Monatsarchiv für November 2009

Eine kleine Sprechstunde

29. November 2009

Natürlich, es ist alles ziemlich schlimm. Dennoch behaupte ich: Das Schlimmste an diesem 1:1 in Mainz war nicht der Verlust zweier Punkte, auch nicht das Spiel an sich, auch die Fehlentscheidungen des Schiedsrichters Manuel Gräfe nicht, der Torun zurückpfiff und dann vor dem 1:1 auf Eckball entschied und nicht auf Abstoß, nein, es war dieser üble Tritt von Noveski gegen Eljero Elia in der 14. Minute. Dieses Foul bringt mich immer noch auf die Palme, das war ganz, ganz fies, das war unglaublich – und glatt Rot. Aber auch ich werde diese Entscheidung nicht mehr zurück drehen, es bleibt bei nur „Gelb“. Zum Glück für den HSV und Elia besteht aber die Hoffnung, dass doch kein Band gerissen ist. Noch in Mainz sprach Elia davon, dass er glaube, dass nichts gerissen ist, sondern nur geprellt. Das wäre natürlich schön – und das wiederum für Elia und den HSV.

Morgen soll die Untersuchung des Knöchels erfolgen, dann sehen wir klarer, bis dahin bleibt uns allen die Hoffnung. Übrigens: Beim DSF-Doppelpass sprachen alle Teilnehmer – wie ich – von einer glatten Roten Karte für Noveski. Immerhin waren sich da einmal alle einig. Und am nächsten Sonntag sprechen sie dann alle wieder vom FC Bayern, denn die gesamte Bundesliga hat ja an diesem Wochenende für Uli Hoeneß gespielt – eben schießt Müller das Führungstor gegen Hannover 96. Kleine Frage am Rande: Habt Ihr Schulz bei diesem Tor gesehen, den Hannoveraner? Nur weil der ja auch hin und wieder als „Verstärkung“ beim HSV auftauchte. Bitte nicht, kann ich da nur sagen, bitte nicht.

So, kommen wir zur Sprechstunde. „Ralf“ fragte, nachdem ich über Manuel Gräfe als einer der „drei besten deutschen Schiedsrichter“ geschrieben hatte, wer denn die besten seien? Florian Meyer (Burgdorf) und Dr. Felix Brych (München) sehe ich gemeinsam mit Gräfe vorne, Wolfgang Stark, Babak Rafati und Thorsten Kinhöfer sehe ich dann auch noch gut. Und, das wurde ich auch gefragt, wie mein Verhältnis zu den Unparteiischen ist? Eigentlich ganz gut, aber es war mal besser. Mit Hellmut Krug (Gelsenkirchen) war (und bin ich noch?) befreundet, zu Dr. Markus Merk hatte ich immer ein sehr gutes Verhältnis, durfte zu ihm auch öfter in die Kabine (vorher), ja und dann sind Kinhöfer, Rafati, Gräfe, Gagelmann und Brych allesamt nette Kerle, die in die Welt passen – das weiß ich aus eigener Erfahrung. Und noch eines weiß ich: Mit Günter Perl werde ich nie ein Bier trinken.

Aber mit Euch, das sage ich mal schnell bei dieser Gelegenheit, werde ich ein Bier trinken. Wahrscheinlich, wenn Ihr mitmacht, im Januar. Abendblatt-Chefredakteur Claus Strunz, der Erfinder von „Matz ab“ (so die Frage von „Tante Käthe“), hat einem Treffen der „Matz-abber“ zugestimmt und versprochen, dass die erste Runde auf uns (HA) geht. Claus Strunz, das auch eine Frage, ist übrigens montags als Talkmaster bei N24 zu sehen, seine Sendung heißt: „Was erlauben Strunz?“.

Bei dieser Gelegenheit kann ich auch sagen, dass wir uns nach technischen Möglichkeiten für diesen Blog umsehen, kann es aber nicht versprechen, ob wir etwas finden werden, was dann auch in Eurem (?) Sinne wäre. Aber es gibt Überlegungen, und das dürfte besonders „HK Hans“, der wirklich sehr lesenswerte Beiträge hier abliefert, und auch „Thommy HSV“ interessieren. Und noch zu einem brisanten Thema, nämlich das der Wildpinkler. Ich habe mit Katja Kraus vom HSV gesprochen, die Vorstandsfrau wird dieser Thematik nachgehen und mich am Montag anrufen, ob eine bessere Lösung gefunden werden kann.

Mehrfach wurde nach den „Fehleinkäufen“ Marcus Berg und vor allem David Rozehnal gefragt (. . . gerade köpft der gute alte „Ivi“ Olic das 2:0 für Bayern). Ich habe kürzlich, ungefähr vor fünf Wochen – in vertrauter Zweierrunde – mit Dietmar Beiersdorfer gefrühstückt. Dabei habe ich ihn auch nach diesen beiden Herren gefragt. Danach war das so, dass Rozehnal  ungefähr zehnmal beobachtet wurde und dann  nicht genommen werden sollte. Und bei Berg war es ähnlich: Auch öfter beobachtet, dann stand fest, dass er keiner für den HSV ist. Auf jeden weiteren Kommentar verzichte ich lieber.

