Tagesarchiv für den 10. Januar 2010

Basti höchstpersönlich!

10. Januar 2010

Liebe Liebenden, würde Brisko Schneider jetzt sagen, es ist nur Minuten her, da ist auf dieser Wellenlänge ein geschätzter 350-Zeiler vom Stapel gelaufen. Nur mal so ganz nebenbei. Und dann schießt ein Trapper aus der Hüfte und mahnt doch glatt den Bastian Reinhardt an. Es ist unfassbar! Seid Ihr so ausgehungert? Ich hatte eigentlich folgendes Konzept: Erst das Fazit, dann, Jonny hat es mir von der Seele geschrieben, etwas sacken lassen und einige Stunden danach – aber immer noch an diesem Sonntag,  den Basti. Aber nein, hier wird gedrängelt. Und was mache ich, ich gutmütiges Schaf? Hier habt Ihr ihn, den Basti, live und in Farbe, es ist nichts verändert worden, nicht hinzu gefügt, es ist alles seins  – und es ist einfach nur klasse. Ich freue mich, dass ich ihn bekommen habe, ich freue mich auch für Euch. Viel Spaß beim Lesen.

Basti Reinhardts Gast-Kolumne für Matz ab:

Ein weiterer Meilenstein in meinem – noch immer kurzen – Leben ist erreicht. So schnell geht das im Fußballgeschäft. Eben noch Kaffee kochen für die HSV-Presseabteilung, jetzt schon schreiben für „Matz ab“. Ein Praktikant auf der Überholspur. Wenn meine Fußballkarriere ähnlich steil verlaufen wäre, hätte ich wohl mit 25 die Buffer an den Nagel hängen müssen. Die Titelsammlung wäre vollzählig und ich pappensatt. Dann hätte ich mich Jordan-like vergeblich im Baseball versucht und würde jetzt längst an meinem Handicap feilen. „Köpfe einziehen! Der Reinhardt steht am Abschlag.“ Wie öde. Es lief dann doch etwas anders. Mittlerweile bin ich vom Profifußballer zum Profifußballer – Schrägstrich – Kolumnist mutiert. Neuerdings benutze ich den Kopf auch mal zum Denken. Irgendwie erfrischend.
Warum hat mir das vorher keiner gesagt?

Aber abgesehen davon, dass man für das Schreiben und das Kicken ein gewisses Talent braucht, zumindest manche, gibt es auch noch entscheidende Unterschiede. Finger hoch, wer einen davon kennt! Nicht alle auf einmal! Ja da hinten in der letzten Reihe mit der Timo-Lange-Gedächtnisfrisur. Wie? Richtig, . . . der Puls zum Beispiel! Ich habe mich natürlich gleich einmal für eine hochkomplexe Versuchsreihe zur Verfügung gestellt, um das zu beweisen. Also Pulsgurt umgeschnallt und drauf los getippt. Eine Stunde später steht ’ne halbe DIN-A4-Seite bei durchschnittlichem Herzschlag von 65 zu Buche. Das ist kurz vorm Wachkoma. 60 Minuten Balljagd treiben meine Pumpe dagegen auf 160 Schläge im Schnitt. Wenn ich verloren habe auch schnell auf 180. Da kommt man schon ins Schwitzen.

Dafür habe ich nach den schriftstellerischen Ergüssen höchstens einen steifen Nacken. Nach einem typischen Trainingslagertag dagegen kommt das Gefühl auf, der Doc hat mich komplett eingegipst. Gott sei dank gibt es Fahrstühle. Eine wunderbare Erfindung. Vor dem Schlafengehen ein letzter Anruf bei der Rezeption, sie sollen ja morgen früh den Kran nicht vergessen. Alleine komm ich nie wieder hoch. Ein weiterer Unterschied zwischen Fußball und Schreiben ist meine absolute Lieblingstaste, auch salopp Löschtaste genannt. Fällt mir beim Tippen so ganz nebenbei auf, was für einen Schwachsinn ich da wieder verzapft habe, kommt diese dann höchst geschmeidig zum Einsatz. Wäre doch geil so ein Ding auch auf dem Spielfeld dabei zu haben, oder? Fehlpass Reinhardt, Konter, Gegentor! Uuups…! Und löschen, bitte! Aber nein, einmal kurz gepennt und schon bin ich der Depp.

