Tagesarchiv für den 16. Dezember 2009

“Didi” hat ihn – und die Sprechstunde

16. Dezember 2009

Erster! Damit kann sich nun Dietmar Beiersdorfer rühmen. Der ehemalige Sportchef des HSV ist bekanntlich in österreichischen RB-Diensten und seine erste Amtshandlung war, einen Sportchef zu finden. Und er hat schon einen! Für die Fußballer der New York Red Bulls. Es ist sogar ein Bekannter. Der Norweger Erik Soler, inzwischen 49 Jahre alt, kickte einst in der Saison 1984/85 für den HSV, brachte es im Mittelfeld auf 25 Erstliga-Einsätze. Der ehemalige Profi war zuletzt – gemeinsam mit einem Kumpel – Inhaber des norwegischen Klubs Start Kristiansand, zudem gehörte Soler eine Sport-Agentur. An ihn erinnerte sich „Didi“ Beiersdorfer nun, verhandelte mit ihm und erzielte Einigkeit. Der ehemalige Hamburger Soler ist nun bereits für die New Yorker tätig, denn die neue Saison in Amerika beginnt im März.

So, Ihr werdet es nicht gemerkt haben, aber wir sind nun am Anfang einer Sprechstunde. Es liegt viel an, wobei ich zugebe, dass ich ganz sicher noch nicht alles lückenlos aufgearbeitet habe. Verzeihung. Und wer sich mit einer Frage noch nicht wieder gefunden hat, sie aber unbedingt beantwortet haben möchte, der sollte sich nicht scheuen, sie (bitte, bitte) noch einmal zu stellen.

Und wo ich gerade bei Abbitte leisten bin: „Nebraska63“ hatte mir kürzlich den Unterschied zwischen „viel und fiel“ vor Augen gehalten – ein ganz bitterer Moment in der noch jungen „Matz-ab“-Geschichte. Ich gehe in mich, aber ich kenne nach 25 Jahren beim Abendblatt sehr wohl den Unterschied, erinnerte mich nur aus Zeitgründen nicht mehr rechtzeitig genug daran – auch weil es ja einige Drängler unter Euch gibt, denen die lange Warterei auf den Geist geht. Dafür habe ich durchaus Verständnis, mein Bestreben ist es deshalb, so schnell wie möglich mit dem nächsten Beitrag vom Hof zu kommen. Und dann bin ich eben fiel zu flusig – nein, im Ernst, ein wenig viel zu flusig.

So, zurück in die Sprechstunde, die erste Frage kommt von „illuminatus“: Warum heißt die HSV-Anlage Ochsenzoll und nicht Norderstedt. Das liegt eventuell daran (genau weiß ich es leider nicht), dass dort, wo das Gelände ist, eigentlich Niemandsland war. Flaches Land, keine oder kaum Häuser. Und Ochsenzoll hieß damals schon das untere Land Richtung Hamburg. Heute würde ich es dem Norderstedter Stadtteil Harksheide zuordnen, damals, das heißt 1965, als der ehemalige HSV-Präsident Paul Hauenschild seinem Klub das Gelände schenkte, lag die Fläche oberhalb von Ochsenzoll – also hieß es wohl auch Ochsenzoll. Bei Gelegenheit werde ich mich aber bei einem Alt-Norderstedter ganz genau erkundigen.

„Peter“ fragte, ob David Jarolim seine Lobeshmyne über David Rozehnal tatsächlich ernst meinen würde? Ich glaube ja, das hat auch nichts damit zu tun, dass die beiden Spieler Landsleute sind. Immerhin hat der Innenverteidiger einige Länderspiele mehr auf dem Buckel als der HSV-Kapitän, diese Tatsache wird von „Jaro“ offensichtlich anerkannt. Und: Er kennt Rozehnal sicher auch um einiges besser.