Zu Rozehnal fragte „Ed van der Matt“, warum ich ihn nicht mehr oder häufiger während des Kommentars zum Mainz-Spiel erwähnt habe. Der Grund: Vor einer oder zwei Wochen hatte ich bereits geschrieben, dass ich bei Rozehnal die Hoffnung aufgegeben habe, dass er sich noch einmal zu einer Stütze entwickelt. Mainz bestärkte mich in diesem Gefühl nur noch.

Dann schrieb „teanett“ davon, dass Ronaldo oder auch Beckham bei ManU nie umgetreten wurden, weil sich sonst einige Abwehrrecken böse gerächt hätten. Das vermisst er – und nicht nur er. Ja, ich auch. Es gibt keinen „Rächer“ mehr in dieser Mannschaft. Bei der Gelegenheit: Felix Magath verriet mir, ich glaube, dass ich dies schon einmal schrieb, mal, dass „Jimmy“ Hartwig nicht unbedingt viele Freunde in der damaligen HSV-Mannschaft hatte, aber wenn er gefoult worden war, dann fand sich immer ein „Rächer“, der dem Übeltäter mal gehörig auf die Füße trat – um es einmal salopp zu umschreiben.
„Randnotiz“ hat errechnet, dass der HSV schon elf Punkte hat liegen lassen. Ich sage: Und das fast mit einer B-Mannschaft. Das sollte jedem zu denken geben, der über den Trainer her fällt, denn so viele Punkte mehr waren ja immerhin trotz der riesigen personellen Misere möglich.

„HSV 1988“ fragte, warum im Mainz-Spiel wieder einmal die HSV-Standards so schlecht waren? Ich kann nur sagen, dass Standards trainiert werden, häufig sogar. Aber es muss eben noch mehr geübt werden. Allerdings: Gegen Bochum köpfte Joris Mathijsen bekanntlich das 1:0 (nur Herr Perl sah das anders), und dann köpfte Robert Tesche nach einem Eckstoß fast das 1:1, aber es wurde auf der Torlinie gerettet.

„Warum“, so fragte „Jogi“, „holt der HSV immer wieder teure Abwehrspieler aus dem Ausland (wie Silva, Rozehnal), die dann aber für die Bundesliga untauglich sind? Und warum holte man vor einigen Jahren nicht den jungen Per Mertesacker? Die erste Frage kann ich nicht beantworten, vielleicht so: Ist eventuell leicht, einfacher – und auch billiger? Und zu Mertesacker: Da kam ja keiner ran, auch der FC Bayern nicht. Weil der Hannoveraner von den eigenen Amateuren kam, auf Anhieb einschlug und sofort, quasi von null auf 100, Stammspieler wurde. Dass dann die Bremer schneller waren, lag vielleicht auch daran, dass dort noch ein wenig „internationaler“ gespielt wird (wurde).

„Mario“ will wissen, warum Marcell Jansen noch immer nicht bei 100 Prozent sei? Weil das einfach nicht so schnell geht, wie vielleicht bei einem Amateurspieler. In der Bundesliga gehört mehr dazu, und da hat Jansen eben noch einen gewissen Nachholbedarf. Leider. Er muss eben mal eine gewisse Zeit ohne Verletzung und ohne Erkrankung trainieren können, dann wird es auch was. Sogar noch mit der Nationalmannschaft und der WM in Südafrika. „Sandra“ fragte, ob Tomas Rincon im Training wirklich so schlecht ist, um Jerome Boateng auf der „Sechs“ spielen zu lassen? Schlecht ist Rincon gewiss nicht, nicht schlechter als andere jedenfalls, aber immer noch zu wild, zu ungestüm. Ich habe bereits geschrieben, dass ich fest davon überzeugt bin, dass Rincon den HSV Ende des Jahres verlassen muss. Ist nur ein Bauchgefühl, aber es ist eben da.

„Zorro“ fragte nach der Sprache, die während des HSV-Trainings gesprochen wird. Deutsch. So gut es eben geht. Mich stört nur daran, dass bei jedem Ausländer, der verpflichtet wird, gesagt wird, dass er ab sofort an einem Deutsch-Unterricht teilnehmen werde. Das ist wohl wörtlich zu nehmen: an einem. Alles was danach kommen soll, wird offenbar nicht mehr kontrolliert.

Und nun schießt der FC Bayern sogar das 3:0 – und steht erstmals wieder vor dem HSV. Bitter.
„Mighty Mouse“ fragt nach der Meinung (im HSV) über Thomas von Heesen, der ja in der Bundesliga gute Arbeit abgeliefert hat. Sehe ich genauso, aber ich glaube nicht, dass das die Herren des Aufsichtsrates auch so sehen – oder überhaupt wissen. Der gute „Thommy“ arbeitet zurzeit als Trainer auf Zypern, wäre aber für die Bundesliga sofort frei. Aber er spielt keine Rolle bei der HSV-Suche nach einem Sportchef.

So, zum Schluss möchte ich noch auf eine Besonderheit aufmerksam machen: Die Nummer 003 der auf 1000 Stück limitierten Sonderausgabe des HSV-Buches („Nur der HSV“, 89 Euro) wurde jetzt von den HSV-Profis signiert. Es ist ab sofort unter „www.abendblatt.de“ zu ersteigern, der Erlös geht an „Kinder helfen Kindern e. V.“

19.40 Uhr

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