Tagesarchiv für den 21. Januar 2010

Eilmeldung: van Nistelrooy kommt

21. Januar 2010

Er kommt! Er kommt tatsächlich! Ruud van Nistelrooy wird von Real Madrid zum HSV kommen! Es ist kein Witz, es ist auch keine warme Luft – es ist Tatsache! „Jacek Dembinski“ hat voll ins Schwarze getroffen, und auch „Eiche Nogly“ hat einen Volltreffer gelandet. Beiden ein großes Kompliment, sie sind die Helden von „Matz ab“. Beide lagen sie schon im „Fall Vagner Love“ ganz weit vorne, dass dieser Transfer nicht zustande gekommen ist, lag daran, dass der Spieler letztlich sein Land nicht verlassen wollte, um sich in der heimischen Liga für die Nationalmannschaft und damit für die WM 2010 anzubieten.

Ruud van Nistelrooy, 33 Jahre jung, soll ablösefrei zum HSV kommen. Eventuell sogar so schnell, dass er schon zum Aufgebot des Dortmund-Spiels gehören könnte – aber da will ich nichts versprechen. Und wenn ich bei Euch schon vom „Fall Sorin“ gelesen habe, so muss und kann ich Euch beruhigen: Angeblich wird der niederländische Nationalstürmer nach Einsätzen bezahlt. Das Risiko eines „Fehleinkaufs“ wurde somit vom HSV minimiert.

Jetzt sollten sich alle, die sich auf van Nistelrooy freuen, auch tatsächlich nicht mehr zurückhalten, sondern allmählich ihre Skepsis ablegen und ganz langsam (und dann heftig!) ihrer Freude freien Lauf lassen – er kommt. Es ist nur eine Frage von Stunden, wann das sein wird.

Kurios: Als ich am Donnerstag Bernd Hoffmann zum Geburtstag gratuliert habe, dachte ich so bei mir: „Mensch, wie gut ist der Boss denn drauf? Es fehlt ja jetzt nur noch, dass er mit einem Lied auf den Lippen durch den Saal dribbelt und alle vier, fünf Meter einen kleinen Luftsprung absolviert. Schon mittags hatte ich den Verdacht, dass sich da noch etwas tut.“

Und ein Angriff mit Ruud van Nistelrooy und Mladen Petric, da muss ich Euch einmal beipflichten, der hat schon was!!!!

Ich wünsche allen „Matz-abbern“ eine ausgezeichnete Nacht, träumt etwas Schönes. Vielleicht doch schon vom Rathausmarkt?

PS: Ich bin ehrlich stolz auf Euch, Ihr seid phantastische “Mitarbeiter”, Ihr seid schon wieder einmal ganz weit vorn – die Nummer eins! Riesiges Kompliment.

Und Kompliment auch dem Team um Bernd Hoffmann – natürlich!

22.36 Uhr

Verpatzte Generalprobe

21. Januar 2010

Der Benno Hafas hat ja schon sehr viel erzählt. Deswegen an dieser Stelle nur noch einen kurzen Trainingsbericht. Minus fünf Grad, gefühlte minus 15,  Bruno Labbadia ließ zunächst wieder, wie schon am Mittwoch, die Automatismen üben: Spieleröffnung – mit Abschluss. Stamm gegen Reserve. Es war, wie gesagt, eisig, sogar der stets mit kurzer Hose erscheinende Torwart-Trainer Claus Reitmaier gab zu, dass ihm ein wenig frösteln würde. Mir standen die Spieler immer dann, wenn Labbadia ihnen etwas erklärte, ein wenig zu lange in der Kälte herum, hoffentlich hat sich keiner erkältet. Eine Zerrung, die „Mann“ sich bei diesen Temperaturen schnell mal zugezogen hat, hat sich aber auf jeden Fall keiner eingefangen, denn alle gingen gesund vom Platz. Sogar Eljero Elia, aber dazu komme ich noch.

Die Reservisten führten in einem Spiel, in der die abwehrende Mannschaft nicht in eine gedachte und markierte Abwehrzone durfte, mit 2:0, aber nach kurzer Ansprache des Trainers gewannen die A-Männer noch mit 3:2. Siegtor Piotr Trochowski.