„Eiche Nogly“ erkundigte sich nach Lothar Matthäus, ob der eventuell Sportchef werden könne? Ich hoffe nicht. Sage ich ganz ehrlich. Auch wenn ich damit in die Gefahr gerate, dass mir der „Loddar“ mangelnden Respekt – ihm gegenüber – unterstellen dürfte. Der Herr Matthäus ist ein „Dampfplauderer“, er redet viel und sagt wenig, so stelle ich mir einen HSV-Sportchef nicht vor. Und wenn ich sehe, dass er bei jedem Fernseh-Interview stets und ständig eine Hand in der Hosentasche hat, fällt mir ohnehin nicht viel mehr zu ihm ein. Matthäus, nein danke!

„HSV Jonny“ hat einst eine Frage gestellt, die ich unbeantwortet ließ (sorry), aber das war auch nur flusig, hat nichts mit einem „Kassenpatienten-Dasein“ zu tun. Also, „Jonny“, bitte wiederhole Deine Frage. „Macke“ wollte wissen, was aus de ausgeliehenen Spielern am Ende dieser Saison wird? Sidney Sam, derzeit überragender Spieler des 1. FC Kaiserslautern, hat noch eine Saison lang einen Vertrag mit den Pfälzern (also bis Mitte 2011), Eric-Maxim Choupo-Moting kehrt (wohl), so ist es vereinbart, im Sommer 2010 aus Nürnberg zurück nach Hamburg, Änis Ben-Hatira aus Duisburg ebenfalls – wenn nicht noch über eine Änderung verhandelt wird.

„Dr Jimmy 69“ fragte, ob der Franzose Gerard Houllier noch in der Verlosung für den neuen HSV-Sportchef ist? Ich habe den Namen damals (2008) nur als HSV-Trainer gehört, nicht aber als Beiersdorfer-Nachfolger.

In diesem Zusammenhang wollte „Horst Schlau“ wissen, was mit Dieter Hoeneß (ehemals Hertha BSC und VfB Stuttgart) ist? Nichts, so denke ich, denn von Berliner Kollegen weiß ich, dass der „Bruder“ nicht halb so gut sein soll wie der Uli, und zudem hat Bernd Hoffmann nicht gerade das beste Verhältnis zu Hoeneß, weil der HSV ja in den vergangenen Jahren etliche Talent von Hertha „abgezogen“ hat, wenn ich da nur an Jerome Boateng denke. Ebenfalls zu diesem Thema passen die Fragen nach Thomas von Heesen und Uli Stein. Der HSV-Aufsichtsrat schweigt ja beharrlich, deswegen weiß niemand etwas Bestimmtes, aber: Stein stand meines Wissens nie auf der Liste, von Heesen auch nicht – was ich für fahrlässig halte, aber das ist ein anderes Thema.

„Volker Schindler“ verglich Piotr Trochowski und Marcell Jansen, was meiner Meinung nach nicht sein darf, denn beide Spieler haben eine total andere Spielweise. Trochowski ist dribbelstark, ist technisch super, ist aber auch nur halb so schnell wie Jansen, der wesentlich dynamischer ist. Beide allerdings haben einen unglaublich harten und präzisen Schuss. Und was Trochowski seinem Nationalmannschafts-Kollegen voraus hat ist die Tatsache, dass er mit links und mit rechts schießen kann – da kann Jansen (noch) nicht mithalten. Ich denke aber, dass sehr wohl beide Spieler gemeinsam in der HSV-Mannschaft zu Einsatz kommen könnten, der eine links, der andere rechts.

Angefügt sei die Frage von „Lupo“, der wissen wollte, was mit Piotr Trochowski los ist? Ja, das weiß keiner ganz genau. Ich persönlich glaube ja, dass er sich viele, viel zu viele Gedanken macht, und dadurch nicht (immer) zu seinem Spiel findet. Ich weiß ja, dass er bei Euch den einen oder anderen „Gegner“ hat, weil er einst ein wenig zu optimistisch von anderen Klubs im Ausland geplaudert hat, aber diese Phase ist längst vorbei. Ihr werdet hoffentlich festgestellt haben, dass „Troche“ zuletzt kaum noch ein Interview gegeben hat, auch nicht vor der Kamera – und das macht er mit Bedacht. Er schweigt seit Wochen beharrlich, wenn er um ein Interview gebeten wird, er macht um jedes Mikrofon einen großen Bogen, um so verlorenen Boden wieder gut zu machen. Ich hoffe, dass Ihr das honorieren werdet.