Oder der Held. Soll es ja auch geben, hab ich mir sagen lassen. Es wäre auch zu schön. Während ich mir beim Schreiben reiflich überlegen kann, wen ich denn nun von hinten umgrätsche. Kommt es auf dem Rasen meist auf Millisekunden an. Das reicht gerade mal für die Entscheidung zwischen Knie oder Schienbein. „Huch, da war der Ball dabei. Das wollte ich wirklich nicht.“ So was kann dann schnell den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Wer zum Geier hat eigentlich den Satz erfunden: „Fußball ist ein Tagesgeschäft“? Muss ein Reporter gewesen sein. (Sorry, Dieter!) So ein Quatsch. Er ist ein Sekundengeschäft. Wie oft hab ich nachts wach gelegen und gedacht: Mensch hättest du doch. . . den Ball lieber ins andere Tor geschossen. . . . oder nicht den Gegner angespielt, sondern lieber den dicken Herren in Loge sieben.

Ja, hätte ich mal. Hinterher ist man ja immer schlauer. Da freut sich wiederum die Phrasensau. Des einen Freud, des anderen Leid. Und die Sau quiekt weiter, weil es einen Nachschlag gibt.

Neuerdings fragen mich auch alle, ob ich nicht in die Journaille wechseln will. „Du schreibst so lustig.“ Die haben wohl Angst, ich spiele bald wieder mit. Dann ist die Zauberei aber vorbei. Hackentrick kann schließlich jeder. Kopfball bis das Blut spritzt, da trennt sich die Feder vom Habicht. Ich und Reporter, das fehlte noch. Vielleicht noch vom „Büdelsdorfer Käseblatt“, was? Ich entschuldige mich jetzt schon, sollte es die Zeitung wirklich geben. Alles möglich. Bei dem Presseaufgebot, das heutzutage die heiligen HSV-Hallen belagert, würde mich das nicht wundern. Mensch, Dieter, das war doch früher nicht so, oder? Da habt ihr das doch noch zu dritt gemacht. Ihr drei Käse- äh…Tagesblätter. Bild, Mopo, Abendblatt, wie übersichtlich. Da wusste man als Spieler wenigstens noch, wem man jetzt auf die Glocke hauen muss.

„Ich geb dir gleich Note sechs. . . und zwar auf die Zwölf!“ Oder bei wem man sich ausheulen kann: „Mimimi…der Trainer hat…mimimi…mich schon wieder Susi genannt.“ Als wenn der das böse gemeint hätte, so hieß schließlich seine erste Frau. Aber nein. Alles wird so unüberschaubar. Heute diktierst du launig einem Schreiberling von „Du und Dein Hamster“ in den Block, dass der Rasen wirklich überirdisch grün ist. Morgen berichten sie in den Breaking News auf CNN: „Sensation in Hamburg/Germany!!! Der Rasen ist plötzlich grün.“ Soccer-Pro Bastian Reinhardt: „Ja. Es waren Außerirdische.“ Und schon bin ich der bekannteste deutsche Spieler weltweit. Das hätte ich nicht einmal geschafft, wenn ich Barack Obama mit einem Adidas-Stollenschuh Marke Predator beworfen hätte. Dabei sind die echt gut. Echt verrückt!

Und war das jetzt eigentlich schon Schleichwerbung, Dieter? Darf ich das überhaupt? Ich kenn mich wirklich nicht mehr aus. Das ist mir alles zu verwirrend. Mal ehrlich, habt Ihr nicht auch manchmal das Gefühl, alle denken, Fußball wäre das Wichtigste auf der Welt? Lächerlich, oder? Da gibt es doch noch andere Sachen. Ja, ehrlich. Ganz bestimmt gibt es die. Keine Ahnung, wo sie gerade stecken, aber irgendwann tauchen sie wieder auf. Tja, und bis dahin schreiben wir halt über Fußball, der Dieter und ich. „Der Profi und der Prakti“ sozusagen. Das wäre doch ein geiler Titel für eine neue Telenovela. Und schon fällt mir ein, es gibt doch auch noch Fernsehen. Na, Gott sei Dank! Da ist mir ja doch noch was eingefallen. Wofür so ein Kopf doch alles gut ist.

