Monatsarchiv für Januar 2010

Geduld mit van Nistelrooy

24. Januar 2010

Von Montag an ist Ruud van Nistelrooy Hamburger. Um und gegen13 Uhr soll er in Fuhlsbüttel landen, danach geht es ab zum HSV. Dann wird er sich das Trikot mit der Nummer 22 vor die Brust halten, in die Kameras lächeln – und hart daran arbeiten, dass er wieder fit wird. Denn fit ist der gute Ruud noch lange nicht. Gegen den VfL Wolfsburg am Freitag zum Beispiel kann er auf keinen Fall spielen, das steht jetzt schon fest. Ein kleiner Muskelfaserriss in der Wade muss erst noch auskuriert werden. Bruno Labbadia hält den Ball beim Thema van Nistelrooy auch deswegen noch flach. Total flach. Der Trainer sagt: „Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir daraus nicht eine zu große Geschichte machen. Er ist ein guter Spieler, der dort, wo er war, eine Super-Torquote hatte, aber wir konnten ihn nun deswegen bekommen, weil er erstens sich selbst beweisen will, dass er noch einmal auf hohem Niveau spielen kann, und zweitens weil er verletzt war.“

Eine vielsagende Erklärung. Der HSV-Trainer erklärend weiter: „Deswegen müssen die Euphorie um van Nistelrooy auch ein wenig bremsen, denn er war über ein Jahr verletzt, hatte im Anschluss daran auch noch zwei kleinere Verletzungen – er braucht noch eine Aufbauphase, und er braucht sicher auch noch zwei, drei Wochen, in denen er sich an die Mannschaft heran tastet.“

Der 33-jährige van Nistelrooy wurde für eineinhalb Jahre verpflichtet. Und Labbadia will zunächst einmal so tun, als wäre aus dieser Verpflichtung nichts geworden. Der Trainer und seine Überlegungen: „Es hätte ja auch sein können, dass wir keinen Spieler mehr geholt hätten. Dann hätten wir mit unserem Kader über die Runden kommen müssen. Und daran orientieren wir uns nun, so denken wir jedenfalls. Natürlich hat Ruud van Nistelrooy etwas Besonderes, aber er hat auch eine Geschichte hinten dran. Wir wissen, dass es auch noch ein paar Wochen mit ihm dauern kann, bis er in die Situation kommt, dass er mal über einen längeren Zeitraum spielen kann.“

Bruno Labbadia hat vor einigen Tagen ein sehr langes Telefonat mit seinem neuen Schützling geführt, um sich von diesem Weltstar ein abgerundetes Bild zu machen. „Wir haben sehr intensiv gesprochen, er weiß, was wir erwarten, er weiß auch, was auf ihn in Hamburg zukommen wird. Ich weiß, dass er unbedingt noch einmal will, er ist sehr klar in seinen Aussagen. Er hat Spaß am Fußball, er will noch einmal angreifen, will in seinem vierten Land als Spieler noch einmal für Furore sorgen“, sagt Labbadia. Dass van Nistelrooy auch für die nächste Saison unter Vertrag steht, wurde mit Bedacht gewählt. Der HSV-Coach über seine Gedankengänge: „Wir werden vielleicht nicht den kurzfristigen Erfolg mit ihm haben. Wenn er es aber schafft, dann kann er uns eventuell in der nächsten Saison weiterhelfen, mit der Einstellung die er hat, mit der Qualität, die er hat. Dann macht es wenig Sinn, jetzt mit ihm Aufbauarbeit zu betreiben, um dann zu sehen, dass er den HSV wieder verlässt.“

In den kommenden Tagen wird sich Ruud van Nistelrooy zunächst mit Reha-Trainer Markus Günther beschäftigen müssen, bevor der Niederländer, der bestens Deutsch spricht, dann an die Mannschaft herangeführt wird. Zweimal am Tag soll van Nistelrooy trainieren, um möglichst schnell wieder auf seinem alten Niveau spielen zu können. Labbadia: „Wir freuen uns auf unseren Neuzugang, wir wissen aber auch, dass da noch ein Haufen Arbeit auf uns wartet.“ Vier oder fünf Wochen könnte es durchaus noch dauern, bevor van Nistelrooy zum ersten Mal für den HSV antritt. Auch die Fans werden sich also noch in Geduld üben müssen.

Eines ist mit diesem spektakulären Transfer aber auf jeden Fall geschehen: Paolo Guerrero ist gehörig unter Druck gesetzt worden. Entweder der immer noch schwer verletzte Peruaner nimmt das Vertragsangebot des HSV demnächst an, oder greift bei einem anderen Klub nach den Sternen (und den Millionen). Ob es diesen anderen Klub (oder Klubs?) gibt, wage ich noch immer zu bezweifeln, aber das ist ein anderes Thema. Labbadia zur Situation um Guerrero: „Wir wollten uns nicht in die Abhängigkeit von Spielern begeben, wir können nicht bis zum Schluss warten, um erst dann etwas zu suchen. Wir müssen zweigleisig fahren, und das tun wir nun. Wir sind jetzt nicht mehr ganz so im Zugzwang, etwas machen zu müssen, wir haben jetzt schon ein Jahr gewonnen – wenn es jetzt mit Paolo nicht mehr klappen würde. Aber das ist ja auch noch offen.“

Für Marcus Berg ist die Verpflichtung van Nistelrooy zwar auch ein harter Schlag, aber der Schwede wird damit umgehen können, denn: Zu Saisonbeginn hatte er Guerrero und Mladen Petric vor der Nase, nun sind es, wenn alles gut geht, Petric und van Nistelrooy. Labbadia: „Das ist die gleiche Konstellation wie zu Saisonbeginn. Marcus Berg kann langsam reinwachsen, und das gilt auch für Tunay Torun.“

Für die beiden jungen Stürmer könnte es enger werden in Sachen Einsätzen. Gar nicht mehr für den HSV spielen werden (jedenfalls in dieser Saison) zwei andere Profis: Mickael Tavares (28) wird bis zum Ende der Saison an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen, und Alex Silva (24) geht auf Leihbasis für 18 Monate zum FC Sao Paulo. Irgendwie plötzlich und doch erwartet. Wochenlang hatte Bruno Labbadia auf die dünne Spielerdecke beim HSV hingewiesen und ein Ausleihen strikt abgelehnt, nun aber hat sich das Blatt gewendet. Der Trainer zum Fall Silva: „Man hat ihm angemerkt, dass er sich nicht mehr so richtig wohl gefühlt hat bei uns. Er war noch nicht fit, aber er hat sich weiter gesehen als er in der Tat war, er wäre bei uns ein Stück hinten an gewesen – und in Brasilien kommt er doch eher zum Zuge.“

„Wir wissen, dass wir keinen riesig-breiten Kader haben, aber wir hatten auch schon schlimmere Situationen als jetzt“, sagt Labbadia zur jetzigen Situation und verweist auch darauf, dass ja auch Guy Demel demnächst wieder vom Afrika-Cup zurückkehren wird. Und Tavares? Der ja eigentlich bleiben sollte? Der Trainer: „Man hat in den letzten zwei Wochen deutlich gemerkt, dass er mit dem Kopf nicht mehr bei uns war, er wollte unbedingt zum 1. FC Nürnberg. Dann macht es keinen Sinn, wenn er nicht mehr mit 100 Prozent bei uns ist.“ Die Lücke Tavares will Bruno Labbadia mit einem Spieler aus den eigenen Reihen schließen (Sören Bertram, Hanno Behrens, Christian Groß).