Nochmals „Eiche Nogly“ (wie immer fleißig!) erkundigte sich nach Ricardo Moniz. Ob der Technik-Trainer nicht eher etwas für junge Leute sei. Ist er (wohl) in meinen Augen in der Tat, ich sehe es jedenfalls so. Und nicht nur ich, denn ich unterhielt mich zu Jahresbeginn (also schon etwas her) mit einem etwas älteren Stammspieler über Moniz, und der sah es ganz genau so. Zumal die mitunter sehr laute und auch schroffe Art des Niederländers nicht immer bei jedem Spieler ein offenes Ohr findet. Übrigens: Der Vertrag von Ricardo Moniz, der ja 2008 von Martin Jol „mitgebracht“ wurde, läuft im Sommer 2010 aus, wie es dann weiter geht, steht in den Sternen, es gab noch keine Gespräche (jedenfalls bis vor einigen Tagen nicht).

„Tante Käthe“ (und einige andere „Matz-abber“) hatte Angst, dass Joris Mathijsen in der kommenden Winterpause zum VfL Wolfsburg wechseln könnte, aber diese Angst teile ich nicht, denn: Mathijsen will sich doch wohl nicht verschlechtern, oder? Also ich erkenne da keinerlei Gefahr, weiß aber natürlich, dass die Wolfsburger dringend den einen oder anderen Abwehrspieler benötigen, denn bislang spielen sie in dieser Saison noch total ohne.

„HSVboerni“ wollte wissen, warum Tolgay Arslan zu Saisonbeginn nicht für die Europa League gemeldet wurde. Ich hoffe nicht, dass ich jetzt etwas Falsches erzähle: Arslan kam zu Saisonbeginn aus Dortmund, spielte nicht so die Rolle, um ihn international zu melden (es dürfen 25 Spieler bei der Uefa gemeldet werden), denn niemand ging beim HSV von einer so langen Verletztenliste aus. Dass nun Maximilian Beister und Sören Bertram nachgemeldet wurden, liegt daran, dass sie nicht älter als 19 Jahre sind, und dass sie, so die Voraussetzung, mindestens schon zwei Jahre für den HSV spielen (in der Jugend also). Dieses Kriterium wurde von Arslan nicht erfüllt, andernfalls hätte auch er nachgemeldet werden können.

„Dylan 1941“ fragte mich, welche „Siegsserie“ ich bei Werder Bremen gesehen hätte. Tut mir Leid, für mich waren 23 Spiele, in denen der Klub von der Weser ungeschlagen war, eine ganz, ganz kleine Siegsserie – muss aber auch nicht sein. Ich lege auf dieses Wort keinen gesteigerten Wert.

„Benno Hafas“ und „HSV Jonny“ erkundigten sich nach dem nächsten Nähkästchen, „Jonny“ vermutete schon, ich hätte es bei „ebay“ versteigert, dem ist aber nicht so. Das nächste Nähkästchen folgt bestimmt, aber ich denke auch an die Weihnachtszeit, das wird ein wenig weniger Fußball gespielt, und trotz allem sollte es ja ein bisschen „Matz ab“ geben. Oder? Außerdem hatte ich, sensibel wie ich bin, den Verdacht, dass hier die Nähkästchen nicht immer auf wohlwollendes Verständnis stoßen. . .

„AndyCap“ fragte nach den Standards, die ja im Training stetig geübt werden, im Spiel aber noch lange nicht genug Gefahr einbringen. So ist es wohl. Dennoch sage ich: Es wird immerhin geübt, mehr, und das ist erfreulich. als in den vergangenen Jahren, aber gut Ding will auch in diesem Falle Weile haben. Es ist Geduld erforderlich, über Nacht ist da wirklich keine Wunderheilung zu erwarten. Leider.