17.17 Uhr

Das Fazit von Belek

10. Januar 2010

Der HSV ist oben. Nach meinen Berechnungen jedenfalls, denn gegen 17 Uhr soll die Mannschaft in Fuhlsbüttel landen. Zurück aus dem Trainingslager. Es war in meinen Augen eine gelungene Vorbereitung, wenn auch ziemlich kurz. Aber mit diesem Manko müssen alle Bundesliga-Klubs leben, nun wird sich zeigen, wer damit am besten zurechtkommt. Der HSV blieb in seinen beiden Spielen in der Türkei, gegen Kayserispor und Besiktas Istanbul, ungeschlagen, der SC Freiburg, am kommenden Sonnabend Auftakt-Gast in Hamburg, verlor daheim gegen den FC Basel 1:2. Rückschlüsse sollte aber niemand daraus ziehen, ich erinnere in diesem Zusammenhang sehr gerne an den großen Adi Preißler (danke Benno!), der  einst einen klugen Fußball-Spruch kreiert hat: „Die Wahrheit ist auf dem Platz.“ Und zwar erst am Sonnabend, nicht schon jetzt.

Bevor der HSV wieder deutschen Boden betritt, möchte ich schnell ein Vorbereitungsfazit aus meiner Sicht ziehen.

Die Pluspunkte von Belek:

1.) Die Stimmung innerhalb des Teams war in dieser Woche hervorragend. Schon gut begonnen, dann wurde es von Tag zu Tag besser. Mental kann eine Mannschaft eigentlich nicht optimaler in die Rückrunde starten, es ist ein Wir-Gefühl zu spüren, zudem hat sich das Team viel Selbstvertrauen geholt.
Es wurde gut trainiert. Okay, ich gebe zu, wenn ich so etwas lese, dann gerate ich schnell auch mal in Rage. Denn das „gut“ ist natürlich selbstverständlich. Gut sage ich aber auch deshalb, weil Bruno Labbadia grundlegende Dinge üben ließ. Der Trainer weiß genau, wo er die Hebel anzusetzen hat, er kennt die Schwächen seiner Mannschaft – und daran wird gefeilt. Er ließ zum Beispiel emsig „gegen den Ball“ arbeiten, denn die HSV-Defensive beginnt bereits im HSV-Angriff. Damit alle wissen, wie sie es in Zukunft – gemeinsam (ist das Zauberwort) – anzupacken haben, wurde immer wieder geprobt. Auch natürlich wie es „mit dem Ball“ zu laufen hat.

2.) Es gibt, bis auf kleinere Blessuren, keine neuen Schwerverletzten, alle sind „heil“ geblieben. Das ist bei diesem Anti-Lauf, den der HSV im personellen Bereich hat, keineswegs selbstverständlich. Bei der Knieverletzung, die sich Mladen Petric kurz vor Trainingslager-Ende zugezogen hat und die ihn zum Pausieren gegen Besiktas zwang, soll es sich um eine „Kleinigkeit“ handeln. Und Eljero Elia sowie Marcus Berg sind ja bereits mit ihren Verletzung nach Belek angereist, bei beiden Spielern besteht die Hoffnung, dass sie gegen Freiburg doch zum Einsatz kommen können – Berg hat dabei die Nase vorn.

3.) Tomas Rincon bleibt ein dicker Pluspunkt. Er flog einmal um die halbe Welt, um schließlich in Belek anzukommen. Nachts um ein Uhr betrat er das Hotel, um 7.45 Uhr nahm er an der ersten Trainingseinheit im Kraftraum teil. Dann absolvierte er die beiden Einheiten auf dem Platz so, als hätte er keine Weltreise hinter sich, der Junge gibt Gas, der kennt kein Ausruhen, der gibt immer alles. Aus solchem Holz sind Publikumslieblinge geschnitzt.

4.) Der HSV hat zwei gute Torhüter. Im Grunde genommen sogar drei, denn auch den talentierten Tom Mickel zähle ich aufgrund seiner guten Trainingsleistungen dazu. Frank Rost ist unangefochten die Nummer eins, aber Wolfgang Hesl steht bereits dicht dahinter – das zeigte er im Besiktas-Spiel ziemlich eindrucksvoll.

5.) Marcell Jansen setzt seinen Höhenflug auch 2010 fort. Beweis dafür sind nicht nur die beiden Spiele gegen Kayserispor und Besiktas, sondern auch die sehr guten Trainingsleistungen. Jansen gibt immer 100 Prozent. Bleibt zu hoffen, dass er verletzungsfrei bleibt.

6.) David Rozehnal scheint nach seiner glanzvollen Vorstellung beim 2:1-Erfolg gegen Werder Bremen einen Sprung nach vorn gemacht zu haben. Er trat in Belek, so meine Beobachtungen, ein wenig selbstbewusster auf, als noch in den Wochen im Herbst, als ihm kaum einmal ein gutes Spiel gelang. Auffällig war, dass sich Kapitän David Jarolim oft um seinen Landsmann kümmerte, beide waren in diesen türkischen Tagen ein oft gesehenes Pärchen. Vielleicht hilft es ja doch etwas – gerade noch rechtzeitig.