Schlusswort Labbadia: „Und dann hoffen wir, dass wir mit diesem engen aber auch guten Kader über die Runden kommen werden.“

16.30 Uhr

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Labbadia

Aogos Fehler entschied

23. Januar 2010

Gerissen. Die gute Auswärtsbilanz des HSV hat beim Gastspiel in Dortmund ihre erste negative Kerbe erhalten. Bei der 0:1-Niederlage gegen die lange Zeit deutlich besseren Borussen wachte der HSV viel zu spät auf, um noch etwas holen zu können. Erst als Bruno Labbadia gegen Schluss alles auf eine Karte setzte und die gesamte Offensive einwechselte, kam der HSV noch ein wenig besser ins Spiel, aber zuvor waren die Hamburger über eine Stunde lang hoffnungslos unterlegen gewesen. Schade, der HSV hätte durch das 2:2 der Schalker in Bochum Boden in Richtung Spitze gut machen können, doch an diesem Abend fand er in einem besseren Gegner seinen Meister. Dortmund zog mit diesem Sieg am HSV vorbei.

Es ging in Halbzeit eins gegen die gefürchtete schwarz-gelbe Wand, aber war das der Grund dafür, dass Dortmund so überlegen war? Und dass der HSV kein Bein an die Erde bekam? Der Rasen glich dem in Hamburg, von daher hätte es sogar ein Heimspiel werden können, aber sah es in den ersten Minuten noch so aus, als könne der HSV mithalten, so geriet er mit zunehmender Spieldauer immer mehr unter Druck. Die Borussen liefen nach einer Viertelstunde wie die Hasen, die Hamburger wie die Angsthasen immer nur hinterher. Da war nichts von Selbstvertrauen zu erkennen, obwohl der HSV doch auswärts noch ungeschlagen war.

Bruno Labbadia hat Mut bewiesen, indem er Tunay Torun, der in dieser Woche nicht so gut trainiert hatte, in der Mannschaft ließ. Auf der Bank saß Eljero Elia, der nur unregelmäßig trainiert hatte, weil er in der Woche zuvor umgeknickt war.

Woran das Spiel des HSV krankte? Das begann schon mit dem Aufbau. Da gab es meistens nur lange Dinger, die immer bei Schwarz-Gelb landeten. Grausam. Auffällig dabei: Joris Mathijsen, der einen schwachen Tag erwischt hatte, war offensichtlich bemüht, keinen weiten Ball nach vorne zu befördern, das überließ er meistens seinem Nebenmann David Rozehnal, dem er den Ball immer von links nach rechts in die Füße schob. Und der Tscheche war es dann, der die Dortmunder bediente. Der Wahnsinn hatte Methode. Anfangs hatte Jerome Boateng noch den einen oder anderen Ball gehabt, der bei einem Hamburger Fuß landete, aber mit dieser Herrlichkeit war auch spätestens nach einer halben Stunde Schluss.

Und links? Da war Dennis Aogo offensichtlich total überrascht davon, wie aggressiv die Dortmunder gegen ihn Forechecking spielten. Aogo wollte diese Attacken mit Lässigkeit abwehren, wurde dabei aber nur nachlässig. Der junge Mann ist 23 Jahre alt, hat gerade erfahren, dass er eine Chance hat, mit zur WM nach Südafrika zu fliegen, das könnte sich natürlich mental auf sein Spiel ausgewirkt haben. Statt auch aggressiv und konzentriert zu Werke zu gehen, versuchte er es spielerisch – und lag damit total daneben.

Es passte zu dieser total misslungenen Vorstellung, dass Dennis Aogo das Führungstor der Dortmunder mit einem katastrophalen Fehler begünstigte. Er legte den Ball mit dem rechten Fuß genau auf Valdez, der aus 16 Metern abzog – unhaltbar schlug die Kugel im Hamburger Tor ein (36.). Was für ein Fehler!

Der HSV ging in dieser Phase des Spiels total unter. Das war stellenweise eine Vorführung. Die Zweikampfwerte der Hamburger müssen am Boden gewesen sein, so schlecht lief es. Zudem waren die Borussen läuferisch wesentlich besser, ausdauernder und schneller. Und die vor einer Woche (gegen Freiburg) noch so gelobte linke HSV-Seite mit Aogo und Marcell Jansen fand diesmal über weite Strecken überhaupt nicht statt. So setzte sich das an diesem Tage lange Zeit überhaupt nicht passende HSV-Puzzle negativ fort: Jeder nach vorn gespielte Ball kam postwendend zurück, in der Offensive fand der HSV einfach nicht statt.

Was natürlich auch daran lag, dass der HSV im Mittelfeld hoffnungslos unterlegen war. Dort hielt niemand die Bälle (anfangs noch Piotr Trochowski, aber er ging dann schnell mit unter), alle liefen sie wie die aufgescheuchten Hühner über den nicht vorhandenen Rasen. Jeder war nur mit sich selbst beschäftigt, war darum bemüht, sein Spiel zu ordnen oder zu finden – vergeblich. Es fehlte ein Mann, der die Fäden in die Hand nimmt, der Tacheles redet, der mitreißen könnte, an dem sich die Kollegen hätten aufrichten können. Aber an diesem Tag gab es den nicht. Und, das muss festgehalten werden: So miserabel lief es in diesem Mannschaftsteil in dieser Saison noch nie – eventuell im ersten Spiel in Freiburg.

Zur zweiten Halbzeit erschien der HSV erneut mit Torun. Ich hatte, um ehrlich zu sein, schon zu diesem Zeitpunkt auf Elia gehofft. Aber immerhin: Torun hatte die erste HSV-Möglichkeit, nachdem Jansen im BVB-Strafraum einen Ball gegen Owomoyela erobert hatte. Tunay Torun aber kam nur mit der Stiefelspitze an die Kugel, Ziegler hielt mühelos.

In der 60. Minute gab es dann den längst fälligen Wechsel. Doppelt sogar. Marcus Berg und Elia kamen für Trochowski und Torun. Es wurde besser, der HSV witterte Morgenluft, merkte, dass auch diese vor Selbstbewusstsein strotzenden Dortmunder durchaus verwundbar sind. Berg hätte das 1:1 erzielen können, doch Ziegler zeigte sich in der 67. Minute von seiner besten Seite, er lenkte den aus fünf Metern geschossenen Ball mit einem Super-Reflex zur Ecke.

Zum Schluss lief dem HSV die Zeit davon. Er drückte, er war bemüht, aber dieser Spurt kam zu spät. Auch deshalb, weil der letzte Pass oft nicht genau genug gespielt wurde.

Ein Blick noch auf die Standards. Ich war beeindruckt, dass bei den Borussen jeder, wirklich jeder Freistoß in irgendeiner Form gefährlich für den HSV wurde. So müssen die Bälle geschlagen werden. Und ich kann nur hoffen, dass der HSV dazu auch eines Tages in der Lage sein wird.

