser, nämlich beste Laune ist unbedingt mitzubringen.

Ganz zum Schluss noch eine Antwort auf die Frage, ob der HSV in der Winterpause tatsächlich Marcus Berg abtreten wollte? Meine Recherchen haben ergeben, dass der HSV es nicht wollte (weder verkaufen noch ausleihen), aber der PSV Eindhoven hatte sehr wohl seine Fühler nach dem Schweden ausgestreckt. Vergeblich, wie Ihr seht, denn Berg spielt und stürmt immer noch für den HSV, und er wird immer besser.

So, abschließend sei gesagt, dass in diesen Minuten der Aufsichtsrat tagt. Es geht um die Verpflichtung von DFB-Chef-Scout Urs Siegenthaler. Es wird davon ausgegangen, dass der Schweizer ohne Gegenstimme „durchgewunken“ und als neuer Sportchef verpflichtet wird. Wenn es wider Erwarten aber anders läuft, so werde ich diesen Bericht nach Beendigung der Sitzung noch ein wenig ergänzen.

19.10 Uhr