Es ging in zwei Spielen (später wurde frei gespielt, also ohne taktische Aufgabe) sehr munter zur Sache, da flogen auch schon mal verbal die Fetzen und es gab so manche Attacke, die hart an der Grenze war, es wurde sich nicht ein Millimeter Boden geschenkt. Elia spielte dabei in der B-Mannschaft, er musste immer wieder gegen den beim Stamm rechts in der Viererkette (neben David Rozehnal, Joris Mathijsen, Dennis Aogo) aufgestellten Jerome Boateng anlaufen – es knisterte bei jedem Duell, da ging es hart zur Sache. Jeder Kiebitz konnte sehen, dass Elia fit ist, dass er heiß ist, dass er will – dass er auch die Zweikämpfe annimmt. Bei einem Duell mit Boateng aber krachte es dann gewaltig, beide Spieler gingen kurz zu Boden, Elia schrie dabei laut auf. Zunächst war das Schlimmste zu befürchten, aber es war kein (!) Foul im Spiel, beide waren lediglich in eine Art Pressschlag verwickelt und die Stiefel waren aufeinander geknallt. Nach einigen Sekunden ging es dann auch weiter, und zwar für beide Spieler. Boateng, der unglaublich giftig und auch gut in diesem Spiel war (er wirkte wie beflügelt), gab dem Niederländer noch kurz einen Klaps auf die Schulter, damit war die Sache erledigt. Später, nach dem Trainings-Ende, gab Elia dann die Entwarnung: „Alles in Ordnung, es ist nichts passiert, ich kann am Sonnabend dabei sein.“

Ob und in welcher Form, das wird dann aber doch Bruno Labbadia zu entscheiden haben. Im Sturm der Stamm-Elf standen an diesem Donnerstag Mladen Petric und Tunay Torun. Der junge Türke mühte sich zwar nach Kräften, aber so richtig gelingen wollte ihm nichts.

Übrigens: Das Abschlussspiel gewann die Reserve 2:1 gegen das A-Team. Wie heißt es so schön? Einer verpatzten Generalprobe folgt eine gelungene Premiere?

19.52 Uhr

Aogo für Deutschland

21. Januar 2010

Das ist einfach nur großartig: Dennis Aogo ist in den Kreis der deutschen Nationalmannschaft aufgerückt. Der Abwehrspieler gehört zum Kreis der auserwählten 35 Männer, die sich Chancen ausrechnen dürfen, mit zur WM nach Südafrika zu fliegen. Super! Und mit ihm die HSV-Kollegen Piotr Trochowski, Jerome Boateng und Marcell Jansen. Eine solche Flut von HSV-Spielern in der Nationalmannschaft hat es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben, das spricht für die Arbeit des gesamten Vereins und auch für die Arbeit des Trainerstabes.

„Der Bundestrainer hat mich am Mittwoch angerufen und mich davon in Kenntnis gesetzt, dass ich dabei bin. Er hat gesagt, dass ich mir diese Einladung verdient habe. Und dass ich die Chance habe, WM-Teilnehmer zu werden“, berichtete Aogo freudestrahlend. Er sagt über seine nächsten Ziele: „Wenn ich jetzt dabei bin, dann setze ich auch alles daran, mich dort festzusetzen. Jetzt habe ich auch noch mehr denn je das Ziel, mit nach Südafrika zu kommen.“

Damit ist auch endgültig geklärt, dass Dennis Aogo nicht für Nigeria spielen wird, sondern für Deutschland. Er ist mit dem DFB-Team ja auch 2009 schon U-21-Europameister geworden, jetzt setzt er seine „deutsche“ Karriere nur logisch fort. Lächelnd sagte er auch vor dem Training am Donnerstag: „Ich hatte zuletzt schon viele Statistiken gelesen, in denen die deutschen WM-Fahrer aufgelistet waren, aber ich war nie dabei. Zum Glück haben sich diese Experten geirrt, und zum doppelten Glück haben sie die Leute, die das zu entscheiden haben, rechtzeitig an mich erinnert.“ Dann strahlte der HSV-Profi nur noch. Und gab zum Schluss noch zu: „Mein Vater und mein Berater haben vor Freude laut aufgeschrien.“ Hatten sie auch allen Grund dazu.