Ein Wort noch zu Manuel Gräfe. Der Schiedsrichter war sichtlich darum bemüht, dem HSV keine Wiedergutmachung widerfahren zu lassen. Ihr erinnert Euch? Am 28. November hatte der Berliner Unparteiische das Spiel in Mainz gepfiffen, bei dem der 05-Abwehrspieler Noveski die HSV-Rakete Elia ganz böse umgetreten hatte. Ist ja auch okay, wenn ein Schiedsrichter die alten Geschichten ruhen lässt, aber dann das: Boateng begeht sein erstes Foul – und Gräfe zieht sofort Gelb (60.). Als Boateng nur vier Minuten von Breitkreutz von den Beinen geholt wird, schweigt die Pfeife. Aber wieso? Ungerechter kann ein 23. Mann nicht sein, das sage ich bewusst. Und das hat auch nichts mit der rosaroten HSV-Brille zu tun, diese beiden Szenen waren Tatsache. Und so etwas ärgert mich ganz einfach, und zwar gewaltig. Hat vielleicht auch etwas mit der Art eines Heim-Schiedsrichters zu tun . . . Obwohl ich auch gleich anmerken muss: An Gräfe hat es ganz sicher nicht gelegen, dass der HSV so schlecht auftrat.

Was mir gefiel: Die Hamburger Fans waren natürlich hoffnungslos in der Minderheit, sie sahen zudem ein schlechtes Spiel ihrer Lieblinge – aber sie mühten sich nach Kräften. Sie feuerten den HSV immer wieder an, zeitweise waren sie sogar lauter als die BVB-Fans, das war wirklich prima.

PS: Vielleicht hattet Ihr erwartet, dass es vor dem Spiel in Dortmund noch einen kleinen Bericht geben würde. Ich habe lange mit mir gekämpft, aber ich wollte diese ganze Van-Nistelrooy-Geschichte noch einmal so richtig sacken lassen. Für ich wie für Euch immer noch Wahnsinn, das gebe ich zu, vor allem, wie das alles gelaufen ist. Ich hoffe, dass ich – ganz in Eurem Sinne – „Eiche Nogly“ und „Jacek Dembinski“ genügend gewürdigt habe, es erschien ja auch ein kleiner Artikel in der HA-Print-Ausgabe. Sie haben es sich verdient. Die Häme und die vielen schlimmen Kommentare, die es dann gegeben hätte, wenn die Sache doch noch gescheitert wäre, hätte ich nicht lesen mögen.

So dicht liegen Vernichtung und Jubel beieinander. Denkt bitte noch einmal an Vagner Love zurück (mit dem Geplänkel von Guy Demel und dem FC Sunderland). Auch da waren User von „Matz ab“ ganz, ganz weit vorn, warum es letztlich dann doch nicht klappte, das wissen wir hier in Hamburg ja gar nicht mal ganz genau – aber Häme gab es auch nach diesem geplatzten Transfer schon genügend.

Und wie die Lage in unserem Berufsstand ist, habt Ihr daran erkennen können, wer sich an dieser Geschichte alles mit Ruhm bekleckert hat. Sie hatten alle – selbstverständlich – seit Tagen recherchiert, sie wussten alle schon seit Tagen ganz genau, was da läuft, sie hatten es nur nicht geschrieben. . .

Ihr könnt an diesem Musterbeispiel sehen, mit welchen Haien in diesem Job zu kämpfen ist. Mir taten vor allem „Jacek“ und „Eiche“ leid, denn die wussten doch schon eineinhalb Tage eher (!), was da hinter den Kulissen läuft, aber im Interesse des HSV haben sie es nicht veröffentlicht, weil der Deal sonst vielleicht doch noch geplatzt wäre. Vielen Dank auch für diese Geduld, ihr beiden „Vorbild-Matz-abber“, vielleicht wird es ja auch noch eines Tages vom HSV honoriert. Mit einem Van-Nistelrooy-Trikot? Das hätte doch was!

20.30 Uhr

Es geht voran

22. Januar 2010

Zum Training, zwei Stunden in der Kälte stehen, eine Stunde auf Interviews warten, dann in die Redaktion und für „Matz ab“ schreiben. Wenn das so einfach gehen würde, was für ein Traum! Aber so geht es leider nicht. Allein das Lesen der Mails kostet und kostet Zeit. Und dazu hier ein Telefonat, dort eine Konferenz, dann ein Interview – im Moment ist reichlich Hektik angesagt. Doch nun lasse ich mich nicht mehr bremsen, nun geht es los. Mit Ruud van Nistelrooy. Und wie! Es gab ja schon so manchen Skeptiker, auch bei „Matz ab“, aber die Recherchen haben ergeben, dass es alles seinen normalen Gang geht. Die vertraglichen Dinge zwischen dem Niederländer, dem HSV und Real Madrid sollen geklärt sein – es fehlt nur noch die sporttaugliche Untersuchung.

Komisch, dass ich dabei spontan an Uli Hoeneß denken muss. . . Hoffentlich nicht. Für alle, die es nicht wissen: Hoeneß sollte einst als Spieler zum HSV, wurde von Mannaschaftsarzt Dr. Uli Mann in Hamburg untersucht, dabei wurde ein Knieschaden festgestellt  – der Transfer platze noch in letzter Sekunde.

Am Sonntag wird van Nistelrooy in Madrid verabschiedet, und zwar vor dem Heimspiel gegen Malaga, das um 21 Uhr angepfiffen wird. Danach, so denken wir, wird er die Hühner satteln und nach Hamburg fliegen. Ob er allerdings schon am Freitag gegen den VfL Wolfsburg mitspielen wird, das dürfte wohl Wunschdenken bleiben, denn noch ist van Nistelrooy leicht verletzt (muskuläre Probleme). Angeblich soll es noch eine Woche dauern, bevor er wieder ins Mannschaftstraining wird einsteigen können.

Egal, seine neuen Kollegen freuen sich auf den „Neuen“. Kapitän David Jarolim schwärmte schon einmal: „Das wäre sensationell, wenn ein solcher Star käme. Er hatte sicher viele internationale Angebote, da ist das schon ein kleiner Beweis dafür, dass der HSV sich international etabliert hat. Van Nistelrooy ist ein Torjäger der Extraklasse. Auf so einen muss man sich einfach freuen.“ Der künftige Sturm-Partner van Nistelrooys, Mladen Petric, sieht es ähnlich: „Ein super Spieler, der unglaublich viele Tore für die größten Klubs der Welt geschossen hat. Für mich wäre das von Vorteil, weil das Augenmerk der Gegner sicher vermehrt auf ihm läge. Ich hoffe, dass das klappt und wir uns gut ergänzen. Er würde auch vom Typ her super zu uns passen. Wir haben mit Ze Roberto im Sommer als Verein ein Zeichen gesetzt, jetzt folgt das nächste. Genau so hat es sich unsere Mannschaft gewünscht. Allerdings muss auch klar sein, dass sich die Ziele verändern. Nur international reicht nicht, bei so einem Namen muss jedes Jahr die Champions League erreicht werden.“

Mit van Nistelrooy befreundet ist Joris Mathijsen. Der Abwehrspieler zu dem bevorstehenden Wechsel: „Ruud ist einer der besten Torjäger Hollands, ich hoffe sehr, dass er hier daran anknüpfen wird.“ Jerome Boateng gab zu: „Eljero Elia und ich haben über diesen Transfer schon vor drei Wochen gesprochen.“ Van Nistelrooy ist einer der sich bei den größten Klubs der Welt durchgesetzt hat. Ihn habe ich mir bei meinem Computer-Spiel immer als erstes in die Mannschaft geholt.“ Nationalspieler Marcell Jansen und seine Vorfreude: „Allein der Name bringt schon viel mit. Es ist ein Anreiz, von so einem Mann zu lernen. Ich freue mich darauf.“ Ähnlich denkt Piotr Trochowski: „Den Spieler kennt jeder, ´ne richtige Tormaschine über Jahre. Das sind Weltklassestars. Von solchen Stars profitiert in den eigenen Reihen jeder. Und es zeigt den Stellenwert des HSV.“ Und der künftige Nationalspieler Dennis Aogo sagte zu diesem Thema: „Dieser Transfer wäre ein Riesenerfolg. Als ich noch ein Kind war, war van Nistelrooy schon ein Idol bei Manchester United. Es würde mich stolz machen, neben ihm aufzulaufen. Das wird für mich ähnlich wie mit Zé Roberto sein.“

Beim HSV gab es nun schon bereits etliche Anfragen, wann es das Van-Nistelrooy-Trikot geben wird? Egal, welche Nummer der Niederländer auch immer auf dem Rücken tragen wird, das Jersey wird ein Renner, es wird alle Rekorde brechen, das steht bereits jetzt fest.