7.) Dennis Aogo scheint sich, so wie es im Moment aussieht, für Deutschland als „seine“ Nationalmannschaft entschieden zu haben. Er hat für Nigeria den Afrika-Cup abgesagt, nun wolle er sich, so sagte er es mir, „erst einmal Zeit lassen“, denn so wichtig ist ihm dieses Thema wohl doch noch nicht. Da Aogo aber auch ein Mensch ist, der nicht so gerne fliegt, könnte ich mir vorstellen, dass er lieber den deutschen Fluglinien vertraut, als allen anderen – um es einmal vorsichtig zu formulieren.

8.) Die Rasselbande des HSV konnte sich im Training zeigen. Das ist ein dicker Pluspunkt sogar. Bruno Labbadia hat sich einen längeren Eindruck von der Leistungsfähigkeit der Talente verschaffen können, nun weiß der Trainer, auf wen er bauen kann. Und auf wen er noch eine Weile wird warten müssen.

9.) Die Organisation des Trainingslagers lag in den Händen des Bremer Torwart-Idols Dieter Burdenski und seiner Firma. Es ist also nicht alles schlecht, was von der Weser kommt, denn in den Tagen von Belek gab es keine einzige gravierende Panne. Vom fehlenden Internet-Anschluss in den Anfangstagen einmal abgesehen, aber auch dieses Manko wurde abgestellt. Das Hotel war super, das Essen überragend, der Trainingsplatz erstklassig und – das Wetter hervorragend. Es hat alles gepasst.

10.) 17 Elfmeter wurden gegen Besiktas  verwandelt. Einige davon zwar mit viel, viel Glück, zugegeben, aber sie waren doch drin. Das hat es beim HSV, das behaupte ich einfach einmal noch nie gegeben, das war klasse. Die Jungs zeigten Nervenstärke, und das wird eines Tages ganz sicher auszahlen. Kompliment.

Die Minuspunkte von Belek:

A) Da muss an erster Stelle natürlich der „Fall Ze Roberto“ stehen. Dass der Brasilianer das Trainingslager schwänzte, ist nicht zu entschuldigen. Die gesamte Geschichte wäre für mich dann entschuldbar gewesen, wenn er sich VORHER bei Bruno Labbadia abgemeldet hätte. Wenn Ze Roberto seinem Trainer erklärt hätte, dass es gravierende private Probleme gibt, dann wäre Labbadia sicher der letzte gewesen, seinem Spieler keinen Sonderurlaub einzuräumen. Aber so? Erst Tage später eine Rückmeldung? Das ist einfach nur schwach. Und das bleibt auch nur schwach, egal wie man es dreht und wendet. Und es wird auch sicher noch ein Nachspiel geben, was die Gemeinsamkeiten zwischen dem Spieler auf der eine Seite und Trainern, Mannschaft und Verein auf der anderen durchaus ein wenig beeinflussen könnte.

B) Lange Zeit hieß es – über den Daumen gepeilt – stets, dass zur Rückrunde bis auf den wirklich schwerer verletzten Paolo Guerrero eigentlich alle Spieler wieder dabei sein dürften. Das aber ist auf keine Fall zur Realität geworden. Alex Silva, Collin Benjamin und Romeo Castelen benötigen noch einige Wochen, um wieder „voll“ da zu sein. Leider.

C) Jetzt wird schon wieder um eine wichtige Stütze gebangt. verlässt Jerome Boateng, dessen Vertrag noch bis 2012 läuft, im Sommer den HSV? Vieles spricht dafür, denn: Die festgeschriebene Ablösesummer beträgt bei einem vorzeitigen Wechsel nur zwölf Millionen Euro. Ich sage bewusst „nur“, denn: Für den nach meiner Meinung nach zurzeit besten deutschen Abwehrspieler sind zwölf Millionen eine fast lächerliche Summe, die von einem „Großen“ (zum Beispiel Real, ManU, Barcelona, Arsenal) aus der Portokasse beglichen werden kann. Kommentar von Bruno Labbadia zu diesem wunden HSV-Punkt: „Es ist immer schlecht, wenn man das Heft des Handelns nicht in den eigenen Händen hält.“ Wenn man zwischen diesen Zeilen des Trainers hört (und liest), dann ist eine gewisse Resignation bereits erkennbar, oder täusche ich mich?

