Tagesarchiv für den 11. August 2009

Danke

11. August 2009

Danke. Und wenn ich es jetzt nie wieder sagen und schreiben will, aber ich muss es ein letztes Mal sagen: Danke für die unglaublich vielen guten und teilweise lobenden Kommentare. Da kommt Freude auf, das macht Spaß, das muss ich Euch noch einmal sagen – und dann ist auch gut. Nicht, dass Ihr damit aufhören sollt, aber ich werde mich ab jetzt in aller Stille freuen. Einmal noch: danke!

Nicht in aller Stille, aber für mich viel zu früh, wird schon über den Trainer gesprochen und spekuliert. Ein Freund der Nationalmannschaft (aus dem Westen Deutschlands) rief mich an und prophezeite: Felix Magath wird bei Schalke 04 die Saison nicht überleben, und Bruno Labbadia nicht das Saisonende als HSV-Coach erleben. Gemach, gemach. So schnell schießen die Preußen nicht. Und so wird es auch nicht kommen, denn diese beiden Herren sind Steher. Viele werden sich noch ans vergangene Jahr erinnern: Labbadia startete mit Leverkusen furios. „Das ist spielerisch die beste Mannschaft der Liga, die mischen ganz vorne mit“, sagte der damalige HSV-Trainer Martin Jol, der von der jungen Bayer-Garde und ihrem jungen Trainer stets voller Hochachtung sprach. In der Rückrunde stürzte Leverkusen dann aber fast schon dramatisch ab, Bruno Labbadias Stern begann zu sinken. In Hamburg kann es nun genau umgekehrt kommen: Schlechter Start, aber dann kommt der schöne Bruno mit seinem HSV ganz gewaltig.

Deshalb die Bitte an die Fans, dass sie den Trainer und die Mannschaft jetzt unterstützen – und nicht schon mit dem Nörgeln und dem Zweifeln beginnen. Was soll das Gerede von einem Trainerwechsel? Bruno Labbadia hat in Hamburg einen Drei-Jahres-Vertrag! Aber am Montag, beim Training, wurde schon heiß diskutiert. Draußen, vor dem Trainingsplatz, redete sich eine Gruppe „alter Herren“ ihren Frust von der Seele. Voller Inbrunst gab jeder seinem Frust freien Lauf, kaum einer ließ noch ein gutes Haar am HSV – und dem Trainer. Warum jetzt, nach dem ersten Spieltag? Genau das ist falsch. Jeder genießt in diesem Lande, es ist beinahe egal, in welchem Job, eine 100-Tage-Schonfrist. Und was ist denn schon Großes passiert? Der HSV hat in Freiburg 1:1 gespielt. Das werden noch viele Klubs wiederholen. Natürlich, das Spiel war schlecht, aber es wurde immerhin nicht verloren. Nun können alle, Spieler und Trainer, ihre Lehren daraus ziehen, um es gegen Dortmund besser zu machen.

Das wird mit Sicherheit eine der spannendsten Fragen dieses Spieltages sein, ob die HSV-Mannschaft auf die Vorstellung im Breisgau nun eine passende Antwort parat hat? Aber genau das muss nun einmal abgewartet werden, selbst die größten Zweifler in der Stadt sollten das respektieren.

Zum Schluss noch ein kurzer Schwenk zu Rafael van der Vaart: Da bin ich missverstanden worden. Ich hatte ketzerisch geschrieben, dass immer noch einige Fans der Meinung sind, er solle wieder für den HSV spielen. Es wurde mir Ironie unterstellt, aber ich wollte an diesem Beispiel nur sagen, dass es viel besser wäre, wenn der HSV (was zurzeit gar kein Thema mehr ist) noch einen defensive Mittelfeldspieler verpflichten würde. Um das klar und deutlich zu sagen: Vor fünf, sechs Wochen noch hätte ich gejubelt, wenn van der Vaart wieder zum HSV zurückgekommen wäre, ich hätte ihn persönlich aus Madrid abgeholt. Nun aber wäre er zuviel – oder was sollte der HSV mit Piotr Trochowski und Ze Roberto dann anfangen? Auf die Bank? Verkaufen? Also, wenn Rafael van der Vaart noch einmal ein Thema für den HSV werden sollte, dann erst 2010, dann, wenn wieder eine neue Mannschaft aufgebaut wird.

Nun aber erst einmal abwarten, wie sich das von Klub-Boss Bernd Hoffmann und Bruno Labbadia zusammengestellte Team schlägt. Die Hoffnung stirbt zuletzt, auch in Hamburg.