Beim HSV gab es aber bislang keinen Verantwortlichen, der sich zum Thema Ruud van Nistelrooy (offiziell) äußern wollte. Bruno Labbadia befand: „Wir bleiben dabei: In dem Moment, wo es Fakten gibt, werden wir sie auch mitteilen. Damit sind wir immer bestens gefahren, dabei bleibt es auch jetzt. Weil sonst schon vorher immer sofort alles auseinander gepflückt wird. Gibt es aber Fakten, dann kann sich daran jeder orientieren.“ Auch zu Klaas-Jan Huntelaar wollte Labbadia nichts sagen. Der 26-jährige Holländer (Marktwert 20 Millionen Euro) hat vom AC Mailand die Freigabe erhalten, und nach wie vor hält sich auch das Gerücht, dass Huntelaar ebenfalls zum HSV kommen wird.

Der Trainer wollte aber lieber über seine Vorfreude über das Dortmund-Spiel reden. Was er dann auch tat. Die gute Nachricht: Eljero Elia ist fit für Sonnabend, kann also gegen die Borussia spielen. Labbadia wollte die Katze aber noch nicht aus dem Sack lassen, ob er Elia von Beginn an stürmen lässt: „Die Jungs, die gegen Freiburg gewonnen habe, die haben ihre Sache doch sehr gut gemacht. Und bei Elia muss überlegt werden, ob es besser ist, ihn von Anfang zu bringen, bis er dann nicht mehr kann, oder erst gegen Ende des Spiels, wenn er noch für frischen Wind sorgen könnte.“ Genau diese Überlegungen hat der Trainer noch nicht angestellt, beziehungsweise, er hat sie für sich noch nicht beendet. Mein Tipp: Das Abschlusstraining hat Elia bestens überstanden, er stand zwar nur im Reserve-Team, aber ich rechne damit, dass der HSV-Angriff in Dortmund aus dem Duo Mladen Petric/Eljero Elia bestehen wird.

Und Tunay Torun geht auf die Bank. Diese Variante würde ich nach dieser Trainingswoche bevorzugen, aber es ist natürlich auch möglich, dass Labbadia dem Frieden (mit Elias Knöchel) noch nicht traut und deshalb auf Nummer sicher geht: Torun/Petric. Der Coach wird es auch ganz sicher nicht verraten, weil er ja doch noch das eine oder andere kleine Geheimnis vor den Dortmundern bewahren möchte.

Immerhin: Jerome Boateng rückt in die Start-Elf, für ihn wird Tomas Rincon neben David Jarolim auf die „Doppel-Sechs“ gehen, Robert Tesche nimmt dafür wieder auf der Reservebank Platz. Neben ihm wird auch Jonathan Pitroipa sitzen, der am Freitag um 12.30 Uhr in Hamburg gelandet ist. Da er zurzeit mit im Zug Richtung Westen sitzt, wird seine Knie-Verletzung, die er sich beim Afrika-Cup zugezogen hatte, wohl nicht so schlimm sein, als dass sie ihn an einem (Kurz-)Einsatz in Dortmund hindern könnte. Wäre sie von schwerwiegender Natur, hätte ihn Labbadia doch wohl eher zur Pflege in Hamburg gelassen.

Apropos Hamburg: Guy Demel, das ging nun fast unter, hat sich offenbar dazu entschlossen, in Hamburg bleiben zu wollen, er will mit dem HSV verlängern. Kommentar Labbadia: „Wir hatten das Thema mit dem Vereinswechsel nie angeschoben. Ich kenne seine Qualitäten, wenn er die zu 100 Prozent einbringt, dann ist er ein sehr wichtiger Mann für uns. Ich hoffe sehr, dass er gesund vom Afrika-Cup zurückkommt, damit wir ihn schnellstens wieder einbinden können.“

Damit dieser HSV noch viel stärker wird.

18.01 Uhr

Eilmeldung: van Nistelrooy kommt

21. Januar 2010

Er kommt! Er kommt tatsächlich! Ruud van Nistelrooy wird von Real Madrid zum HSV kommen! Es ist kein Witz, es ist auch keine warme Luft – es ist Tatsache! „Jacek Dembinski“ hat voll ins Schwarze getroffen, und auch „Eiche Nogly“ hat einen Volltreffer gelandet. Beiden ein großes Kompliment, sie sind die Helden von „Matz ab“. Beide lagen sie schon im „Fall Vagner Love“ ganz weit vorne, dass dieser Transfer nicht zustande gekommen ist, lag daran, dass der Spieler letztlich sein Land nicht verlassen wollte, um sich in der heimischen Liga für die Nationalmannschaft und damit für die WM 2010 anzubieten.

Ruud van Nistelrooy, 33 Jahre jung, soll ablösefrei zum HSV kommen. Eventuell sogar so schnell, dass er schon zum Aufgebot des Dortmund-Spiels gehören könnte – aber da will ich nichts versprechen. Und wenn ich bei Euch schon vom „Fall Sorin“ gelesen habe, so muss und kann ich Euch beruhigen: Angeblich wird der niederländische Nationalstürmer nach Einsätzen bezahlt. Das Risiko eines „Fehleinkaufs“ wurde somit vom HSV minimiert.

Jetzt sollten sich alle, die sich auf van Nistelrooy freuen, auch tatsächlich nicht mehr zurückhalten, sondern allmählich ihre Skepsis ablegen und ganz langsam (und dann heftig!) ihrer Freude freien Lauf lassen – er kommt. Es ist nur eine Frage von Stunden, wann das sein wird.

Kurios: Als ich am Donnerstag Bernd Hoffmann zum Geburtstag gratuliert habe, dachte ich so bei mir: „Mensch, wie gut ist der Boss denn drauf? Es fehlt ja jetzt nur noch, dass er mit einem Lied auf den Lippen durch den Saal dribbelt und alle vier, fünf Meter einen kleinen Luftsprung absolviert. Schon mittags hatte ich den Verdacht, dass sich da noch etwas tut.“

Und ein Angriff mit Ruud van Nistelrooy und Mladen Petric, da muss ich Euch einmal beipflichten, der hat schon was!!!!

Ich wünsche allen „Matz-abbern“ eine ausgezeichnete Nacht, träumt etwas Schönes. Vielleicht doch schon vom Rathausmarkt?

PS: Ich bin ehrlich stolz auf Euch, Ihr seid phantastische “Mitarbeiter”, Ihr seid schon wieder einmal ganz weit vorn – die Nummer eins! Riesiges Kompliment.

Und Kompliment auch dem Team um Bernd Hoffmann – natürlich!