„Martin“ wollte wissen, ob es Kollegen unter den Schreiberlingen gibt, die mit Bedacht Noten an Spieler vergeben, um damit einen gewissen Zweck zu erfüllen. Ohne näher ins Detail gehen zu wollen muss ich eindeutig antworten: ja! Das wollte mir Felix Magath damals gesagt haben, als er mir gegenüber zu gab: „Du kannst jeden Spieler mit den Noten kriegen.“ Weil, das berichtete er mir damals auch, die Spieler am Sonntag nach den Sonnabends-Spiele morgens in die Kabine kamen, dort lag die Bild am Sonntag – und alle stürzten sich wegen ihrer Noten darauf. Einige frohlockten, andere wiederum fluchten laut. . . So geht’s.

Bei der Gelegenheit: „Tante Käthe“ fragte auch danach, ob ich der Schreiberling sei, der kürzlich von Manfred Kaltz beschimpft wurde. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wenn die ewige Nummer zwei und ich uns getroffen haben, waren wir (auch kürzlich noch) eigentlich immer ein Herz und eine Seele. Damals, zu seiner Zeit, war ich einer von drei Schreiberlingen, die ihn auch privat anrufen durften. Also ich denke, dass ich damit nicht gemeint sein kann, kann mir aber auch nicht vorstellen, wen er damit gemeint haben könnte. Werde ihn mal ansprechen, wenn wir uns mal wieder treffen.

Die schon sehr alte Frage nach dem Verbleib von „Nando“ (sorry, geändert, die Redaktion – also Matz ab selbst) kann ich immer noch nicht beantworten, da ich den Spielerberater, der ihn damals nach Hamburg vermittelt hatte, nicht erreiche. Immer noch nicht. Oft versucht, nichts erreicht. Nur eine Frauen-Stimme aus Brasilien hörte ich immer wieder, und die sagte mir, dass ich diesen Herren zurzeit nicht sprechen kann. Wird aber dran geblieben, versprochen.

Die ebenso alte Frage, ob der HSV noch einen Psychologen beschäftigt, kann ich mit einem klaren „nein“ beantworten. Der letzte Trainer, der einen Mann dieser Art beschäftigte, war Thomas Doll, er brachte einen Psychologen namens Jürgen Lohr mit, nahm ihn später auch mit nach Dortmund. Aber auch dort, wie schon beim HSV, stieß seine Arbeit nicht oft (genügend) Gegenliebe. Bruno Labbadia verzichtet (noch) auf psychologischen Beistand, er ist selbst der Mann, der mit viel Einfühlungsvermögen mit seinen Leuten spricht.

„Digga“ wollte wissen, warum seine Kommentare nicht immer sofort erscheinen, sondern teilweise freigegeben werden müssen. Also: „Neulinge“, die erstmalig schreiben, müssen freigegeben werden. Und dann gibt es solche Fälle, dass manchmal ein „Alteingesessener“ hängen bleibt. Das ist vielleicht bei jedem 50. Beitrag der Fall, meiner Meinung nach wahllos – und wird dann von mir bereinigt. Nicht immer sofort, aber auch mir sollte der eine oder andere User zugestehen, dass ich nicht immer „auf Sendung“ bin, sondern gelegentlich etwas anderes zu tun habe – auch privat sogar. Quintessenz: Verzweifelt nicht, wenn es mal hakt, bewahrt die Ruhe, bringt Geduld auf und habt Verständnis für mich, dass ich eventuell auch etwas anderes zu tun habe.

So, das soll es erst einmal gewesen sein. Übrigens, die neue Bundesliga-Saison 2010/11 beginnt am 20. bis 23. August – für alle, die danach ihren Urlaub planen möchten.

Übrigens: Werders 3:0-Spaziergang gegen nur im Meckern großartige spanische Bubis in Bilbao gefällt mir gar nicht so sehr. Die Bremer wurden von den Basken gar nicht gefordert, das ist ja nicht einmal ein Trainingspielchen. Hoffentlich gibt es da keine ungleichen Voraussetzungen – obwohl ich es stark vermute. Allein schon wegen des um einen Tag späteren Spiels. Und wenn dann noch die Israelis ordentlich zur Sache gehen sollten, dann. . . Ich will es nicht beschreien.

