Tagesarchiv für den 10. Februar 2010

Eilmeldung: Siegenthaler wird es!

10. Februar 2010

Das Geheimnis ist gelüftet. Der HSV hat, wo wie es im Moment aussieht, endlich einen neuen Sportchef gefunden. Nachfolger von Dietmar Beiersdorfer wird der 62.jährige Fußballlehrer Urs Siegenthaler. Der Schweizer arbeitet im Moment noch als Chef-Scout der Nationalmannschaft beim Deutschen Fußball-Bund, aber seit Wochen wurden hinter den Kulissen bereits die Weichen für diesen spektakulären Wechsel gestellt.

Siegenthaler ist seit dem 13. Mai 2005 für den DFB in der ganzen Welt unterwegs. Er beobachtet die kommenden Gegner, analysiert die Mannschaften, auf die Deutschland trifft, so genau wie es kaum ein anderer kann. Der ehemalige Profi des FC Basel und der Young Boys aus Bern genießt in der Szene nicht nur einen hervorragenden Ruf, er gilt als der Beste. 1978 erwarb Siegenthaler sein Trainer-Diplom an der Sporthochschule in Köln, der frühere Abwehrspieler war bereits Co-Trainer der Nationalmannschaft der Schweiz.

Bernd Hoffmann dürfte mit Siegenthaler seinen Wunschkandidaten bekommen, denn beide Herren, so meine Einschätzung, passen hervorragend zusammen. Der Schweizer ist der Fußball-Experte, der nicht unbedingt die erste Geige spielen will und muss. Er lässt Leistung für sich sprechen. Und die überzeugte bislang ganz Fußball-Deutschland.

Da Siegenthaler nicht in den HSV-Vorstand möchte, wird wohl HSV-Vorstandsmitglied Katja Kraus die “Chefin” des neuen Sportchefs, dessen Macht dadurch natürlich in keiner Weise eingeschränkt ist.

Der HSV hat mit Siegenthaler, davon bin ich überzeugt, den besten Mann bekommen, der auf dem Markt ist. Der Schweizer kennt den Welt-Fußball in- und auswendig, er weiß jeden Spieler exakt einzuschätzen, er kennt sie vor allen Dingen haargenau. Der HSV wird von diesen fundierten Kenntnissen profitieren, auch Trainer Bruno Labbadia wird sich auf einen solchen anerkannten Experten freuen dürfen.

22.02 Uhr

Petric und Boateng wieder fit

10. Februar 2010

Für Marcus Berg war das Training am Mittwoch bereits wieder beendet, bevor es um 14.30 Uhr offiziell begonnen hatte. Als die Kollegen noch „im Kreis“ spielten, standen Trainer Bruno Labbadia und Berg im (gedachten) Mittelkreis des mit einem neuen Rasen ausgelegten Trainingsplatzes und unterhielten sich angeregt. Der Schwede bewegte dabei oftmals seine Beine, genau so, als wolle er in die Hocke gehe. Er deutete es aber nur an, und er konnte diese Bewegung auch nicht zu Ende führen. Irgendetwas behinderte ihn. Berg drehte gemeinsam mit Technik-Trainer Ricardo Moniz noch eine Runde um den Platz, dann brach er humpelnd ab und ging in die Kabine. Es soll sich bei der Verletzung um eine Reizung des Knies handeln, damit hatte er offenbar schon während des Trainingslagers in Belek (Türkei) zu kämpfen.

Bleibt abzuwarten, wie sich die Verletzung entwickelt. Nach meinen Beobachtungen hatte Berg schon Schmerzen beim Gehen, und so wie er sich Richtung Arena bewegte, sah das alles andere als gut aus. Mich beschlich sofort das Gefühl: „Das wird nichts mehr bis zum Sonnabend in Stuttgart.“ Aber abwarten, noch sind einige Tage Zeit. Bei einem eventuellen Ausfall des Stürmers denke ich zweierlei. Erstens könnte Eljero Elia die Position Bergs im Angriff einnehmen, für den Niederländer könnte dann Piotr Trochowski in die Startelf rücken. Zweitens würde Labbadia einen Ausfall Bergs sicherlich sehr bedauern, bescheinigte der Trainer dem Schweden doch eine zuletzt aufsteigende und gute Form und eine gute körperliche Konstitution.

Um es gleich einmal vorweg zu nehmen: Ruud van Nistelrooy wird in keinem Fall der Ersatz für Berg sein, dazu fehlt dem Niederländer noch zuviel an 100 Prozent. „Van the man“ wird auf der Bank sitzen und eventuell in der Schlussphase eingewechselt (so stelle ich mir das vor), um den Auswärtssieg (mit dem einen oder anderen Tor) zu sichern . . . Nehmt mich aber bitte nicht beim Wort.