22.36 Uhr

Verpatzte Generalprobe

21. Januar 2010

Der Benno Hafas hat ja schon sehr viel erzählt. Deswegen an dieser Stelle nur noch einen kurzen Trainingsbericht. Minus fünf Grad, gefühlte minus 15,  Bruno Labbadia ließ zunächst wieder, wie schon am Mittwoch, die Automatismen üben: Spieleröffnung – mit Abschluss. Stamm gegen Reserve. Es war, wie gesagt, eisig, sogar der stets mit kurzer Hose erscheinende Torwart-Trainer Claus Reitmaier gab zu, dass ihm ein wenig frösteln würde. Mir standen die Spieler immer dann, wenn Labbadia ihnen etwas erklärte, ein wenig zu lange in der Kälte herum, hoffentlich hat sich keiner erkältet. Eine Zerrung, die „Mann“ sich bei diesen Temperaturen schnell mal zugezogen hat, hat sich aber auf jeden Fall keiner eingefangen, denn alle gingen gesund vom Platz. Sogar Eljero Elia, aber dazu komme ich noch.

Die Reservisten führten in einem Spiel, in der die abwehrende Mannschaft nicht in eine gedachte und markierte Abwehrzone durfte, mit 2:0, aber nach kurzer Ansprache des Trainers gewannen die A-Männer noch mit 3:2. Siegtor Piotr Trochowski.

Es ging in zwei Spielen (später wurde frei gespielt, also ohne taktische Aufgabe) sehr munter zur Sache, da flogen auch schon mal verbal die Fetzen und es gab so manche Attacke, die hart an der Grenze war, es wurde sich nicht ein Millimeter Boden geschenkt. Elia spielte dabei in der B-Mannschaft, er musste immer wieder gegen den beim Stamm rechts in der Viererkette (neben David Rozehnal, Joris Mathijsen, Dennis Aogo) aufgestellten Jerome Boateng anlaufen – es knisterte bei jedem Duell, da ging es hart zur Sache. Jeder Kiebitz konnte sehen, dass Elia fit ist, dass er heiß ist, dass er will – dass er auch die Zweikämpfe annimmt. Bei einem Duell mit Boateng aber krachte es dann gewaltig, beide Spieler gingen kurz zu Boden, Elia schrie dabei laut auf. Zunächst war das Schlimmste zu befürchten, aber es war kein (!) Foul im Spiel, beide waren lediglich in eine Art Pressschlag verwickelt und die Stiefel waren aufeinander geknallt. Nach einigen Sekunden ging es dann auch weiter, und zwar für beide Spieler. Boateng, der unglaublich giftig und auch gut in diesem Spiel war (er wirkte wie beflügelt), gab dem Niederländer noch kurz einen Klaps auf die Schulter, damit war die Sache erledigt. Später, nach dem Trainings-Ende, gab Elia dann die Entwarnung: „Alles in Ordnung, es ist nichts passiert, ich kann am Sonnabend dabei sein.“

Ob und in welcher Form, das wird dann aber doch Bruno Labbadia zu entscheiden haben. Im Sturm der Stamm-Elf standen an diesem Donnerstag Mladen Petric und Tunay Torun. Der junge Türke mühte sich zwar nach Kräften, aber so richtig gelingen wollte ihm nichts.

Übrigens: Das Abschlussspiel gewann die Reserve 2:1 gegen das A-Team. Wie heißt es so schön? Einer verpatzten Generalprobe folgt eine gelungene Premiere?

19.52 Uhr

Aogo für Deutschland

21. Januar 2010

Das ist einfach nur großartig: Dennis Aogo ist in den Kreis der deutschen Nationalmannschaft aufgerückt. Der Abwehrspieler gehört zum Kreis der auserwählten 35 Männer, die sich Chancen ausrechnen dürfen, mit zur WM nach Südafrika zu fliegen. Super! Und mit ihm die HSV-Kollegen Piotr Trochowski, Jerome Boateng und Marcell Jansen. Eine solche Flut von HSV-Spielern in der Nationalmannschaft hat es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben, das spricht für die Arbeit des gesamten Vereins und auch für die Arbeit des Trainerstabes.

„Der Bundestrainer hat mich am Mittwoch angerufen und mich davon in Kenntnis gesetzt, dass ich dabei bin. Er hat gesagt, dass ich mir diese Einladung verdient habe. Und dass ich die Chance habe, WM-Teilnehmer zu werden“, berichtete Aogo freudestrahlend. Er sagt über seine nächsten Ziele: „Wenn ich jetzt dabei bin, dann setze ich auch alles daran, mich dort festzusetzen. Jetzt habe ich auch noch mehr denn je das Ziel, mit nach Südafrika zu kommen.“

Damit ist auch endgültig geklärt, dass Dennis Aogo nicht für Nigeria spielen wird, sondern für Deutschland. Er ist mit dem DFB-Team ja auch 2009 schon U-21-Europameister geworden, jetzt setzt er seine „deutsche“ Karriere nur logisch fort. Lächelnd sagte er auch vor dem Training am Donnerstag: „Ich hatte zuletzt schon viele Statistiken gelesen, in denen die deutschen WM-Fahrer aufgelistet waren, aber ich war nie dabei. Zum Glück haben sich diese Experten geirrt, und zum doppelten Glück haben sie die Leute, die das zu entscheiden haben, rechtzeitig an mich erinnert.“ Dann strahlte der HSV-Profi nur noch. Und gab zum Schluss noch zu: „Mein Vater und mein Berater haben vor Freude laut aufgeschrien.“ Hatten sie auch allen Grund dazu.

„Dass vier Spieler vom HSV bei der Nationalmannschaft sind, dass ist eine Anerkennung für die Spieler, das ist aber auch eine Anerkennung für die gesamte Mannschaft. Es ist das, was ich immer sage: Je erfolgreicher wir als Team sind, umso leichter ist es, Nationalspieler zu sein oder zu werden, vielleicht sogar Stammspieler zu sein“, sagt Bruno Labbadia zum Thema DFB-Auswahl. Die Freude über diese Nominierungen war ihm dabei recht deutlich am strahlenden Gesicht anzusehen.

Dennis Aogo hatte ja seinen Aufschwung in der vergangenen Saison auch an der Arbeit von Technik-Trainer Ricardo Moniz festgemacht. Meine Frage an Bruno Labbadia, wie die Vertragssituation mit Moniz sei (ob der im Sommer auslaufende Vertrag verlängert wird – oder nicht?), beantwortete der HSV-Coach wie folgt: „Ihr wisst doch, dass wir erst Fakten liefern, bevor wir eine Wertung abgeben. Wir wissen unsere Leute schon einzuschätzen, das fängt bei den Spielern an, das geht bei den Trainern weiter – wir werden Fakten liefern.“ So, wie Labbadia auch bei diesen Worten strahlte, steht wohl einer Vertragsverlängerung des Niederländers in Hamburg kaum noch etwas im Wege – so interpretiere ich das einmal kühn.