Und nun eine allerletzte Anmerkung: In dieser Woche hat es noch keinen richtigen Zoff unter uns gegeben – toll! Und weiter so. Hat die Toleranz gesiegt? Oder ist es einfach nur die Ohnmacht? Die Kapitulation? Egal, ich freue mich darüber, auch deshalb, weil es zuletzt auch viele, viele sehr lesenswerte und inhaltsreiche Beiträge gegeben hat. Weiter so!

Ich melde mich, falls nicht etwas ganz Wichtiges, Eiliges oder Unvorhergesehenes passiert, nach dem Spiel in Tel Aviv wieder. Bis dahin wünsche ich allen einen schönen und erfolgreichen Tag, der mit einem HSV-Sieg enden sollte.

23,24 Uhr

Die Suche nach dem “dritten Mann”

16. Dezember 2009

Die Sache mit dem Sportchef. Irgendwie unheimlich für mich. Unheimlich langatmig. Wie damals die Suche nach einem neuen Trainer – bis nach Monaten Martin Jol denn schließlich gefunden wurde. Immerhin ein im europäischen Spitzenfußball klangvoller Name. Wenn es denn mit dem neuen Sportchef ähnlich läuft, könnte ich mich damit anfreunden – wenn. Aber das ist ja nicht garantiert. Mir schwebt ja immer noch vor, was mit ein HSV-Rat schon vor Monaten, als es noch warm war in Hamburg, über den neuen Sportchef sagte: „Wir werden keinen Anfänger nehmen, sondern einen Mann, der Erfahrung hat, der unseren HSV dann wieder zurück in die internationale Spitze führen soll.“ Klang damals gut, klingt heute auch noch gut – aber die Namen, die nun gehandelt wurden?

Sind das die Namen, die den HSV wieder ganz nach oben, auf Augenhöhe zu Manchester United, Real Madrid, FC Barcelona, FC Chelsea oder auch Arsenal London führen? Horst Heldt, Martin Bader Jörg Schmadtke? Ich habe da meine leisen Zweifel.

Die Suche (oder doch eher die Posse?) kann sich nun, so die Räte, noch bis in den Februar hinziehen. Und trotz aller Dementi ist Horst Heldt auch weiterhin ein heißer Kandidat für den HSV. Mir scheint es so, als wolle der frühere Mittelfeldstratege nur Ruhe beim zurzeit schwer angeschlagenen VfB Stuttgart einkehren lassen, denn würde er jetzt nach Hamburg wechseln, so bräuchte er sich im Ländle ganz sicher nie wieder sehen lassen.

Was für Heldt sprechen würde ist die Tatsache, dass ihn eins der große Felix Magath zum Sportchef beförderte, nachdem es auf dem Rasen nicht mehr so gut lief für den kleinen Dribbelkünstler. Und noch etwas spricht für Heldt: Magath wollte ihn auch damals mit zum VfL Wolfsburg nehmen, doch Heldt und Stuttgart verweigerten die Zusage – dann machte es Magath in Personalunion selbst. Aber dass Felix ihn haben wollte, dass ist der Beweis, dass Heldt nicht ganz so schlecht ist, denn ein Magath holt sich ganz sicher keine „Laus in seinen Pelz“.

Ob Heldt aber nach Hamburg passen würde? Und vor allem zu Bernd Hoffmann? Fragen, die ich nicht beantworten kann. Ich frage mich allerdings auch, und das schon eine geraume Zeit, warum die Aufsichtsräte nicht mehr nach einer „internen Lösung“ Ausschau gehalten haben. Ihr habt Namen vorgeschlagen, ich habe vor Monaten meine persönlichen Favoriten genannt, aber die wurden allesamt ignoriert. Weil es ein „gestandener Sportchef“ mit Erfahrung sein sollte. Dieses Argument halte ich geradezu für absurd, für total lächerlich. Wir erinnern uns: Kürzlich trat der Vater aller Manager ab: Uli Hoeneß. War der vorher, bevor er den Job beim FC Bayern übernahm, auch schon ein „gestandener“ Manager mit unheimlich „großer Erfahrung“? Natürlich nicht. Und was war mit Heldt? Der war VfB-Spieler – bis Magath befand, dass es für die Leistung auf dem Rasen nicht mehr ausreichte – und dann wurde der nun so vom HSV umworbene Horst Heldt von einem Tag zum anderen VfB-Manager. So geht das in diesem Metier.