„Dass vier Spieler vom HSV bei der Nationalmannschaft sind, dass ist eine Anerkennung für die Spieler, das ist aber auch eine Anerkennung für die gesamte Mannschaft. Es ist das, was ich immer sage: Je erfolgreicher wir als Team sind, umso leichter ist es, Nationalspieler zu sein oder zu werden, vielleicht sogar Stammspieler zu sein“, sagt Bruno Labbadia zum Thema DFB-Auswahl. Die Freude über diese Nominierungen war ihm dabei recht deutlich am strahlenden Gesicht anzusehen.

Dennis Aogo hatte ja seinen Aufschwung in der vergangenen Saison auch an der Arbeit von Technik-Trainer Ricardo Moniz festgemacht. Meine Frage an Bruno Labbadia, wie die Vertragssituation mit Moniz sei (ob der im Sommer auslaufende Vertrag verlängert wird – oder nicht?), beantwortete der HSV-Coach wie folgt: „Ihr wisst doch, dass wir erst Fakten liefern, bevor wir eine Wertung abgeben. Wir wissen unsere Leute schon einzuschätzen, das fängt bei den Spielern an, das geht bei den Trainern weiter – wir werden Fakten liefern.“ So, wie Labbadia auch bei diesen Worten strahlte, steht wohl einer Vertragsverlängerung des Niederländers in Hamburg kaum noch etwas im Wege – so interpretiere ich das einmal kühn.

Zum Sportlichen: In den nächsten Stunden müsste eigentlich Jonathan Pitroipa in Hamburg eintrudeln, obwohl es noch die eine oder andere kleine Schwierigkeit gegeben hat (oder noch gibt), überhaupt einen Flug in die Hansestadt zu erwischen: „Wir haben noch die Hoffnung, dass er in den Kader rutschen wird. Obwohl er schon signalisierte, dass er einen Schlag auf das rechte Knie bekommen hat. Abwarten, was die Untersuchung dazu ergibt“, sagt Bruno Labbadia. Und im Hinblick auf das Dortmund-Spiel befand er: „Wir treffen auf einen direkten Konkurrenten um die internationalen Plätze, es wird ganz sicher ein sehr intensives Spiel auf uns zukommen.“ Ein richtungsweisendes Spiel. Der Coach sagt lächelnd: „In der Bundesliga gibt es nur richtungsweisende Spiele . . .“

Um noch einmal kurz auf Ze Roberto zurück zu kommen. Ich fragte Bruno Labbadia, ob er den Brasilianer täglich trainiere sehe. Der Trainer: „Dadurch, dass ich ein Frühaufsteher bin, sehe ich ihn im Training, er ist auch immer früh da. Wir haben verschiedene Tests mit ihm gemacht, die verliefen positiv. Das Kraftverhältnis zwischen linkem und rechten Bein stimmt fast wieder, so dass er bald wieder mit dem Laufen beginnen kann, vielleicht noch in dieser Woche.“ Der Trainer weiter: „Ze hat schon leichte Gehversuche auf dem Laufband gemacht, es ging dabei ums Abrollen. Das sah schon gut aus, wir müssen aber aufpassen, dass es keinen Rückschlag gibt.“ Um das zu vermeiden, werden die nächsten Laufversuche auch nicht durch den vereisten Volkspark führen, sondern nur auf dem Laufband stattfinden. Sicher ist sicher.

Ganz kurz am Rande sei noch in eigener Sache gesagt: Vielen Dank für Eure Unterstützung in den vergangenen Tagen, das weiß ich sehr zu schätzen. Ich möchte aber auch gleichzeitig darum bitten, dass Ihr Ruhe bewahrt, am besten nicht auf jenen User eingeht, der hier für Unruhe sorgen will. Wenn Ihr ihn – wie ich – überseht, wird er sich vielleicht eines Tages mäßigen. Und wenn nicht, stört es mich auch nicht groß. Daran sollte Ihr denken, bevor Ihr für mich Partei ergreift. Ich lasse diesen Mann (noch) gewähren, sollte es aber persönlicher werden (wie im Falle von Frau Kraus, bei der ich mich entschuldigt habe!), dann werden wir (dazu habe ich die Genehmigung vom Chefredakteur) die Reißleine ziehen. Noch aber gibt es keine Zensur, wie mir auch schon fälschlich unterstellt wurde.

So, auf geht es zum Training, das schon seit 14.30 Uhr läuft.

14.48 Uhr