Tagesarchiv für den 6. Oktober 2009

Kein neuer Stürmer!

6. Oktober 2009

Die schwere Verletzung von Mladen Petric wirft viele Fragen auf. Wie geht es weiter? Wer kann ihn ersetzen? Kauft der HSV noch einen neuen, einen zurzeit arbeitslosen Stürmer? Können Eljero Elia und Marcus Berg den HSV so nach vorne schießen – oder dort oben halten -, wie es zuvor Petric und Paolo Guerrero getan haben? Fragen über Fragen wirft diese schlimme Situation auf, doch anscheinend bleibt die Führung um Bernd Hoffmann cool.

Die wichtigste Frage ist wohl die: Wird ein Ersatzmann verpflichtet. So viel drang schon mal es dem Klub hervor: Nein! Medien-Chef Jörn Wolf: „Wo es nichts gibt, kann man auch nichts holen.“ Der HSV hatte den Markt bereits seit Monaten sondiert, es gibt keine Soforthilfe. Zudem muss eines noch einmal ganz klar festgehalten werden: Ein jetzt freier Stürmer ist nicht grundlos ohne Arbeitgeber. Und: Ein solcher Angreifer hat seit Wochen, meistens seit Monaten nicht mehr gespielt und vernünftig trainiert. Es würde Wochen und Monate dauern, ehe er diesen Rückstand aufgeholt hätte. Also: Augen zu und durch.

Auch Ebi Smolarek, der zuletzt als Testspieler im Volkspark trainiert hat, kommt nicht noch einmal nach Hamburg. Dieses Thema fand vor neun Tagen ein absolutes Ende – Deckel drauf!
Und andere Kandidaten gibt es, wie bereits gesagt, nicht. Genau deswegen wird auf jene Spieler gesetzt, die bereits unter Vertrag stehen (oder besser: die einen Vertrag mit dem HSV haben!). Das sind Marcus Berg, Tunay Torun, Tolgay Arslan und Elia, der ja durchaus in der Spitze einzusetzen ist.

Aus der „Zweiten“ sehe ich weit und breit keinen Angreifer, der den Profis nun helfen könnte. Bruno Labbadia aber wird sicher versuchen, den einen oder anderen „Amateur“ nach oben zu ziehen. Maximilian Beister hat durchaus Talent, ob er auch das nötige Durchsetzungsvermögen hat, wird sich erweisen müssen. Grundsätzlich muss ich aber hier noch einmal anfügen: Beister könnte es meiner Meinung nach, wenn er den Willen dazu aufbringen kann. Und wenn er merken würde, dass es da einen Trainer gibt, der etwas von ihm hält – und auch will.

Es wurde dazu bei „Matz ab“ auch nach Hanno Behrens gefragt („Propper 74“). Ich sah ihn kürzlich gegen den Regionalliga-Letzten Plauen (1:1), da war er zwar torungefährlich, aber er kämpfte, lief und rackerte 90 Minuten. Er war immer auf Achse, und er war bemüht, da vorne etwas zu reißen. Für die Bundesliga aber, so Leid es mir tut, wird es nicht (noch nicht) reichen. Dann wäre da noch Rafael Kazior. Der 26-jährige war Profi in der Zweiten Liga (MSV Duisburg, Wacker Burghausen, dazu Holstein Kiel und Rot-Weiß Essen), er hätte bestimmt das Selbstbewusstsein und die Erfahrung, aber auch bei ihm muss leider das Prädikat gelten: Die Erste Liga ist zu hoch für ihn. So gut er hin und wieder schon für die „Zweite“ gespielt hat.

Der HSV wird jenen Spielern vertrauen müssen, die bereits „oben“ sind. Und so wie ich die Zeichen aus der Geschäftsstelle deute, will Bruno Labbadia das auch. Nur das, nichts anderes. Und, das gebe ich Euch zu bedenken, es hilft ihm jetzt nicht, an die ausgeliehenen Stürmer zu denken. Deswegen solltet es Ihr hier auch nicht tun. Es ist nun mal Tatsache, daran lässt sich auch nichts mehr ändern. Und zurückholen? Zur Rückrunde ist doch Mladen Petric auf jeden Fall wieder fit.

Was jetzt zu tun ist? Die Ruhe bewahren, nicht in Panik zu verfallen. HSV-Medienchef Jörn Wolf hat es gesagt: „Wir sind zwar alle tief, tief traurig über diese schwere Verletzung von Mladen, aber jetzt müssen wir damit leben. Und wir müssen ab sofort alle Kräfte bündeln, alle enger zusammenrücken.“ Dazu muss das Umfeld mitmachen. Fans und auch die Medien.
Niemand nämlich kann jetzt erwarten, dass der so immens geschwächte HSV alle Gegner aus den Stadien fegt (es wäre zwar schön, aber es wäre auch vermessen zu denken, dass es so kommt). Also wird es den einen oder anderen Rückschlag geben. Da müssen dann ALLE Hamburger durch. Und, das kann ich behaupten: Genau so denkt Bruno Labbadia.

PS: Ich bin gespannt, wo Günter Perl am nächsten Wochenende (nach dem Länderspiel) pfeifen darf? Ob er es überhaupt (noch) darf? Der 39-Jährige aus Pullach hat es mir wirklich angetan, obwohl ich damit wohl allen Kredit bei den Schiedsrichtern restlos verspiele. Tut mir Leid, aber ich kann es immer noch nicht begreifen, wie ein Erstliga-Schiedsrichter so viele Fouls und Bösartigkeiten übersehen konnte. Es ist mir immer noch ein absolutes Rätsel. Aber natürlich wird Mladen Petric davon auch nicht wieder gesund. Und hätte Perl in dieser Szene Freistoß gepfiffen und Gelb für Kaka gegeben – Petric wäre trotz allem so schwer verletzt gewesen.

19.33 Uhr

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