D) Die Standards. Ein immer wiederkehrender Punkt, und zwar schon seit Jahren. Ein Thema, dass in mir auch stets eine gewisse Unzufriedenheit auslöst. Es sollten in Belek Standards geübt werden, es wurde auch – aber viel zu wenig. Eckstöße wurden, so lange ich dabei war, nicht trainiert, Freistöße in meinen Augen auch nur halbherzig. Das sage ich so offen, weil ich glaube, dass es da beim HSV noch einen großen, nein, einen riesigen Nachholbedarf gibt. Es genügt nicht, Freistöße aus 20, 25 oder 30 Metern ins Tor zu schießen, dazu gehört mehr. Pfiffigkeit, Ideen, Überraschungsmomente – richtig einstudierte Sachen. Da muss deutlich mehr getan werden, aber das kann nicht in den nächsten (eiskalten) Wochen geschehen, sondern dann, wenn es wieder wärmer wird. Denn beim Herumstehen der Spieler, das sich zwangsläufig ergibt, könnte es Erkältungen geben.

E) Die Personalie Guy Demel. Plötzlich tauchte der Name Sunderland auf. Mit dem Verein von der Insel wurde (und wird) der Ivorer in Verbindung gebracht, und es ist etwas dran. Vielleicht aber war auch nur etwas dran, denn in den letzten Tagen wurde dieses Thema ziemlich rasant heruntergefahren. Fest steht für mich allerdings: Sollte der HSV in dieser Wechselperiode doch noch einmal zuschlagen (wollen), so muss ein Spieler verkauft werden. Nur so geht es! Und für Demel bekäme der HSV jene Millionen, die er benötigt, um eine Soforthilfe (und keine Ergänzung wie im Januar 2009!) verpflichten zu können.

F) Mickael Tavares hat es im Abendblatt laut und deutlich gesagt, er will Hamburg und den HSV verlassen. Das ist gut so, denn er bringt diese Mannschaft nicht wirklich weiter. Er bringt auf der anderen Seite aber auch nicht jene Millionen, die der HSV für einen (oder zwei?) neuen Spieler dringend benötigen würde. Das sich ein Spieler wie Tavares so öffentlich für seinen Abgang stark macht, kann aber dem Teamgeist ganz sicherlich nicht förderlich sein. Ich glaube jedoch, dass sich da bis Ende Januar noch etwas tun wird, ich prognostiziere einmal, dass Ihr Mickael Tavares im Februar nicht mehr im HSV-Trikot erleben werdet.

G) In Belek ließ Bruno Labbadia verlauten, dass der in diesem Sommer zum 1. FC Nürnberg ausgeliehene Eric-Maxim Choupo-Moting wieder zum HSV zurückkehren wird, zurückkehren will. Ein leidiges Thema. Der „Club“ trainierte ja in diesen Tagen ebenfalls in Belek, es gab da natürlich auch einige deutsch-deutsche Kontakte. Auch zwischen uns deutschen Schreiberlingen. Im Frankenland schütteln sie, so wurde mir glaubhaft versichert, wie zuvor bereits in Hamburg, die Köpfe über Vater Choupo-Moting. Der kann seinen Sohn einfach nicht loslassen, was sogar schon der FCN-Mannschaft aufgefallen ist. Auch die Spieler witzeln über dieses total ungewöhnliche Vater-Sohn-Klammer-Verhältnis, unter dem der Filius ganz elementar zu leiden hat. Geht diese Leidenszeit dann auch im Sommer in Hamburg weiter? Es ist wohl noch zu befürchten.

H) Die Rasselbande. Die jungen Leute aus Rodolfo Cardosos Zweiter spielten in Belek vor, aber da fehlt doch noch einiges. Sie müssen nachsetzen, ganz klar, denn Talent haben sie wirklich alle. Wie schrieb hier einmal ein User: Der Profi-Fußball ist kein Streichelzoo. Sie müssen alle auch körperlich zulegen, zudem mental und auch in Sachen Schnelligkeit und Technik. Stürmer Maximilian Beister scheint von allen am weitesten zu sein, ihm traue ich in nächster Zeit den Sprung zu; Abwehrspieler Henrik Dettmann folgt als meine Nummer zwei. Schade für Mittelfeldspieler Sören Bertram, dass er diesmal nicht dabei sein konnte (schulische Gründe), sonst hätte er sich eventuell in den Vordergrund spielen können, denn ihm wird ja nachgesagt, dass er das zurzeit größte HSV-Talent ist.

16.16 Uhr