Und deshalb frage ich mich, warum es beim HSV nicht so geht? Ich hatte damals Richard Golz vorgeschlagen, noch immer in Lohn und Brot beim HSV. Und auch Thomas von Heesen, der zurzeit Trainer auf Zypern ist. Namen, die Stallgeruch haben. Aus Eurem Kreise kam der Vorschlag Nico Hoogma. Kurios: Der war zuletzt Spieler bei Heracles Almelo, dann – von einem Tag zum anderen – Manager von Heracles Almelo. Und? Habt Ihr Euch einmal angesehen, wo der einstige Abstiegskandidat, der über Jahre nur um den Klassenerhalt kämpfen und zittern musste, heute steht? Hoogma scheint keinen ganz so schlechten Job zu machen, oder? Obwohl er keine große Erfahrung in seinem neuen Job hatte.

Ich behaupte ja, dass Männer, die über Jahre Erfahrungen im Profi-Fußball-Bereich gesammelt haben, und die dazu viel „in der Birne“ haben (wie Golz, von Heesen und Hoogma), geradezu prädestiniert dafür sind, als Manager zu arbeiten. Wenn sie dazu auch noch den HSV wie ihre Westentasche kennen, kann das ja nur von Vorteil sein. Dann allerdings müssten die Herren Räte, die nach dem ganz großen Namen fahnden, eben noch kurz über ihre Schatten springen und sich zu einer solchen internen Lösung durchringen. Das wollen sie aber ganz offensichtlich nicht.

Wobei ich mich frage, nach welchen Kriterien die Suche bislang ging – und wie sie nun weitergehen soll? Denn wer hatte einst die Idee, Roman Grill, einen „gestandenen und erfahrenen Manager“ (???) beim HSV als Sportchef zu installieren? Grill, der schon unheimlich viele Erfahrungen im Profi-Fußball gesammelt hat (???), fiel zum Glück durch das Raster, aber wer garantiert, dass es nicht irgendwann einen neuen „Grill“ geben wird?

Eine weitere Frage ist übrigens auch die: Braucht der HSV überhaupt einen neuen Sportchef? Funktioniert es nicht auch mit der Doppelspitze Hoffmann/Labbadia? Bislang klappte das doch, warum müssen Millionen ausgegeben werden, um den „dritten Mann“ zu finden? Und: Hat der HSV nicht eventuell schon einen Kandidaten, ohne dass er bisher entdeckt wurde? Ich meine nicht nur Richard Golz, sondern auch einen weiteren ehemaligen Profi: Marinus Bester. Er wurde mir kürzlich von einem einst ranghohen HSVer zugeflüstert – und ich muss sagen, dass ich Gefallen an diesem Namen und an dieser Vorstellung gefunden habe. Bester war Stürmer bei etlichen Vereinen, hat also eine gewisse Erfahrung gesammelt, und er bekleidet seit Jahren schon den Posten des HSV-Teammanagers, leistet auf dieser Position gute bis ausgezeichnete Arbeit – weil auch er „etwas in der Birne“ hat.

Meine Herren Räte, nehmt doch bitte, bitte einmal die Scheuklappen ab, sucht nicht nur nach den „ganz großen (???) Namen wie Heldt, Bader, Schmadtke oder Grill (statt Hoeneß, Netzer und Co), sondern seht Euch auch einmal in den eigenen Reihen um. Vielleicht könntet Ihr Euch dann eines Tages mit dem Prädikat schmücken, den Nachfolger von Uli Hoeneß entdeckt zu haben. Ihr, Ihr ganz allein.

Kleine Anmerkung am Rande: Das “Matz-ab”-Treffen am 19. Februar findet, das wurde ja kürzlich hier und an dieser Stelle beschlossen, um 19 Uhr (in der Raute)  statt. Und: Selbstverständlich könnt Ihr noch immer dabei sein, es gibt dafür keinen Anmeldeschluss.

12.50 Uhr

In eigener Sache
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