An diesem Mittwoch gab es aber auch zwei gute Meldungen für den HSV. Mladen Petric trainierte wieder mit, der Kapselanriss im Knie hat ihn dabei auch nicht sonderlich behindert – es war von einem Handicap nichts zu erkennen. Ebenso lief es bei Jerome Boateng, der nach einem Trainingsunfall (Freitag mit Marcell Jansen) bekanntlich in Köln nicht dabei sein konnte, nun aber erstmals wieder mit der Mannschaft trainierte. Der Nationalspieler hielt die Einheit durch, es sah alles sehr gut aus – er dürfte am Sonnabend mit von der Partie sein. So er denn in den Plänen des Trainers eine Rolle spielt.

Schlechter ist es derzeit um einen anderen HSV-Abwehrspieler bestellt: Bastian Reinhardt. Der „Praktikant“ wurde am Dienstag in Basel von Professor Bernhard Segesser operiert, bei dem Eingriff wurde dem guten „Basti“ eine Zyste im rechten Oberschenkel entfernt, die soll der Grund für gewisse Behinderungen beim Laufen gewesen sein. Reinhardt lässt auch nichts aus – leider. Gute Besserung auf diesem Wege, „Basti“. Am Montag wird er zurück nach Hamburg kehren, wann er wieder ins Training einsteigen kann, ist noch nicht absehbar.

Ein anderer Name, der zuletzt mit dem HSV in Verbindung gebracht wurde, der taucht nun in Niedersachsen wieder auf. Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Jens Todt (40), der im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Sportchef Dietmar Beiersdorfer den HSV verließ, ist neuer Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrums bei Meister VfL Wolfsburg.

Womit wir beim Thema Sportchef angekommen sind. Katja Kraus wird es nicht. Und zwar definitiv nicht. Ihr könnt Wetten darauf abschließen. Gut möglich zwar, dass sie aus strukturellen HSV-Gründen „Vorgesetzte“ des künftigen Beiersdorfer-Nachfolgers wird, aber sie wird die Stelle ganz sicher nicht ausfüllen. Ihr könnt mich beim Wort nehmen. Ob die ehemalige Nationaltorhüterin den Job nicht auch machen könnte, das vermag ich nicht zu beantworten (die Frage wurde hier gestellt), aber zutrauen würde ich es ihr durchaus. Die Frau hat Ahnung vom Fußball. Wahrscheinlich sogar mehr als so mancher männlicher Experte. Aber sie hat ja auch einen Job beim HSV, und warum sollte sie den aufgeben? Nein, Sportchef wird eine andere Person. Allerdings heißt diese Person nicht Matthias Sammer. Auch darauf könnt Ihr Wetten annehmen. Sammer wird, so denke ich still für mich, der nächste Bundestrainer, und zwar im Sommer 2010.

Dass der HSV aber durchaus einen Sportchef benötigt, das habt Ihr an dieser Stelle schon selbst mehrfach geschrieben. Natürlich gab es auch etliche Meinungen, die genau vom Gegenteil überzeugt waren (oder sind), aber es würde „mit“ schon mehr Sinn machen. Wie wurde hier heute fragt? Wer plant denn die neue Saison? Kein so unwichtiger Aspekt. Denn rechtzeitig in die Hufe kommen bedeutet auch, dass man im Sommer nicht „von der Stange“ kaufen muss, sondern schon gezielt Verstärkungen an der Hand hat. Zudem muss auch langfristig gedacht und geplant werden, denn wenn Verträge, die im Sommer 2011 auslaufen, nicht verlängert werden können, dann sollte der HSV davon nicht allzu sehr überrascht sein, sondern gleich (oder ziemlich schnell) einen adäquaten Ersatz aus der Schublade ziehen können.

Ein kurzes Wort noch zur „Wechsel-Phobie“. Bruno Labbadia wurde am Dienstag von der Kollegin von HH 1 danach gefragt. Sie sagte sinngemäß: „Es war zu lesen, dass Ihre Wechsel zu spät erfolgen, was sagen Sie dazu?“ Labbadia antwortete: „Ich habe nichts gelesen . . .“ Thema beendet. Und Ihr (und wir) werdet abwarten, wie sich die Sache entwickelt.

Und um schnell noch ganz kurz eine weitere Frage zu beantworten: Ze Roberto hat auch an diesem Mittwoch nicht mit der Mannschaft trainieren können. Das große Rätselraten geht weiter. „Das dauert auch noch“, sagte Co-Trainer Eddy Sözer. Was aber dahinter steckt? Warum heilt diese mysteriöse Verletzung nicht? Warum kommt Ze Roberto auch nach drei Monaten einfach nicht auf die Füße? Das ist schon äußerst merkwürdig. Aber es gibt niemandem beim HSV, der mir das erklären könnte (würde oder auch dürfte?). Alle warten sie geduldig wie die Lämmer, eine solche geheimnisvolle Verletzungs-Geschichte habe ich beim HSV noch nie erlebt. Noch nie. Aber man lernt nie aus.

18.44 Uhr

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