Zum Sportlichen: In den nächsten Stunden müsste eigentlich Jonathan Pitroipa in Hamburg eintrudeln, obwohl es noch die eine oder andere kleine Schwierigkeit gegeben hat (oder noch gibt), überhaupt einen Flug in die Hansestadt zu erwischen: „Wir haben noch die Hoffnung, dass er in den Kader rutschen wird. Obwohl er schon signalisierte, dass er einen Schlag auf das rechte Knie bekommen hat. Abwarten, was die Untersuchung dazu ergibt“, sagt Bruno Labbadia. Und im Hinblick auf das Dortmund-Spiel befand er: „Wir treffen auf einen direkten Konkurrenten um die internationalen Plätze, es wird ganz sicher ein sehr intensives Spiel auf uns zukommen.“ Ein richtungsweisendes Spiel. Der Coach sagt lächelnd: „In der Bundesliga gibt es nur richtungsweisende Spiele . . .“

Um noch einmal kurz auf Ze Roberto zurück zu kommen. Ich fragte Bruno Labbadia, ob er den Brasilianer täglich trainiere sehe. Der Trainer: „Dadurch, dass ich ein Frühaufsteher bin, sehe ich ihn im Training, er ist auch immer früh da. Wir haben verschiedene Tests mit ihm gemacht, die verliefen positiv. Das Kraftverhältnis zwischen linkem und rechten Bein stimmt fast wieder, so dass er bald wieder mit dem Laufen beginnen kann, vielleicht noch in dieser Woche.“ Der Trainer weiter: „Ze hat schon leichte Gehversuche auf dem Laufband gemacht, es ging dabei ums Abrollen. Das sah schon gut aus, wir müssen aber aufpassen, dass es keinen Rückschlag gibt.“ Um das zu vermeiden, werden die nächsten Laufversuche auch nicht durch den vereisten Volkspark führen, sondern nur auf dem Laufband stattfinden. Sicher ist sicher.

Ganz kurz am Rande sei noch in eigener Sache gesagt: Vielen Dank für Eure Unterstützung in den vergangenen Tagen, das weiß ich sehr zu schätzen. Ich möchte aber auch gleichzeitig darum bitten, dass Ihr Ruhe bewahrt, am besten nicht auf jenen User eingeht, der hier für Unruhe sorgen will. Wenn Ihr ihn – wie ich – überseht, wird er sich vielleicht eines Tages mäßigen. Und wenn nicht, stört es mich auch nicht groß. Daran sollte Ihr denken, bevor Ihr für mich Partei ergreift. Ich lasse diesen Mann (noch) gewähren, sollte es aber persönlicher werden (wie im Falle von Frau Kraus, bei der ich mich entschuldigt habe!), dann werden wir (dazu habe ich die Genehmigung vom Chefredakteur) die Reißleine ziehen. Noch aber gibt es keine Zensur, wie mir auch schon fälschlich unterstellt wurde.

So, auf geht es zum Training, das schon seit 14.30 Uhr läuft.

14.48 Uhr

Elia humpelt noch – gelegentlich

20. Januar 2010

Er trainierte von der ersten bis zur letzten Minute mit. Gegen Ende der Einheit beschäftigte sich Bruno Labbadia nur mit ihm und dem Kollegen Tunay Torun. Torschüsse aus allen Lagen – auf ein leeres Tor. Und nicht immer traf Eljero Elia ins Schwarze, einige Schüsse von ihm landeten auch nur im Schnee. Was auffiel: Der Niederländer humpelte gelegentlich zwischen Schüssen und Spielzügen. So, als wolle er allen zeigen, auch den Trainern: „Seht her, Jungs, ich bin noch nicht so weit.“ Irgendwie erinnerte mich das Stück, das da am Rande des Volksparks ablief, ein wenig an Molieres „Der eingebildete Kranke“. Ich weiß nicht genau, warum mir dieser Gedanke kam, aber wenn ein Spieler 100 Mal auf das Tor schießt, dann muss er eigentlich fit genug dazu sein. Ansonsten würde er, so denke ich als ehemaliger Amateur-Spieler und –Trainer, seinem Coach doch sagen: „Trainer, es hat keinen Zweck, es tut zu doll weh, ich gehe, bevor etwas ganz kaputt geht, besser in die Kabine.“

Das aber tat Elia nicht. Im Gegenteil, er blieb und schoss immer weiter. So dass ich davon ausgehe, wenn nicht wieder eine neue Verletzung (wie in der vergangenen Woche!) dazwischen kommt, dass die „Rakete“ am Sonnabend (18.30 Uhr) in Dortmund mit von der Partie sein wird. Labbadia zu diesem Thema: „Abwarten. Das ist mir noch zu viel Spekulation, erst einmal abwarten, ob er überhaupt mit in den Kader kommt. Die, die gegen Freiburg gespielt haben, die haben ihre Sache sehr gut gemacht, jetzt müssen wir erst einmal sehen, ob es eine Möglichkeit gibt, Eljero mitzunehmen.“ Abwarten eben. In Sachen Ausdauer hat der kleine Flitzer zuletzt viel für sich getan, als er noch allein trainierte. Jetzt bleibt auch abzuwarten, wie er die ersten Spielminuten auf dem Platz übersteht, wenn er die kurzen, kleinen, schnellen Antritte und die Duelle mit den gegnerischen Abwehrspielern abzuliefern und zu bestehen hat. Sollte Elia von Beginn an in Dortmund spielen, so dürfte er es bis zu jenem Punkt, an dem ihm die Kräfte in den Beinen ausgehen. Und damit wäre dem HSV sicher auch schon geholfen, zumal es auswärts schnell nach vorne gehen sollte.

Ähnlich dürfte es bei Marcus Berg sein. Der Schwede trainierte am Mittwoch lange Zeit mit dem Team, er fiel nicht auf und nicht ab, zum Schluss aber schickte ihn Labbadia doch noch vorzeitig in die Kabine. Der Trainer aufklärend: „Zum Schluss hat er wieder ein bisschen im Knie gemerkt, da machte sich die Reizung wieder leicht bemerkbar, deswegen haben wir ihn dann vorsichtshalber rausgenommen. Das ist einfach ein Überlastungssyndrom, dass Marcus sich im Urlaub eingefangen hat, als er auf Schnee gelaufen ist – und keine Behandlung gehabt hat. Jetzt müssen wir sehen, dass wir das bis zum Wochenende in den Griff bekommen.“

Einer der ganz sicher wieder dabei ist, ist Jerome Boateng. Zu Beginn einer Übung, bei der Automatismen (in Sachen Spieleröffnung und Abschlüsse) geübt wurden, stand der deutsche Nationalspieler in der (von mir) angedachten B-Viererkette innen, und zwar neben Miroslav Stepanek. Später aber entschloss sich Bruno Labbadia, Boateng in die A-Viererkette zu stellen. Und die sah dann so aus – von rechts nach links: Boateng, David Rozehnal, Joris Mathijsen, Dennis Aogo. Ins Mittelfeld auf die Sechs (neben David Jarolim) rückte dann Tomas Rincon. Ein Fingerzeig für Dortmund? Labbadia: „Nein, nein, wir probieren beides, wir müssen flexibel bleiben. So machen wir es die ganze Zeit, wenn wir Abläufe trainieren, dann spielt Tomas Rincon mal rechts und mal im Mittelfeld.“

So, noch ein kurzer Schlenker auf die Gerüchteküche. Aaron Hunt soll ein Objekt der HSV-Begierde sein. So berichtet die „Welt“. Und wenn die so etwas berichtet, dann ist auch etwas dran. Allerdings soll das – zurzeit – erst für den Sommer angedacht sein. Medien-Chef Jörn Wolf vom HSV kommentierte es wie folgt: „Hunt ist ungefähr der 50. Name, den ich heute kommentieren musste. . .“ Soll wohl heißen, dass es wohl noch in der Entwicklungsphase ist, dieses Transfergeschäft. Wenn sich Werder allerdings keinen „Abtrünnigen“, zumal in Richtung Hamburg und HSV, in den eigenen Reihen erlauben will, dann setzen sie ihn vielleicht bei entsprechender Ablöse doch etwas früher in den Zug Richtung Elbe. Also, das bleibt noch abzuwarten, wie sich das mit Hunt entwickelt. Aber immerhin ist er aktueller deutscher Nationalspieler. Und in meinen Augen auch ein sehr guter.

