Tagesarchiv für den 13. Januar 2010

Vagner Love soll kommen

13. Januar 2010

Der HSV will noch hoch hinaus. Schon am Montag geht das los. Da wird die Mannschaft das größte Flugzeug der Welt, den Airbus A 380, besteigen. Der 6000. Airbus der Serie wird an die Fluggesellschaft Emirates übergeben, und diese Firma prangt bekanntlich auf der Brust eines jeden HSV-Spielers. Ehrensache, dass da die Mannschaft einläuft, wenn ein solches Geschäft in Hamburg feierlich über die Bühne gebracht wird.

Mit einem Heimsieg am Sonnabend gegen den SC Freiburg (50 000 Karten sind verkauft) im Rücken wäre eine solche Veranstaltung natürlich noch viel lockerer und souveräner zu absolvieren. Und damit es am Ende auch tatsächlich drei Punkte gibt, gaben die Spieler auch am Mittwoch beim Training wieder ihr Bestes. Bei eisigem Nord-Ost-Wind, der gefühlte Temperaturen so um die zehn Grad mit sich brachte (und alle Zaungäste mächtig frieren ließ), ging es teilweise ganz heiß zur Sache. Wieder mit von der Partie: Eljero Elia. Noch einmal bekräftigte sich mein Eindruck, dass der Niederländer auf jeden Fall gegen Freiburg spielen wird. Der HSV benötigt bei solchen Witterungsbedingungen einen „Schneefloh“ wie ihn, ich würde Elia trotz der Tatsache, dass er lange Zeit nicht mit dem Team trainieren konnte, von Beginn an spielen lassen – und dann so weit, wie ihn die Füße tragen. Einen guten Eindruck bei dieser Einheit hinterließ für mich übrigens David Rozehnal, der sich in „Bremen-Form“ vorstellte. Hoffentlich hält es mindestens bis Sonnabend – und dann auch noch Monate.

Ein Spieler, der in den letzten zwölf Stunden hier seine Kreise gezogen hat, wird noch nicht für den HSV auflaufen können: Vagner Love. Der 25-jährige Stürmer war bislang von ZSKA Moskau an den brasilianischen Erstliga-Klub SE Palmeiras ausgeliehen, nach meinen Erkenntnissen will der Angreifer aber aus seiner Heimat zurück nach Europa, und nicht, wie es schon hieß, lieber in Brasilien bleiben. Abwarten, was er uns dann bei seiner Vorstellung in Hamburg als Wahrheit erzählen wird. So er denn wirklich kommt. Aber davon gehe ich zum jetzigen Zeitpunkt ganz verstärkt aus, nehmt mich beim Wort, aber ich habe diesen Transfer innerlich schon abgehakt. Und einige „Matz-abber“, wie ich den ganzen Tag über sehen konnte, ebenfalls. Kompliment übrigens an „SingsangHSV“, der diese Geschichte „ausgegraben“ hat, ich kann es immer wieder nur betonen: Ihr seid klasse, Ihr seid super, Ihr seid stark, denn Ihr seid immer auf Ballhöhe. Unglaublich und toll.

Auch in einem anderen Punkt ist das in dieser Form zu loben. Ihr seid schon sehr, sehr aufmerksam, was hier geschrieben wurde, was hier auch schon einmal – vor Wochen und Monaten – geschrieben stand. Auch davor ziehe ich den Hut. So wurde hier erinnert, dass es um Vagner Love ja schon einigen Ärger beim HSV gegeben hat, denn im Sommer war sich der Klub (Chef Bernd Hoffmann) eigentlich schon einig mit dem Brasilianer, verpflichtete ihn dann aber überraschend doch nicht (der HSV nahm Marcus Berg unter Vertrag). Die am Vagner-Love-Transfer beteiligte Firma forderte daraufhin vom HSV für die geleisteten Vorarbeiten eine stattliche Summe (mindestens 500 000 Euro), doch über dieses Geld berieten sich (bis heute?) die Anwälte beider Parteien in aller Stille. Und vielleicht wird dieses Geld ja nun doch fließen, für was und für wen auch immer? Und wenn es nur den guten Zweck hat, den HSV-Angriff zu verstärken.

