21. Januar 2010
Das ist einfach nur großartig: Dennis Aogo ist in den Kreis der deutschen Nationalmannschaft aufgerückt. Der Abwehrspieler gehört zum Kreis der auserwählten 35 Männer, die sich Chancen ausrechnen dürfen, mit zur WM nach Südafrika zu fliegen. Super! Und mit ihm die HSV-Kollegen Piotr Trochowski, Jerome Boateng und Marcell Jansen. Eine solche Flut von HSV-Spielern in der Nationalmannschaft hat es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben, das spricht für die Arbeit des gesamten Vereins und auch für die Arbeit des Trainerstabes.
„Der Bundestrainer hat mich am Mittwoch angerufen und mich davon in Kenntnis gesetzt, dass ich dabei bin. Er hat gesagt, dass ich mir diese Einladung verdient habe. Und dass ich die Chance habe, WM-Teilnehmer zu werden“, berichtete Aogo freudestrahlend. Er sagt über seine nächsten Ziele: „Wenn ich jetzt dabei bin, dann setze ich auch alles daran, mich dort festzusetzen. Jetzt habe ich auch noch mehr denn je das Ziel, mit nach Südafrika zu kommen.“
Damit ist auch endgültig geklärt, dass Dennis Aogo nicht für Nigeria spielen wird, sondern für Deutschland. Er ist mit dem DFB-Team ja auch 2009 schon U-21-Europameister geworden, jetzt setzt er seine „deutsche“ Karriere nur logisch fort. Lächelnd sagte er auch vor dem Training am Donnerstag: „Ich hatte zuletzt schon viele Statistiken gelesen, in denen die deutschen WM-Fahrer aufgelistet waren, aber ich war nie dabei. Zum Glück haben sich diese Experten geirrt, und zum doppelten Glück haben sie die Leute, die das zu entscheiden haben, rechtzeitig an mich erinnert.“ Dann strahlte der HSV-Profi nur noch. Und gab zum Schluss noch zu: „Mein Vater und mein Berater haben vor Freude laut aufgeschrien.“ Hatten sie auch allen Grund dazu.
„Dass vier Spieler vom HSV bei der Nationalmannschaft sind, dass ist eine Anerkennung für die Spieler, das ist aber auch eine Anerkennung für die gesamte Mannschaft. Es ist das, was ich immer sage: Je erfolgreicher wir als Team sind, umso leichter ist es, Nationalspieler zu sein oder zu werden, vielleicht sogar Stammspieler zu sein“, sagt Bruno Labbadia zum Thema DFB-Auswahl. Die Freude über diese Nominierungen war ihm dabei recht deutlich am strahlenden Gesicht anzusehen.
Dennis Aogo hatte ja seinen Aufschwung in der vergangenen Saison auch an der Arbeit von Technik-Trainer Ricardo Moniz festgemacht. Meine Frage an Bruno Labbadia, wie die Vertragssituation mit Moniz sei (ob der im Sommer auslaufende Vertrag verlängert wird – oder nicht?), beantwortete der HSV-Coach wie folgt: „Ihr wisst doch, dass wir erst Fakten liefern, bevor wir eine Wertung abgeben. Wir wissen unsere Leute schon einzuschätzen, das fängt bei den Spielern an, das geht bei den Trainern weiter – wir werden Fakten liefern.“ So, wie Labbadia auch bei diesen Worten strahlte, steht wohl einer Vertragsverlängerung des Niederländers in Hamburg kaum noch etwas im Wege – so interpretiere ich das einmal kühn.
Zum Sportlichen: In den nächsten Stunden müsste eigentlich Jonathan Pitroipa in Hamburg eintrudeln, obwohl es noch die eine oder andere kleine Schwierigkeit gegeben hat (oder noch gibt), überhaupt einen Flug in die Hansestadt zu erwischen: „Wir haben noch die Hoffnung, dass er in den Kader rutschen wird. Obwohl er schon signalisierte, dass er einen Schlag auf das rechte Knie bekommen hat. Abwarten, was die Untersuchung dazu ergibt“, sagt Bruno Labbadia. Und im Hinblick auf das Dortmund-Spiel befand er: „Wir treffen auf einen direkten Konkurrenten um die internationalen Plätze, es wird ganz sicher ein sehr intensives Spiel auf uns zukommen.“ Ein richtungsweisendes Spiel. Der Coach sagt lächelnd: „In der Bundesliga gibt es nur richtungsweisende Spiele . . .“
Um noch einmal kurz auf Ze Roberto zurück zu kommen. Ich fragte Bruno Labbadia, ob er den Brasilianer täglich trainiere sehe. Der Trainer: „Dadurch, dass ich ein Frühaufsteher bin, sehe ich ihn im Training, er ist auch immer früh da. Wir haben verschiedene Tests mit ihm gemacht, die verliefen positiv. Das Kraftverhältnis zwischen linkem und rechten Bein stimmt fast wieder, so dass er bald wieder mit dem Laufen beginnen kann, vielleicht noch in dieser Woche.“ Der Trainer weiter: „Ze hat schon leichte Gehversuche auf dem Laufband gemacht, es ging dabei ums Abrollen. Das sah schon gut aus, wir müssen aber aufpassen, dass es keinen Rückschlag gibt.“ Um das zu vermeiden, werden die nächsten Laufversuche auch nicht durch den vereisten Volkspark führen, sondern nur auf dem Laufband stattfinden. Sicher ist sicher.
Ganz kurz am Rande sei noch in eigener Sache gesagt: Vielen Dank für Eure Unterstützung in den vergangenen Tagen, das weiß ich sehr zu schätzen. Ich möchte aber auch gleichzeitig darum bitten, dass Ihr Ruhe bewahrt, am besten nicht auf jenen User eingeht, der hier für Unruhe sorgen will. Wenn Ihr ihn – wie ich – überseht, wird er sich vielleicht eines Tages mäßigen. Und wenn nicht, stört es mich auch nicht groß. Daran sollte Ihr denken, bevor Ihr für mich Partei ergreift. Ich lasse diesen Mann (noch) gewähren, sollte es aber persönlicher werden (wie im Falle von Frau Kraus, bei der ich mich entschuldigt habe!), dann werden wir (dazu habe ich die Genehmigung vom Chefredakteur) die Reißleine ziehen. Noch aber gibt es keine Zensur, wie mir auch schon fälschlich unterstellt wurde.
So, auf geht es zum Training, das schon seit 14.30 Uhr läuft.
14.48 Uhr
Tags: Aogo, Boateng, HSV, Jansen, Labbadia, Pitroipa, Trochowski, Ze Roberto