Tagesarchiv für den 14. August 2009

Vollbracht

14. August 2009

Es ist vollbracht. Das erste Gewinnspiel bei „Matz ab“ ist mit großer Beteiligung über die Bühne gegangen. Der erste glückliche Gewinner heißt Jens Maeder und kommt aus Hamburg. Abendblatt-Mitarbeiterin Susanne spielte die Glücksfee und zog den Namen Maeder aus 520 Einsendern. Die Lösung lautete natürlich: Mohamed Zidan. Vor dem Spiel gegen Dortmund werden die zwei Karten und das Ivanauskas-Trikot übergeben, Jens Maeder hätte sich die Partie in der Nordbank-Arena sonst bei Sky angesehen. „So ist es natürlich viel besser“, sagte der Glückspilz, der sich wirklich sehr freute: „Vor vielen Jahren habe ich im Rundfunk mal zwei Karten für ein Konzert von Frank Sinatra gewonnen, jetzt hat es mal wieder geklappt, toll!“ Sinnigerweise hatte Maeder am Ende seiner richtigen Lösung geschrieben: „Wir sehen uns dann am Sonnabend.“ Stimmt genau.

Ja, bei der Gelegenheit gibt es eine Änderung für das nächste Gewinnspiel vor dem Köln-Spiel. Wir sind ja lernfähig. An der Arena wurde ich mehrfach angesprochen, ob es nicht zuviel sei, dass ein Gewinner zwei Karten und das Trikot gewinnen würde? Das machte nachdenklich. Deswegen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es in Zukunft zwei Sieger geben wird: Einer erhält zwei HSV-Karten, ein anderer das Trikot. Das erscheint uns gerechter.

Sportlich gesehen steht der HSV vor einem äußerst schweren Heimspiel. Im Abschlusstraining begann zunächst die Elf, die auch beim 1:1 in Freiburg in das Auftaktspiel startete. Nach 20 Minuten wechselte Labbadia dann, er schickte Jonathan Pitroipa in die B-Elf und beförderte Eljero Elia ins A-Team. Vieles spricht dafür, dass Neuzugang „Elli“, wie der 22-Jährige von seinen Kollegen genannt wird, erstmalig in einem Bundesliga-Spiel von Beginn an für den HSV auflaufen wird. Ein kleines Wagnis, denn Elia war kürzlich noch verletzt, hatte Trainingsrückstand. Ob er den aufgeholt hat, war in den Einheiten an der Arena noch nicht unbedingt erkennbar, aber Bruno Labbadia wird es wissen.

Gute Nachricht für alle Rost-Fans, der Torwart wird spielen. Hieß es mittags noch, dass Wolfgang Hesl gegen Dortmund zwischen die Pfosten müsse, so gab es am Nachmittag Entwarnung: Frank Rost trainierte ohne erkennbare Schmerzen. Danach gab der mitunter leicht grummelige und maulig wirkende Keeper ungewohnt gut gelaunt zu: „Ich habe alles mitgemacht, das konnte jeder sehen.“ Stimmt ganz genau, das konnte jeder der 400 Trainingskiebitze sehen, der Keeper mit den großen Pranken war wieder in seinem Element.

Rost wird also der große Rückhalt in einem entscheidenden Spiel sein, „Wenn wir alles das abrufen, was wir können, dann werden wir Dortmund besiegen“, sagt Kapitän David Jarolim optimistisch. Und Stürmer Mladen Petric befand: „Wir müssen gegenüber dem 1:1 in Freiburg mehr laufen.“ Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung.

Trainer Labbadia jedenfalls blickt den 90 Minuten voller Vorfreude entgegen: „Wir wollen uns natürlich besser als in Freiburg präsentieren, und das werden wir auch.“ Und wenn nicht? Der Coach will nicht in Panik verfallen, und er hofft auch darauf, dass das gesamte Umfeld ruhig bleibt. Dass er selbst im Blickpunkt des Fan-Interesses steht, blendet er aus: „Erst nach zehn Bundesliga-Spielen wird man wissen, wohin unser Weg geht.“ Weiter sagt Labbadia: „Und in einem halben Jahr wird man sehen, ob die Handschrift des Trainers erkennbar ist.“

Ob die Fans so lange Ruhe bewahren, hängt allerdings ganz allein davon ab, wie und ob sich die sportlichen Erfolge einstellen. Siegt der HSV in Serie, wird niemand etwas dagegen haben, wenn die Labbadia-Handschrift erst in einem Jahr oder noch später zu erkennen wäre.

Der neue HSV-Coach setzt gegen die Borussia nicht nur auf sein Team, sondern auch auf die Fans. „Ich hoffe, und genau das habe ich ihnen auch am Donnerstag bei einem Treffen gesagt, dass sie uns 90 Minuten lang bedingungslos unterstützen werden. Auch wenn es manchmal den einen oder anderen Fehler in unserem Spiel geben sollte. Ich bitte darum, dass es während des Spiels keine Pfiffe gegen uns gibt. Nach dem Spiel können dann die Fans entscheiden, ob sie den Daum nach oben strecken, oder nach unten halten.“ Bruno Labbadia sagt aber auch: „Ich kenne die HSV-Fans als absolut loyal, sie unterstützen ihr Team vorbildlich, dass unterscheidet den HSV von den meisten anderen Bundesliga-Klubs, das ist ein großer Vorteil für Hamburg.“

Wenn dem so ist, dann steht einem ersten Heimsieg 2009/10 wohl kaum noch etwas im Wege.