Tagesarchiv für den 17. August 2009

Unzumutbar!

17. August 2009

Der Mann tut mir leid. Claus-Dieter Schwartz (61) fuhr am Sonnabend – wie immer – mit seinem Auto Richtung Arena, wollte – wie immer – auf dem Parkplatz Orange stehen bleiben. Wollte. Dem Schwerbehinderten wurde die Zufahrt zu Orange verwehrt, stattdessen wurde ihm von einem Ordner ein kleiner Zettel in die Hand gedrückt: Auf dem Parkplatz Orange dürfen ab sofort nur noch Schwerbehinderte mit dem Zusatz „AG“ im Ausweis stehen. Es gibt jetzt also zwei verschiedene Klassen von Schwerbehinderten beim HSV: mit „AG“ und ohne AG“. Das „AG“ steht in diesem Fall für „außergewöhnlich gehbehindert“.

„Nicht nur ich bin sofort nach Hause gefahren, mein Nachbar ebenfalls – und viele andere auch. Was mutet uns der HSV zu? Wir können nicht Kilometer lange Wege gehen, das ist einfach nicht drin“, sagt Claus-Dieter Schwartz total sauer. Er ist HSV-Mitglied und hat seit Jahren eine Dauerkarte. „Wir sollen nun auf Parkplatz Grün oder Rot. Das ist an der Luruper Chaussee – unzumutbar. Jedenfalls für mich. Dieser Weg ist ein himmelweiter Unterschied, der ist nicht zu schaffen.“ Schwartz klagt weiter: „Wenn uns der HSV wenigstens vorher angeschrieben hätte, um auf die neue Situation hinzuweisen, dann wäre ich gar nicht erst zum Dortmund-Spiel gefahren – aber nichts. Gegen Randers zuvor durften wir noch auf Orange, diesmal nicht mehr. Viele haben wütend reagiert.“ Claus-Dieter Schwartz droht nun: „Wenn sich da nichts ändert, werde ich meine Dauerkarte zurückgeben und aus dem HSV austreten. Ganz einfach.“

Problem Rozehnal

17. August 2009

Das ist mal eine sehr gute Anregung. „Andre“ hat sich trotz des großen 4:1-Sieges über Dortmund einmal Gedanken über den HSV gemacht, genauer über die Defensivabteilung. Und er hat, wie ich finde, eine sehr gute Alternative aufgezeichnet, denn er vermisst sehr wohl immer noch einen „richtigen Sechser“ vor der Viererkette. Seine Lösung ist wirklich diskussionswürdig: Guy Demel auf die Sechs, Jerome Boateng rechts in die Viererkette, und David Rozehnal neben Joris Mathijsen in die Innenverteidigung. Klingt alles logisch, Kompliment.

Die Idee hätte durchaus von Bruno Labbadia stammen können. Der wird sich sicher Gedanken machen müssen, wenn er auf das Problem Rozehnal blickt. Kann sich der HSV erlauben, einen aktuellen tschechischen Nationalspieler, frisch gekauft von Lazio Rom, stets und ständig auf der Bank zu lassen? Wohl kaum. Obwohl ich auch einschränkend sagen muss, dass dieser Rozehnal nicht ganz unschuldig war am Auftakt-1:1 in Freiburg, als er sich von Idrissou umschubsen ließ. Bei dieser Szene, muss ich zugeben, denke ich heute noch an einen italienischen RAI-Kollegen, der mir per Telefon über den Tschechen verriet: „Der passt wohl doch besser in die Bundesliga, weil er für unseren Fußball ein zu lieber Kerl ist.“ Sollte heißen: In Italien spielen sie doch ein wenig mehr mit Haken und Ösen, und dafür ist Rozehnal zu gut für diese Welt. Mal abwarten, wie das in Deutschland wird. Aber: 57 A-Länderspiele macht man eigentlich nicht, wenn man als Abwehrspieler keinem Gegner auch mal etwas unsanfter auf die Füße treten kann.

Apropos Nationalspieler: Das ist auch der gute Tomas Rincon, aber er kommt beim HSV einfach nicht so richtig auf die Füße. Vom Typ her könnte auch er den Sechser geben, aber er ist in meinen Augen noch immer ein wenig zu wild, will zuviel auf einmal, rast von Mann zu Mann und verliert den Überblick Wenn Rincon irgendwann mal abgeklärter wird, dann kann er sicher eine solche Rolle ausfüllen, wie sie einst Nigel de Jong spielte. Noch aber ist das zu früh, denn Rincon muss lernen, taktische Disziplin mit in sein Spiel einzubeziehen. Erst wenn er das beherzigt, kann er für den HSV noch einmal ganz wertvoll werden.

In eigener Sache
Pfeil
0  00 : 00 : 00
Tage  Std.  Min.  Sek.