Tagesarchiv für den 25. August 2009

Vander

25. August 2009

In Deutschland gibt es enorm viele Bundestrainer. Millionen soll es davon geben, wenn es um den Fußball geht. Aber es gibt wohl nicht nur enorm viele kleine Jogi Löws, sondern auch etliche Fußball-Journalisten. Wenn ich so „Matz ab“ betrachte, alle Achtung. Da kommen schon einige prima Tipps, da gibt es sehr gute Analysen, da wird sich Gedanken gemacht, über die nicht unbedingt jeder Fan ins Grübeln kommt.

So zum Beispiel heute, die Sache mit der Fitness. Das ist in der Tat ein Punkt, der bei Bruno Labbadia eine riesige Rolle spielt. Er will eine absolut fitte Mannschaft, und dafür lässt er mitunter auch etwas länger trainieren. Länger, als das bisher in Hamburg, aber nicht nur dort, der Fall war. Und nun bringt der „Kollege“ namens HSV-Oliver bei „Matz ab“ die Fitness ins Spiel: Lag es schon daran, dass der HSV in Wolfsburg, als es 2:2 stand und der VfL drängte, dank der besseren Kraft noch einmal dagegen halten konnte? Ein wirklich kompetenter Randaspekt, „Herr Kollege“, Hut ab!

In der Tat ging es in dem Vier-Augen-Gespräch, zu dem mich Bruno Labbadia nach dem Spiel in Wolfsburg bat, um das große Thema Fitness. Es war vertraulich, deswegen werde ich hier keine Details preisgeben, nur soviel: Der neue HSV-Coach ist auch in diesem Punkt, oder vielleicht sogar besonders in diesem Punkt, sehr genau und denkt vielleicht weiter, als so mancher seiner 17 anderen Bundesliga-Kollegen.

Wobei Bruno Labbadia zwar im Geiste mit Felix Magath verwandt ist, aber eben nur dort. Während der gute „Quälix“ in seinem Programm auch einige Passagen drin hat, in denen ohne Ball (aber mit Medizinball) trainiert wird, legt Labbadia großen Wert darauf, fast ausschließlich mit der Kunstlederkugel trainieren zu lassen. Das ist der Unterschied zwischen Labbadia und Magath, den können Trainingskiebitze im Volkspark bereits jetzt fast täglich beobachten.

Ob allerdings schon jetzt die Fitness-Handschrift von Labbadia erkennbar ist und bereits Früchte trägt, wage ich doch zu bezweifeln. So schnell geht das eigentlich nicht, der schöne Bruno wäre ein Wunderheiler.

Auch ein anderes Thema dürfte absolut keine Rolle spielen. Im Forum wird behauptet, dass die jüngsten Erfolge daran liegen, dass emotionale Bremsen wie Dietmar Beiersdorfer, Huub Stevens oder auch Martin Jol nicht mehr beim HSV sind. Das ist starker Tobak. Und in dieser Schonungslosigkeit auch ganz gewiss nicht zu halten. Was hat zum Beispiel Beiersdorfer mit dem neuen Schwung auf dem Rasen zu tun – beziehungsweise mit dem alten Schwung?

Beim HSV gibt es Elia und zum Beispiel Ze Roberto, die dafür sorgen, dass das Spiel des HSV nun in ganz anderen Bahnen verläuft. Daran kann der Herr Beiersdorfer gewiss nichts ändern, egal welches Temperament er auch immer hat. Das ist absoluter Quatsch, im Ernst. Er hatte aber immerhin noch seine Finger mit im Spiel, als es darum ging, genau diese beiden Spieler mit dem HSV in Verbindung zu bringen.

Einen Satz noch zu „Mario“. Natürlich sind Träume erlaubt, aber das mit dem letzten Spiel bei „Werner Brehm“ (nettes Wortspiel) ist natürlich eine schwere Hypothek. Und wie alle aus leidvoller Erfahrung wissen, kann da aus einem Traum schnell ein ganz, ganz böser Albtraum werden. Muss nicht, könnte aber. Zum Glück jedoch ist das noch sehr lange hin.

Und wer weiß, was bis dahin noch passiert? Gestern rief mich unser Kultsänger Lotto, der Herr Karl König, an und fragte aufgeregt: „Was ist da dran, dass Rafael van der Vaart doch noch innerhalb dieser Transferperiode zum HSV zurück kommt?“ Gute Frage, Lotto. Beim HSV ist nichts zu erfahren. Wobei ich einen solchen Transfer auch nicht für ausgeschlossen halte. Ein Gerücht nährt den Wechsel sogar, es besagt, dass eine Gruppe von finanziell potenten Hamburger Herren einspringen will, um das Gehalt von van der Vaart zu übernehmen.

Und da Real Madrid den Niederländer loswerden will, wäre er sicher etwas billiger als unter normalen Umständen zu haben. Und da Vereins-Chef Bernd Hoffmann in diesen Tagen alles dafür gibt, in Sachen Transfers nicht zu kleckern, sondern zu klotzen, ist nichts unmöglich. Noch ist fast eine Woche Zeit, um diesen Wechsel über die Bühne zu bringen.

Wenn es denn nicht doch noch die Bayern versuchen? Denen steht das Wasser erkennbar bis zum Hals, die müssen dringend etwas tun. Und da Ribery nicht so richtig in die Gänge kommt, eventuell nicht kommen will (?), wäre van der Vaart vielleicht an der Isar herzlich willkommen. Abwarten. Mehr bleibt nicht.