Tagesarchiv für den 27. August 2009

Hey, das geht ab!

27. August 2009

Allerhand los bei „Matz ab“. Eigentlich wollte ich erst nach dem Guingamp-Spiel schreiben, aber ich fühle mich aufgerufen durch Eure Fragen. Oder auch durch die Kritik. Beginne möchte ich mit „Dylan 1941“. Das Ding mit den Ratenzahlungen halte ich persönlich ja für lebensgefährlich. Was ist, wenn man einen Vorgriff tätigt, und nichts ist hinterher so eingetroffen, wie geplant oder erhofft? Denkt bitte mal an Schalke 04. Die hatten doch das Geld für die Champions League schon im Sommer 2008 fest eingeplant. Und was wurde daraus? Nur so viel, dass der gute Felix Magath nun zusehen muss, wie er sich eine neue Mannschaft zusammenklaubt. Keine Stars, viele junge Leute – siehe den Moritz, der eigentlich für Schalkes Zweite eingekauft worden war.

HSV-Chef Bernd Hoffmann hat in den vergangenen Jahren immer nur so viel ausgegeben, wie auch in der Kasse war. Ob das auch in diesem Jahr der Fall ist, kann man aber durchaus bezweifeln. Alle, wirklich alle (Zeitungen) in Hamburg hatten dem HSV am Ende der Saison 2008/09 vorgerechnet, dass nur noch 16 Millionen Euro für neue Spieler zur Verfügung stünden. Da hat keiner vom anderen abgeschrieben, sondern alle haben kühl gerechnet. Und dann hat der HSV mal so eben 24 Millionen Euro investiert. Ist Hoffmann als erstmalig ein (höheres) Risiko gegangen? Man kann es nur vermuten, er selbst würde es natürlich nie verraten. Er würde bei dieser Frage schmunzeln – und mehr nicht.

Natürlich sitzen im Aufsichtsrat einige finanziell potente Herren, die auch mal so eben einige Millionen Euro locker machen könnten – aber sie werden es nicht tun. Sie werden einen Teufel tun. Sonst hätten sie es doch schon lange getan. Der letzte (gute) Mann war in dieser Beziehung Jürgen Hunke. Als der HSV 1990/91 finanziell so klamm war, dass er in der Winterpause keine Gehälter mehr hätte zahlen können, hat Hunke mi einigen Talern für den Klub gebürgt. Nur deshalb erhielten die Profis ihr Geld.

Einer der Vorgänger von Hunke, nämlich Ernst Naumann, hatte auch eine bestens gefüllte Brieftasche, er half hier und dort einmal mit Geld für den HSV aus, war sehr spendabel, er kaufte auch einen Spieler namens Detlev Dammeier von Hannover 96. Solche HSV-Funktionäre aber gehören der Vergangenheit an – und das ist auch gut so. Sonst würde sich der Klub schnell Abhängigkeiten schaffen.
Und zu den möglichen Gewinnen, die der HSV erzielt hat: Wer von uns kennt denn schon das Vertragswerk, wenn ein Spieler gekauft oder abgegeben wird? Da steht keine Summe X, die zu bezahlen wäre. Da geht es um Ratenzahlungen, um Prämien (falls Meister, falls internationaler Startplatz), da geht es um einen eventuellen Weiterverkauf. Wie im Falle von Nigel de Jong. Der wurde an Manchester City verkauft, aber auch Ajax Amsterdam, sein Arbeitgeber vor dem HSV, hielt noch einmal die Hände auf. Undurchschaubar ist das alles, deswegen kann doch hier – bei Matz ab – niemand sagen (oder verlangen), wie die genauen Zahlen auszusehen haben. Da blickt nur noch der HSV-Vorstand, der andere Klub und der Spielerberater durch – und mehr nicht. Und noch einmal zu „Dylan 1941“ zurück: Ganz nebenbei hat der HSV ja auch noch die eine oder andere Millionen in Sachen Arena zu berappen, das darf bei allen Gewinn- und Verlustrechnungen und Spieler-Ein- und -Verkäufen nicht vergessen werden.
Dann fragt mich „Elfer“, wer beim HSV meine Informanten sind? Gute Frage, nächste Frage. Herr Meier und Herr Schmidt. Ich möchte den Journalisten sehen, der seine Informanten nennt, der sollte sich dann doch besser einen anderen Job suchen. Und der Gedanke, dass sich Bernd Hoffmann und Dietmar Beiersdorfer noch einmal an einen Tisch setzen werden, um die Friedenspfeife zu rauchen, ist auch abwegig, total sogar. Da geht nichts mehr (in Sachen Zusammenarbeit). Und deswegen kommt jetzt ja auch der Herr Grill.