Übrigens: Dietmar Beiersdorfer sucht für seinen „kleinsten Klub“, nämlich RB Leipzig, einen Präsidenten. Wer Interesse hat, bitte melden. Angeblich soll der bisherige Klub-Chef Andreas Sadlo seine Koffer gepackt haben, aber es hält sich auch das Gerücht, dass der „Didi“ ihn vor die Tür gesetzt haben könnte.

Und noch ein kurzer Blick voraus, Richtung Dortmund. Bruno Labbadias Einschätzung der Borussen: „Das ist eine Mannschaft, die sehr diszipliniert spielt, die eine sehr hohe Laufbereitschaft zeigt, die deswegen momentan sehr viel Erfolg hat. In diesem Team weiß jeder, was er kann und was er machen muss, die Elf ist toporganisiert und spielt seit Monaten auf einem sehr hohen Level, auf uns wartet ein sehr intensives Spiel.“

Der HSV wird, um diese Frage schnell zu beantworten, natürlich noch ohne Ze Roberto spielen. Der Brasilianer trainiert im Moment im Kraftrau am Aufbau seiner Wadenmuskulatur, aber die ist noch nicht bei 100 Prozent. Eventuell aber könnte der Mittelfeldspieler bereits im Laufe der nächsten Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, obwohl ein Einsatz dann im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg wohl so gut wie ausgeschlossen sein dürfte. Erst danach, wenn es auswärts in Köln und in Stuttgart um Punkte geht, könnte und dürfte das dann wohl klappen.

19.04 Uhr

Das Warten auf Verstärkung

19. Januar 2010

Heute soll es einen neuen Stürmer geben? Ich kann nur das tun, was zurzeit die meisten meiner Kollegen machen: mit den Schultern zucken. Kann sein, kann aber auch nicht sein. Ich behaupte aber, so weit konnte ich mich immerhin informieren, dass an diesem Mittwoch nichts passieren wird. Das ist keine offizielle Auskunft, aber eine aus guter Quelle. Wie Ihr sicher, bis auf ein, zwei Ausnahmen, mitbekommen habt, haben sie beim HSV bestens gelernt, sich abzuschotten. Das war zumindest in den letzten Wochen und Monaten so. Und ich habe jetzt den Eindruck, als wenn diese „HSV-Mauer-Taktik“ ganz allmählich perfektioniert wurde – von den Verantwortlichen um Bernd Hoffmann. Es sind ja auch, das macht es für den Klub vielleicht etwas leichter, nur noch wenige Entscheidungsträger in Sachen Spieler-Ein- und Verkäufe involviert.

Wir haben übrigens noch immer den 19. Januar, in einem Monat steigt unser erstes „Matz-ab-Treffen“ in der Raute. Noch immer gibt es Anfragen, ob sich eine jede oder ein jeder zum 19. Februar anmelden muss, aber noch einmal: Jeder kann kommen und ist auch willkommen. Am Programm des Abends wird schon gebastelt, wobei wir natürlich in erster Linie Eure Unterhaltungen und Euer gegenseitiges Kennenlernen in den Vordergrund stellen möchten. Es wird aber sicher die eine oder andere Prominenz vorbeischauen, an diesem Abend – lasst Euch überraschen. Die Frage nach den Namensschildern wurde zuletzt auch gestellt, das ist ein Punkt, der angesprochen werden muss: Ich werde keine Namensschilder anfertigen, das Abendblatt auch nicht, aber Ihr solltet es vielleicht jeder für sich selber machen. Es muss ja nicht gleich von Beginn an getragen werden, um so eventuell die Spannung zu erhalten, wer nun wer ist.

So, zum Sport: Einer, der nun etwas früher als geplant kommen wird, nämlich schon in einigen Tagen, ist Jonathan Pitroipa. Der schnelle Dribbler war bei der 0:1-Niederlage seines Landes Burkina Faso gegen Ghana der beste Spieler seiner Mannschaft, konnte die Niederlage aber nicht verhindern. Die Elfenbeinküste und Ghana kamen in dieser Gruppe weiter, Burkina Faso muss nun die Koffer packen und nach Hause fliegen – Pitroipa natürlich nach Hamburg. Noch ein personeller Lichtstreif am Horizont.

Wenn unter Euch zuletzt bemängelt (und auch nur festgestellt) wurde, dass es zuletzt keine Bewegungen auf dem Transfersektor gegeben hat, so trifft das natürlich zu. In Sachen Guy Demel und FC Sunderland gibt es in der Tat keine neue Entwicklung, und es ist auch tatsächlich so, dass es zuletzt keine Gespräche mehr gegeben hat. Die Engländer wissen anscheinend nicht, was sie wollen. Und der HSV kann dieses Thema ganz locker und in aller Ruhe angehen, er kann es nach allen Regeln der Kunst aussitzen, denn Demel hat noch einen Vertrag in Hamburg. Bliebe allerdings die Problematik: Wer sollte dann verkauft werden, um einen neuen, oder um neue Spieler, zu holen, wenn nicht Guy Demel? An Joris Mathijsen, der im Dezember mit dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht wurde (weil die Wölfe große Defizite in der Defensive haben) ist von meiner Seite aus kein einziger Gedanke zu verschwenden.

Vielleicht aber wird diese Rolle ja Alex Silva übernommen? Der Brasilianer hatte doch schon immer den Traum vom AC Mailand, vielleicht meldet sich ja jetzt noch ein Not leidender englischer Verein? Oder eventuell einer aus Brasilien (Palmeiras?)? Nichts ist unmöglich.

Fest steht aber (für mich) immer noch: Der HSV muss verkaufen, wenn er einkaufen will. Schalke 04 hat es übrigens umgekehrt getan, was natürlich ein gewisses Risiko in sich birgt. Was ist, wenn der Magath-Klub nicht alle Spieler verkaufen kann, und auch nicht jeden Spieler zu einem Preis, der den Schalkern jetzt noch vorschwebt?

Übrigens: Auch ich habe mich einmal mit der Frage beschäftigt, die zuletzt bei Euch diskutiert wurde: Welcher junge HSV-Spieler hat den Klub verlassen, um nach den Sternen zu greifen, um dann doch nur auf den Bauch zu fallen? Ich habe seit der Bundesliga-Gründung im Jahre 1963 zurück geblickt, aber keinen gefunden. Einzig der Name Khalid Boulahrouz fiel mir ein (heute 28, war er jung genug für diese Statistik?), der 2004 als relativ Unbekannter zum HSV kam, dann 2006 zum FC Chelsea wechselte – und auf den Bauch fiel. Natürlich, die Millionen, die bei diesem Transfer rollten, die wird er noch heute auf dem Konto haben(wenn er schlau ist!), aber so richtig glücklich (sportlich gesehen) haben sie ihn nicht gemacht. Und heute schwächelt er still und leise beim VfB Stuttgart zwischen Stamm-Formation und Bank hin und her.

Es gab, um das noch einmal schnell zu bekunden, aber jede Menge junger Spieler, die voller Hoffnungen zum HSV kamen, aber dann doch eher als „Rohrkrepierer“ in die Vereinsgeschichte eingingen.

