Tagesarchiv für den 10. August 2009

Torkamera? Lieber heute als morgen

10. August 2009

Die Fans sind bedient. Beim Training am Montag waren 60 Kiebitze zugegen, überwiegend wurde auf die Mannschaft, die in Freiburg Fußball zum Abgewöhnen gezeigt hatte, geschimpft. So ist es auch im Internet. Allerdings wird da schon differenziert. Eine Zuschrift aus dem Schwarzwald rät alle, „nicht in Panik zu verfallen“, denn: „Die Saison ist noch jung, das wird noch.“ So denkt auch der Trainer. Für Bruno Labbadia ist es normal, dass seine Jungs im Moment in einem körperlichen Tief sind, denn die Vorbereitungszeit, die noch sein Vorgänger Martin Jol geplant hatte, war zu kurz. Demnach aber müsste der HSV spätestens zum Spiel beim VfL Wolfsburg wieder aus dem Tief heraus sein – eventuell schon zum Heimspiel gegen Dortmund. Was dagegen spricht: Die meisten Spieler sind bei ihren Nationalmannschaften im Einsatz und kommen erst am Donnerstag wieder nach Hamburg.

Für etlichen Wirbel hat mein Kommentar zur fehlenden „Sechs“ gesorgt. Davon gehe ich auch nicht ab. Was ich aber erklären muss: Ich meine nicht, dass der HSV sich Mark van Bommel hätte holen sollen, sondern nur einen ähnlichen Spielertypen. Es gibt nur einen Bommel, was auch gut so ist, denn sonst gäbe es wahrscheinlich noch mehr Verletzte in der Bundesliga. Was ich meine: Es fehlt in diesem Mittelfeld ein Spieler, dessen Stärke die Defensive ist. Wie zum Beispiel, das ist auch gesagt worden, Alex Silva; oder auch Mickael Tavares. Keine sonderlich klangvollen Namen, ich weiß, ganz sicher auch keine Filigrantechniker, aber beide Spieler mit einem Auge für die Abwehr. Sie können antizipieren, sie denken eher defensiv – das haben sie Piotr Trochowski, Jonathan Pitroipa, David Jarolim oder auch Ze Roberto voraus. Natürlich sind Silva (der ja ohnehin nicht spielen könnte) und auch Tavares keine klangvollen, spektakulären Namen, aber sie würden die Balance im Team halten. Knackpunkt: Dafür müsste Labbadia dann den einen oder anderen „Star“ auf die Bank setzen.
So, schnell noch einige Antworten an dieser Stelle:

Die Torkamera würde ich selbstverständlich auch gerne haben wollen, lieber heute als morgen, aber wie lange dauert diese Diskussion schon an? Jahre! Da tut sich der Deutsche Fußball eben immer sehr schwer, es wird auf andere Länder als Vorreiter gewartet. Immerhin, und das ist doch erfreulich, haben die Schiedsrichter jetzt Headset, so dass sich alle Herren miteinander unterhalten können. Welch ein großer Forschritt! Leider erst jetzt. Deswegen wird es auch mit den Torkameras noch dauern – leider.

Ein User schreibt, dass ihm in Freiburg Bereitschaft und Engagement gefehlt haben. Wem nicht. Das ist Tatsache. Schlimm ist es, dass so etwas am Anfang der Saison passiert, denn eigentlich müssen ja alle Spieler heiß sein und voller Freude dem Ball hinterher laufen. Aber siehe ob, Labbadia hat damit gerechnet, dass es dieses körperliche Tief geben wird.

Zu den Ideen im Mittelfeld, die gefehlt haben: Alles an Trochowski festzumachen, finde ich ein wenig unfair. Wo waren die anderen (von Pitroipa vielleicht abgesehen)? Ze Roberto fand nicht statt, und der Brasilianer könnte sehr wohl auch einige Ideen geben. Aber vielleicht lag die Mittelfeld-Formschwäche ja auch daran, dass sich beide Spitzen, Paolo Guerrero und vor allem Mladen Petric, viel zu wenig bewegt haben. Sie müssten sich anbieten, sie müssten Laufwege anzeigen, in die dann die Pässe gespielt werden – aber gab es so etwas? Ich habe nichts davon gesehen.

Viel „gesehen“ hat dagegen User Florian Hebbel, der das Tor von Pitroipa vorausgesagt hatte – Kompliment. Ich habe nach zwei Minuten sofort an Hebbel gedacht – schon mal mit Lotto (6 aus 49) versucht?  Und zu guter Letzt: Ich hatte in der Tat am Sonntag eine Geschichte zu Horst Hrubesch angedeutet, die ich noch nicht geschrieben habe. Es gab Wichtigeres. Aber es ist hiermit versprochen, dass es sie noch in dieser Woche geben wird.

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