Tagesarchiv für den 27. Januar 2010

Wenn der Teufel los ist . . .

27. Januar 2010

Bei „Matz ab“ ist der Teufel los. So die Begrüßung beim Training an der Nordbank-Arena. Oh wie schön, der Teufel ist los. Ja aber. So wurde auch gesagt, es ist eher negativ, denn es gibt um die Ohren. Einer dem anderen. Und mittenmang auch einige Frauen. Also habe ich während des Schneetreibens für mich beschlossen: heute wird nichts gelesen. Das wird nachgeholt, weil ich es immer lese, aber so richtig negativ muss ich es jetzt nicht mehr haben. Es war stürmisch, es war eisig, es war ungemütlich im Volkspark, da muss ich mich jetzt nicht noch ein weiteres Mal ärgern. Wobei ich auch klar festhalten muss, dass ich mich trotz der widrigen Witterungsbedingungen sehr, wirklich sehr gefreut habe über das, was am Nachmittag beim Training passiert ist. Es gab nämlich ein kleines „Familientreffen“ von „Matz-abbern“. Benno Hafas war da, Eiche Nogly, Trainerglück, Devildino, HSVNils_reloaded, OlliWL, Peacock und Andre. So viel Besuch hatte ich noch nie, vielen Dank dafür. Auch dafür, dass mich alle gewarnt haben, dass der Teufel los sei. Fast hätte ich gestöhnt vor Glück . . .

Die Matz-Abber trainerglueck, andré, Eiche, Peacock, Blogfather, Benno, HSVNils_reloaded, Olli-WL, devildino

Was aber auch daran lag, dass am Vormittag, aus heiterem Himmel, Ruud van Nistelrooy erstmalig auf dem Acker war und mit Ball trainiert hat. Und kaum einer hat es gesehen. Der HSV ist eben voller Überraschungen. Um es gleich zu sagen: Macht Euch bitte keine Hoffnungen darauf, dass „Van the man“ schon am Freitag gegen Wolfsburg in irgendeiner Form eingreifen wird, das ist ausgeschlossen. Auch wenn er jetzt schon früher auf dem Rasen war, als am Tag vorher noch von den Verantwortlichen angekündigt. Co-Trainer Eddy Sözer: „Umso früher er auf den Platz gehen kann, umso früher er etwas mit dem Ball machen kann, umso positiver ist es für ihn und für uns. Das war heute ein erster Schritt, ein erster Einstieg.“ Es hat nichts gezwickt, es gab auch hinterher keine Beschwerden – es war einfach nur positiv.

Natürlich hatte es sich unter den Trainings-Kiebitzen herumgesprochen, dass van Nistelrooy schon einmal draußen war. Deswegen auch bestand bei vielen die Hoffnung, dass er auch am Nachmittag noch einmal auf dem Rasen auflaufen würde, aber diese Hoffnung zerschlug sich leider schnell. Der Torjäger absolvierte im Kraftraum seine zweite Einheit. Trotz allem, so sieht mein Fazit aus: Es geht eventueller doch schneller mit ihm, es gibt die Hoffnung, dass er tatsächlich im Köln-Spiel schon das erste Mal dabei sein könnte.

Eventuell auch Ze Roberto? Von den „Matz-abbern“, die beim Training waren, gab es schon das eine oder andere Wort der Skepsis bezüglich des Brasilianers zu hören. Es dauert ihnen, es dauert wohl auch Euch allen (den meisten jedenfalls), zu lange. Und nicht wenige vermuten, dass da nicht alles mit rechten Dingen zugeht. „Eiche Nogly“ sprach es offen aus: „Ein Bänderanriss dauert doch nicht so lange, wie das jetzt schon gedauert hat. Da muss doch mehr sein . . .“ Aber da gibt es nichts. Sözer sagt: „Wir wünschen uns, dass er am Donnerstag vielleicht schon mit dem Ball arbeiten kann, mal raus gehen kann, individuell balltechnisch und fußballspezifisch arbeiten kann. Und dann müssen wir abwarten, ob er noch Schmerzen hat, um dann die nächsten Schritte zu machen. Ze arbeitet aber sehr gut, da gibt es keine Probleme.“ Und einen zweiten Test, ob die Wadenmuskulatur inzwischen wieder vollständig aufgearbeitet ist, den wird es in den kommenden Tagen auch noch geben.