Hier meine kleine Auswahl an „Gegenbeispielen“. Junge Leute, die in Hamburg Karriere machen wollten und kläglich scheiterten. Die meisten Namen, so denke ich, werden Euch nicht viel bis gar nichts sagen, wobei ich diejenigen Spieler, die aus den eigenen HSV-Reihen kamen, nicht berücksichtig habe – die Liste wäre zu lang geworden:

Jugend-Weltmeister Bernhard Scharold (ASV Herzogenaurach) kam 1981, danach folgten in den 80er-Jahren: Ralf Brunnecker (St. Pauli), Michael Schmidt (SC Charlottenburg), Werner Rusche (VfL Herzlake), Manfred Wasner (FC Vilshofen), Michael Enders (Preußen Berlin), Helmut Heininger (FC Vilshofen), Josef Klos (ASC Dudweiler), Roland Hirsch (VfL Kirchheim/Teck) und Michael Koch (Altona 93).
In den 90er-Jahren waren dabei: Thomas Lässig (Hansa Rostock), Michael Mason (Hessen Kassel). Ein riesiges Talent kam 2000 nach Hamburg, scheiterte aber ebenso glanzlos: Marcel Ketelaer (Borussia Mönchengladbach). Es folgten Namen wie Kim Christensen (Lyngby FC, 2001), Stephan Kling (FC Bayern-A, 2002), Alexander Meier (St. Pauli, 2003, heute wertvoller Bundesliga-Spieler bei Eintracht Frankfurt), Vyacheslav Hleb (VfB Stuttgart-A, 2003), Mustufa Kucukovic (VfL Bochum-A, 2004), Mario Fillinger (Chemnitzer FC, 2005), Markus Karl (Greuther Fürth, 2005), Vadis Odjidja-Ofoe (RSC Anderlecht, 2007), Anton Putsilo (Dynamo Minsk, 2007) und sicher noch der eine oder andere mehr.

Der Nachtschicht eine gute Nacht. Morgen ist um 10 Uhr Training im Volkspark.

22.28 Uhr

An diesem Jansen kommt Löw nicht vorbei

19. Januar 2010

Zum Glück hatten die Greenkeeper des HSV heute Vormittag genug zu tun mit den Vorbereitungen der Neurasenverlegung im Stadion. Hätten sie gesehen, was Bruno Labbadias Profis auf dem Trainingsplatz veranstalteten – beim obligatorischen Dienstagszirkel -, dann hätten sie womöglich den Kopf in einen der vielen Schneeberge im Volkspark gesteckt. Eine Wildschweinrotte hätte den Rasen nicht besser beackern können als David Jarolim und Co. An drei Stationen tummelten sich die Spieler. Zweimal hieß es Gewichte stemmen, einmal mit Medizinbällen in der Hand über einen kleinen Kasten springen, dann folgten Lauf-, Koordinations- und Dribbelübungen mit jeweiligem Abschluss aufs Tor. Besonders erfreulich angesichts des anstrengenden Parcours: Marcell Jansen, am Vortag noch vergrippt ausgefallen, absolvierte die gesamte Einheit komplett mit und traf aus allen Lagen. Der Junge macht echt Spaß. Und ich lege mich jetzt mal fest: Sollte er sich nicht mehr verletzen und sein Leistungsniveau in etwa beibehalten (bis März, April), dann wird Bundestrainer Joachim Löw nicht an ihm vorbeikommen. Dann muss er ihn mit nach Südafrika nehmen, denn einen wie Jansen mit diesem Offensivdrang über die linke Bahn, den gibt es weltweit höchst selten.

Es gab heute aber noch eine erfreuliche und höchst amüsante Auffälligkeit: Eljero Elia. Der Holländer trainierte zwar nicht mit seinen Kollegen auf dem Platz, dafür spulte er aber rundherum ein gezieltes Laufprogramm gemeinsam mit Collin Benjamin ab. Bei den unterschiedlichen Belastungsläufen wirkte Elia fast schon unterfordert. Und wenn es auf der langen Geraden zum Sprintduell zwischen ihm und „Collo“ kam, dann hatte das etwas vom 100-Meter-Vorlaufprogramm bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen. Im US-Stil demonstrierte Elia dem kämpfenden Benjamin zunächst seine Überlegenheit und zog davon, um auf den Schlussmetern mit „angezogener Handbremse“ und gezieltem Blick zur Seite und einem Lächeln auf den Lippen auszutrudeln. Später ließ er dem Mann aus Namibia auch mal einen gehörigen Vorsprung, um dann mit der Leichtigkeit eines Supersprinters doch noch im Endspurt vorbeizuziehen. Elia kann froh sein, dass Benjamin ein netter Kerl ist. Ein Mann wie Thomas Gravesen hätte sich trotz der spaßintensiven Demonstration bei einer der letzten Runden mit Sicherheit zu einem Bodycheck oder einer Rempelattacke hinreißen lassen – „nur so zum Spaß“ natürlich.

Jetzt bin ich gespannt, wie das weitere Wochenprogramm bei Elia aussehen wird. Sollte er am morgigen Mittwoch ins Mannschaftstraining einsteigen können, dann käme er mit Sicherheit für den Kader am Sonnabend in Dortmun in Betracht. Und das wäre wirklich grandios, denn als „Joker“ könnte einer wie Elia beim BVB richtig wertvoll sein. Ich habe mir am Sonntag im Fernsehen das Spiel der Dortmunder in Köln angesehen – und da gab es in der Borussen-Abwehr das eine oder andere Geschwindigkeitsproblem. Das könnte sowohl für Jansen als auch für Elia Chancen bringen.

Auch wenn es vielleicht noch etwas zu früh für eine Vorschau auf das Duell bei den Westfalen ist. Ich muss ehrlich gestehen, dass mich der Höhenflug dieser Dortmunder überrascht. Die Mannschaft hat am Ende der Hinserie eine beeindruckende Form gehabt und sich auch beim jüngsten 3:2-Sieg in Köln erstaunlich forsch präsentiert. Obwohl das Sturmduo Valdez/Barrios nicht überragend harmoniert, stehen die beiden Südamerikaner doch für Torgefahr und sind unbequeme Gegenspieler. Hinzu kommt, dass Motivator Jürgen Klopp mit Sahin derzeit einen sehr guten Taktgeber für den Offensivbereich hat.

Genau da knüpft nun eine entscheidende HSV-Frage an: Was macht Bruno Labbadia nach der Rückkehr von Jerome Boateng? Setzt er den Nationalspieler im Abwehrzentrum ein? Dann müsste wohl David Rozehnal zurück auf die Bank. Setzt er ihn rechts hinten ein? Dann würde Tomas Rincon entweder auf die Bank müssen oder im defensiven Mittelfeld neben David Jarolim agieren, dafür wäre Robert Tesche draußen. Von den Spielertypen her würde ich auf Rincon neben Jarolim setzen, auch um Sahins Kreise einzuengen. Und Boateng ist rechts hinten stabiler als Rincon, zudem sind seine Vorstöße mitunter ein echter Augenschmaus.

Da schließt sich dann auch der Kreis mit dem heutigen Training. Boateng gehörte eindeutig zu den Besten des Teams. Während einige Spieler größte Mühe hatten, den Kasten mit zwei Medizinbällen zu überwinden (sechsmal sollten sie, einige schummelten und vergaßen ein bis zwei Durchgänge), hüpfte „Boa“ mit lockerem Zwischensprung in Windeseile hin und her. Und seine anschließenden Torschüsse – bei den Erschöpften waren es eher präzisionslose Rückgaben – waren so stramm, dass sie von den Torleuten kaum zu bändigen waren. Ich freue mich schon auf Boateng in Dortmund.

13:20 Uhr

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