Tagesarchiv für den 16. Januar 2010

Ein wichtiger Sieg

16. Januar 2010

Gewonnen, das allein zählt. Der 2:0-Erfolg über den SC Freiburg wird sicher nicht als einer der glanzvollen Siege dieser Saison aufgeführt werden, aber das war diesmal total unwichtig. Es sollte mit einem Sieg in das neue Jahr gestartet werden, und dieser Auftrag wurde von der Mannschaft auch eindeutig umgesetzt. Die Breisgauer konnten sich in 90 Minuten lediglich eine Torchance erspielen, ansonsten gestaltete die Labbadia-Elf das Geschehen stets überlegen. Der Anfang ist gemacht, es geht Richtung Spitze.

Schön war es ganz sicher nicht, an diesem Nachmittag im Volkspark. Das Wetter lud nicht gerade zum Fußballspielen ein, der „Acker“ in der Arena erst recht nicht. Es begann alles ein wenig schleppend, die Freiburger waren viel in Bewegung, ohne allerdings fußballerische Akzente setzen zu können. Die kamen vom HSV. Ein wunderschöner Angriff führte zum Führungstor: Tunay Torun zu David Jarolim (geändert, danke für den Hinweis), der bediente Marcell Jansen, und dessen 14-Meter-Schuss schlug ein. Haltbar, aber Geschenke sollte man nicht ablehnen, tat der HSV dann auch nicht.

Dann hätte der HSV nachlegen können, ja eigentlich schon müssen. Petric, Jansen, Torun – und der Türke schob den Ball aus sieben Metern vorbei (16.). Petric hatte das 2:0 auf dem Fuß (20.), Jansen ebenfalls (37.), als er allein vor dem Tor stand, aber das 2:0 wollte nicht gelingen. Und gegen Ende der ersten Halbzeit verlor der HSV dann auch ein wenig seine Linie. Es hätte auch der Ausgleich fallen können, doch zum Glück für den HSV rettete Rincon gegen den durchlaufenden Caligiuri (40.). Und keine 60 Sekunden später brachte Reisinger das Kunststück fertig, den Ball aus zwei Metern über das HSV-Tor zu heben. Das war ganz eng.
Das letzte Aufgebot des HSV schlug sich zwar wacker, aber souverän war diese Vorstellung ganz sicher nicht. Gut gefallen konnte aber die Viererkette. Innen ließen David Rozehnal und der überragende Joris Mathijsen nichts anbrennen (Frank Rost blieb beschäftigungslos), links gab sich Dennis Aogo (anders als noch im Hinspiel) keine Blässe, und rechts wurde Rincon zum Pluspunkt. Er begann in den ersten drei, vier Minuten etwas übermotiviert, da mussten die Fans schon um die Defensive bangen, aber dann steigerte sich Rincon kontinuierlich und wurde einer der besten Hamburger.

Im Mittelfeld suchte Robert Tesche lange seit seine Aufgabe, die ungewohnte Position (auf der Sechs) schien ihm nicht sonderlich zu behagen. Deutlich besser war sein Nebenmann David Jarolim, keine Überraschung, der Tscheche lief viele Bälle ab, antizipierte teilweise hervorragend (stoppte ein Freiburger den Ball, stand Jarolim zur „Übernahme“ bereit). Der Kapitän war wieder ein dicker Pluspunkt.

Und davor? Piotr Trochowski fand schwer ins Spiel, kam dann aber immer besser in Fahrt. Jansen tauchte nach seinem Tor phasenweise ein ganz wenig ab, aber er trat dann auch wieder in den wichtigen Szenen sehr gut in Erscheinung und stellte insgesamt seine hervorragende und weltmeisterliche (!) Form erneut eindrucksvoll unter Beweis, auch wenn er gegen Ende des Spiels ein wenig „durchhing“.

Im Angriff begann Tunay Torun mit einem enormen Wirbel, das sah richtig gut aus, aber dann: Nach seiner Großchance, die er vergab (16.), begann er Fußball zu denken. Und das ist niemals ein guter Helfer. Viele Szenen gingen ihm daneben, aber Bruno Labbadia hatte Mitleid (oder Vertrauen), er ließ den Stürmer auch zum zweiten Durchgang auf den Rasen laufen. Nebenmann Petric gehörte von Beginn an zu den auffälligsten Hamburgern, er strahlte stets Gefährlichkeit aus und hielt zudem klug den Ball, um die nachrückenden Kollegen zu bedienen. Das sah schon richtig gut aus.

Nicht von ungefähr schoss dann auch Petric das erlösende 2:0. Abseits? Für mich sah es stark danach aus, aber es zählte, das war wichtig: Flanke Torun, Verlängerung von Jansen – Tor. Danach war der Drops schon gelutscht, denn Freiburg war an diesem Tag nicht in der Lage, noch eine Wende herbei zu führen.

Es wurde kalt und kälter, das Spiel zog sich immer mehr hin, aber es gab kaum noch Höhepunkte. Bei seiner Einwechslung trug Marcus Berg (kam in der 77, für Torun) noch eine Halskette, Co-Trainer Eddy Sözer musste sie dem modebewussten jungen Schweden vom Körper nehmen. Und dann hatte der ehemalige Freiburger Aogo noch seinen Auftritt. Nach herrlichem Pass von Jansen lief Aogo aus spitzem Winkel auf Torwart Pouplin zu, doch der Ball flog ins Seitenaus (79.)!

Schade, dass Bruno Labbadia in der Schlussphase nicht einen der jungen Talente (geändert, danke, Atze) brachte (Henrik Dettmann, Maximilian Beister, Christian Groß), sondern Tolgay Arslan und Mickael Tavares. Letzterer sollte vielleicht noch ein wenig (für andere Klubs) vorspielen. . . Allerdings: Arslan und Taveres standen drei Minuten am Rande, sollten auf das Spielfeld, doch es gab keine Unterbrechung mehr. Dann pfiff Schiedsrichter Lutz Wagner das Spiel pünktlich ab, so dass weder Arslan und Tavares noch eines der Talente zum Zuge kam. Schade, Chance verpasst.

Übrigens: Jubel gab es noch einmal nach dem Schlusspfiff, und zwar so, als hätte noch ein HSV-Spieler zum 3:0 getroffen. Es ging aber um ein Tor auf einem fremden Platz, nämlich in Frankfurt. Die Eintracht “putzte” Werder, auch ein solches Geschenk ist in Hamburg ja immer wieder hoch willkommen . . .

17.30 Uhr