Ob dann Paolo Guerrero schon wieder in Hamburg sein wird? Großes Fragezeichen sogar. Diesmal wollte er fliegen, aber sein Cousin, der ihn nach Deutschland begleiten sollte, hatte kein Visum. Also alles zurück, und morgen noch einmal ein Versuch. Eddy Sözer zu diesem Thema: „Wir sind bemüht darum, Hilfestellungen für Paolo zu finden.“ Das heißt, dass ihm ein Psychiater in Peru die Flugangst nehmen soll.

Ein etwas anderes Flugproblem hatte Guy Demel, der nach dem Aus der Elfenbeinküste beim Afrika-Cup in Afrika „hängen geblieben“ ist. „Da gab es mit dem Flieger Probleme. Das ist schade, denn wir hätten ihn schon gerne im Hinblick auf das Wolfsburg-Spiel am Mittwoch im Training gehabt“, sagt Labbadias Assistent. In der Nacht zum Donnerstag wird Demel in Paris landen, dann am frühen Morgen weiter nach Hamburg fliegen. Am Vormittag wird, so ist es jetzt vorgesehen, er eine individuelle Trainingseinheit absolvieren. Ob es noch für einen Einsatz gegen Wolfsburg reicht, bleibt aber abzuwarten. Ein Gerücht besagte schon, dass sich Guy Demel nicht ganz so gut bei Kräften fühle. Sözer aber hatte davon aber nichts gehört, räumte nur ein: „Klar ist ein Ausscheiden aus dem Afrika-Cup immer mit einer Enttäuschung verbunden . . .“

Erfreuliche Nachrichten gibt es bei Collin Benjamin zu vermelden. Ein Krafttest hat ergeben, dass der Allrounder erstaunliche Fortschritte (nach seinem Kreuzbandriss) gemacht hat. „Er hat gut gearbeitet, hat sich sehr gut weiter entwickelt, er kann jetzt beginnen, mit dem Ball zu arbeiten. Er ist voll im Soll, es ist auch ein positives Signal für ihn“, berichtete Sözer. Mitte bis Ende März ist damit zu rechnen, dass Benjamin wieder ins Mannschaftstraining einsteigen könnte.

Beim HSV aber scheint es personell wieder (leicht) bergauf zu gehen. Nun darf sich Hamburg überraschen lassen, wie sich der Gegner VfL Wolfsburg präsentieren wird. Nach dem Trainerwechsel wird der Meister sicherlich anders spielen, als zuletzt bei der 2:3-Heimpleite gegen den 1. FC Köln. Eddy Sözer sah diese 90 Minuten live und berichtet: „Natürlich hat Wolfsburg Stärken, aber es gibt zurzeit auch Schwächen beim VfL, und die haben die Kölner ausgenutzt. Aber bei uns wird die Wolfsburger Mannschaft ganz sicher anders auftreten, sie wird mit Sicherheit noch kompakter spielen, das war das Hauptproblem gegen Köln. Und wer den neuen Trainer Köstner kennt, der weiß, dass er auf Kompaktheit, auf Defensive und auch auf Festigkeit großen Wert legt. Wir erwarten eine andere VfL-Mannschaft in Hamburg.“

Dazu wäre es dann passend, wenn auch die Hamburger eine andere HSV-Mannschaft als noch zuletzt in Dortmund sehen würden. Ich wiederhole es gerne noch einmal, auch wenn es wehtut: Die Dortmunder liefen wie die Hasen, die HSV-Spieler hoppelten wie die Angsthasen über den Rasen. Wenn es gegen Wolfsburg nicht von Anfang an mit Herz, Leidenschaft und Engagement gehen sollte, dann ist die nächste Pleite programmiert. Denn der VfL wird sich nach dem Veh-Rausschmiss ganz sicher zerreißen. Da ist dann nichts mit spielerisch dagegen halten, da ist auch kein Abwarten, kein Abtasten und keine Pomadigkeit gefragt, da ist ganz klar Herz gefordert. Sonst kann auch diese Saison schon wieder abgehakt werden.