Mit der Verpflichtung (Ausleihe?) von Vagner Love hätte sich für mich auch das Thema Paolo Guerrero erledigt. Schlägt der 1,71 Meter große Brasilianer hier ein und wird übernommen, dürfte es für den verletzten Peruaner sehr, sehr eng werden. Wenn Ihr mich fragt, dann wäre es für mich sogar sein Ende in Hamburg. Und dann bin ich sehr, sehr gespannt darauf, welcher „große Verein“ dann beim ablösefreien Guerrero zugreifen wird. Und für wie viele Millionen? Denn darum geht es ja doch nur. Auch wenn ich es in diesem speziellen Fall immer noch nicht fassen kann, denn mit einem doppelt gerissenen Kreuzband kann „Mann“ eigentlich keine großen Sprünge machen, weil doch gar nicht absehbar ist, wie die Verletzung verheilt – und ob sie nicht doch wieder aufbricht? Guerrero konnte übrigens nichts zu Vagner Love sagen, denn der verletzte HSV-Profi hält sich noch in seiner Heimat auf.

Um Millionen geht es auch im Fall Guy Demel. Es läuft doch alles darauf hinaus, dass er den Weg Richtung Sunderland antritt. Auch dazu möchte ich Euch mein „Bauchgefühl“ nicht vorenthalten, ich glaube mit 70:30, dass der gute „Giiiiiiieeeeeee“ nach England gehen wird. Abwarten. Noch ist viel Zeit bis zum 31. Januar. Und ich glaube auch, dass in diesem Fall von einigen Herren nicht immer die „absolute“ Wahrheit gesprochen und verbreitet wurde.

Wobei ich nun schon wieder ein ganz anderes Gerücht gehört habe; eines mit und um Rafael van der Vaart. Danach soll sich Real Madrid in diesen Tagen nach einem Ersatz für den „kleinen Engel“ umsehen, und dann könnte und dürfte er zum HSV wechseln. So das Gerücht. Ich weiß, wahrscheinlich werde ich Euch damit (enorm) nerven, mich selbst nervt es ja auch (enorm), aber so wird es eben erzählt. Das wollte ich Euch nicht vorenthalten. Ich glaube daran allerdings nicht, nicht einmal mit einem Prozent. Für mich bleibt van der Vaart, zurzeit gezerrt, bei Real, denn Madrid ist immer noch eine der Top-Adressen dieser Fußball-Welt. Und in diese Nähe will der HSV erst noch kommen, auch wenn hier schon zu lesen war, dass der HSV bereits unter den ersten 20 Vereinen Europas stünde.

Das mag ja sein, aber ich glaube trotz allem, dass Bernd Hoffmann damals, als er sein Ziel formulierte, etwas anderes gemeint hatte. Und dass Bernd Hoffmann mit dem jetzigen Stand auch noch nicht zufrieden ist. Er will, so glaube ich erkannt zu haben, mit dem HSV Stammgast in der Champions League sein, ab und zu mal einen Titel gewinnen und bei den noch immer ganz „Großen“ gelegentlich Angst und Schrecken verbreiten, wenn die etwas vom HSV aus Hamburg hören. Und so weit ist es leider, leider noch nicht. Wird aber, davon bin ich überzeugt. Restlos sogar. Und ich werde es noch erleben.

Und noch ein ganz kleines Gerücht kreiste am Mittwoch beim Training um den Volkspark herum: Nicht Giovanni Trapattoni (70), sondern der erst 53-järige ehemalige HSV-Trainer Martin Jol soll oder könnte neuer türkischer Nationaltrainer werden. Auch hier gilt eisern: abwarten.

Übrigens: Wenn Ihr, die „Matz-abber“, jetzt noch den neuen Sportchef ermitteln könntet, dann wäre „Matz ab“ ganz sicher in aller Munde, so hält sich das noch ein wenig in Grenzen. Am Sonntag findet ja beim HSV die Mitgliederversammlung statt, ich könnte mir schon vorstellen, dass Aufsichtsrats-Boss Horst Becker zu diesem Thema (ohne Ende?) einige Worte verlieren wird. Und vielleicht verrät er ja auch allen schon den Namen. Abwarten.

Ein kurzer Dank noch an “Dylan1941″, der den Spruch “Love ist in the air” hier bei “Matz ab” niederschrieb. Diese Zeile fand bei meinem Kollegen Marcus Scholz so viel Gefallen, dass er sie (bislang) übernommen hat. Aber auch hier gilt, abwarten.  Ob diese Zeile dann auch bei unseren Chefs Gefallen findet. Englisch kommt eigentlich nicht so gut an, aber sie ist für mich absolut klasse. Danke, Bob. Und abwarten, ob sie dann morgen im Abendblatt auch noch Bestand hat.

Und noch eine kleine Notiz, aber eine die wehtut: Bastian Reinhardt hat auf seinem Weg zum Comeback einen Muskelfaserriss erlitten und wird zunächst einmal ausfallen.

19.14 Uhr