Zum neuen Sportchef wurde ich auch einige Male gefragt („Firefox 1887), von „HK Hans“ sogar ein wenig heftiger. Vielleicht habe ich mich da auch ein wenig zu kompliziert ausgedrückt, das gebe ich gerne zu. „Vorsichtig gesagt soll Grill ein guter Freund von Bernd Hoffmann sein.“ Das hatte ich geschrieben. Ich meinte aber nicht, dass da etwas Linkes läuft – laufen könnte oder sollte. Ich meinte lediglich das Wort „Freund“. Das ist nämlich meiner Meinung nach mit Vorsicht zu genießen und vor allem zu gebrauchen! Wie viele echte Freunde hat denn ein Mensch? Das war damit gemeint. Ich kann mit dem einen oder anderen Menschen gut, sogar bestens bekannt sein, aber er ist deswegen noch immer nicht mein Freund. Das, nur das war damit gemeint.

Ich kenne die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Bernd Hofmann und Roman Grill nicht, es war nur in Hamburg und in München zu vernehmen, dass sich beide Herren sehr gut kennen, mögen, vertragen, schätzen. Aber sind sie deswegen auch gute oder sogar beste Freunde? Das wollte ich zum Ausdruck bringen.

Und auf keinen Fall wollte ich da etwas gegen Roman Grill schüren, wie „HK Hans“ mir unterstellt. Ich kenne Herrn Grill nicht, kann mir also kein Urteil über ihn erlauben – ich habe aber an dieser Stelle schon gesagt, dass ich mir sehr gut vorstellen könnte, dass er ein guter Sportchef für den HSV wird. Ich drücke ihm jedenfalls die Daumen – Freund von Hoffmann nun hin oder her. Und falls es auch andere User so verstanden haben (außer „HK Hans“), dass ich Stimmung gegen Grill gemacht habe, so kann ich immer nur wieder betonen, dass das auf keinen Fall von mir beabsichtigt worden war. Alle Unklarheiten nun beseitigt? Vielleicht noch zu er Mutmaßung, dass Grill eine Marionette von Hoffmann werden könnte. Könnt Ihr Euch das wirklich vorstellen? Der Mann, Roman Grill, hat Millionen verdient, der kennt den Fußball in- und auswendig, der muss als Spielerberater mit allen Wassern gewaschen sein – ein solcher Mann lässt sich doch von Bernd Hoffmann nicht wie eine Marionette behandeln. Nein, nein, da gibt es Kompetenzen, die werden klar abgesprochen (sein), und zudem sollen sich beide Herren – wie nun bereits mehrfach erwähnt – ja so gut verstehen, dass da keiner gegen den anderen arbeiten würde.
Ein Randaspekt, der mir in Sachen Grill auch noch zugetragen wurde, war der: Piotr Trochowski, Grills Klient als Spielerberater, könnte das Ohr in der Mannschaft für den Sportchef werden. Wirklich? Was sollte denn da passieren? Wenn es tatsächlich den einen oder anderen Spieler geben würde, der etwas Kritisches über Roman Grill sagen wollte, der nimmt sich eben so lange zurück, bis kein Ohr mehr zuhören kann. Da wird meiner Meinung nach mehr hinein interpretiert, als nötig.

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