„Wir haben das Dortmund-Spiel sehr gut und sehr kritisch analysiert. Wir haben dort einige Fehler gemacht, aber darüber haben wir uns mit der Mannschaft beraten, es wurden ganz klar alle diese Themen besprochen. Wir müssen gegen Wolfsburg ganz anders auftreten, das wissen wir, wir müssen ganz anders dagegen halten, wir müssen unser Heimspiel gewinnen, das ist ein ganz wichtiges Spiel für uns“, sagt Eddy Sözer.

Im Training am Mittwoch war schon Feuer drin, auch wenn die Temperaturen die Freude am Fußball immer noch ein wenig hemmen. Ganz böse sah es um 15.16 Uhr aus, als bei einem Spielchen ohne Tore Tomas Rincon und Mladen Petric zusammengeprallt waren. Beide Spieler blieben einige Sekunden lang am Boden liegen, am Rande wurde schon das Schlimmste befürchtet, aber dann berappelten sie sich doch wieder. Erst stand Petric, dann Rincon, aber beide hielten sich noch einige Zeit die schmerzenden Hüften. Ein, zwei Minuten danach ging Rincon noch einmal mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden, doch dann ging es auch für den Spieler mit dem vielleicht größten Kämpferherz aller HSV-Profis weiter. Bleibt abzuwarten, wie sich die Verletzung in der Nacht, wenn alles zur Ruhe gekommen ist, „entwickelt“.

Die zusehenden „Matz-abber“ verfolgten nicht nur diese Szenen ganz gespannt. Und sie sahen auch diesem Bericht schon mit Spannung entgegen. Natürlich wurde – ganz nebenbei – auch über das bevorstehende Treffen (in der Raute) am 19. Februar gesprochen – und über die Unruhe des heutigen Tages. Was ich dazu gesagt habe, möchte ich Euch nicht vorenthalten: „Matz ab gibt es nun seit dem 7. August 2009. Alles hat sich bestens entwickelt, besser, als viele vorher – auch ich – gedacht haben. Dennoch kommt hier keine Ruhe rein, weil es immer wieder Zeitgenossen gibt, die hier ihre ganz eigenen Erziehungsmaßnahmen durchführen wollen. Allen denen möchte ich sagen, dass ich von der Front genügend Rückmeldungen bekomme. Positive. Die meisten, wirklich die meisten User lieben Matz ab so, wie es jetzt ist. Es gibt hier Fußball, es gibt den HSV, es gibt auch Witze und, das gebe ich zu, so manche Sache, die hart an der Grenze ist, dazu gibt es Ironie und es gibt Biss, es gibt auch den einen oder anderen Gasmann, der hier sein Unwesen treibt, aber selbst diese Gasmänner werden toleriert. Das wurde nicht zuletzt auch an diesem Mittwoch deutlich (angesprochen). Nun sollten aber diese Gasmänner – oder auch Gasfrauen – ebenfalls so tolerant sein, Matz ab so zu nehmen, wie ist es ist. Oder sie sollten doch besser einen eigenen Blog aufmachen.“

Vielen Dank allen, die sich hier mit Freude engagieren. Ich bin begeistert von Euch, ich stöhne gelegentlich voller Freude – und ich freue mich schon sehr auf den 19. Februar.

19.24 Uhr (ich weiß, es hat zu lange gedauert!)